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Fortsetzung: Bewurzelung Beim Umpflanzen muß der Wurzelstuhl von verkorkten Teilen und abgestorbenen Wurzeln befreit werden. Schnittflächen von Stecklingen sollen zunächst einige Tage an der Luft trocknen und werden dann bei ausreichender Luftfeuchtigkeit und Wärme zwecks schneller Bewurzelung auf eine trockene, lockere Erdmischung gesetzt. Durch Überstülpen eines Konservenglases erzielt man auch im Zimmer die gewünschte Luftfeuchtigkeit. Seit einigen Jahrzehnten wird mit bestem Erfolg von der schnelleren Bewurzelung durch Wachstumsstoffe Gebrauch gemacht. Die frische Schnittfläche des Stecklings wird in pulverisierte oder flüssige Wuchspräparate kurz eingetaucht oder mit wuchsstoffhaltigen Salben bestrichen. Pfropfen oder Veredeln wird zur Erhaltung und Vermehrung seltener oder wurzelempfindlicher Arten angewandt. ein Teilstück der zu pfropfenden Pflanze, meist ein Kopfstück, wird mit einer entsprechend zugeschnittenen, wüchsigen Unterlage unter mäßigem Druck vereinigt, wobei die Leitgefäße (meist in der Mitte der Schnittfläche sichtbar) beider Pflanzen sich berühren sollen, auch wenn dazu ein exzentrischer Sitz notwendig ist. Leitbündel, die sich berühren, wachsen leichter und schneller an. Wenn man einzelne Pflanzenteile oder auch nur Warzen pfropft, müssen die Leitgefäße auf den Leitbündelring der Unterlage treffen. Das Zusammendrücken beider Teile kann durch Umspannen mit straffen Gummibändern/-ringen erfolgen oder durch Auflegen von schwachen Gewichten, eventuell kleinen Steinen. Entsprechend der Größe und Härte der Pflanzen muß das Gewicht gefühlsmäßig richtig dosiert werden. Junge Sämlinge | vertragen naturgemäß nur wenige Gramm Belastung. Einen ganz schwachen, aber ausreichenden
Druck erzielt man mit schmalen, U-förmig gebogenen Pappstreifen, deren angespitzte Enden in die
Erde gesteckt werden. Steht die Unterlage nicht in einem Topf, sondern ist ausgepflanzt, oder sie
ist sehr lang, so können die Gummibänder an in entsprechender Höhe in den Körper der Unterlage
gesteckte Kakteendornen (keine Stecknadeln) befestigt werden. Bei Spaltpfropfungen wird ein Herausquetschen
des von oben her eingeschobenen Edelreises (z.B. Zygocactus) mittels eines durchgesteckten Kakteendornes
vermieden. Er wirkt am haltbarsten, wenn seine Länge den vollen Durchmesser der Unterlage erreicht.
Bei solchen Spaltpfropfungen wird die geköpfte Unterlage in der Mitte 10-18mm tief senkrecht gespalten
und der keilförmig zugeschnittene Pfröpfling von oben eingeschoben. Der günstigste Punkt für den
Schnitt der Unterlage liegt immer etwas unterhalb des beginnenden Jahresneutriebes. Wenn die Unterlage
später an der Schnittfläche oder am Fuße zu sprossen beginnt, müssen wir diese Triebe umgehend entfernen,
damit nicht dem Edelreis zuviel Kraft entzogen wird.![]() |