| Pflanzen, die eigentlich Winterruhe haben sollten, aber durch zu hohe Temperaturen und Feuchtigkeit im Wachsen bleiben, bilden leicht helle, vergeilte Wintertriebe. Um dem vorzubeugen, stellen wir sie kühler und halten sie trocken. Zu starke Belichtung tritt weit seltener auf. Blatt- und Weihnachtskakteen können im Sommer in voller Sonne sich rot braun verfärben und müssen leicht schattiert und luftig-kühl aufgestellt werden. Häufig ist Wassermangel infolge von Wurzelschäden die Ursache für die Verfärbung. Der gesunde rote Neutrieb einiger Kakteen darf damit nicht verwechselt werden. Die Temperaturgrenzen für ein gutes Wachstum liegen zwischen +15ºC und +28ºC, das Minimum für viele Arten bei etwa +8ºC, bei den meisten um etwa +3ºC, bei den wenigen winterharten Arten um -30ºC. Wärme über +35ºC vertragen die meisten Kakteen im Freien recht gut. Der Wärmestau unter Glas kann leicht zu Verfärbungen der Epidermis und zu Schrumpfungen, Abwerfen der Knospen und und bei gleichzeitigem Wassermangel zu einem Welken der Pflanze führen. Sehr hohe Temperaturen über 35ºC unter Glas stoppen oft das Wachstum, werden von den Kakteen jedoch vertragen. Der den heimatlichen Verhältnissen entsprechende Wechsel von Wachstums- und Ruhezeiten ist auch in der Kultur förderlich, um gesundes Wachstum und Blühfreudigkeit der Kakteen zu erzielen. In gemäßigten Breiten wird der Winter wegen ungünstiger Licht- und Wärmeverhältnisse als Ruhezeit mit kühlem und trockenem Stand genutzt. Kakteen mit ausgesprochener Tendenz zum Winterwachstum, bzw. Winterblüher erhalten mäßige Wärme bei hellem Stand, | nötigenfalls mit Zusatzbelichtung. Arten, die eine Sommerruhe brauchen, sollten
während dieser Zeit vorsichtig oder garnicht bewässert werden, um Wurzelschäden zu verhüten. Einige Arten
lieben kurze Wachstumsperioden von 4-6 Wochen im Wechsel mit Trockenzeiten von gleicher bis mehrfacher Dauer.
Das Erkennen solcher Wachstumseigenheiten am jeweiligen Pflegestandort ergibt sich nur aus einer guten und
sorgfältigen Beobachtung der Pflanzen.
Der Wasserbedarf der Kakteen ist wegen verminderter Transpiration niedriger als der der Blattpflanzen. In
Ruhezeitenwird fast kein Wasser aufgenommen. Der Nährstoffbedarf, besonders der an Stickstoff, ist gegenüber
Blattpflanzen infolge des langsameren Wachstums ebenfalls deutlich geringer. Nachts aber brauchen Kakteen
frische Luft, wegen der im Gegensatz zu den Blattpflanzen überwiegend nächtlichen Kohlendioxidaufnahme. Anpassen siehe auch: Akklimatisation der Kakteen durch Übergangsmaßnahmen wird bei krassen Änderungen der Umweltbedingungen erforderlich. So können z.B. in vollem Triebwachstum stehende, reichlich saftführende Pflanzen nicht plötzlich tiefen Temperaturen oder längeren Dunkelperioden unbeschadet ausgesetzt werden. Hierzu ist ein der Ruhezeit mit vermindertem Saftgehalt vorbereitendes Übergangsstadium nötig, in dem die Wassergaben reduziert und schließlich eingestellt werden. An kalten Stand soll durch allmähliches Absenken der Temperaturen angepaßt werden. |