Mammillaria

Untergattung Mammilloydia (BUXBAUM) MORAN
Gentes Herb.8:324.1953

Das entscheidende Merkmal ist der glatte, lackglänzende Samen, auf dem die Zellstrukturen unter einer starken Lupe erkennbar sind. Neuerdings soll ROGOZINSKI eine Mammillaria candida gefunden haben, deren Samen eine warzige Testa haben.

Leitart: Mammillaria candida SCHEIDWEILER

Bull.Acad.Royal Sci.Brux.5:496.1838

1. Mammillaria candida SCHEIDWEILER

Mammillaria candida

Verbreitung von Mammillaria candida
Karte zeigt das Verbreitungsgebiet (a) von Mammillaria candida

Mammillaria sphaerotricha LEMAIRE
Cact.Gen.Nov.Sp.33.1839
Mammillaria sphaerotricha rosea SALM-DYCK
Cact.Hort.Dyck.:85.1850
Mammillaria candida var.rosea (SALM-DYCK) K.SCHUMANN
Gesamtbeschr.Kakt.:525.1898
Neomammillaria ortiz-rubiona BRAVO
An.Inst.Biol.Univ.Mex.2:193,Abb.1 und 2.1931
Mammillaria ortiz-rubiona (BRAVO) WERDERMANN ex BACKEBERG
NeueKakteen:59.1931
Mammilloydia candida (SCHEIDWEILER) F.BUXBAUM
Österr.Bot.Zeitschr.98:65.1970
Mammillaria candida var. caespitosa VOSS
Cact.Succ.J.(US)42(6):280.1970
Mammillaria candida ssp. ortiz-rubiona (BRAVO) KRAINZ
DieKakteen.Lfg.55.1.1973

Scheidweilers Erstbeschreibung:

M. multiplex; globosa tandem cylindricea; vertice depressa axillis sotosis; mammillis cylindricis, subclavatis, obtusissimis, pallide viridibus; aculeis radiantibus supertextis; areolis lanatis, tandem nudis; aculeis exterioribus plurimis setiformibus, centralibus 8- 10- 12 rectis, exterioribus parum validioribus, omnibus albissimis. Species ornatissima. Habitat in rupestribus prope San Luis Potosi.

Typus: wurde nicht hinterlegt
Typstandort: wurde nicht angegeben

Das Vorkommen von Mammillaria candida erstreckt sich über den größten Teil des Staates
San Luis Potosi bis nach Tula und Jaumave in Tamaulipas, die Gegend um Dr. Arroyo in Nuevo Leon bis Monterrey. In Coahuila sind sie noch südlich von Viesca im Grenzgebiet zu Zacatecas zu finden.
In der folgenden Beschreibung sind alle Standortformen berücksichtigt.

Wurzeln strangartig;
Körper gedrückt-kugelig bis kugelig, einzeln, manchmal sprossend, blühfähige Pflanzen 4-8cm hoch, 5-11cm dick;
Scheitel gerundet bis abgeflacht, eingesenkt, mit Wolle und Dornen geschlossen;
Warzen dicht gestellt, von mittelfester Textur, bauchig bis annähernd zylindrisch, 8-13mm lang, 4-6mm dick, die Spitze gerundet, nicht milchend, dunkelgrün;
Axillen mit einigen Haarborsten;
Areolen auf den Warzenenden, nach unten geneigt, eingesenkt, kreisrund etwa 2mm ø, mit krauser weißlicher Wolle, die lange erhalten bleibt;
Randdornen 65-119, 2-12mm lang, in mehreren Serien, die seitlichen am längsten und zahlreichsten, gerade, glatt, verflochten den Körper deckend, weiß;
Mitteldornen 7-16, 1-7mm lang, nadelig, gerade, glatt, gleichmäßig verteilt, vorspreizend, weiß, manchmal oben rot;

Blüten erscheinen April/Mai in Kränzen nahe dem Scheitel, viele öffnen sich gleichzeitig, breittrichterig, etwa 25-30mm lang und breit, bräunlich-rosa bis rosa oder gelb;
Fruchtknoten rundlich bis ovoid, etwa 3mm dick, deutlich abgesetzt, weißlich bis hellgrün;
Röhre kurz, konisch, oft bräunlich-rosa;
äußere Blütenblätter zahlreich, etwas lanzettlich, gezähnt oder bewimpert, bräunlich mit weißem Saum;
innere Blütenblätter zahlreich, meist linearlanzettlich, 12-16mm lang, 2-4mm breit, ganzrandig, mit dorn- artiger Spitze, gelblich bis hellrosa mit mehr oder weniger deutlichem bräunlichem bis rötlichem Mittelstreifen;
Griffel 1-14mm lang, die Staubblätter überragend, rosa bis bräunlich;
Narbenlappen 4-7, 3-4mm lang, gelb bis braunrot oder orange,
Staubfäden über der Nektarkammer 5-7mm ansteigend aus der Röhre entspringend, zusammengebogen, rosa bis gelb;
Staubbeutel gelb;

Früchte reifen 4-6 Monate nach der Blüte, kugelig bis ovoid, zumeist ohne haftenden Blütenrest, etwa 7-14mm lang, 5-10mm dick, fleischig-weich und zerbrechlich, rot;

Samen schwarz, lackartig glänzend, schief-ballonmützenförmig, etwa 1,2mm lang, 1mm breit;
Testa wabenartig strukturiert, Zellengrenzen erkennbar;
Hilum groß, lang und breit, weißlich oder braun, basal.

Mexico (San Luis Potosi); Sie wachsen stets auf Kalk; entweder direkt in Spalten oder Gesteinslöchern in feinem schwarzen Humus oder in stark humoser Erde, die den Kalkfelsen des Untergrundes überlagert.
Häufig findet man sie in Lebensgemeinschaft mit Agaven oder Hechtien, eng mit ihnen verwurzelt und zwischen deren Blättern. Direktsonne erhalten sie zwischen 1 und 4 Stunden, an den meisten Wuchsorten 2-3 Stunden. Es dürfte kaum einen Platz geben, wo sie an sonnigen Tagen mehr als 4 Stunden Sonne erhalten.
Pflege 7
Standortklima:      Temperatur im Jahres-ø      = 21ºC
                                    ø im Dezember/Januar      = 15,5ºC
                                    ø im Mai/Juni                        = 25ºC
Niederschlagsjahresmittel etwa 500mm; Regenzeit ist von Mai bis Oktober.
Feldnummern:
REPP.
369, 376, 380, 388, 705, 1023a, 1028, 1052, 1056, 1077, 1128, 1268,
1272, 1278, 1432f, 1439, 1448, 1477, 1482, 1792, 2066, 2069, 2157

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