Unterwegs in Mexiko 
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rgendwann regt sich im Reisenden der urmenschliche Trieb: Er will erfahren, was hinter 
dem nchsten Berg, hinter der nchsten Bucht liegt. Hotel und Hausstrand sind zwar schn, 
nichtsdestotrotz ist zu vermuten, da Mexiko noch mehr zu bieten hat. Und es hat: Das Land 
ist voller Sehenswrdigkeiten. Um nun von A nach B zu kommen, bieten sich  je nach 
Entfernung, Zeit und Unternehmungslust  verschiedene Mglichkeiten. 
Wenn A etwas weiter von B entfernt ist, bietet sich der Inlandsflug an. Mexiko ist  gerade im 
Sden und Westen des Landes  flchendeckend mit Flughfen versorgt. Zwei groe und 
unzhlige kleine Gesellschaften teilen sich den Markt. Die Preise sind im Allgemeinen recht 
niedrig, bei den kleinen Anbietern manchmal sogar uerst gnstig; zudem haben diese oft 
noch den Vorteil, abgelegenere Orte miteinander zu verbinden. Ansonsten sind die 
Flugverkehrs-Knotenpunkte Guadalajara und Mexico City. 
Dort nehmen auch die meisten Eisenbahn-Linien ihren Ausgang; der Zug ist das mit Abstand 
billigste Verkehrsmittel des Landes. Es hat jedoch den Anschein, da eben aus diesem 
Grunde die staatliche Eisenbahngesellschaft und die privaten Anbieter nicht mehr 
kostendeckend arbeiten knnen: Mexikos Zge verfallen. Das Netz baut sich ab, 
Lokomotiven und Waggons sind hufig ein halbes Jahrhundert alt, das Tempo entsprechend, 
der Fahrplan sagt, wie es sein knnte, aber leider nie ist. Falls Sie nicht gerade eine Wette 
14 Tage Mexiko mit 100 Mark in der Tasche laufen haben oder Material fr einen 
Abenteuerroman sammeln, sollten Sie sich nie in ein Zweite-Klasse-Abteil (segunda clase) 
begeben  Gedrnge, Gepck, manchmal gar Fracht, keine Klimaanlage. Besser, wenn 
auch nicht gerade bermig gut, ist die Erste Klasse (primera preferente), hier haben Sie 
zumindest einen Sitz, den Sie mit niemandem teilen mssen. Schlafwagen (coche 
dormitorio) sind selten. 
Ein weiteres gewichtiges Argument gegen den Zug ist die fehlende Sicherheit: Diebstahl und 
Raub kommen vor; besonders berchtigt sind hier die Strecken des Sdostens. Die 
berhmteste Strecke Mexikos, die weniger dem Personentransport als vielmehr dem 
Sightseeing dient, ist die Verbindung zwischen Chihuahua und der Pazifikkste bei Los 
Mochis  hier geht die Fahrt durch den landschaftlich berwltigenden Caon del Cobre. 
Auch was die berlandbusse angeht, ist Mexiko eine Klassengesellschaft; das macht jedoch 
nichts, da selbst die erstklassigen Tickets, mit heimischen Verhltnissen verglichen, noch 
spottbillig sind. Die Gefhrte der Ersten- und Luxusklasse verbinden  meist ohne Zwischenhalt 
 die greren Stdte, sie sind klimatisiert und bieten bequeme Sitze, man sollte die 
Tickets allerdings vorbuchen. Weiche nie von weicher Sitzungsart, denn nicht weich zu 
sitzen, das ist hart!  Beherzigen Sie diesen Rat Otto Reutters, es lohnt sich nicht, mittels 
eines Zweiter-Klasse-Busses ein paar Pesos zu sparen! 
Die segunda ist holzig-unbequem, langsam und hlt an jedem Kaktus. Die Stadtbusse 
schlielich bieten superbillige Fahrpreise, jede Menge sozialer Interaktion auf engstem 
Raum, die Mglichkeit, sein Portemonnaie loszuwerden und zudem hufig interessante 
Einblicke in Sachen Kfz-Archologie. 
Ein praktisches und billiges Befrderungsmittel in Stdten ist das Taxi. Das mexikanische 
Mietdroschkenwesen ist jedoch etwas kompliziert. Zunchst gibt es drei verschiedene Arten: 
Taxis ohne Taxameter, Taxis mit Taxameter und Taxis mit funktionierendem Taxameter. In 
letzterem Falle ist tariflich alles klar, ansonsten gilt es, den Preis unbedingt vor der Fahrt 
auszuhandeln  wenn Sie dies unterlassen, kann es zu blen berraschungen kommen. 
Eine weitere Unterscheidung besteht zwischen den Freien Taxis (libre, Kennbuchstabe L) 
und den Taxistand-Gefhrten (sitio, S). Die L-Taxis sind unkomfortabler (hufig kommt hier 
noch ein gewisser deutscher Wirtschaftswunder-Kleinwagen zu Ehren) und billiger  
manchmal jedoch auch sehr, sehr teuer: 
In Mexico City boomt die Taxi-Kriminalitt! Touristen werden hufig ausgeraubt und 
zusammengeschlagen. Benutzen Sie in Mexico City nur S- oder Funktaxis! 
Die Fhre empfiehlt sich fr Reisende, die von der Pazifikkste auf die langgezogene 
Halbinsel Baja California bersetzen wollen; Verbindungen bestehen zwischen Puerto 
Vallarta  Cabo San Lucas, Puerto Vallarta  La Paz, Mazatln  La Paz, Los Mochis  La 
Paz und Guaymas  Santa Rosalia. Zur Yucatn vorgelagerten Insel Cozumel gelangen Sie von Cancn, Puerto Morelos und 
Playa del Carmen, auch die kleine Isla Mujeres ist von Cancn aus bequem erreichbar. 
Wer seinen Aktionsradius vergrern will und Fahrplne beengend findet, sollte sich einen 
Mietwagen nehmen. Allerdings: Dieses Vergngen ist in Mexiko nicht gerade billig! Auch bei 
den mexikanischen Autoverleihern erfreut sich jenes deutsche Kleingefhrt mit dem 
Insektennamen hoher Beliebtheit, unter allen Typen ist er meist noch der preiswerteste. 
Wer immer sich temporr einen fahrbaren Untersatz zulegen will, mu selbstverstndlich im 
Besitz eines gltigen Fhrerscheins sein (in der Regel reicht der nationale), darber hinaus 
ist ein Mindestalter von 25 Jahren Voraussetzung (hier machen manche Verleiher gegen 
Aufpreis eine Ausnahme). Als Kaution verlangt man die Vorlage einer Kreditkarte, wo diese 
nicht zur Hand ist, mssen erhebliche Summen in bar hinterlegt werden. In den touristischen 
Zentren Mexikos sind die groen internationalen Verleiher vertreten, nebenher tummeln sich 
noch lokale Anbieter auf dem Markt. Letztere knnen billiger sein; bevor man Preisvergleiche 
anstellt, sollte man jedoch folgendes erwgen: 
- Wie ist der Zustand des Gefhrtes? Halten Sie einen Privat-TV ab: Billig und nicht 
fahrtchtig ist effektiv teuer! 
- Wie stehts mit den Versicherungen? Kasko? Eigenbeteiligung? Diebstahl, auch hier 
decken manche Versicherungen nur einen Teil des Wertes? 
- Dasselbe gilt fr Teildiebstahl (Reifen, Wischbltter und alles andere, was sich 
abmontieren lt)! 
- Sind andere Niederlassungen Ihres Verleihers auf Ihrer Fahrtroute, knnen Sie also im 
Falle eines Falles schnell auf Serviceleistungen zurckgreifen oder das Gefhrt am 
Zielort zurckgeben, wenn ja, gegen Aufpreis? 
- Sind die Steuern im Angebot inkludiert? 
- Wird Ihnen ein Kilometerlimit gesetzt; wenn ja, was kosten zustzliche Kilometer? 
Mit Tankstellen ist das Land einigermaen flchendeckend ausgestattet, wobei man in 
abgelegeneren Regionen seinen Tank grundstzlich zur Gnze fllen sollte, wann immer 
sich eine Gelegenheit bietet. Preiskmpfe in Sachen Sprit toben in Mexiko nicht, erstens ist 
Benzin sowieso billig, zweitens hlt der Staat ein Kraftstoffmonopol. Den Taschenrechner 
werden Sie nicht bentigen, man rechnet  anders als der nrdliche Nachbar  in Litern. 
Bleifrei (magna sin) wird mittlerweile zur Regel, wiewohl es noch verbleiten Sprit (nova) gibt, 
nebenher fhrt man meist noch Diesel im Angebot. Selbstbedienung ist im Lande der 
Azteken unbekannt, Sie werden es mit einem Tankwart zu tun kriegen. Beachten Sie bitte, 
da dieser an sich sympathische Menschenschlag einige Marotten hat: 
- Er erwartet grundstzlich ein Trinkgeld 
- Manchmal vergit er, den Zhler vor Beginn des Tankvorgangs auf Null zu stellen 
- Manchmal stellt er den Zhler nach Ende des Tankvorgangs so rasch auf Null, da Sie 
auf die Richtigkeit seiner Forderung einfach vertrauen mssen 
- Manchmal steigert er seinen Umsatz, indem er auf Ihr freundliches Voll (lleno) neben 
dem Tank auch noch das Pflaster reichlich mit Sprit versorgt 
- Rufen Sie den Service einzeln ab  wenn Sie Benzin, Wasser, l, Reifen en bloc in 
Auftrag geben, kann es passieren, da der frhliche Wart in Sekundenschnelle den 
Vollzug meldet und sich bei Ihnen der Verdacht einstellt, da die Kontrolle vielleicht doch 
nicht so grndlich war. 
Das mexikanische Straennetz knnte besser, aber auch schlechter sein. Zwischen 
Ballungsgebieten dominieren die Autobahnen (autopistas), in lndlichen Bereichen sind die 
Bundesstraen (ruta federales) wichtige Fernverbindungen. Nach unten ist der Straenqualitt 
jedoch keine Grenze gesetzt  manche Pisten lassen sich nur mit Gelndewagen 
befahren. Ein Problem sind zudem die Mautstraen, die zum Teil privat betrieben werden. 
Hier werden hufig horrende Gebhren erhoben. Meist hat der Reisende die Wahl zwischen 
dem entspannten, aber kostspieligen Weg und der gebhrenfreien, aber vllig berlasteten 
Parallelroute. 
Grundstzlich ist bei berlandfahrten in abgelegeneren Regionen folgendes zu beachten: 
- Hinter der nchsten Kurve kann alles sein  ein liegengebliebenes Fahrzeug, Menschen, 
Tiere, Sensationen, eine Baustelle, Schlaglcher, Aufpflasterungen usw. 
- Vermeiden Sie Nachtfahrten, hier hufen sich die Gefahren  so ist fr viele Mexikaner 
das Rcklicht ein moderner technischer Schnickschnack, den sie einfach nicht 
brauchen... 
- In manchen Regionen hufen sich neuerdings Straenberflle  wenn man Sie zum 
Halten ntigt, ist grte Vorsicht angebracht! 
Zu den lobenswerten Einrichtungen des mexikanischen Tourismus-Ministeriums gehren die 
Grnen Engel (los angeles verdes): Abschleppwagen mit dieser Kennzeichnung sind 
unterwegs auf den Straen des Landes, um Pannenhilfe zu leisten  Sie bezahlen nur das 
Material, nicht aber den Service. 
Im Falle eines Unfalles sollten Sie folgendes beachten: 
- Die Polizei lt Sie erst weiterfahren, wenn die Verursacher- und Haftungsfrage geklrt 
ist 
- Wenn die Lage kompliziert wird, sollten Sie sich der Hilfe der deutschen Botschaft oder 
des nchstgelegenen Konsulats versichern 
- Die Sprache kann zum Problem werden  wenn Sie des Spanischen unkundig sind, 
sollten Sie auf keinen Fall Schriftstcke unterschreiben 
Die Verkehrsregeln unterscheiden sich kaum von denen in Deutschland  gewichtigste 
Ausnahme ist das Anarchiegebot in den Grostdten: Um hier zu fahren, bedarf es starker 
Nerven! Der mexikanische Autofahrer lt sich im allgemeinen spontan zu unorthodoxen 
Manvern inspirieren, hier ist ziemlich alles mglich, machismo auf vier Rdern die Regel! 
Die Ironie der Geschichte ist, da mexikanische Polizisten manchmal das einheimische 
Chaos gelassen ignorieren, den Touristen jedoch wegen eines minimalen Verstoes 
anhalten und schrpfen  ob die pesos hier ordnungsgem abgefhrt werden oder in die 
Tequila-Kasse der Ordnungshter wandern, bleibt Stoff fr Vermutungen... 
So sollte man sich als Auswrtiger einigermaen an die Regeln halten, insbesondere die 
Geschwindigkeitslimits beachten: In Ortschaften 40 km/h, berland 80 km/h, auf Autobahnen 
110 km/h. 
Mexico City 
Es gibt einen gewichtigen Grund, der dafr spricht, da Sie in Ihrem Urlaub nach Mexico City 
fahren: Immerhin ist die Metropole eine der aufregendsten Stdte der Welt. Es gibt jedoch 
auch einen gewichtigen Grund dagegen: Immerhin ist die Metropole eine der aufregendsten 
Stdte der Welt. In Mexico City (in diesem Kapitel kurz Mexico genannt) vollziehen sich 
rund 20 Millionen Menschenschicksale auf verhltnismig engem Raum. Wieviele es genau 
sind, kann man nicht feststellen: Die Reichen in den Prunkvillen lassen sich vielleicht noch 
zhlen, nicht aber jene, deren Behausung aus einem Stck verschlissener Plastikplane 
besteht. Man schtzt, da Mexicos Bevlkerung tglich um etwa 2.000 zunimmt, die 
allermeisten der Neuankmmlinge landen in den Shantytowns genannten Slums. Mittlerweile 
lebt jeder vierte Bewohner des Landes in der Hauptstadt, die ihrerseits zwei Drittel aller 
Energie verbraucht. 
Mexico ist eine Stadt der unvereinbaren Kontraste, eine Mischung aus Reichtum und Armut, 
Duft und Gestank, Genu und Verzweiflung, Kunst und Kriminalitt  gerade das letzte Paar 
ist jenes, in dem sich Erwartung und Befrchtung der meisten Mexiko-Touristen verkrpert. 
Gelockt von den Kunstschtzen, die man hier in einer Zahl und Gte antrifft wie in wohl 
keiner anderen Stadt des amerikanischen Kontinents, wagt man den Gang in den Moloch, 
whrenddessen man stndig danach tastet, ob sich das werte Portemonnaie noch in der 
Tasche befindet. 
Wenn man sich nun dazu entschlossen hat, Mexico auf die Reiseliste zu setzen, sollte man 
sich  so man als Aufenthaltsdauer weniger als ein Jahr eingeplant hat  von dem Gedanken lsen, alles zu sehen. Die Zahl der Kirchen, Tempel, Museen und edlen Geschfte geht 
knapp gegen unendlich. 
Zentrum der Stadt ist der rund 240 Quadratmeter messende (und somit fr Menschen mit 
Platzangst nicht allzu geeignete) Zcalo, auch Plaza de la Constitucin genannt, hier wurde 
im Jahre 1813 die Verfassung des Landes verkndet. Dominiert wird die Plaza von der im 
Norden aufragenden Catedral, ihr Baubeginn war im Jahre 1563, ihre Fertigstellung 1813  
zwar flo in diesen 250 Jahren eine gewisse Stilvielfalt ein, jedoch gelang es trotz allem, 
eine bauliche Harmonie zu wahren, alles in allem dominiert der Barock, wiewohl der Oberteil 
der Kathedrale neoklassizistisches Geprge trgt. Auch das Innere spiegelt das Kunstempfinden 
verschiedener Zeiten wider, bemerkenswert ist vor allem der hlzerne Knigsaltar 
(Altar de los Reyes) aus dem frhen 18. Jahrhundert am Ende des Hauptschiffes. stlich 
wird der Zcalo von der rund 200 Meter langen Fassade des Palacio Nacional abgeschlossen, 
dessen Inneres von Wandgemlden des Muralisten Diego Rivera verziert wird. 
Da der Palacio Nacional jedoch nach wie vor Amtssitz des Prsidenten ist, wird es mitunter 
etwas kompliziert, die Murals zu besichtigen, im allgemeinen reicht jedoch das Vorzeigen 
eines Personalausweises oder Reisepasses. Unmittelbar nordstlich der Kathedrale tut sich 
die Erde auf, um einen Blick in die Vergangenheit freizugeben: Unter den Gebuden des 
modernen Mexico liegt die Aztekenstadt Tenochtitln; bei Ausschachtungsarbeiten 
anlsslich des U-Bahn-Baus stieen Arbeiter unverhofft auf den Templo Mayor, den Haupttempel 
der Azteken. Der Weg durch das Ausgrabungsgelnde beginnt im Sdwesten und 
endet im Nordosten an dem Museum, das eigens zur Prsentation der hier gemachten 
Funde errichtet wurde. Beeindruckend ist vor allem der Opferstein, den Sie im Parterre aus 
der Nhe und vom zweiten Stock aus von oben betrachten knnen. Letztere Perspektive ist 
authentischer: Die geopferten Menschen wurden einst von der Hhe der Pyramide auf den 
Stein herabgeworfen. Bemerkenswert sind auch die acht sogenannten Standartentrger. 
