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Importe dieser von Walther Haage in seinem Kakteenlexikon geführte Artikel hat sich mit dem Zustandekommen des "Washingtoner Artenschutzabkommen" erledigt; ich verzichte daher auf eine Übernahme. Gießen: Die Funktionen der Nahrungsaufnahme und der Stabilisierung des ganzen Pflanzenkörpers sind von der richtigen Wasserversorgung abhängig. Die Wasseraufnahme erfolgt durch Wurzelspitzen und-haare. Letzteres sind Ausstülpungen der Epidermis, die flächenmäßig die Organe zur Wasseraufnahme vervielfältigen. Pflanzen, die diese Organe noch nicht oder nicht mehr haben, dürfen nicht stark gegossen werden, denn sie sind kaum in der Lage, Wasser aufzunehmen. Dagegen ist es besser, wenn die Pflanze von Zeit zu Zeit austrocknet und nicht ständig von gleichmäßiger Nässe umgeben ist. Die jungen, saugfähigen Wurzelspitzen befinden sich fast alle unten im Topf, deshalb sollte man die dürstende Pflanze in ein Gefäß mit Wasser stellen, das sie bei Bedarf aufsaugen kann und nicht von oben gießen, wie es der Einfachheit halber meistens geschieht, und das gewissermaßen dem Regen in der freien Natur entspricht. Auch wenn die Pflanzen nicht im Trieb sind, sollte keine stehende Nässe an den Wurzelhals kommen. Vorsichtige Kakteenfreunde füllen daher rings um den Wurzelhals wertvoller Pflanzen körnigen Kies bis in 1 oder 2cm Tiefe. Hier fließt das Wasser schnell ab, und es kann keine |
Fäulnis entstehen. Das Gießen von oben ist natürlich bei warmem Wetter nicht abzulehnen, zumal es den
unvermeidlichen Staub vom Pflanzenkörper abspült und Ansiedlung und Vermehrung von Schädlingen
verhindert. Anstelle des meist kalkhaltigen Leitungswassers ist Regen- oder Quellwasser vorzuziehen, das
einen Säuregrad von pH 5-6 haben soll. Zu alkalisches Wasser wird mit einem Stückchen saurem Torfmull
das wir ca. 48 Stunden in das Wasser hängen, auf den richtigen pH-Wert gebracht. Wie oft und wieviel
man gießen soll, hängt vom Standort, von Alter und Art der Pflanzen, von der Erdmischung und von der
Topfgröße ab. Im Sommer bei hohen Wärmegraden gießen wir reichlich, aber in der kühlen Jahreszeit ist
es in Zweifelsfällen besser, einmal zu wenig als zuviel zu gießen. Nebeln und Zerstäuben von Wasser soll nicht das Gießen, sondern den fehlenden Tau ersetzen; die Erde darf dabei nur oberflächlich leicht feucht werden. Bei warmer Luft wird mit einem Zerstäuber sauberes, kalkfreies, leicht angewärmtes Wasser in den Luftraum über den Pflanzen gesprüht, wo es wie Tau oder Nebel auf die Pflanzen herabfällt und zum Teil bald in Wasserdampf übergeht. Besonders in gut abschließenden Kästen oder Ausbaufenstern hält sich die so erzielte Luftfeuchtigkeit länger, ist ein Schutz vor Verbrennungen durch sengende Sonnenstrahlen, regt das Wachstum an und verhütet oder bekämpft Schädlingsbefall. |