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Fortsetzung: Vermehrung der Kakteen Um das zu erreichen, wird der Steckling konisch zugespitzt, besonders die am tiefsten sitzenden Areolen werden durch scharfe Schnitte entfernt. Während des Trocknens der Schnittfläche soll der Steckling nicht auf der Seite liegen, da dies eine unerwünschte seitliche Bewurzelung einleiten könnte. Senkrecht oder schräg in einem Topf oder kleinem Kasten angelehnt, schattig und lufttrocken aufgestellt, vernarbt die Schnittfläche in wenigen Wochen. Natürlich muß die Schnittfläche hohl stehen, damit die Luft sie trocknen kann. Durch Einpudern mit Holzkohlepulver oder noch besser mit Alugramin läßt sich das Austrocknen und fäulnisfreie Verheilen der Wunde beschleunigen. Eintauchen in Wuchshormonlösung oder Einpudern mit diesem Bewurzelungspulver bewirkt schnellere Wurzelbildung. Nach dem vollständigen Abtrocknen werden die Steck- linge flach auf das Bewurzelungssubstrat, das stark san- dig sein soll, in Töpfe oder Schalen gesetzt. Säulen wer- den an beigesteckte kleine Stäbchen gebunden. Gerade während der Wurzelbildung darf der Steckling nicht durch häufiges Berühren hin- und herwackeln. Wenn man über ihn ein Konservenglas stülpt, wird in der "gespannten Luft" die Bewurzelung noch weiter beschleunigt. Erst wenn der Steckling Wurzeln gebildet hat, kann er |
damit Wasser aufnehmen. Man sollte daher die Stecklingserde nicht vorzeitig stark anfeuchten. Blattkakteen-Stecklinge vererben die Eigenschaften und Blütenfarben der Mutterpflanze zuverlässig echt, was bei Sämlingen nicht der Fall ist, da sie als Kreuzungsprodukte stets "aufmendeln". Wenn die Mutterpflanze im Frühjahr oder auch später gut im Trieb ist, schneiden wir von ausgereiften vorjährigen Trieben ca. 12cm lange Zweigstücke als Stecklinge. Die Schnittfläche soll breit, nicht stielrund sein. Beiderseits der holzigen Mittelrippe wird das Stecklingsende durch zwei Schnitte keilförmig zugeschnitten. an den Seiten sollen diese Schnitte dicht unter zwei fast gegenüberliegenden Vegetationspunkten enden; hier können außer an der Mittelrippe später auch Wurzeln entstehen. Nun stellen wir die Stecklinge - nicht zu dicht - in kleine leere Töpfe, wo die Schnittstellen erst einmal gut austrocknen können. Nach 2-3 Wochen, nötigenfalls auch noch später, können die Töpfe mit den Stecklingen an einen schattigen Platz gestellt werden in mäßig feuchte Luft, wo sie auf feuchtem Sand oder Koksgrus stehend in ihren leeren Töpfen schon bald kleine Wurzelspitzen bilden. Man soll nun nicht voreilig eintopfen, weil die ganz jungen Wurzeln noch zu leicht beim Topfen abbrechen könnten. |
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