Westlich des Zcalo liegt der Parque Alameda Central. Einst ein Marktplatz, dient er 
mittlerweile gestreten Hauptstadtbewohnern und -besuchern zur Rekreation, wobei 
allerdings zu sagen ist, da das Getmmel der Spaziergnger, Musikanten und fliegenden 
Hndlern zuzeiten seinerseits fast Erholungsbedrftigkeit schafft. 
stlich des Parks ragt der Palacio de Bellas Artes auf  wobei, um genau zu sein, 
hinzuzufgen ist, da er gleichzeitig auch herabsinkt: Der Marmorbau ist ebenso schwer wie 
sein Grund sumpfig. Ein Gang ins Innere des Palastes lohnt, die Ausstattung, die in den 20er 
Jahren entstanden ist, weist starke Art-Deco-Einflsse auf. Das Teatro de Bellas Artes, in 
dem Opern-, Konzert- und Ballettauffhrungen stattfinden, hat einen sehenswerten 
Glasmosaikvorhang, auf dem ein Panorama Mexicos dargestellt ist. Wie fast alle ffentlichen 
Gebude, die in der Revolutionszeit errichtet wurden, hat auch der Palacio seine Murals. Am 
interessantesten ist das Wandgemlde, das die Westseite des 3. Stockwerks ziert. 
Es hrt auf den etwas hybriden Namen Der Mensch, Beherrscher des Universums und ist 
von der Hand Diego Riveras. Dargestellt ist auf der linken Seite der Kapitalismus 
(superbse), auf der rechten der Kommunismus (supergut). Man bedenke, da dies im 
wesentlichen das Bild ist, mit dem Rivera ursprnglich eine Hochburg des Kapitalismus, das 
Rockefeller-Center, verschnern wollte! Weitere Rivera-Werke lassen sich im Museo Mural 
Diego Rivera am Westende des Parks bestaunen. Wer nun endgltig in den Kunstrausch 
gefallen ist, kann sich noch im drei Blocks nordstlich des Alameda gelegenen Museo 
Nacional de Arte weiteren Schaustoff zu Gemte fhren, die Sammlung deckt das gesamte 
Spektrum zwischen Maya und Moderne ab. 
Der Prachtboulevard Paseo de la Reforma verbindet den Alameda-Park mit dem Bosque de 
Chapultepec. 
Heutzutage ist die Reforma weniger eine Flaniermeile denn eine Statusadresse fr allerlei 
Institutionen, die eben diesen Straennamen gerne im Briefkopf fhren wollen. Dennoch ist 
der Gang durch die Mixtur aus Kolonialgebuden und Hochhusern nicht ganz ohne 
Interesse, wiewohl der Verkehr etwas auf die Nerven geht. Wenn man sich am groen 
Kreisverkehr, der um die geflgelte Viktoria des Monumento a la Independencia kreist, links 
hlt, gelangt man in die legendre Zona Rosa: hier gibt es Vergngen ohne Ende. Unzhlige 
Straenlokale laden dazu ein, Platz zu nehmen, um dann mit einem erfrischenden Getrnk in der Hand den nie versiegenden Strom der uerst interessanten, mittelmig 
interessanten und uninteressanten Promeneure zu betrachten. Auch zum Shopping ist die 
Zona Rosa bestens geeignet, hier finden sich Hip-Boutiquen genauso wie stilvolle 
Antiquittengeschfte. Westlich des Viktoria-Kreisverkehrs mndet die Reforma in den mit 
mehr als vier Quadratkilometern grten Park der Hauptstadt. 
Der Bosque de Chapultepec ist eine kleine, dem Freizeitspa und den Knsten 
verschriebene Stadt fr sich. Allein hier knnte der Besucher Tage verbringen. Die Reforma 
zertrennt den Park in ein kleineres Nord- und ein greres Sdstck. Bei der Erkundung des 
Sdens gelangt man zunchst zum Monumento a los Nios Hroes, das an den 
verzweifelten Kampf der jungen Kadetten gegen die US-amerikanischen Invasoren im Jahre 
1847 erinnert. Ort dieser letzten Schlacht war das etwas sdwestlich gelegene Castillo de 
Chapultepec, das zu Ende des 18. Jahrhunderts als Residenz des Vizeknigs von Mexiko 
errichtet wurde. Heute beherbergen seine Sle das Museo Nacional de Historia, dessen 
Sammlung einen berblick der Landesgeschichte zwischen der spanischen Eroberung und 
der mexikanischen Revolution gibt. Nrdlich des Monuments gewhrt das Museo de Arte 
Moderno Einblicke in die mexikanische Kunst des spten 19. und 20. Jahrhunderts. 
Nordwestlich des Castillo liegt der Lago Antiguo, auf dem sich bei Bedarf eine Ruderboot- 
Partie unternehmen lt; westlich von diesem ldt ein Zoo zur Tierbesichtigung. Bereits zu 
Zeiten der Azteken soll hier ein Tiergarten bestanden haben; die heutigen Betreiber des 
Parque Zoolgico sind in erster Linie stolz darauf, da sich die vier Pandas, die den 
Mexikanern 1975 von China zum Geschenk gemacht wurden, hier offensichtlich fortpflanzen 
 zum ersten und einzigen Male auerhalb des Reichs der Mitte. Ein Museum der 
besonderen Art liegt im ueren sdwestlichen Bereichs des Parks  hier ist es tatschlich 
so, da Erziehungsberechtigte nur in Begleitung ihrer Kinder Zutritt erhalten. Falls Sie also 
mit Nachwuchs unterwegs sind, sollten Sie diesem das Papalote Museo del Nio auf keinen 
Fall vorenthalten: Hier knnen die Kleinen allerlei lustige und zum Glck nicht allzu 
lehrreiche Experimente machen und mittels vieler cooler High-Tech-Vergngungen ihren 
persnlichen, unvergesslichen Hauptstadthhepunkt finden. 
Fr die Erwachsenen liegt dieser wahrscheinlich eher im Besuch des Museums aller 
Museen: Nrdlich der Reforma liegt das Museo Nacional de Antropologa. Vor dem Eingang 
wacht eine mehr als sechs Meter hohe unvollendete steinerne Indianer-Statue, die 
wahrscheinlich den Regengott darstellt. Gigantisch ist auch die Sammlung selbst; der 
Besucher sollte sich schon beim Eintritt der Hoffnung entledigen, alles sehen, wrdigen oder 
gar verstehen zu knnen. Der sehr gelungene Bau wurde im Jahre 1964 erffnet, sein 
Prinzip ist das der zweifachen Rundung. Zunchst schreitet der Besucher die Sle des 
Erdgeschosses entgegen dem Uhrzeigersinn ab, jeder Saal ist einer indianischen 
Entwicklungsstufe oder regionalen Kulturgruppe gewidmet. Anschlieend vollzieht sich 
derselbe Rundgang eine Etage hher, hier erhlt man einen Eindruck davon, wie die 
Nachfahren der Urbewohner heutzutage leben. Leider beschrnkt man sich bei den 
Schautafeln auf das Spanische, man sollte sich deshalb links des Eingangsbereichs mit 
einem muttersprachlichen Museumsfhrer versorgen. 
Am Anfang der Runde wird man zunchst in Ziel und Methode der Anthropologie eingefhrt, 
anschlieend erhlt man eine bersicht der verschiedenen Kulturen Mittelamerikas. Dann 
geht es hinein in die Schtze, die Reihenfolge der Rume ist wie folgt: Vorgeschichte, 
vorklassische Epoche, Teotihuacn-Kultur, Tolteken (hier beeindruckt besonders der mehr 
als vier Meter hohe Atlant), Azteken (hier ein Prunkstck des Museums, der auch als 
Kalenderstein bezeichnete Stein der fnften Sonne), Oaxaca, Golf-Kulturen, Maya (eine 
der knstlerisch hchststehenden Indianer-Kulturen, mithin auch einer der schnsten Sle  
viele Prunkstcke aus Gold und Edelstein), nrdliche Kulturen und schlielich westliche 
Kulturen. 
Erwhnung verdienen noch zwei der vielen Vorstdte Mexicos: Im Norden liegt die berhmte 
Wallfahrtssttte Guadalupe. 
Hier sah im Jahre 1531 der Indianer Juan die Jungfrau Maria; die eigentliche im Gedenken 
an dieses Ereignis errichtete Basilika mute jedoch aufgrund statischer Probleme 
geschlossen werden  leider, denn ihr Inneres war sehenswert. An ihrer Stelle ist nun ein 1976 geweihter Neubau das Ziel der Wallfahrt; an und in ihm lt sich zwar wenig sakrale 
Kunst genieen, stattdessen jedoch knnte dem Besucher eine einmalige Unglaublichkeit 
zur bleibenden Erinnerung werden: In der neuen Basilika begegnet die technische Welt auf 
spektakulre Weise dem Christentum  die knienden Glubigen werden per Flieband am 
Marienbild vorbeibefrdert. Oh Zeiten.......! 
Ein Pilgerort ganz anderer Art ist das sdliche Coyoacn. Hier lebten und starben zwei 
Helden der Moderne, die es bald zu Kultgefolgschaft brachten: Frida Kahlo und Leo Trotzki. 
Das Blaue Haus, Calle Londres 247, ist sowohl die Geburts- als auch die Sterbesttte der 
Kahlo. 
Mittlerweile ist das Haus ein vielbesuchtes Museum, wobei zu sagen ist, da die 
ausgestellten Bilder nicht unbedingt die Meisterwerke der Knstlerin sind. Um ein vielfaches 
lohnender jedoch ist der Einblick in die Lebenswelt der groen Frau: Die Einrichtung der 
Zimmer ist fast unverndert erhalten, das betrifft sowohl die Alltagsgegenstnde als auch die 
Privatsammlung altindianischer Kunst. Im Obergescho befindet sich Frida Kahlos Atelier, in 
ihm ein unvollendetes Portrait. Dargestellt ist Stalin; und hiermit ergibt sich eine Verbindung 
zur anderen Berhmtheit Coyoacns. 
Frida Kahlo 
Es ist zu vermuten, da Frida Kahlo die weltweit berhmteste Mexikanerin ist; womglich 
mu man, um sich dem Phnomen der Kahlo-Rezeption zu nhern, gar ein vielstrapaziertes 
Modewort bemhen: Kahlo ist Kult. 
Es fragt sich, ob der Kahlo-Boom sich auf die Kunst oder die Biographie dieser Malerin 
bezieht  zu vermuten ist, da das schicksalsreiche Leben der Frhverstorbenen auf viele 
einen Zauber ausbt und die Bilder eher als dessen Illustration begriffen werden. Trennbar 
sind Leben und Werk dieser passionierten Selbstportraitistin auf keinen Fall. 
Frida Kahlo wurde am 6. Juli 1907 in Coyoacn geboren, der Vater war ein Fotograf 
deutsch-jdischer Abstammung, die Mutter Mexikanerin. Im siebten Lebensjahr erkrankt 
Frida an Polio, zeit ihres Lebens behindert sie die Verkrppelung des rechten Fues. 1925 
kollidiert ihr Schulbus mit einer Straenbahn, Frida erleidet zahlreiche Knochenbrche und 
mu sich in den folgenden zwei Jahren zahllosen Operationen unterziehen, ohne jemals 
wieder richtig zu genesen. Unter dem Eindruck dieser Qualen beginnt sie das Malen, als 
Autodidaktin thematisiert sie ihr Leid und ihren Eros, das erste Bild heit Selbstbildnis im 
Samtkleid. 
1928 beginnt ihr politisches Engagement: Sie tritt in die mexikanische KP ein, wo sie den 
Muralisten Diego Rivera kennen, lieben und hassen lernt. Im Jahr darauf kommt es zur 
Hochzeit des ungleichen Paares: Rivera, der auf Wirkung bedachte, nach auen malende 
Mann; Kahlo, die verinnerlichte, selbstschauende, klein-zart-zerbrechlich-krank-wunderschne 
Frau  Riveras Statur hingegen htte ihm dieser Tage die Mglichkeit einer Karriere 
als Berufs-Wrestler erlaubt. Es wre Understatement, diese Ehe als turbulent zu 
bezeichnen: beide betrogen sich ohne Unterla, Kahlo versuchte sich gar an beiden 
Geschlechtern. Je mehr ich sie liebte, umso mehr wollte ich ihr wehtun, bilanzierte Rivera 
spter; seine Frau scheint hnlich empfunden zu haben. 1939 zog man die Konsequenz aus 
der verfehlten Ehe und lie sich scheiden, 1940 zog man die Konsequenz aus der verfehlten 
Scheidung und heiratete erneut. Bald darauf mu Frida Kahlo aufgrund stndiger 
Rckenbeschwerden ein Stahlkorsett tragen, doch damit nicht genug: 
Ab 1950 sitzt sie im Rollstuhl, drei Jahre spter wird ihr das rechte Bein amputiert. 
Kunstgeschichtlich gehrt Kahlo zu einem mexikanischen Malerkreis, dessen Bestreben es 
seit den 20er Jahren war, sich von den dominanten europischen Schulen zu emanzipieren. 
Auffllig ist die intensive Farbgebung; hier ist sie sehr mexikanisch, Einfsse der 
indianischen Traditionen machen sich kenntlich. Zu Lebzeiten war sie keine Berhmtheit, 
wiewohl Picasso zu ihren Bewunderern zhlte. Das in ihrem Jahrhundert so wichtige 
Marketing ging ihr weithin ab; neben einer Ausstellung in den USA (1938) und einer in 
ihrem Heimatland (1953) fand sie wenig ffentlichkeit. 1943 erhielt sie immerhin einen 
Lehrstuhl an der Kunstschule La Esmeralda in Mexico City. 
Am 13.Juli 1954 starb Frida Kahlo; ihr Werk fiel zunchst weithin der Vergessenheit anheim. 
Zu Beginn der 80er Jahre, als die Kunstwissenschaft einen feministischen Akzent erhielt, entdeckte man die stark-schwache, morbid-vitale, zart-zotige Frau und groe Malerin wieder, 
mittlerweile ist sie in den Rang einer Klassikerin der Moderne erhoben. 
Leo Trotzki 
Leo Trotzki war neben Lenin die Fhrergestalt der Russischen Revolution und der siegreiche 
Feldherr, als es darum ging, die Weigardisten im Brgerkrieg zu besiegen. Nachdem die 
Macht der Bolschewisten gefestigt war, erlahmte Trotzkis Energie, einzig literarisch blieb er 
noch ttig. Dieses und sein revolutionrer Ruhm trugen ihm den Ha Stalins ein  und der 
war, wie man wei, meist tdlich. Wohl gelang es Trotzki, der menschheitsbeglckenden 
Macht der stalinistischen Geheimpolizei zu entfliehen, jedoch war ihm bewut, da ihr Arm 
sehr weit reichte. 
Am Ende einer Odyssee fand der Vielgereiste auf Vermittlung Diego Riveras eine Zuflucht in 
Coyoacn. An der Ecke Virna und Morelos erbaute sich der Exilant ein Haus, genauer 
gesagt eine Festung, Stalins Agenten lauerten berall. Ein erstes Attentat im Mai 1940 
berlebte Trotzki, die Einschsse sind heute noch zu besichtigen. Im August gelang es 
einem Agenten Stalins jedoch, sich in Vertrauen und Haushalt des Erzfeindes Trotzki 
einzuschleichen und ihn von hinten mit einem Eispickel zu ermorden. Heute ist die Festung 
Trotzkis zu einem Museum geworden, das von der trotzkistischen Partei Mexikos betrieben 
wird. Die Inneneinrichtung ist fast unverndert erhalten geblieben  bis hin zur zerbrochenen 
Brille des Ermordeten auf dem Schreibtisch. 
Rund um Mexico City 
I
n dem rund 40 Kilometer nrdlich von Mexico City an der Strae MEX 57D Richtung Tula 
gelegenen Tepotzotln lohnt das auf eine jesuitische Grndung des spten 16. Jahrhunderts 
zurckgehende Kloster San Francisco Xavier eine Besichtigung. Die Fassade entstand um 
1760, ihr aufwendiger Schmuck zeigt unter anderem Darstellungen heiliger Jesuiten, 
darunter auch die Ignacio de Loyolas. Die aufwendig geschmckten goldenen Altre im 
Innern rauben den Atem, die Deckendekoration ist mit dem Wort berreich nur gelinde 
beschrieben. Im ehemaligen Kolleggebude befindet sich heute ein Museum sakraler Kunst; 
wiewohl die Sammlung etwas verwirrend strukturiert ist, lohnt sich die Besichtigung in jedem 
Fall. 
Tlalnepantla, eine nicht allzu sehenswerte Vorstadt im Nordwesten Mexiko Citys, kann sich 
immerhin rhmen, in seiner unmittelbaren Nhe eine bemerkenswerte Tempelpyramide zu 
haben. 
Erbauer waren die Chichimeken, ein indianisches Bindeglied zwischen Tolteken und 
Azteken. Die Pyramide von Tenayuca ist offensichtlich dem Sonnenkult geweiht, besonders 
beeindruckend ist die Unzahl steinerner Schlangen, die den Bau umgeben. 
Acolman verdankt seine Popularitt wohl nicht zuletzt der Tatsache, da man, wenn man die 
MEX 45 / 132 nach Teotihuacn fhrt, am 5.000-Seelen-Ort vorbeikommt  ein Zwischenstop 
zwecks Klosterbesichtigung ist somit unproblematisch und lohnend. San Agustn ist 
eine Augustinergrndung aus dem 16. Jahrhundert. Der Bau hat nicht von ungefhr einen 
festungshnlichen Charakter, die Zeiten seiner Grndung waren unruhig. Nichtsdestotrotz 
zeugt die aufwendig gestaltete Portalfassade, in der sich Stilelemente der Renaissance mit 
einigen gotischen berbleibseln treffen, von hoher Gestaltungskunst. Das Kircheninnere 
trgt heute vorwiegend das Geprge spterer Jahrhunderte, nur ein Altar stammt noch aus 
der Erbauungszeit. Die sehenswerten Fresken gehen auf das Jahr 1600 zurck. 
Bemerkenswert ist das riesige Atrium  hier wurden einst Indianer en gros getauft. 
Teotihuacn ist ein magischer Ort  in ihm vereinen sich drei Qualitten: Die Pracht, das 
Alter und das Rtsel. Was das letztere anbetrifft, so mu man sich vergegenwrtigen, da 
bereits die Azteken nichts mehr ber die Erbauer dieser groartigen Stadt und den Sinn ihrer 
Gebude wuten. Heutige Archologen sind da nicht viel schlauer, immerhin haben sie das 
bisher geborgene in verschiedene Bauperioden einordnen knnen und ein imposantes, 
letztlich jedoch nichtssagendes System aus Perioden, Unterperioden und Unterunterperioden 
entwickelt. Erwiesen scheint, da sich die Sttte etwa im 2. Jahrhundert n. Chr. 
zum kultischen Zentrum aufschwang, um 400 von Barbarenstmmen erobert wurde, sich zunchst von diesem Schlag erholte, jedoch schlielich etwa um 750 einer weiteren 
Invasionswelle zum Opfer fiel. 
Allerdings waren die Ruinen der untergegangenen Stadt von derart imposanter Gre und 
Schnheit, da sie den Azteken bis zuletzt als Opfersttten dienten. Gelegenheit zur 
Andacht bietet sich dem modernen Besucher kaum, Teotihuacn ist  gelinde gesagt  
etwas berlaufen; zudem tun die betriebsamen fliegenden Hndler das ihre, die Atmosphre 
zu stren. Der bisher freigelegte Teil der Stadt ist das kultische Zentrum, alle wichtigen 
Gebude liegen entlang der in Nord-Sd-Richtung verlaufenden Calzada de los Muertos - 
Strae der Toten. Der Name geht auf ein Miverstndnis der Azteken zurck, die alle 
Gebude als heilige Grabmale interpretierten. Am Sdende der Strae liegt die Ciudadela, 
mitnichten eine Zitadelle, sondern eher Wohnanlage der Priesterschaft; in ihrer Mitte steht 
eine ehemals mit 366 Skulpturen versehene Pyramide, die womglich dem Quetzalcatl 
geweiht war. Nun fhrt die Strae, vorbei an der sogenannten Viking-Gruppe, zur 
Sonnenpyramide, dem imposantesten Bauwerk der Anlage. 
Ihr fast quadratischer Grundri mit 222 x 225 Meter, interessanterweise fast exakt soviel 
wie jener der gyptischen Cheopspyramide. Die Ausrichtung des Riesenbauwerks legt nahe, 
da es dem Sonnenkult gewidmet war. Die originale Verkleidung fiel leider im Jahre 1908 
den Dynamit-Experimenten eines etwas ungeduldigen Archologen zum Opfer. Am 
Nordende der Totenstrae liegt der aufwendig mit Fresken und Reliefs geschmckte Palacio 
del Quetzalpaplotl, ehemals wahrscheinlich gleichfalls Wohnstatt der Priesterschaft. 
Den Abschlu bildet die Pirmide de la Luna, von deren Plattform aus man einen 
beeindruckenden Blick auf den gesamten Tempelbezirk hat. 
In Mexiko ist die Raubgrberei ein eintrgliches Gewerbe. Alles, was man braucht, ist ein 
wenig Ortskenntnis und Grabungswerkzeug  die so entdeckten Schtze lassen sich dann 
trefflich ins Ausland verkaufen. Was aber macht der Raubgrber, wenn er etwas entdeckt, 
das sich beim besten Willen nicht in Plastiktten packen lt  wie zum Beispiel Fresken? 
Im Falle des Ortes Cacaxtla im Osten von Mexico City taten die ansonsten etwas windigen 
Herren das einzig Richtige: Sie informierten die staatlichen Grabungsbehrden. So kann nun 
der Reisende ebenhier auf dem Weg nach Tlaxcala einen Zwischenstop machen und in 
indianischer Farbenpracht schwelgen. Die Fresken Cacaxtlas sind in einem hervorragenden 
Erhaltungszustand, die Inhalte ein faszinierendes Gemisch aus mythischen und historischen 
Elementen. Achtung: Ab 13 Uhr sind manche Teile der Anlage nicht mehr zugnglich, da 
ansonsten die Sonnenstrahlung den Gemlden schaden wrde. 
Tlaxcala, das Hauptstdtchen der gleichnamigen Provinz, hat sich viel frhkoloniales Flair 
erhalten. Die 100.000-Einwohner-Stadt weist zwei uerst sehenswerte sakrale Gebude 
auf. An der Baslica de la Virgen de Ocotln scheiden sich die Geister: 
Die einen erklren das aufwendig stuckornamentierte, aus dem 18. Jahrhundert stammende 
Portal der Wallfahrtskirche kurzerhand zum schnsten ganz Mexikos, die anderen halten die 
weie Pracht fr etwas allzu zuckrig. Die Camarin, eine kleine Kapelle im Innern, in welcher 
die heilige Jungfrau steht, ist schon wegen ihres indianischen Stils sehenswert. Sdlich vom 
Zentrum Tlaxcalas liegt eines der frhesten Klster Mexikos; erbaut wurde der Convento 
San Francisco ab 1537 von den Franziskanern. Sehenswert ist vor allem die hlzerne 
Deckentfelung der Klosterkirche, neben dieser befindet sich das Museo Regional de 
Tlaxcala. 
Puebla wird mit gutem Grund die spanischste Stadt Mexikos genannt. Geschichtlich 
gesehen trifft dies zu  die 1,2-Millionen-Metropole hat keinerlei indianische Vergangenheit. 
Wiewohl gerade an Pueblas Peripherie die Moderne in Form von Industrie und Kriminalitt 
Einzug gehalten hat, weist der Kern noch eine koloniale Atmosphre auf, die ihresgleichen 
sucht. ber 70 Kirchen und mehr als 1.000 Gebude zeugen vom Geist des Neuen 
Spaniens. 
Der Mittelpunkt des stdtischen Lebens ist der Zcalo, auch Plaza de la Constitucin 
genannt. Sdlich von ihm liegt die Kathedrale, nach der von Mexico City die zweitgrte des 
Landes; immerhin sind zumindest die Trme mit 69 Metern die hchsten ganz Mexikos. 
Begonnen wurde der Bau gegen Ende des 16. Jahrhunderts; erst 1649 jedoch konnte er 
geweiht werden. Stilistisch ist die Kathedrale der Renaissance verpflichtet, nur hier und da 
weist sie schon Anfnge des Barock auf. Im Innern ist besonders das mit Intarsien ausgestattete Chorgesthl aus dem Jahr 1722 sehenswert. Bcherfreunde sollten sich den 
Lesesaal in der sdlich der Kathedrale gelegenen Casa de la Cultura nicht entgehen lassen, 
hier findet sich unter vielen anderen Schtzen eine reich illustrierte Nrnberger Chronik aus 
dem Jahre 1493. Etwas weiter sdlich, an der Calle 2 Sur, liegt das Museo Amparo, das eine 
vorzgliche kunstgeschichtliche Sammlung prspanischer und kolonialer Stcke birgt. 
Puebla ist fr alle, die noch auf der Suche nach Souvenirs sind, eine hervorragende 
Adresse. 
Berhmt ist vor allem die hiesige Keramik, wobei zu bedenken ist, da Stcke von edler 
Qualitt ihren Preis haben. Zudem werden in der Stadt noch zahlreiche 
Handwerkserzeugnisse der umliegenden Indianerdrfer angeboten; gerade was Textilien 
anbetrifft, lt sich hier allerlei stilvolles erstehen. Die Haupteinkaufszone beginnt nrdlich 
des Zcalo. 
Die spanische Grndung Puebla war eine Art Konkurrenzunternehmen zum unmittelbar 
westlich gelegenen alten indianischen Cholula, wobei zu sagen ist, da erstere die 
Auseinandersetzung klar gewonnen hat  was die Gegenwart betrifft, ist die 30.000- 
Einwohner-Stadt Cholula von geringer Bedeutung. Fr den Reisenden ist es aber eine gute 
Adresse, gilt es doch hier, die grte unsichtbare Pyramide der Welt zu sehen. Zu seiner 
Glanzzeit war Cholula voll von indianischen Tempeln, wobei allerdings die hufig genannte 
Zahl von 365 eher ins Reich der Legende zu verweisen ist. 
Die katholische Kirche verfuhr mit den heidnischen Gotteshusern nach bewhrter Art, sie 
wurden umkonstruiert oder berbaut. Die Gran Pirmide zum Beispiel, mit einer Basis von 
475 Metern die grte Mittelamerikas, erhielt einen Hut in Gestalt der Kirche Nuestra 
Seora de los Remedios. Mit der Zeit setzten Erosion und Bewuchs dem riesigen 
Fundament so sehr zu, da das christliche Gotteshaus nunmehr auf einem riesigen Hgel 
zu stehen scheint. Die Freilegungs- und Restaurierungsarbeiten werden dadurch behindert, 
da Nuestra Seora nun ihrerseits zum Denkmal geworden ist. Einzig ein Teil der Westfront 
ist freigelegt, mittels eines hier beginnenden Tunnelsystems kann weiteres betrachtet 
werden, was man jedoch nur in Begleitung eines kundigen Fhrers unternehmen sollte. Auch 
das sehenswerte Franziskanerkloster San Gabriel nebst der benachbarten Caplla Real 
wurde im 16. Jahrhundert auf den Trmmern einstiger Indianertempel errichtet. 
Etwas nrdlich von Cholula, in Huejotzingo, lt sich ein Franziskanerkloster besichtigen, 
das in Sachen Alter, Entwurf, Gre und Erhaltungszustand fast einzigartig in Mexiko ist. 
San Francisco, dessen Grundstein ein Jahrzehnt nach der Ankunft Corts gelegt wurde, 
vereint den sakralen mit dem Festungsgedanken, besonders sehenswert ist der aus dem 
spten 16. Jahrhundert stammende Altaraufsatz im Innern der Wehrkirche. 
Wenige Kilometer sdwestlich von Puebla liegt das 3.000-Seelen-Dorf Acatepec, berhmt 
wegen seiner Kirche San Francisco, deren ueres den indianisch beeinfluten Barock in 
seiner verwegensten und buntesten Stilart bietet. Verblffend ist schon das Nebeneinander 
zweier absolut ungleicher Glockentrme; im Innern erwartet den Besucher dann noch ein 
ppiges Potpourri aus Stuck, Gold und Engelsgesichtern. 
Ziemlich genau in der Mitte zwischen Mexico City und Puebla erheben sich die beiden 
mchtigen Vulkane Iztatcihuatl (5.286 Meter) und Popocatpetl (5.452 Meter). 
Beide knnen bestiegen werden, wobei man sich allerdings unbedingt kundiger Fhrung 
versichern sollte und zudem bedenken mu, da schon die mit dem Auto zu erreichenden 
Ausgangspunkte auf knapp 4.000 Meter Hhe liegen, soda die dnne Luft fr nicht 
durchtrainierte Urlaubsalpinisten zur Gefahr werden kann. Weiterhin zeigt sich der Vulkan 
Popocatpetl in den letzten Jahren in seiner gesteigerten Aktivitt von seiner unwirtlichen 
Seite. 
Das 76 Kilometer sdlich von Mexico City gelegene Cuernavaca diente einst den Mchtigen 
und Reichen, die dem Getriebe der Hauptstadt entfliehen wollten, als Zuflucht. Mittlerweile 
jedoch ist das ehemals lauschige Pltzchen selbst zur Millionenstadt geworden, womit viel 
seines Charmes verloren ging. Der Stadtkern jedoch besitzt nach wie vor viel spanische 
Atmosphre. Allen, die sich fr die Geschichte Mexikos interessieren, empfiehlt sich der 
Besuch des sdstlich des Hauptplatzes gelegenen Palacio de Corts. Nachdem der verwegene Krieger das Aztekenreich erobert hatte, zog er sich den Unwillen des spanischen 
Hofes zu. 
Knig Karl V. entzog ihm Gunst und Macht, so war Corts dazu gentigt, sich als ergrimmter 
elder conqueror zurckzuziehen  eben nach Cuernavaca. Die Residenz, die er sich hier 
errichtete, wirft ein bezeichnendes Licht auf seinen Charakter, der Palacio ist fast fensterlos, 
massig und mit Zinnen und Turm bewehrt, man hat den Eindruck einer mittelalterlichen 
Festung, eines steingewordenen Machtanspruchs. Im Innern befindet sich nunmehr das 
Regionalmuseum, dessen Exponate  abgesehen von der Fotodokumentation der 
mexikanischen Revolution  jedoch eher unbedeutend sind. Sehenswert hingegen sind die 
Fresken, mit denen Diego Rivera 1930 die Loggia des ersten Stocks verzierte. Sdwestlich 
des Palastes erhebt sich die Kathedrale, die auf ein 1529 errichtetes Franziskanerkloster 
zurckgeht. Bemerkenswert sind hier vor allem die sehr alten Wandmalereien, die in den 
60er Jahren zufllig anllich von Renovierungsarbeiten entdeckt wurden. 
Sie zeigen fernstliche Missionsszenen aus dem spten 16. Jahrhundert; aufgrund von 
Stilmerkmalen ist zu vermuten, da hier gar ein fernstlicher Meister am Werk war; wo und 
warum er herkam, wei kein Mensch. 
Etwas westlich von Cuernavaca liegt das 30.000 Einwohner-Stdtchen Malinalco, dessen 
Augustinerkloster aus dem Jahre 1540 sehenswert ist. Wenn Sie sich jedoch das Vergngen 
gnnen wollen, eine indianische Ruinensttte ohne Touristenmassen und fliegende Hndler 
in beschaulicher und zudem wunderschn gelegener Einsamkeit zu besuchen, sollten Sie 
unbedingt den Aufstieg zum Tempelbezirk unternehmen. Zwar kamen die Azteken aufgrund 
der spanischen Invasion nicht dazu, ihr Werk in Malinalco zu vollenden, jedoch wurde 
immerhin der Haupttempel fertiggestellt  und das auf einzigartige Weise: Er ist komplett aus 
dem Felsen gehauen. 
Sein Zweck war die Initiation junger Krieger; aufgrund seiner Bauart ist der Templo Principal 
 abgesehen von der der Witterung zum Opfer gefallenen Stuckschicht und einigen 
Beschdigungen der Skulpturen  zur Gnze erhalten. 
38 Straenkilometer sdwestlich von Cuernavaca liegen die Ruinen von Xochichalco, eines 
Kultzentrums, das sich im spten 1. Jahrtausend n. Chr. auf Kosten Teotihuacns etablierte. 
Der Untergang Xochichalcos im 12. Jahrhundert gibt Rtsel auf: Offensichtlich wurden die 
heiligen Sttten von ihren Bewohnern selbst zerstrt, die Trmmer zum Zeichen des 
Untergangs mit blutroter Farbe bemalt. Das wichtigste Gebude ist die Pirmide de las 
Serpientes Emplumadas (Federschlangen-Pyramide). Es wird vermutet, da hier, neben 
der Verehrung eines Gottes (Quetzalcatl?), die Erstellung des indianischen Kalenders 
durch Priesterastrologen stattfand. Die Reliefs der Pyramide zeigen kriegerische und 
mythologische Bildnisse. 
Die 100.000-Einwohner-Stadt Taxco, etwa 170 Kilometer sdlich von Mexico City gelegen, 
ist mit drei Worten hinlnglich beschrieben: Silber, San Sebastin und Touristen. Ihren einst 
immensen Reichtum und mithin die Schnheit ihrer Bauten verdankt Taxco seinen  
allerdings mittlerweile fast erschpften  ppigen Silbervorkommen. Bestes Beispiel hierfr 
ist die Kirche San Sebastin y Santa Prisca, mit deren Errichtung der Silberbaron Jos de la 
Borda zur Mitte des 18. Jahrhunderts dem lieben Gott  wie er sagte  seinen Dank 
abstattete. San Sebastin, stlich der zentralen Plaza Borda (Zcalo) gelegen, zeigt im 
Portalbereich den Barock des Barock  es ist schier unglaublich, was hier auf recht engem 
Raum an Ornamenten alles Platz gefunden hat. Auch die Trme sind, was ihren Schmuck 
betrifft, alles andere als zurckhaltend; in Sachen Pracht & Prunk steht das Innere dem 
ueren nicht nach. 
Die silberne Vergangenheit Taxcos hat die Stadt mit so viel Schnheit versehen, da sie 
heute fast zur Gnze von den schnheitshungrigen Besuchern leben kann, die sie, gerade 
zur Saison, in Massen aufsuchen. Ein weiterer Reiz Taxcos ist dem US-Amerikaner William 
Spratling zu verdanken, der zur Mitte des 20. Jahrhunderts auf die Idee kam, einheimische 
indianische Knstler mit der Herstellung von Silberschmuck zu beauftragen. So hat es Taxco 
zum Status eines riesigen Juweliergeschfts gebracht, es ist kaum mglich, seinen 
glitzernden Angeboten zu entgehen  achten Sie jedoch vor dem Kauf auf den Sterling- 
Stempel! Die 70 Kilometer westlich von Mexico City gelegene 750.000 Einwohner-Stadt Toluca hat 
dem Besucher nicht allzuviel zu bieten, ist jedoch Durchgangsstation bei der Fahrt zu zwei 
recht interessanten Ruinensttten. Sdlich von Toluca, bei Tanango, liegt Teotenango, eine 
Tempelstadt gewaltiger Ausmae und festungsartigen Einschlags. Bei aller Gre fehlt ihr 
jedoch die strukturelle Dominante, die den Ruinen Geist verliehe. 
Die Ausstellung des Museums ist reich und sehenswert. Unmittelbar westlich Tolucas liegt 
Calixtlahuaca; das interessanteste Gebude dieser Ruinensttte ist die vierstckige, dem 
Windgott Ehecatl geweihte Pyramide  bemerkenswerter Weise ein Rundbau, was 
wahrscheinlich darin begrndet ist, da diese Konstruktion dem gttlichen Wind am 
wenigsten Widerstand entgegensetzt. 
Nrdlich von Mexico City 
Zacatecas ist ein Schmuckstck unter Mexikos Stdten, genauer gesagt: Ein aus Silber 
gemachtes Schmuckstck. Die indianische Urbevlkerung dieser Gegend freute sich schon 
lange vor Ankunft der Spanier am Glanze des in rauhen Mengen vorhandenen edlen Metalls; 
die Legende sagt, da ein Indianer den Europern stolz ein silbernes Schmuckstck vorwies 
 eine Geste, die sein Volk teuer bezahlen mute. Gierig strzten sich die Kolonialherren auf 
den unverhofften Reichtum; zwecks Ausbeutung der Minen wurden die Indianer in ein 
sklavereihnliches Abhngigkeitsverhltnis gestrzt. Bis zum heutigen Tage ist der 
Silberbergbau in der Gegend um Zacatecas ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, in den 
Juwelierlden der Stadt knnen Sie sich schauend oder kaufend dem Reiz des edlen Metalls 
hingeben. Das Silber machte Zacatecas reich, der Reichtum machte es schn: In Sachen 
kolonialer Baupracht nimmt es die Stadt mit jedem mexikanischen Rivalen auf. 
Wahrhaft berwltigend ist das uere der berhmten Kathedrale: In gedrngtem, aber nicht 
berladenem Barockstil zeigt die Fassade, umgeben von reicher Ornamentik, Apostel, 
Kirchenvter und Gottvater hchstselbst. Wenn Sie Enttuschungen vermeiden wollen, 
sollten Sie Ihre Erwartungen, was das Innere betrifft, deutlich zurckschrauben  alle 
bewegliche Pracht ist den Revolutionswirren zum Opfer gefallen. Von der Kathedrale aus 
kann man die schne Avenida Hidalgo Richtung Sden herabschreiten; dort, wo sie auf die 
Avenida Jurez trifft, beginnt linkerhand das Geschftsviertel. Wenn man sich jedoch rechts 
und hinter dem Hospital erneut rechts hlt, gelangt man zum Eingang der Mina El Edn. In 
diese Mine lt sich einfahren, beim Gang durch die vierte Sohle erhlt der Besucher einen 
schaurig schnen Einblick in die Bedingungen, unter denen das kostbare Metall gewonnen 
wurde. Wer sich die silbernen Perle Mexikos einmal im Ganzen betrachten mchte, sollte 
mittels der nrdlich der Kathedrale beginnenden Seilbahn auf den 2.700 Meter hohen Cerro 
de la Bufa fahren. 
Als Ausflugsziele von Zacatecas bieten sich das acht Kilometer stlich gelegene 
Barockkloster Nuestra Seora de Guadalupe und die 60 Kilometer sdlich gelegene 
indianische Ruinenstadt La Quemada an. 
San Luis Potos ist Zacatecas in mancher Hinsicht hnlich, ohne jedoch dessen Reiz ganz 
zu erreichen. Die Dreiviertel-Millionen-Stadt ist heute in erster Linie ein modernes politisches 
und wirtschaftliches Zentrum, immerhin konnte die im Kolonialstil erbaute Altstadt der 
Entwicklung zum Trotz erhalten bleiben. Sehenswert ist vor allem die Plaza del Armas mit 
ihrem klassizistischen Gouverneurspalast und der barocken Kathedrale. Etwas stlich 
hiervon steht die gleichfalls barocke Kirche El Carmen; gegenber lt sich im sehenswerten 
Museo Nacional de la Mascara eine Sammlung von unterschiedlichsten mexikanischen 
Kultmasken bestaunen. 
Auch Guanajuato verdankt Entstehung, Reichtum und Schnheit den ergiebigen Silber- und 
Goldvorkommen seiner Umgebung. 
Die Stadt ist anheimelnd, was sowohl auf die Vielzahl ihrer schnen, aus der Kolonialzeit 
stammenden Gebude zurckgeht, als auch auf die zuweilen pittoreske Enge ihrer 
Gchen. Von den knapp 100.000 Einwohnern sind mehr als 15.000 Studenten  
Guanajuato ist jung, vital und reich an kleiner und groer Kunst. Zentrum der Stadt ist der 
Jardn de la Unin, hier treffen sich Einheimische und Besucher, ber der Szenerie liegt  
gerade an Abenden  ein vielfltiger Gitarrenklang. Sdlich des Platzes steht die sehens-
werte Iglesia des San Diego, deren heutige Gestalt im wesentlichen auf das 18. Jahrhundert 
zurckgeht. Wenn man die am Jardin de la Unin beginnende Avenida Juarz in westliche 
Richtung geht, gelangt man zur Baslica de Nuestra Seora de Guanajuato. Sehenswert ist 
vor allem die hlzerne Muttergottes-Statue: 1557 machte sie Philipp II. von Spanien dem Ort 
zum Geschenk; jedoch scheint das Kunstwerk selbst noch wesentlich lter  man behauptet, 
da es aus dem 7. Jahrhundert stammt und ber 800 Jahre vor den Mauren versteckt 
gehalten wurde. 
Es lohnt sich, die Avenida Juarz noch weiter zu gehen, beidseitig der Strae schlieen 
kleine, anheimelnde Pltze (Plazuelas) an, in Hhe des scharfen Rechtsknickes etwa die 
Plazuela de los Angeles, ein idealer Ort, um sich mit der studentischen Jugend Guanajuatos 
anzufreunden. Hier beginnt auch die Callejn del Beso, die ihren Namen (Kugchen) 
aufgrund ihrer Breite hat. Mit 68 Zentimetern ist sie derart eng, da sich einander gegenber 
Wohnende (so sie wollen) kssen knnen. An der nrdlich parallel zur Avenida Juarz 
verlaufenden Calle de los Pocitos, Ecke Calle Mollas, finden Kunstinteressierte das 
Geburtshaus Diego Riveras, das mittlerweile dort eingerichtete Museum zeigt einige 
interessante Originale, darunter viele Portraits. 
Muralismo  Wandmalerei aus Mexiko 
Der grte Beitrag Mexikos zur Kunstlandschaft dieses Jahrhunderts  wobei grte hier 
auch und vor allem wrtlich zu nehmen sei!  ist das Werk der Muralisten. 
Nein, nicht Moralisten (wobei dieses, s.u. auch nicht ganz falsch wre) sondern mural, 
spanisch fr Wand. Durch die revolutionren Ereignisse ab 1910 bewegt, beschlossen 
mexikanische Maler, die Staffelei zu zerhacken, das Atelier zu verlassen und sich an die 
Wand zu stellen. Im fernen Europa rang man um den metaphysischen Ort der Kunst, die 
Mexikaner waren da weniger zimperlich. Ort? Ist doch klar: Die Kunst, so das Verstndnis 
der meist ungemigt linken Maler, msse volkseigen werden, die Frage nach dem Ort 
beantwortet sich krperlich - Bilder sollen dort hngen, wo sie jeder sehen kann, ja gar 
mu: An den Auen- und Innenwnden der groen ffentlichen Gebuden. Putz statt 
Leinwand, den Pinsel ein paar Nummern grer gewhlt  schon durch die Wahl des 
Materials war klar, da der neue Stil gewisse plakative Zge tragen mu. Hinzu trat 
patriotischer Elan  fort mit der europischen Verweichlichung, her mit Mexikos Lebensfreude, 
begeistert Euch an den leuchtenden Farben der alten Volkskunst! 
Auch bei der Frage, was man malt, leistete man sich keine Halbheiten. Am besten alles 
zusammen, war die Antwort, Themen wie Das Leben der mexikanischen Bevlkerung und 
Utopien in 235 Fresken, zu besichtigen im Erziehungsministerium zu Mexiko City, zeugen 
nicht gerade von Bescheidenheit. Auch die Frage, wie der Knstler zur Welt steht, konnte 
nach kurzer berlegung beantwortet werden: Er ist fr die Guten und gegen die Bsen, 
letztere sind z.B. in o.g. Monumentalwerk unter dem Titel Souper der Milliardre gar 
abschreckend dargestellt. Auch das Goethesche Diktum, da der Knstler mit dem Frsten 
zu gehen habe, konnte eingelst werden: Die Revolutionsfrsten zeigten sich gar angetan 
von der kunstagitatorischen Idee, der Erziehungsminister Jos Vasconcelos forderte die 
malende Zunft Anfang der 20er Jahre ausdrcklich auf, ffentliche Gebude zu verzieren. 
Der berhmteste Muralist ist Diego Rivera, Gatte von Frida Kahlo (s.d.). 
Geboren wurde er 1886 in Guanajuato als Sohn eines Schulinspektors und einer Mestizin, 
bereits 1898 nahm er an einer Kunstakademie das Studium auf, welches er allerdings nach 
vier Jahren aus Protest gegen den autoritren Lehrstil verlie. Zwischen 1906 und 1921 hielt 
sich Rivera in Europa auf, machte die Bekanntschaft Picassos sowie Braques und wandte 
sich zunchst dem Kubismus, spter dem (sozialistischen) Realismus zu. Nach seiner 
Rckkehr in die Heimat erhielt er umgehend den staatlichen Auftrag, sich der ffentlichen 
Grownde anzunehmen, ein arbeitsreiches Leben begann: Fr die o.g. 235 Fresken 
brauchte er rund 4 Jahre. Immerhin trug es ihm Ruhm ein: Kein geringerer als der 
(manchmal gewi auch soupierende!) Milliardr Rockefeller lud ihn Anfang der 30er Jahre in 
die USA, um dort das nach jenem benannte Center zu verschnern. Rivera machte sich ans 
Werk und malte viel, ins Zentrum einen berlebensgroen Wladimir Iljitsch Lenin  was dem 
amerikanischen Kapitalisten allerdings derart mifiel, da er das Gemlde tektierte, den 
Knstler abfand. 1957 starb Rivera, nicht ohne vorher noch etliche Gebude Mexikos bemalt zu haben. 
Weitere Muralisten: David Alfaro Siqueiros (1886-1974) und, etwas weniger politisch-plakativ 
in seinen Inhalten, Jos Clemente Orozco (1883-1949). Ab den spten 50er Jahren 
beeinfluten die Muralisten vor allem die kubanische Revolutionskunst. 
Auch San Miguel de Allende hat sich viel seines kolonialen Charmes bewahrt und wird ihn 
wohl auch in Zukunft nicht verlieren: Mittlerweile steht das Altstadtensemble unter 
Denkmalschutz. Jedoch sind es nicht nur die steinernen Zeugen der Vergangenheit, die San 
Miguels Anziehungskraft ausmachen, es gibt noch anderes, was die Besucher herlockt: Die 
schne, an einen Hgel gelehnte Lage, das mild-angenehme Klima und das faszinierende 
Licht, letzteres inspiriert vor allem die Knstler. 
Viele Touristen haben sich zum dauerhaften Bleiben entschlossen, andere verbringen 
immerhin den Winter hier, fr noch andere ist San Miguel der erwhlte Ort, um die spanische 
Sprache zu erlernen  all das hat die Stadt mit einem mchtigen Gringo-Einschlag versehen, 
Englisch mit amerikanischem Akzent dominiert mittlerweile das Klangbild San Miguels. 
Zentrum der Stadt ist die (auch Jardn genannte) Plaza Principal, beherrscht wird ihr Bild von 
der Pfarrkirche Parrokuia, einem der wenigen neogotischen Gotteshuser Mexikos. Unter 
den vielen weiteren sehenswerten Kirchen San Miguels ragt die nordstlich an der Calle 
Mesones gelegene El Oratorio de San Felipe Neri hervor, deren Fassade viele Stilelemente 
indianischer Herkunft aufweist. Auch die unmittelbar rechts davon stehende Iglesia de la 
Salud lohnt die Besichtigung. Auf dem nrdlich anschlieenden Mercado de Artesanas 
lassen sich preiswerte Souvenirs erstehen; wer hier nicht fndig wird, sollte noch die den 
Jardn nrdlich tangierende Canal in beide Richtungen nach etwas edleren Geschften 
durchsuchen. 
Auch Quertaro ist eine Stadt, in der vieles noch von der spanischen Kolonialzeit zeugt, 
wiewohl hier die Moderne in Form zahlreicher Industriebetriebe Einzug gehalten hat. Fr 
Mexikaner ist die Halbmillionen-Stadt von groer geschichtlicher Bedeutung, sie war 
Schauplatz zahlreicher revolutionrer Ereignisse, unter denen die europischen Besucher 
wohl am meisten das Schicksal des sterreichischen Kaisers Maximilian interessiert. 
Zentrum der Stadt ist die Plaza Principal, auch Jardn Zenea genannt, an dessen Westseite 
sich im ehemaligen San Francisco-Kloster das sehenswerte Regionalmuseum befindet, das 
einen interessanten berblick der vorspanischen, spanischen und nachspanischen 
Geschichte dieser Gegend gibt. Im Sden der Plaza beginnt die Avenida Franciso Madero; 
wenn man diese Richtung Westen beschreitet, gelangt man zur Santa Clara-Kirche, deren 
schlichtes ueres den Besucher nicht davon abhalten sollte, das Innere zu betrachten  
hier bietet sich dem Auge eine berreiche goldene Pracht, insbesondere ist das hlzerne 
Chorgitter hervorzuheben. 
Sdlich von Santa Clara, an der Calle Allende gelegen, steht das ehemalige Kloster San 
Agustn, auch Palacio Federal genannt. Die Fassade des Barockbaus ist sehenswert, nicht 
weniger der Kreuzgang. Heutzutage hat hier das Museo de Arte de Quertaro seine 
Heimstatt gefunden, die Ausstellung reicht von Kunstwerken des 16. Jahrhunderts bis zu 
solchen der Gegenwart. Im Westen der Altstadt liegt der Cerro de las Campanas  auf 
diesem Glockenhgel wurde Kaiser Maximilian von den Rebellen exekutiert. Sein Bruder, 
der sterreichische K.u.K.-Monarch Franz Josef I., stiftete seinem Gedenken 1901 eine 
Kapelle. Der Besucher mag es unter Geschmacklosigkeiten rubrizieren, da der Hgel 
mittlerweile von einer Monumentalstatue des Revolutionrs Jurez dominiert wird. 
Ein lohnendes Ausflugsziel ist das Indianerstdtchen Actopan, dessen im 16. Jahrhundert 
erbautes Wehrkloster eine Sehenswrdigkeit ersten Ranges ist. 
Die Kirche weist eine schne Renaissancefassade und ein gotisches Gewlbe auf, das 
Kloster ist mit zauberhaften Fresken geschmckt. 
Lange hatte man nach Tula, der sagenumwobenen Hauptstadt des Toltekenreiches, 
gesucht. Obwohl bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts einige Bauten entdeckt wurden, 
konnte erst durch die Ausgrabungen, die Wigberto Jimnez Moreno ab 1938 unternahm, die 
zweifelsfreie Identitt der Indianersttte nachgewiesen werden. Der Besucher sollte, bevor er 
nach Tula fhrt, seine Erwartungen jedoch nicht allzu sehr in die Hhe schrauben, 
insbesondere fr den Fall, da er vorher Teotihuacn gesehen hat, keine Steigerung 
erwarten. Beherrscht wird die Ruinenstadt vom Templo de Tlahuizcalpantecuhtli, dessen fehlerfreie und flssige Aussprache Krnung eines jeden Reiseberichts ist  die deutsche 
bersetzung Tempel des Morgensterns klingt da doch ungleich banaler. Der eigentliche 
Tempel stand auf der Plattform der fnfstufigen Pyramide, leider sind von ihm nur noch die 
Sulen und die kolossalen Kriegerfiguren, die das Dach trugen, erhalten. 
Westlich des  immer wieder schn:  Templo de Tlahuizcalpantecuhtli schliet der 
sogenannte Palacio Quemado an. Seine durch Feuer zerstrten Rume dienten 
wahrscheinlich als Regierungsgebude. In der Nhe des Eingangsbereiches liegt der 
Ballspielplatz, dessen Zerstrungsgrad jedoch wenig Rckschlsse auf die einstige Pracht 
zult. Das kleine Museum nahebei ist von miger Gte. 
Der Sdwesten 
Mazatln ist eine Kstenstadt, in welcher alles bemerkenswerte irgendwie mit dem Meere 
zutun hat. Zunchst verfgt die 500.000-Einwohner-Metropole ber den wichtigsten 
Pazifikhafen des Landes, sowohl was den Handel als auch was die Fischerei betrifft. Fr den 
Besucher, den es nach einem Meeresmahl verlangt, heit dieses, da sein Hunger auf 
vielfltige Art  Krabben!  gestillt werden kann. Wenn er darber hinaus das Verlangen hat, 
seine Mahlzeit selbst den Fluten zu entreien, kann er zudem an einer Hochseeangeltour 
teilnehmen, man geht in erster Linie auf Segelfisch, der bis zu drei Meter lang werden kann. 
Eine andere Vergngung zwischen Mensch und Meer sollte man jedoch den Einheimischen 
berlassen: Den Todessprung vom etwas sdlich des Monumento a la Continuidad de la 
Vida gelegenen Turm. 
Harmloser und freudvoller ist das Bad an den wunderschnen Strnden, die sich nrdlich der 
Stadt befinden, hier kann man zudem alle nur denkbaren motorisierten Water-Fun-Gerte 
ausleihen. Auch die Bildungsreisenden knnen in Mazatln dem Meer nicht entgehen  
immerhin ist das Aquarium das grte und artenreichste ganz Mexikos. 
Puerto Vallarta ist der Hauptort einer riesigen Bucht, der Baha de las Banderas. 
Wahrscheinlich markiert der rund 160 Kilometer lange Kstenschwung den Kraterrand eines 
vor langer Zeit erloschenen Vulkans, jedoch knnen sich auch Nicht-Geologen an den 
traumhaften Sandstrnden der Baha freuen. Neben Meeres- und Sonnenbad lt sich in 
und um Puerto Vallarta noch ziemlich jeder von Menschen bisher ersonnene Wasser- und 
Unterwassersport betreiben. Puerto Vallarta ist ein Seebad, das sich sehen lassen kann; in 
Sachen Geschichte jedoch hat es recht wenig aufzuweisen: Im Jahre 1851 gegrndet, 
fristete es lange Zeit ein krglich-gemtliches Dasein als Fischer- und Bauerndorf. 
Rund 100 Jahre spter erkannte die Tourismusindustrie den Wert der blauen Bucht mit 
weiem Strand, erste Hotelbauten entstanden. Kurz darauf kam der Weltruhm  jedoch nicht 
fr Puerto Vallarta, sondern fr das etwas sdlich gelegene Mismaloya. John Huston 
entschlo sich, ebenhier das Tennessee-Williams-Stck Die Nacht des Leguan zu 
verfilmen. Das wre noch nicht unbedingt der Kracher gewesen, wrde nicht das damals 
bekannteste und skandalseste Paar der Welt die Hauptrollen spielen: Elizabeth Taylor und 
Richard Burton. So zhlte man in Mismaloya kurzfristig mehr Paparazzi als in ganz 
Sdfrankreich. Tipp: Sehen Sie sich vor der Reise den Film auf Video an, immerhin kann 
man vor Ort nach wie vor durch die Originalkulissen wandeln! 
Am 25.6.1986 starrte ganz Deutschland gebannt nach Guadalajara und freute sich daran, 
da Andy Brehmes Freisto und Rudi Vllers Alleingang Frankreich aus dem Turnier und die 
damals glorreiche DFB-Elf ins WM-Endspiel befrderten  lang, lang ists her...! 
Jedoch ist Guadalajara nicht nur seiner fuballerischen Zeitgeschichte wegen ein 
erfreulicher Ort  Guadalajara ist eine aufregende Stadt; zwar steht es in Sachen Gre 
Mexico City etwas nach, jedoch sind sich viele Guadalajara-Freunde darin einig, da fnf 
Millionen Einwohner durchaus reichen. Zudem hat die Hauptstadt des Staates Jalisco 
gegenber der des Gesamtlandes zwei wichtige Trmpfe in der Hand: Sie ist weniger 
chaotisch und mithin sicherer, zudem ist ihr trockenes, angenehmes Klima dem Menschen 
zutrglicher. Gegrndet wurde Mexikos Nr. 2 im Jahre 1542, den Namen entlehnten die 
spanischen Eroberer einem Ort ihrer fernen Heimat. Fr den Reisenden ist es hchst 
erfreulich, da sich die wesentlichen Sehenswrdigkeiten auf engstem Raume ballen. Das 
Zentrum Guadalajaras wird durch ein Kleeblatt von vier Pltzen gebildet, das in seiner Mitte das Wahrzeichen der Stadt, die Kathedrale hat. Die Stilmischung aus Pseudo-Gotik, 
Renaissance und Barock ist zwar etwas gewhnungsbedrftig, im Inneren erfreuen jedoch 
die Bilder kolonialer Barockmaler. 
Etwas bescheidener, aber wesentlich harmonischer ist die zu Anfang des 18. Jahrhunderts 
erbaute Barockkirche Santa Mnica, deren filigrane Ornamentik Sie nordwestlich der 
Kathedrale an der gleichnamigen Strae bewundern knnen. Etwas sdstlich der 
Kathedrale, zwischen der Plaza de Armas und der Plaza de la Liberacin, liegt der Palacio 
de Gobierno. Schon seine barocke, mit leichten neoklassizistischen Ahnungen versehene 
Fassade ist beeindruckend, beim Gang ins Innere (nur zu den Brozeiten mglich!) kann 
man zudem die in den 30er Jahren entstandenen Wandgemlde des Muralisten Jos 
Clemente Orozco betrachten. Wem diese gefallen, der sollte noch einen Abstecher zum 
stlich des Zentrums gelegenen Hospicio Cabaas unternehmen; der Innenschmuck der 
Kapelle dieses Waisenhauses gilt als Orozcos Meisterwerk. Etwas sdlich des Hospicio liegt 
der imposante Mercado Libertad, eine wahre Fundgrube in Sachen Mitbringsel. Von dort aus 
geht es, immer dem volltnenden Ayayayay nach, zu der etwas sdwestlich gelegenen 
Plazuela de los Mariachis. 
Die Geschichte Zihuatanejos und Ixtapas ist schnell erzhlt: Bis in die 70er Jahre hinein 
waren es winzige Fischerorte, dann gerieten die beiden wunderschnen Buchten mit ihren 
Traumstrnden ins Visier der mexikanischen Tourismusexperten  mit dem Ergebnis, da 
der heutige an Spiel, Sport und Unterhaltung interessierte Besucher auf nichts verzichten 
mu. Das sdlichere, an der gleichnamigen Baha gelegene Zihuatanejo hat sich noch 
einiges seines mexikanischen Flairs erhalten, das nrdliche, an der Baha de Palma 
gelegene Ixtapa hingegen ist zur Topadresse fr den mondnen Urlauber geworden. Von 
beiden Orten bieten sich Ausflugsmglichkeiten in ursprngliche Drfer des Hinterlandes. 
Morelia, Hauptstadt des Bundesstaates Michoacn, hat vielen ihrer Schwestern etwas 
voraus: die Harmonie. Das historische Zentrum der 700.000 Einwohner-Metropole ist ein 
eintrchtiges Ensemble im steingewordenen Geiste des kolonialen Barock. Selbst das 
Baumaterial der alten Sakral- und Profanbauten ist dasselbe: ein rosa-braun schimmernder 
Trachyt. 
Der Besucher tut gut daran, sich entspannt durch die Baupracht treiben zu lassen; etwas 
lnger gilt es aber vor und in der Kathedrale zu verweilen. Obwohl ihr 1744 vollendeter Bau 
fast 100 Jahre gewhrt hatte, wirkt das uere harmonisch. Zwar deuten sich verschiedene 
Stileinflsse an, jedoch gert nichts zum Mischmasch. Das Innere trgt ein neoklassizistisches 
Geprge, das auf eine umfassende Renovierung im 19. Jahrhundert 
zurckgeht. Die Ausstattung ist reich, hervorzuheben ist das massivsilberne Taufbecken 
sowie die indianische Christusfigur, deren goldene Krone ein Geschenk des spanischen 
Knigs Philipp II. ist. Die hundert Jahre alte Orgel brigens ist made in Germany. Wer sich 
fr die Volkskunst Michoacns interessiert, sollte unbedingt die etwas stlich der Kathedrale 
an der Plaza Valladolid gelegene Kirche San Francisco (Mitte des 16. Jahrhunderts) 
aufsuchen. Im zugehrigen Kloster ist eine vorzgliche Volkskundesammlung zu 
besichtigen. 
Allerseelen, das Fest des Sensenmannes 
Dem Tod ein Fest zu geben? Freund Hein an den Tisch zu bitten, den Schnitter zum 
Tnzchen zu laden? Fr den modernen Mitteleuroper ist dies eine Vorstellung, bei der sich 
ihm die Nackenhaare aufstellen, der Mexikaner aber liebt diesen Gedanken: Allerseelen ist 
im Land der Azteken das Fest aller Feste. Hier versucht man, den Tod nicht totzuschweigen, 
sondern zu leben. Alljhrlich am 2.November wird alles eins: Leben und Tod, Diesseits und 
Jenseits, die schlagenden Herzen und die, die verstummt sind. 
Schon in den Tagen vor dem groen Ereignis ist der Sensenmann allgegenwrtig: Allerorten 
werden Miniatursrge feilgehalten, gemalte Knochenmnner und solche aus Ton, das 
Skelett als Hampelmann oder als Backwerk  die mexikanischen Kinder essen Totenkpfe 
wie die deutschen Ostereier. Es gibt sie aus Teig, Marzipan, Schokolade und  farblich am 
echtesten  Zuckergu. Todos los Santos bzw. Dia de los Muertos wird in Mexiko  je nach 
Region  leicht unterschiedlich begangen. In jedem Falle aber beginnt das Fest bereits am Vortag, dem 1. November. Die Familie 
bereitet ihren Toten den Tisch, Gegenstnde aus dem Besitz des Verblichenen werden 
ebenso aufgestellt wie Geschenke und Speisen. Gegen Abend verlassen die ledigen Mnner 
das Haus, um in der Nachbarschaft Blumen zu sammeln, hierbei steuern sie auch und vor 
allem das Haus ihrer Verehrten an. Bei Einbruch der Dunkelheit beginnen die Glocken zu 
luten, deren Klang dann die ganze Nacht hindurch zu hren ist. Die Blumen  bevorzugt 
sind brigens Ringelblumen, die schon in vorspanischer Zeit kultische Bedeutung hatten  
werden zu Krnzen gewunden, kurz nach Mitternacht trgt man diese zum Friedhof, wo sie 
zu altarhnlichen Gebilden zusammengestellt werden. Nun versammelt sich die Familie an 
den Grbern ihrer Lieben, Kerzen werden angezndet, Speisen ausgebreitet. Auch der 
Trank kommt zu seinem Recht  allerdings nicht zu dem Zwecke, den Kummer zu betuben, 
sondern als gemeinschaftsstiftendes, dionysisches Rauschmittel. 
Er verbindet Lebende und Tote, und dies in einer Stimmung, die das Grauen nicht kennt, fast 
heiter ist die Zeremonie: Der Mexikaner ist davon berzeugt, da die Toten nun inmitten der 
Lebenden sind, die Lebenden bald unter den Toten. Schon die Kinder wachsen im 
Bewutsein ihrer Sterblichkeit auf  gerade in rmeren Regionen hat schon so manches in 
frhen Jahren Bruder oder Schwester verloren, doch auch fr sie ist es so, da sich im Tod 
das Leben besttigt. So lacht man  piettlos? Nein. Das mexikanischen Verhltnis zum Tod 
scheint aufrichtiger als das mancher anderen Kulturen; seine Wurzeln liegen sicherlich in der 
vorspanischen Zeit, wiewohl das Alte mittlerweile vom Christentum assimiliert ist. 
Am berhmtesten ist das Allerseelen-Fest, das am Ptzcuaro-See westlich von Mexico City 
begangen wird. Hier ist die Insel Jantzio Zentrum der Feierlichkeiten, welche bereits am 31. 
Oktober mit einer kultischen Wildenten-Jagd beginnen. 
Der etwa 45 Kilometer westlich von Morelia gelegene Ptzcuaro-See ist eine Sehenswrdigkeit 
ersten Ranges. Schon die Natur ist reich an Schnheiten: In dem etwa 20 x 5 
Kilometer messenden See finden sich viele reizvolle Inselchen, umgeben ist das 
Hochlandgewsser von bewaldeten Bergen und erloschenen Vulkanen. Die vielen den See 
sumenden Drfer sind in doppelter Hinsicht anmutig: Einerseits finden sich viele pittoreske 
Gebude aus der Frhzeit der Kolonialisierung, andererseits leben am See viele Indios nach 
ihrer Vter Art  wobei dieses dahingehend zu przisieren ist, da die Indios so weit nach 
ihrer Vter Art leben, wie es ihnen angesichts der Besucherscharen, die Indios, die nach 
ihrer Vter Art leben, sehen wollen, noch mglich ist. Gerade die Insel Jantzio ist, ihrer 
Anmut wegen, zuzeiten berlaufen. Die Ptzcuaro-Exkursion startet man am besten in dem 
am Sdostende des Sees gelegenen Stdtchen gleichen Namens, dessen Hauptplatz von 
auerordentlicher Schnheit ist. 
Fr US-Amerikaner ist mit dem Namen dieser Stadt schon alles gesagt: Acapulco ist 
Acapulco. Acapulco is holidays, Acapulco is sun, marvellous beaches, easy going, fun, 
sports and nightlife, kurz: Der Ort, den man aufsucht, um ein paar schne Tage zu 
verbringen, vielleicht das Mallorca der Neuen Welt. Im Gegensatz zum karibischen Rivalen 
Cancun ist Acapulco nicht aus dem Hut gezaubert, sondern hat Geschichte: Einst war es 
eine Art Pazifikhafen von Mexico City, hier nahmen die Hndler der Hauptstadt Waren in 
Empfang, um sie sodann ber den Landweg zum Atlantikhafen Veracruz zu transportieren. 
Mit der Erffnung neuer Schiffswege verfiel Acapulco  um zur Mitte des 20. Jahrhunderts 
wie ein Phnix aufzuerstehen. Das Zauberwort hie Tourismus, die Klientel kam aus den 
reichen USA  und zwar in solchen Mengen, da Acapulco dafr sorgte, da der 
mexikanische Staatshaushalt nicht auch noch in die dunkelschwarzroten Zahlen abglitt. 
Zunchst war Acapulco das exklusive Seebad der Schnen & Reichen, mittlerweile jedoch 
finden hier alle Arten von Touristen Unterkunft, Speis und Trank, letzteres im brigen des 
fteren nicht zu knapp. Acapulco bietet dem Reisenden vorzgliche Mglichkeiten, all das zu 
tun, was sich im, unter und am Wasser tun lt. Man sollte nicht ungerecht sein, indem man 
darber hinaus noch viel mehr erwartet. Der Kunstfreund mag hier etwas zu kurz kommen  
auer er rubriziert die Darbietungen der weltberhmten Clavadistas de la Quebrada unter 
Kunst. So heien die verwegenen Mutspringer, die sich, nachdem sie ein Gebet an einem 
Madonnenschrein verrichtet haben, von dem 40 Meter hohen Felsen gleichen Namens herab 
ins Meer strzen. Der Sturzflug dauert etwa sechs Sekunden, was zu wissen fr die Zuseher interessant, fr die Springer jedoch lebensnotwendig ist: Es gilt, die Landung so 
vorauszuberechnen, da sie mit der Ankunft einer Welle zusammentrifft. Ansonsten... nun ja. 
Die Badeorte stlich von Acapulco hneln einander insofern, als sie verhltnismig neu und 
noch nicht so berlaufen sind wie die Mutter der mexikanischen Seebder. Puerto Escondido 
etwa war wegen seiner traumhaften Strnde und seiner imposanten Brandung lange Zeit ein 
Geheimtip unter Surfern, mittlerweile etablieren sich hier jedoch auch touristische Strukturen. 
Etwas weiter stlich liegt das noch lauschige Puerto ngel, wenige Kilometer weiter jedoch 
wird geklotzt: In den zauberhaften Buchten von Huatulco soll ein touristisches Zentrum der 
etwas greren Art entstehen. Alles in allem lt sich sagen, da zwischen Puerto 
Escondido und Santa Cruz Huatulco der Urlauber in Sachen Meer und Strand voll auf seine 
Kosten kommt; wenn es ihn zudem nach Kultur und mexikanischer Atmosphre gelstet, 
sollte er sich etwas landeinwrts Richtung Oaxaca aufmachen. 
Oaxaca, Zentrum des gleichnamigen Staates, ist eine bemerkenswerte und uerst reizvolle 
400.000er-Stadt. Schon ihre Lage bezaubert: Sie ist malerisch in ein Tal der Sierra Madre 
del Sur geschmiegt. Seltsamerweise scheint die industrielle Revolution Oaxaca noch nicht 
erreicht zu haben  was wiederum die Frage offen lt, wovon sich seine Einwohner 
ernhren. Oaxaca hat ein selbst fr mexikanische Verhltnisse einzigartiges Flair, einerseits 
ist das Indianische sehr prsent, andererseits weist die von der Unesco zum Weltkulturerbe 
erklrte Altstadt eine Unzahl an schnen Bauten der kolonialen Frhzeit auf. Der Besucher, 
der Oaxaca erleben will, beginnt seinen Gang am besten dort, wo Oaxaca am intensivsten 
lebt: Auf dem berhmten Zcalo. Dieser von gemtlichen Straencafs gesumte Platz lt 
erste Einblicke in das bunte Treiben zu. Unmittelbar nrdlich erhebt sich die Kathedrale  
allerdings ist erhebt nicht ganz das richtige Wort: Vom sthetischen her wirkt das uere 
des im 16. Jahrhundert begonnenen Gotteshauses etwas gedrungen, was wiederum 
statische Grnde hat. 
Oaxaca wird hufig von Erdbeben heimgesucht, weshalb man sich 1714 entschlo, die einst 
erhabeneren Trme zu verkrzen. Wer ein Souvenir sucht oder mexikanisches Markttreiben 
genieen will, sollte die zwei Blocks sdlich vom Zcalo liegenden Mercados Jurez und 20 
de Noviembre aufsuchen, anschlieend empfiehlt es sich, die den Zcalo stlich tangierende 
Valdivieso / Macedonio Alcala in nrdlicher Richtung hinaufzuflanieren. Erstens lassen sich 
so die wunderschnen Kolonialhuser bewundern, zweitens in den vielen Kunstgewerbelden 
stilvolle Souvenirs erstehen, drittens gelangt man so zum prchtigsten Kirchenbau 
Oaxacas, einem der prchtigsten Mexikos berhaupt. Von auen erscheint Santo Domingo 
wie eine Mischung aus Barockkirche und Wehrfestung; letzteres ist jedoch dadurch bedingt, 
da man auch hier bauliche Vorkehrungen gegen Erderschtterungen getroffen hat. Im 
Inneren hingegen erwartet den Besucher eine Mischung aus Kirche und Kaiserpalast. 
Mit dem Wort prunkvoll sind die meist aus dem 18. Jahrhundert stammenden 
Austattungsdetails nur unzureichend beschrieben, allein der ganz in Gold gehaltene 
Hochaltar lt den Atem stocken. Golden geht es auch im benachbarten Kloster weiter, 
dessen Rume heute die Sammlung des Regionalmuseums bergen. Von grter Schnheit 
und Bedeutung ist der 1932 gefundene Mixteken-Schatz. Alle Damen, die sich hier etwa in 
den prchtigen goldenen Ohrschmuck verlieben, knnen, sofern es die Reisekasse hergibt, 
bei den Juwelieren Oaxacas gutgemachte Kopien erstehen. 
Von allen indianischen Sttten Mexikos ist Monte Albn vielleicht die magischste. Zwar 
fehlen hier die imposanten Riesengebude, dafr bt die bergroe, sich ber rund 40 
Quadratkilometer erstreckende Anlage einen Zauber sondergleichen aus. Die Ursprnge 
Monte Albns reichen zurck in die erste Hlfte des 1. vorchristlichen Jahrtausends, bereits 
zu dieser Epoche scheint die Bergkuppensiedlung in erster Linie kultischen Zwecken gedient 
zu haben. 
In der Folgezeit steigerte sich die Bedeutung noch; um 500 n. Chr. zhlte Monte Albn rund 
30.000 Einwohner. Etwa 300 Jahre spter setzte der Verfall ein, nach wie vor jedoch diente 
das Areal als kultisches Zentrum, was sich auch darin ausweist, da der weie Berg von 
den umliegenden Vlkern bevorzugt als Begrbnissttte genutzt wurde. So stammt etwa der 
im Regional-Museum Oaxacas prsentierte Schmuck-Hort der Mixteken, der im 14. 
Jahrhundert niedergelegt wurde, aus Monte Albn. Selbst den allerausdauerndsten 
Besuchern wird es nicht gelingen, Monte Albn zur Gnze zu besichtigen, man tut gut daran, sich auf die 200 x 300 Meter messende Gran Plaza zu beschrnken. Der Groe Platz ist 
nichts anderes als eine Bergkuppe, die zu Beginn der Bltezeit Monte Albns zu einer 
ebenen Flche umgearbeitet wurde. Da dieses allein mittels Holz- und Steinwerkzeugen 
geschah, grenzt fast ans Unglaubliche. Erdmassen wurden abgetragen, um sie anderswo 
aufzuschtten; zudem muten mchtige Steine fortbewegt werden. 
Felsen, die derart riesig waren, da man sie unmglich entfernen konnte, wurden 
kurzerhand mit groem baulichen Geschick in die Tempelbauten integriert. Diese bilden ein 
Geviert, am Nord- und Sdende steht je eine Plattform; stlich und westlich wird das Areal 
von Palsten begrenzt, die Mitte von einer dreiteiligen, wahrscheinlich einen riesenhaften 
Altar darstellenden Gebudegruppe gefllt. Die interessantesten Funde befinden sich am 
Palacio de los Danzantes: Eine Reihe von archaischen Flachreliefs, deren Interpretation 
umstritten ist. Da es sich tatschlich, wie der moderne Name behauptet, um Tnzer 
handelt, ist unwahrscheinlich, stattdessen nimmt man heute an, da entweder ekstatische 
Priester oder Menschenopfer dargestellt sind. 
Vier weitere Indianersttten erreicht man, wenn man von Oaxaca aus die Strae MEX 190 in 
Richtung Juchitn befhrt. Knapp hinter El Tule liegt Dainz, dessen Pyramide gleichfalls 
interessante Reliefs aufweist. 
Das einige Kilometer weiter gelegene Lambityeco ist klein, ansehnlich und meist einsam, 
bemerkenswert hier die Maske des Regengottes Cocijo. Die nchste Perle auf der Schnur 
heit Yagl, auch hier bietet sich die Mglichkeit, inmitten alter Tempelruinen zur 
Kontemplation zu gelangen, die meisten Besucher zieht es nmlich schnell weiter fort nach 
Mitla. 
Mitla, am Rande des gleichnamigen 15.000-Einwohner-Dorfes gelegen, hatte seine Bltezeit 
unmittelbar vor Ankunft der spanischen Eroberer. Die Grupo de las Iglesias legt von diesem 
Zusammentreffen eine beredtes bauliches Zeugnis ab: Zuunterst ist sie indianischer Tempel, 
zuoberst christliche Kirche. Vom sthetischen her interessanter jedoch ist die sdlich 
gelegene Grupo de las Columnas, deren aufwendige Mosaiken  fr indianische Verhltnisse 
durchaus ungewhnlich  zur Gnze ungegenstndlich-ornamental sind, wobei hier die 
Vielzahl der realisierten Dekorationsmglichkeiten beeindruckt. 
Drei weiter Gebudegruppen Mitlas (Grupo de los Adobes, Grupo del Arroyo und Grupo del 
Sur) sind bisher von den Archologen noch nicht in prsentablen Zustand gebracht worden. 
Die sdliche Golfkueste 
Der Atlantikhafen Veracruz ist fr die mexikanische Geschichte von grter Bedeutung: Hier 
landete im Jahre 1519 der Spanier Corts, hier hie ihn eine Delegation der Azteken, denen 
er den baldigen Untergang bringen sollte, als vermeintlich rckkehrenden Gott willkommen. 
In den folgenden Jahrhunderten erwies sich Veracruz (Wahres Kreuz) als der wichtigste 
und reichste Handelshafen Mexikos, weshalb es sowohl fr Revolutionre, Konterrevolutionre 
als auch intervenierende Fremdmchte von hchster Wichtigkeit war, die Stadt 
unter ihre Kontrolle zu bringen. Nicht umsonst heit einer der berhmtesten Hollywood- 
Western, mit Gary Cooper und Burt Lancaster als US-Desperados im mexikanischen 
Brgerkrieg der 1860er Jahre, nach dieser Stadt. Heutzutage erwartet den Reisenden 
einerseits ein zuzeiten schwer ertrgliches heifeuchtes Klima, andererseits aber eine 
Hafenstadt mit Flair: Hier vermischt sich karibisches easy going mit kosmopolitischer 
Atmosphre. 
Auch das Stadtbild ist recht erfreulich, wiewohl nur noch wenige Bauten der alten 
Kolonialzeit zu sehen sind. Das Wahrzeichen von Veracruz ist das der Stadt vorgelagerte, 
mittlerweile jedoch durch eine Strae angebundene Inselfort Castillo de San Juan de Ula. 
Erbaut wurde es ab 1528 als Schutz gegen Piratenberflle; als diese im 19. Jahrhundert 
ausblieben, nutzte man das trutzige Gemuer als Gefngnis, was fr die Hftlinge insofern 
unangenehm war, als manche der (heute zu besichtigenden) Zellen partiell unter Wasser 
standen. Nahe der Insel entdeckte ein Fischer 1976 einen wohl aus der Zeit von Corts 
stammenden Schatz, der heute in dem (ansonsten nicht sehr ansehnlichen) Stadtmuseum 
an der Calle Zaragoza zu besichtigen ist. Gegen Abend sollte man sich die Atmosphre des 
Hautplatzes Plaza de Armas nicht entgehen lassen. 35 Kilometer nrdlich von Veracruz liegen die nicht gerade spektakulren, jedoch 
sehenswerten Ruinen der Indianerstadt Zempoala. 
Eine interessante landschaftliche Variation Mexikos lt sich mit einem Ausflug an den etwa 
175 Kilometer sdstlich von Veracruz gelegenen kstennahen Binnensee Laguna 
Catemaco erleben. Hier ist das Land so wasser- und wasserfallreich wie kaum anderswo. 
Hauptort ist die Fischersiedlung gleichen Namens; von dem hier praktizierten Zauberkult lt 
sich nicht eindeutig feststellen, ob er noch geglaubt wird oder zur Belustigung der zahlenden 
Touristen herabgesunken ist. 
Jalapa, die Hauptstadt des Staates Veracruz, ist ein bemerkenswerter Ort: An sich bietet er 
kaum sehenswerte Gebude, allenfalls hat das Altstadtensemble einen gewissen kolonialen 
Stimmungswert aufzuweisen. Nichtsdestotrotz hat Jalapa etwas Einnehmendes  selbst 
wenn der Terminplan drngt, fhrt der Besucher nicht leichten Herzens fort. Liegt es 
vielleicht an der Art der Menschen, an der Vitalitt und der florierenden Kunstszene dieser 
Universittsstadt? 
Wie dem auch sei, die meisten Besucher setzen gerade mal das Anthropologische Museum 
auf ihre Besuchsliste und sind dann traurig, da der Fahrplan die schnelle Weiterreise 
fordert. Das Museo de Antropologa, etwa vier Kilometer nordwestlich des eigentlichen 
Zentrums an der Ausfallstrae Avenida Xalapa in Richtung Hauptstadt gelegen, hat, wenn 
man eben von Mexiko City absieht, im ganzen Land nichts vergleichbares. Eine Vielzahl von 
Exponaten auergewhnlichen Ranges lt den Besucher eine Reise durch versunkene 
Indianerreiche antreten; ob Kolossalkopf, ob Jadeitschmuck, ob Wandmalereien  es wre 
ungerecht, etwas aus der musealen Pracht besonders hervorzuheben. 
Die zwischen Veracruz und Tampico, etwas sdlich von Pozarica gelegene Ruinenstadt El 
Tajn bietet faszinierende Einblicke in die indianische Geschichte. Welches Volk sie errichtet 
hat, ist fraglich, einzig ber die Zeit der Erbauung herrscht weitgehende Klarheit: El Tajn hat 
seine Ursprnge im 4. und seinen Untergang am Ende des 12. Jahrhunderts. 
Knapp die Hlfte der einst 50.000 Einwohner zhlenden Stadt ist mittlerweile von den 
Archologen geborgen. Der faszinierendste Bau ist wohl die siebenstckige Pyramide der 
Nischen; Reisende, die nicht unter Zeitdruck stehen, knnen letztere durchzhlen: Es sind 
365, fr jeden Tag des Sonnenjahres eine. Das Besteigen der Treppe ist Besuchern nicht 
erlaubt, wre jedoch auch ein erhebliches Wagnis  die Stufen sind so steil, da der Aufstieg 
nur fr free-climber zu wagen wre. El Tajn war berreich an Ballspielpltzen, der 
wichtigste, mit interessanten sakralen Flachreliefs ausgestattete, liegt im Sden der Anlage. 
Nrdlich wird die ausgegrabene Zone durch das auf einem teilweise knstlichen Hgel mit 
gewagter Statik errichtete Complejo de las Columnas (Sulengebude) gekrnt. Das stlich 
gelegene Papantla hat es durch sein Fliegerspiel, bei dem sich Voladores genannte Artisten 
an einem um ihre Fe geknpften Seil um einen Mast drehen, zu gewisser Berhmtheit 
gebracht. 
Tabasco und Chiapas 
Villahermosa heit zu deutsch die schne Stadt  ob die Hauptstadt Tabascos diesen 
Namen jedoch verdient, ist etwas fraglich. Binnen krzester Zeit hat es die Stadt vom 
Sumpfdorf zur Viertelmillionen-Boomtown geschafft, so verwundert es nicht, da man nach 
altmexikanischem Flair vergeblich sucht. Andererseits haben jedoch die Geldstrme 
immerhin dafr gesorgt, da das Antlitz Villahermosas eine exquisite Note bekommen hat. 
Das Klima jedoch konnte auch mittels Petrodollars nicht verbessert werden  in Sachen 
drckender Schwle verlangt die Stadt ihren Besuchern einiges ab. Zwei Grnde gibt es 
trotzdem, die den Aufenthalt in Villahermosa zu einem angenehmen Erlebnis machen: 
Zunchst das nach dem unermdlichen Geschichtsforscher Carlos Pellicer benannte 
Anthropologische Regionalmuseum, sdlich des Zentrums am Ufer des Ro Grijalva gelegen. 
Hier bietet sich die Mglichkeit, in das faszinierende Rtsel der olmekischen Kolossalkopf- 
Kultur einzutauchen. Das Museum ist etwas unorthodox aufgebaut, so empfiehlt es sich, den 
Rundgang zunchst im Obergescho zu beginnen, wo man bald den berblick gewinnt, mit 
dem sich die im Mittelgescho ausgestellten Kostbarkeiten verstehen lassen. Das andere 
Muߓ in Villahermosa ist das beeindruckende Freilichtmuseum namens Parque-Museo de La Venta, gelegen an der Laguna de las Illusiones nordstlich des Zentrums. Hier ist viel von 
dem ausgestellt, was der schwerdurchdringliche Dschungel Tabascos an alten Schtzen 
hergegeben hat. Allerdings stellt sich in jngster Zeit heraus, da die Olmeken und Mayas es 
leider versumt haben, ihre Steinskulpturen smogresistent zu machen, weshalb man erwgt, 
die Originale gegen Kunststoffkopien auszutauschen. Fr alle Verehrer der Mayakultur bietet 
sich ein Ausflug zu den Ruinen des 50 Kilometer nordwestlich von Villahermosa gelegenen 
Comalcalco an. 
Ohne Zweifel ist Palenque eine der schnsten  wenn nicht die schnste  aller Mayastdte. 
Erstens bezaubert ihre Lage am Fue der von tropischem Regenwald bewachsenen Berge 
von Chiapas, zweitens hat hier wohl der Mayastil seine hchste Blte erreicht  die 
allerdings nicht sehr lange whrte: Die kenntlichen Ursprnge der Stadt liegen im 6. 
Jahrhundert; bereits um 800 jedoch wurden die mchtigen Ruinen der wildwuchernden 
Vegetation preisgegeben. Der Europer versteht unter Pyramide meist, siehe gypten, das 
riesige Grabmal eines Herrschers und ist erstaunt, wenn er erfhrt, da die mexikanischen 
Pyramiden nichts anderes als Tempel sind. Von der reinen Tempeltheorie ging jedenfalls die 
Archologie lange Zeit aus  bis eines Tages im Jahr 1949 der Forscher Alberto Ruz 
lHuillier mehr durch Zufall als durch gezielte Suche eine verschttete Treppe am Templo de 
las Inscripciones freilegte. 
Dieser Tempel der Inschriften hatte schon lange eine groe Bedeutung in der 
Mayaforschung, seinen Namen hat er von den an seinem Haupteingang eingemeielten 620 
Hieroglyphen, die die Geschichte der Herrscher von Palenque erzhlen. Die von Schutt 
befreite Treppe fhrte jedoch noch weiter  nmlich zu dem Hauptherrscher selbst: In einer 
Krypta fanden sich die Gebeine des Knigs Pacal, ausgestattet mit prchtigen Beigaben, die 
sich nun im Nationalmuseum zu Mexico City befinden. Die Krypta ist lter als die sie 
umgebende Pyramide, somit scheint sicher, da Pacal, genau wie die gyptischen 
Pharaonen, bereits zu Lebzeiten an seinem Grabmal bauen lie. Dieser Hang zur 
Selbsterhhung wird nun, da man die Hieroglyphen zum Teil entziffert hat, etwas 
verstndlicher. Pacal hatte eine Dynastie begrndet, deren Herrschaft mit dem Makel der 
Illegitimitt behaftet war: Vterlicherseits war er alles andere als kniglicher Abstammung. 
Er behalf sich, indem er sich kurzerhand als Reinkarnation eines alten Gottes bezeichnete, 
so erklrt sich die fr den amerikanischen Kontinent eher ungewhnliche Kombination aus 
Grabmal und Pyramidentempel. 
Pacal fhrte die Stadt zu militrischer und knstlerischer Blte; als er im Jahre 683 starb, trat 
sein Sohn die Nachfolge an. Die 100 Jahre danach brachten zunchst eine weitere 
strmische Aufwrtsentwicklung, dann jedoch den pltzlichen Fall. ber dessen Ursachen 
kann man nur spekulieren; wahrscheinlich lassen sie sich im Inneren finden: Es ist zu 
vermuten, da Palenque dem hybriden Gttlichkeitsanspruch seiner Herrscher, gegen den 
sich das Volk emprt haben mag, zum Opfer fiel. Bisher ist gerade einmal ein Bruchteil der 
vielleicht zehn Quadratkilometer groen Stadt ausgegraben. Unmittelbar nordstlich der 
Pyramide der Inschriften liegt der riesige, aus vielen Gebuden etwas heterogen 
zusammengesetzte Herrscherpalast. 
Aus der Unzahl sehenswerter Details sei das Bildnis Pacals im zentralen Gebude E 
hervorgehoben  hier knnen Sie feststellen, da der gottgleiche Herrscher durch einen 
Klumpfu gehandicapt war. Westlich, nrdlich und stlich des Palastes findet sich weitere 
Tempelpracht. 
Bonampak heit zu deutsch soviel wie bemalte Mauern  damit ist schon alles gesagt: 
Bonampak ist eine Mayasttte, die an sich nicht viel aufzuweisen htte, wren da nicht ihre 
unzhligen wunderbaren Fresken. Es scheint sicher, da ursprnglich fast alle sakralen und 
herrschaftlichen Maya-Gebude gemalten Wandschmuck hatten, jedoch ist dieser mit der 
Zeit der Witterung zum Opfer gefallen. Die einzige Ausnahme: Bonampak  hier fhrten 
klimatische Besonderheiten dazu, da sich eine schtzende Kalkschicht ber die Gemlde 
legte. 
Die Entdeckungsgeschichte der Stadt knnte schon Grundlage fr einen Hollywoodfilm sein, 
ihr Protagonist ist ein nordamerikanischer Weltkrieg-II-Pilot, der seinem Heimatland in den 
mexikanischen Dschungel entfloh, mit Indianern lebte und von ihnen schlielich zum 
geheimen Kultplatz Bonampak gefhrt wurde. Ob Sie nun auch das Abenteuer einer Bonampak-Reise unternehmen, sollte grndlich abgewogen werden: Bis vor kurzem war der 
Ort nur per Propeller-Flugzeug zugnglich, mittlerweile fhrt zwar eine Autostrae dorthin, 
allerdings ist diese uerst lang, einsam und zuzeiten fr normale Fahrzeuge unpassierbar. 
Bonampak selbst weist keinerlei touristische Infrastruktur auf, es obliegt Ihnen also selbst, 
bernachtungs- und Verpflegungsmglichkeiten zu improvisieren. Wenn das nicht gerade 
Ihre Vorstellung von Urlaub ist, knnen Sie sich auch einer organisierten Bus- und / oder 
Bootstour anschlieen  wenn Sie sich nicht einfach dafr entscheiden, die Fresken dort zu 
studieren, wo sie am einfachsten zu studieren sind: Als Reproduktionen im Museum von 
Mexico City. 
Auch was Yaxchiln betrifft, lt sich sagen, da das Dahingelangen womglich aufregender 
ist als das Dasein. Der Ort, nahe Bonampak und unmittelbar an der Grenze zu Guatemala 
gelegen, hat zwar auch einiges an Maya-Faszination aufzuweisen, jedoch gibt es prchtigere 
Sttten, die leichter zu erreichen sind. Der spannendste Weg nach Yaxchiln ist der mit dem 
Boot ber den Ro Usumacinta, entsprechende Touren werden in den greren Orten des 
Staates Chiapas angeboten. Yaxchiln ist weniger von Pyramiden als vielmehr von Palsten 
geprgt, seinen Reiz bezieht es aus der Unzahl von Reliefs, auf denen meist Herrscherpaare 
oder Thronsukzessionen dargestellt sind  wobei zu sagen bleibt, da zahlreiche Steinkunstwerke 
ihren Weg aus dem Dschungel in Grostadt-Museen  etwa die Mexico Citys oder 
Londons  gefunden haben. 
An der Strae, die von Palenque nach San Cristbal de Las Casas fhrt, liegt etwa mittig, in 
Hhe Ocosingos, die Mayasttte Tonin, deren leicht toltekischer Einschlag darauf 
hindeutet, da der Ort den Untergang der Mayakultur mit vernderter Bevlkerung 
berstanden hat. San Cristbal de Las Casas ist eine Stadt mit zwei Gesichtern: Auf der 
einen Seite hat sie viel kolonialspanisches Flair, auf der anderen Seite wird das Geschehen 
von den selbstbewut ihre alten Trachten tragenden Indianern geprgt, welche die 100.000- 
Einwohner-Kapitale des Staates Chiapas in erster Linie aufsuchen, um dort auf dem Markt 
die Produkte ihrer Drfer anzubieten. San Cristbal wurde 1528 gegrndet und ist somit die 
lteste spanische Siedlung weit und breit, benannt ist der Ort nach einem Bischof, der sich in 
den frhen Tagen um den Schutz der Indianer verdient machte  allerdings auch im Verfolg 
dieses Zieles als erster den Vorschlag machte, zur Arbeit in den Silberminen 
widerstandsfhigere schwarze Sklaven aus Afrika zu importieren. 
1994 brachte es San Cristbal zu Weltruhm, als sich die ber Jahrhunderte unterdrckte 
Urbevlkerung militant gegen die Zentralregierung erhob und die Stadt kurzerhand besetzte. 
Nach wie vor ist das Verhltnis der Indianer zu ihrem Staat gespannt; jedoch nicht nur zu 
diesem: Auch der Besucher aus fernen Landen sollte sich davor hten, die Indianer als 
pittoreske Fotomodelle mizuverstehen, dies gilt in erster Linie fr den Fall, da er sich einer 
Busreise anschliet, deren Zweck es ist, eins der umliegenden unberhrten Indianerdrfer 
zu berhren. Leicht ist es jedoch, die Urbevlkerung auf einem der Mrkte kennenzulernen; 
die nach alten Vorbildern gestalteten und von Hand gefertigten stilvollen Kleidungsstcke 
eignen sich hervorragend als Souvenir. Vergessen Sie das Feilschen nicht und fragen Sie 
den Hndler unbedingt nach der Bedeutung der eingestickten Symbole  in ihnen gibt sich 
sowohl das Herstellungsdorf als auch ein religiser Gedanke zu erkennen. 
Bis zur Errichtung einer etwas geschmacklosen Markthalle eben dort war der im Norden der 
Altstadt gelegene Mercado in Sachen Atmosphre unschlagbar. Etwas sdlich von ihm, an 
der Avenida General Utrilla, befindet sich die schnste der vielen Kirchen: Santo Domingo  
allein die gedrngte Pracht ihrer aus dem 17. Jahrhundert stammenden, fast quadratischen 
Barockfassade hinterlt einen schlagenden Eindruck, mehr noch wenn nachts das Flutlicht 
auf sie fllt. In den benachbarten Klostergebuden hat sich ein indianisches Textilhaus 
einquartiert, sein Angebot ist sehr edel, sehr authentisch und leider auch sehr teuer  
Qualitt hat ihren Preis. 
Ein lohnender Ausflug von San Cristbal de las Casas fhrt ins 140 Kilometer sdstlich, 
direkt an der Grenze zu Guatemala gelegene Montebello-Naturschutzgebiet. Sein Reiz ergibt 
sich aus der Vielzahl der inmitten unberhrten Waldes gelegenen Seen. Neben allem 
Naturgenu hat die Gegend jedoch auch allen, die nach noch mehr Maya-Ruinen drsten, 
etwas zu bieten: Chincultic. Hier, am uersten Westrand des Mayagebietes, lebte die Kultur noch rund 100 Jahre 
nachdem ihr Zentrum untergegangen war, fort. Allzu Spektakulres gibt es nicht zu sehen, 
das Ausgrabungsgelnde hat seinen Charme eben darin, da noch nicht allzuviel 
ausgegraben ist und sich somit dem Besucher ein authentischer Ausdruck der 
Versunkenheit mitteilt. 
Yucatn, die Halbinsel im Golf 
Manches knnte zu dem Schlu verleiten, da der Reisende, so er Yucatn betritt, Mexiko 
verlassen hat. Die Bewohner der Halbinsel haben ein ausgeprgtes Sonderbewutsein, 
sehen sich weniger als Mexikaner denn als Yucatecos und fhlen sich mehr der Karibikkste 
als dem Golf zugehrig. Yucatn, einst eine nicht zu Mexiko gehrende Kolonie, brauchte 
sehr lange, bis es sich bereit erklrte, Mexico City als Ort der politischen Entscheidungen 
anzuerkennen. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts kam es jedoch zu einem Aufstand der Maya 
gegen die Kolonialherren; erst angesichts der drohenden Niederlage wandte sich die 
spanisch sprechende Bevlkerung um militrische Hilfe an die Zentralregierung  der Preis 
hierfr war die Aufgabe der Souvernitt. Die Hauptstadt Yucatns war (und ist) Mrida. 
Gegrndet wurde sie im Jahre 1542 auf und mit den Trmmern eines von den Spaniern 
zerstrten Maya-Dorfes. 
Ringsum die neue Stadt sahen die Eroberer alte Tempel der Indianer, was Assoziationen 
hervorrief: Daheim in der spanischen Provinz Estremadura lag die mit rmischen Ruinen 
durchsetzte Stadt Mrida, die so zur Namenspatin fr die Neugrndung wurde. Die Bden 
Yucatns erwiesen sich als tauglich fr den Sisal-Anbau; der Export dieser Faser verschaffte 
Mrida erheblichen Wohlstand, der sich noch heute im Weichbild der 600.000-Einwohner- 
Stadt kenntlich macht. Mrida hat kolonialen Charme, die Stadt wird wegen der weien 
Farbe sowohl ihrer Gebude als auch der traditionellen Tracht ihrer Einwohner Ciudad 
Blanca genannt. Heutzutage ist sie  trotz Sommerschwle und Smog  ein lohnendes 
Reiseziel, nicht zuletzt als Ausgangspunkt fr eine archologische Tour ins Reich der Maya. 
Die Anlage Mridas ist planvoll: Die Straen bilden ein Schachbrett und sind numeriert. Der 
Reisende kann durchaus auf die Mitnahme eines Kompasses verzichten; alle Calles mit 
ungerader Nummer verlaufen von West nach Ost, alle geraden von Nord nach Sd. 
Die Kathedrale der Stadt, stlich der Plaza Major gelegen, ist von ihrer Architektur her nicht 
unbedingt aufregend, birgt in ihrem Inneren jedoch zwei interessante Kunstwerke. ber 
einem Tor ist die Kapitulation des Maya-Herrschers Titul Xi dargestellt; links des 
Hauptaltars, in der Kapelle des Christus der Brandblasen, findet sich eine indianische 
Schnitzerei die seit langem zum Ziel von Wallfahrten geworden ist. Der Mythos sagt, da sie 
aus dem Holz eines Baumes hergestellt sei, der sich selbst entzndet und anschlieend drei 
Tage gebrannt hat, ohne sich zu verzehren. Am Sdende der Plaza Major befindet sich die 
Casa de Montejo, zur Mitte des 16.Jahrhundert als Residenz vom gleichnamigen 
Konquistador erbaut. Schon das uere beeindruckt durch seine architektonischen Details; 
das prachtvoll verzierte Portal allein lohnt das Verweilen und Fotografieren. Im Erdgescho 
befindet sich nun eine Bank, andere Rume jedoch sind, mit  mehr oder weniger  
authentischem Mobilar ausgestattet, zu besichtigen. 
Wenn man die stlich an der Kathedrale vorbeifhrende Calle 58 nach Norden geht, gelangt 
man zum Archologischen Museum - fr alle an der Kunst der Maya Interessierten ein Mu. 
Sdstlich der Plaza Major liegt der Mercado Municipal  auf diesem Markt erfhrt der 
staunende Besucher, was sich alles Schnes aus Sisal herstellen lt, nebenbei hat er noch 
Gelegenheit, sich eine landestypische Hngematte oder ein Trachtenstck als Souvenir 
mitzunehmen. 
Etwa 50 Kilometer sdlich von Mrida liegt die Ruinenstadt Mayapn. Gegrndet um 1.000, 
beherrschte sie fr lange Zeit den Norden Yucatns, zunchst im Dreierverbund mit Chichn 
Itz und Uxmal, in den letzten 200 Jahren ihres Bestehens alleine. Um 1450 fiel Mayapn 
unter dem Ansturm benachbarter Stmme  mit dem Verlust des Machtzentrums endeten 
auch die glorreichen Tage der Maya. Einerseits ist das, was die Archologen seit 1950 ans 
Tageslicht gehoben haben, beeindruckend: Man fand mehr als 3.500 Gebude verteilt ber knapp sieben Quadratkilometer, zu ihrer 
Glanzzeit lebten rund 12.000 Menschen innerhalb der mchtigen Mauern Mayapns. 
Andererseits ist die versunkene Stadt von der Schnheit ihrer Architektur den meisten ihrer 
nheren und ferneren Nachbarinnen deutlich unterlegen. Was dennoch den Besuch 
Mayapns lohnt, ist die romantische Aura des Vergangenen, der ber den einsamen, von 
Touristen selten besuchten, vom Buschwald fast schon wieder berwachsenen Ruinen liegt. 
Dzibilchaltn, 15 Kilometer nrdlich von Merid gelegen, ist eine Ausgrabungssttte 
besonderer Art - immerhin bietet sie ein archologisches Objekt, in dem man baden kann, fr 
hitzegestrete Kultururlauber ein wahres Labsal. Die Ursprnge der Mayastadt reichen sehr 
weit zurck; Spatenforscher vermuten eine Grndung um 1500 v. Chr., gesichert ist eine 
Besiedlung zur Mitte des ersten vorchristlichen Jahrtausends. Zerstrt wurde Dzibilchaltn, 
der Ort der flachen Zeichensteine, durch die spanischen Eroberer. 
Zu ihrer Bltezeit erstreckte sich die Stadt ber rund 50 Quadratkilometer, zhlte mehr als 
8.000 Gebude und beherbergte gut 40.000 Menschen. In Verzckung sind die Archologen 
angesichts des Templo de las Siete Muecas (Tempel der sieben Puppen) gelangt  in 
erster Linie deshalb, weil er, anders als alle anderen Maya-Tempel, quadratisch ist und 
Fenster hat. Ob der Besucher diese Verzckung teilt, bleibt ihm selbst berlassen  gar so 
faszinierend mutet das Gebude eigentlich nicht an. Jedoch gibt es eine Sttte, die sowohl 
Altertumsforscher als auch Reisende erfreut: Die Cenote Xlacah (Alte Stadt). Unter diesem 
Namen kennt man das fast 30 Meter durchmessende und rund 45 Meter tiefe Wasserloch, 
das einst die Stadt mit Trinkbarem versorgte und nebenher eine kultische Opfersttte war. 
Mehr als 30.000 Artefakte konnten bisher von taucherbebrillten Archologen ans Tageslicht 
gehoben werden. Der Reisende nehme dies mit der gebotenen Ehrfurcht zur Kenntnis, 
entledige sich daraufhin seiner Oberbekleidung und wage den Sprung ins erfrischende Na. 
Wieder abgetrocknet, kann er noch der Kapelle, welche die Spanier am Ende des 16. 
Jahrhunderts auf und mit den Trmmern der eroberten Stadt erbauten, einen Besuch 
abstatten, bevor er sich schlielich dem kleinen Museum nhert, in dem er unter anderem 
die sieben Puppen des Tempels bewundern kann. Diese weisen allerlei sichtbare krperliche 
Gebrechen auf, es ist zu vermuten, da sie im Mittelpunkt eines Heilkultes standen. 
Izamal (45.000 Einwohner, knapp 30 Kilometer stlich von Merid) war zu Maya-Zeiten ein 
vielbesuchtes Wallfahrtszentrum, gleich zwlf Kultpyramiden hatte die Stadt aufzuweisen. 
Die christlichen Eroberer verhielten sich gegenber den heidnischen Heiligtmern so, wie 
sich christliche Eroberer immer und berall gegenber heidnischen Heiligtmern verhielten: 
Was zerstrt werden konnte, wurde zerstrt, was zur christlichen Kirche umgebaut werden 
konnte, wurde zur christlichen Kirche umgebaut. 
Das beeindruckende Franziskanerkloster Convento de San Antonio de Padua mit seinem 
riesigen Atrium hat sich sein Baumaterial und sein Fundament von der Popul-Chac-Pyramide 
entlehnt, die Anlage ist eine Besichtigung wert. Zehn andere Pyramiden sind mittlerweile zu 
wenig beeindruckenden Gerllhaufen verkommen, einzig die dem Kinich-Kakm geweihte 
bietet noch einen Abglanz einstiger Herrlichkeit und einen faszinierenden Ausblick auf die 
Stadt. 
Chichn Itz, gut 100 Kilometer stlich von Merid an der Strae nach Cancn gelegen, ist 
die wichtigste Ausgrabungssttte Yucatns und nicht nur das: Chichn Itz ist der Welt so 
wichtig, da es die Unesco zum Kulturerbe der Menschheit erklrt hat. Ursprnglich hatte die 
im 5. Jahrhundert gegrndete Stadt vor allem kultische Bedeutung, erst im 11. Jahrhundert 
gelang es ihr, sich zur politischen Hegemonialmacht aufzuschwingen. Jedoch fand diese 
Herrlichkeit ein frhes Ende, zur Mitte des 13. Jahrhunderts war Chichn Itz schon 
Ruinenstadt, der Kult aber blieb. 
Seit gut 150 Jahren haben sich Archologen verschiedener Herkunft und Ausrichtung der 
mchtigen Ruinen angenommen, jedoch bleibt noch viel zu tun: Drei Viertel der groen Stadt 
harren noch der Entdeckung und Restaurierung. 
Chichn Itz ist berreich an Sehenswrdigkeiten, man tut gut daran, sie nicht unter 
Zeitdruck abzuhaken, sondern sich gerade dem vielsagenden Detail in Mue hinzugeben  
hier kann einen durchaus der alte indianische Geist anwehen. Zentrum der Anlage ist die 
mchtige Pyramide des Kukulkn, auch El Castillo genannt. Zunchst wirkt der 30 Meter 
hohe Bau durch seine schlichte Schnheit, darberhinaus ist er jedoch steingewordene Religion: Die 365 Stufen etwa zhlen das Sonnenjahr, in den neun Terrassen sind die neun 
Himmel gewiesen, in den vier Seiten die Himmelsrichtungen. Die faszinierendste 
Entdeckung jedoch machte vor gut 25 Jahren ein findiger Archologe: Zweimal im Jahr, 
exakt zu den Tag-Nachtgleichen fallen die Schatten der neun Terrassen so auf die 
Nordwestmauer der Treppe, da sich der Eindruck einer von der Tempelspitze 
herabkriechenden Schlange ergibt. Mittlerweile bertrgt das mexikanische Fernsehen am 
21.3. und 21.9. live; an allen anderen Abenden des Jahres wird das Schauspiel vor Ort 
mittels starker Lampen knstlich inszeniert. Etwas nordwestlich der Pyramide liegt, umgeben 
von Tempeln, der Ballspielplatz, der besterhaltene seiner Art in Mittelamerika. Gleichfalls 
eine Sehenswrdigkeit ersten Ranges ist der Templo de los Guerreros (Kriegertempel) 
stlich der Pyramide. Wiewohl die Dcher der Tempelhallen mittlerweile eingestrzt sind, 
bieten die sechzig mit Flachreliefs verzierten Pfeiler der Phantasie noch gengend Stoff. 
Dargestellt sind Krieger und Wrdentrger. Von der Pyramide aus fhrt eine Prozessionsstrae 
vorbei am Grab des Chac-Mool zum Cenote de los Sacrificios. Dieser 60 Meter 
durchmessende und ber 80 Meter tiefe Brunnensee hatte seinen profanen Zweck darin, die 
Stadt mit Wasser zu versorgen. 
Da den Indianern das Wasser jedoch eine gttliche Gabe war, war der Cenote auch 
Kultsttte. Die meisten der mittlerweile geborgenen, aus den edelsten Materialien gefertigten 
Opfergegenstnde sind in US-amerikanische Museen gelangt; die gefundenen Menschenskelette 
sind brigens fast ausschlielich solche von Mnnern. Wenn Ihnen also ein Fhrer 
romantische Mrchen von wunderzauberschnen Jungfrauen erzhlt, so tut er dies wohl des 
klingenden Trinkgelds wegen. 
Es ist nicht ganz leicht zu sagen, wo der Ursprung Cancns liegt. Zwei Mglichkeiten bieten 
sich an: Entweder nimmt man das kleine, kaum 100 Seelen zhlende Fischerdorf, das 
Cancn vor 1970 war  oder aber den Arbeitsspeicher eines frhen Computers. In letzteren 
nmlich warfen die mexikanischen Tourismusexperten vor 30 Jahren die Daten des Landes 
und die Bedrfnisse der Gringo-Touristen. Daraufhin spuckte der Rechner als idealen Ort fr 
die neue holiday boomtown eben jenes obengenannte verschlafene Fischernest aus. Dieser 
Tage bietet Cancn dem Besucher einiges: Eine perfekte touristische Infrastruktur, 
interessante Anschauungsmglichkeiten in Sachen postmoderner Groarchitektur, 
Unterhaltung rund um die Uhr und traumhafte weisandige Strnde. Wer jedoch 
mexikanische Ursprnglichkeit, Ruhe oder gnstige Preise sucht, wird den Trubel Cancns 
bald hinter sich lassen. Das Leben der Retortenstadt tummelt sich auf einer per Damm mit 
dem Festland verbundenen Insel; wenn Sie Glck haben, werden Sie inmitten der vielen 
rosafarbenen Hotels sogar das kleine archologische Museum entdecken. 
Die wenige Kilometer vor Cancn liegende Isla Mujeres steht momentan auf der Kippe: 
Bleibt sie das, was sie lange war, nmlich ein bezauberndes, mit traumhaften Strnden 
ausgestattetes karibisches Inselchen  oder teilt sie in Sachen action und berteuerung 
das Schicksal Cancns? Im Moment sind beide Prinzipien auf dem acht Kilometer langen 
Eiland vertreten. Der Besucher kann sich an einigen Maya-Ruinen freuen und, sofern er 
tauchausgerstet ist, eine faszinierende Unterwasserwelt genieen: Sowohl die Korallenriffe 
als auch so manches versunkene Schiff knnen entdeckt werden. Weniger anzuraten ist es 
jedoch, zu berprfen, ob die Haie in den Hhlen der schlafenden Haie wirklich schlafen. 
Zwar geht man davon aus, da der niedrige Sauerstoffgehalt des Wassers die Tiere mde 
mache, jedoch, wer wei... 
Der rund 500 Quadratkilometer groen, sdlich von Cancn gelegenen Insel Cozumel fehlt 
wenig zum karibischen Traum. Fast alles stimmt  wre da nicht das kleine Badeproblem: 
Wo die Kste steil abfllt, fllt sie steil ab; wo sie feine Sandstrnde hat, herrscht hufig eine 
gar zu heftige Brandung. Fr alle Tauchfreunde jedoch ist Cozumel sptestens seit Jacques 
Cousteaus berhmten Unterwasserexpeditionen ein Begriff. 
Schon zu Maya-Zeiten war die Insel vielbesucht, sie diente als kultisches Zentrum. Die 
archologischen Sttten sind zwar bisher kaum erschlossen, immerhin lt sich so noch die 
Romantik der von dichtem Buschwald berwachsenen Ruinen genieen. 
Interessant und verhltnismig gut zugnglich ist der bei San Gervasio gelegene Ix-chel- 
Tempel; Sie erreichen ihn, indem Sie die an dem an der Westkste gelegenen Hauptort San Miguel de Cozumel beginnende Carretera Transversal in Richtung Inselinneres nehmen und 
dann links abbiegen. 
Wenn man von Cancn die Kstenstrae in sdlicher Richtung fhrt, erreicht man nach 
ungefhr 120 Kilometern die kurz vor Tulum gelegene Lagune Xel-h. Wenn Sie diesen 
Abstecher whrend der Hauptsaison unternehmen, kann es allerdings vorkommen, da Sie 
die Lagune vor lauter Reisebussen nicht sehen. Xelh ist ein uerst beliebtes Ausflugsziel, 
es locken sowohl die exotische Flora und Fauna als auch die zum Teil nur auf dem 
Wasserwege zu erreichenden Kultsttten der Maya. Interessierte knnen sich 
Taucherausrstungen entleihen, allerdings ist diese Vergngung  ebenso wie Speis und 
Trank im Naturpark  nicht gerade billig. 
In Tulum erwartet den Besucher eine Mayasttte, die ihresgleichen nicht hat. Zwar knnen 
sich die erhaltenen Bauten in Sachen Gre und Schnheit nicht mit denen anderer Stdte 
messen  was Tulum jedoch zur Sehenswrdigkeit ersten Ranges erhebt, ist seine 
bezaubernde Lage: Die Ruinen liegen malerisch, vom karibischen Meer und exotischem 
Wald umgeben auf einem Kstenfelsen, allein dieses Panorama lohnt den Ausflug. 
Die Maya stehen nicht gerade im Ruf, eine Seefahrernation gewesen zu sein, deshalb nimmt 
die Anlage einer ummauerten Meeresfeste etwas wunder. Es ist jedoch zu vermuten, da 
Tulum weniger strategischen denn kultischen Zwecken diente. Das Hauptgebude, Castillo 
genannt, weist eine Steinfigur auf, die den niederfahrenden Gott zeigt, dessen Bilder sich 
brigens auch an und in vielen anderen Gebuden der Ruinensttte finden. Auf dem vor 
dem Castillo liegenden Altarstein wurden vermutlich Menschen geopfert. 
Wesentlich interessanter noch als das Castillo ist der etwas westlich landeinwrts von ihm 
gelegene Templo de los Frescos (Tempel der Fresken). Dieses Gebude, das auf die Mitte 
des 15. Jahrhunderts zurckgeht, ist im Inneren mit Stuckreliefs und Fresken geschmckt, 
es ergibt sich so ein uerst phantasieanregendes Bild des indianischen Olymp. 
Es mu ein faszinierendes Erlebnis fr den Archologen sein, wenn er mitten im Dschungel 
pltzlich auf die mchtigen Reste einer lngst untergegangenen und mittlerweile von 
tropischen Pflanzen berwachsenen Stadt stt. Den Ruhm, die alte Mayastadt Cob 
entdeckt zu haben, heimste 1891 der sterreicher Theobert Maler ein. Glcklicherweise 
haben seitdem hier nicht - wie in so mancher anderen Mayastadt  die Restauratoren ganze 
Arbeit geleistet: Cob bietet noch bis zum heutigen Tag viel von dem Buschwaldruinencharme, 
den es zur Zeit seiner Entdeckung gehabt haben mag. 
Etwa 50 Kilometer nordwestlich von Tulum, an der Strae nach Cedral, liegen die Reste 
dieser groen, mchtigen und alten Maya-Stadt. Der Niedergang Cobs setzte bereits lange 
vor Ankunft der Spanier ein, soda es dem schon halb versunkenen Ort erspart blieb, von 
den Europern erobert zu werden. Noch ist nur ein geringer Teil der ber 70 
Quadratkilometer groen Stadt ausgegraben, zudem liegen die Gebudegruppen zum Teil 
erheblich voneinander entfernt  der Reisende sollte sich bei seinem archologischen 
Forschungsgang also durchaus Zeit lassen. Unter den vielen, oft in ihrer Bedeutung noch 
nicht hinlnglich interpretierten Gebuden ragen, schon allein wegen ihrer Gre, die 
Pyramiden der Grupo Cob und der Grupo Nohochmul hervor. Gleichfalls interessant, aber 
fr Nicht-Mayaologen schwer verstndlich sind die Kalendersteine der Grupo Macanxoc. 
Wenn man von Tulum aus die berlandstrae 307 weiter in sdlicher Richtung fhrt, gelangt 
man bald zur Grenze nach Belize. Letzter Stop auf mexikanischer Seite ist die 130.000- 
Einwohner-Stadt Chetumal. 
Zur Zeit der Maya lag hier ein wichtiger Handelshafen, doch auch dieser Tage ist Chetumal 
noch ein kommerzielles Zentrum: Ein Freihafen sorgt fr gnstige Preise, soda sich an 
Wochenenden Heerscharen aus dem teuren Belize in die Einkaufszonen der Stadt bewegen. 
70 Kilometer stlich von Chetumal liegen, umgeben von tropischem Wald, die Maya-Ruinen 
von Kohunlich. Ihre Hauptsehenswrdigkeit ist die Pirmide de los Mascarones (Pyramide 
der Masken). Seinen Namen bekam der Tempel durch die ursprnglich acht, zur Seiten der 
Haupttreppe aufgestellten und rund drei Meter hohen eindrucksvollen Masken, die jedoch 
mittlerweile zum Groteil skrupellosen Kunstrubern zur Beute wurden. 
Etwa 100 Kilometer sdlich von Mrida, erreichbar auf den berlandstraen 261 und 184, 
ballen sich die alten Mayasttten. Uxmal heit zu deutsch die dreimal Erbaute  doch die modernen Archologen sind, wie berall, auch hier schlauer: Man hat mittlerweile gleich fnf 
Bebauungsphasen festgestellt. 
Die erste geht auf das 6. Jahrhundert zurck, jedoch war die Gegend schon zu Beginn des 
1. vorchristlichen Jahrtausends bewohnt. Eine der Hauptsehenswrdigkeiten dieser alten 
Stadt ist die steilwandige, 35 Meter hoch aufragende Pirmide del Adivino (Pyramide des 
Wahrsagers). Nach der Legende soll sie in nur einer Nacht von einem Zwerg und seiner 
Hexengromutter erbaut worden sein; die akademisch geschulten Archologen sprechen 
hingegen von einer rund 300-jhrigen Bauzeit, die erst im 10. Jahrhundert ihren Abschlu 
fand  entscheiden Sie selbst, welche Version Ihnen besser gefllt. Die einst hier 
angebrachte weltberhmte Knigin von Uxmal werden Sie jedoch vergeblich suchen, sie 
befindet sich heute im Museum von Mexico City. Nordwestlich von der Pyramide liegt das 
Cuadrngulo de las Monjas  ein Viereck ist es ohne Zweifel, mit Nonnen jedoch hat es, 
dem Namen zum Trotze, berhaupt nichts zu tun  die Spanier sahen sich bei der Taufe 
wahrscheinlich an einen Klosterhof erinnert. 
Der Tempel, dessen Flgel brigens aus sehr unterschiedlichen Zeiten stammen, trgt eine 
sogar fr mexikanische Verhltnisse fast einzigartige Bauornamentik. berreich an Themen 
und Formen bieten die Reliefarbeiten einen faszinierend-fremdartigen Einblick in die 
kultische Welt der Indianer. Es finden sich Kreuz- wie Mander-Ornamente; Gtter, 
Menschen, Tiere und Pflanzen sowie Kombinationen aus all diesem. Sdlich der Wahrsager- 
Pyramide liegen der Ballspielplatz und der Palacio del Gobernador  auch hier ging den 
Spaniern bei der Namensgebung die Phantasie durch: Ein Palast vielleicht, jedoch 
keinesfalls der eines Gouverneurs. Auch dieser Bau ist berreich an Verzierungen, ein 
stndig wiederkehrendes Thema ist die Gttliche Schlange. Neuerdings wird jedoch 
vermutet, da der Palast eine wesentliche Rolle im Venus-Kult spielte, worauf unter 
anderem die astronomische Ausrichtung des Eingangs weist. 
20 Kilometer sdstlich von Uxmal liegen die Ruinen von Kabah. 
Hauptsehenswrdigkeit ist der Templo de las Mscaras (Tempel der Masken), auch 
Codzpoop genannt. Unter den reichhaltigen Verzierungen stechen besonders die ber einem 
Sims angebrachte Maskenreihen hervor; dargestellt ist immer der Regengott, der sich durch 
eine spiralfrmig eingerollte Nase ausweist - leider sind jedoch die meisten der gttlichen 
Rssel abgebrochen. Was ein falscher Bogen ist, lt sich am Arco de Kabah studieren: 
Eine Konstruktion, die aus lauter waagerecht gefgten, einander leicht berragenden 
Bausteinen einen Bogen erzeugt. Einst diente der Arco den Prozessionszgen als Eingang. 
Die wenige Kilometer sdlich von Kabah gelegene Mayasttte Sayil bietet sich in erster Linie 
fr jene Reisenden an, die Wert auf Vollstndigkeit legen. An Auergewhnlichem hat sie 
wenig aufzuweisen, wiewohl der dreistckige Palast, dessen leicht pyramidenartige Gestalt 
dadurch hervorgerufen wird, da jede Etage etwas kleiner als ihr Unterbau ist, an seiner 
Westseite ein interessantes, durch die Maske des Regengottes dominiertes Fries trgt. 
Etwa 15 Kilometer stlich von Sayil liegt Labn, dessen Name zu deutsch soviel wie 
zerstrte Huser heit  dies deutet darauf hin, da die Stadt zur Sptphase der Mayakultur 
ihre Blte schon hinter sich hatte. Die Hauptsehenswrdigkeit Labns ist sein 
Triumphbogen (Arco), dessen pittoresk-unruhige Struktur ihn jedoch von seinen 
Namensvettern im rmischen Europa deutlich unterscheidet. Auch hier ist das Gewlbe 
falsch; interessant sind die links und rechts des Durchgangs angebrachten stilisierten 
Maya-Htten; die Rckseite weist noch Spuren von Bemalung auf. Vom Arco fhrt eine 
Zeremonialstrae in den nrdlich gelegenen, durch die Mehrphasigkeit seiner Baugeschichte 
etwas uneinheitlich wirkenden Palacio. Das interessanteste Detail des Grobaues ist eine an 
der Sdostecke angebrachte Regengottmaske, deren schlangenartiger Mund einen 
Menschenkopf ausspeit. stlich des Bogens befindet sich noch die 13 Meter hohe Ruine 
eines Pyramidentempels, die nunmehr auf den etwas profanen Namen El Mirador  
Aussichtsturm  hrt. 
Eine faszinierende Kombination aus Naturschnheit und archologischer Sehenswrdigkeit 
bietet die 20 Kilometer nordstlich von Labn nahe Oxcutzcab gelegene Tropfsteinhhle, an 
deren Eingang ein steinerner, bergroer Mayakrieger mit Lanze wacht. Das Innere birgt 
Fresken sowie einen archaisch anmutenden steinernen Kopf. Es gibt Stdte, deren Namen nicht allzu einladend klingen: Ein Ort der Schlange und Zecke 
zum Beispiel knnte sich nicht beklagen, wenn die Touristen ausblieben. Glcklicherweise 
jedoch ist der ungute Ortsname nicht ganz leicht zu erschlieen, man mte das 
mexikanische Campeche zunchst auf die alten Maya-Wrter Ah Kim Pech zurckfhren, 
erst wenn man diese dann zurckbersetzt, entsteht die oben genannte Anti-Werbung. An 
der Stelle der heutigen Stadt unterhielten die Maya einen kleinen Handelshafen, an dem 
1517 der spanische Conquistador Hernndez de Crdoba landete. 
Bald grndeten die Europer auf dem eroberten Terrain eine Nachfolgesiedlung, die binnen 
kurzem zum wichtigsten Hafen der Halbinsel Yucatn wurde. Hafen hie Handel, Handel 
hie Reichtum, Reichtum verhie Beute: Im 17. und 18. Jahrhundert war die wohlhabende 
spanische Kolonialstadt Campeche das Objekt vieler Piratenberflle. Doch die rhrigen und 
findigen Bewohner wuten sich zu wehren  etwa dadurch, da sie ihre Stadt umwehrten: 
Heute fasziniert den Besucher vor allem das trutzige Antlitz des historischen Kerns, dessen 
rund acht Meter hohe und mit acht Bastionen versehene Stadtmauer beredtes Zeugnis 
davon ablegt, welchen Gefahren die Kaufmannsschaft in der guten alten Zeit ausgesetzt 
war. Am besten legen Sie Ihren Spaziergang durch das stimmungsvolle Campeche in die 
Abendstunden; tagsber ist die Stadt schwl und stickig. 
Von allen Bastionen sind die Baluarte de San Carlos im Nordwesten der Stadt (im Innern 
eine Ausstellung zum Festungswesen) sowie die Baluarte del la Soledad (etwas stlich 
davon, im Innern eine Ausstellung zur regionalen Geschichte) die interessantesten. 
Allerdings liegt ohne Frage die Wirkung Campeches weniger in besonders herausragenden 
baulichen Kostbarkeiten, sondern vielmehr in seiner harmonischen Wirkung als Ensemble, 
das bis heute vom Geist der alten Kolonialzeit kndet. 
Etwa 60 Straenkilometer sdstlich von Campeche liegt die Maya-Sttte Edzn  zu 
deutsch das Haus der Gesichter. Namensgebend war ein kleiner Tempel im Sdwesten der 
Anlage (Templo de los Mascarones), in dessen Innern sich Stuckdarstellungen des 
Sonnengottes finden. Die Besiedlung Edzns geht wahrscheinlich auf die Mitte des ersten 
vorchristlichen Jahrtausends zurck. Der beeindruckendste Tempel Edzns ist das 
Gebude der fnf Stockwerke (Pirmide de los Cinco Pisos). 
Die unteren vier Etagen wurden wahrscheinlich von Priestern bewohnt, whrend der 
eigentliche Kultdienst im obersten Stockwerk stattfand. Unter New Age-Jngern und 
Anhngern neo-indianischer Religionen genieen die fnf Stockwerke im wahrsten Sinne 
des Wortes Kultstatus: Nirgendwo, so heit es, werden einem solch tiefe Offenbarungen 
zuteil wie hier. Etwas profaner Ausgerichtete jedoch fhren diese Erleuchtungen darauf 
zurck, da die Meditations-Freunde das steile, hufig in knallender Sonne und drckender 
Schwle liegende Treppenwerk zur Tempelspitze wohl etwas zu hastig genommen haben. 