das Kakteen - Lexikon von A - Z
Fortsetzung: Substrate
Der pH-Wert wird am einfachsten mit Indikatorpapier - Meßbereich zweckmäßig von etwa pH4-7 - kontrolliert. Zum Prüfen eine Erdprobe mit etwa der doppelten Menge gut ausgekochtem Wasser kräftig durchschütteln, absetzen lassen und Indikatorpapier eintauchen. Der Indikator verfärbt sich; an der farbgleichen Vergleichsmarke wird der pH-Wert abgelesen.
Nachfolgend die wichtigsten Erden und Substrate:
Lehmerden können je nach Entstehung schwach sauer bis
basisch, also im letzten Falle sehr kalkreich sein. Brauchbar sind nur die kalkarmen bis mäßig kalkhaltigen Sorten, die als nährstoffhaltiger Anteil zu Erdmischungen verwendet werden.
Komposterde soll vollständig verrottet sein und keinen übermäßigen Kalkanteil enthalten. Wichtiger Nährstofflieferant für Erdmischungen.
Lauberde, völlig verrottet, kann in kleineren Anteilen der normalen Kakteenerde und in größerer Menge dem Substrat für humusliebende Kakteen beigegeben werden. Nährstoffgehalt naturgemäß unterschiedlich.
Torfmull aus faserigem, sauer reagierendem Weißtorf wird in Kombination oder Mischung häufig angewendet, ebenso nicht zu stark zersetzter oder verkalkter Schwarztorf. Er ist als natürliches organisches Abbauprodukt verhältnismäßig beständig, wird kaum von Pilzen angegriffen, speichert reichlich Wasser, liefert jedoch keine Nährstoffe. Verwendet wird Torf z.B. als lockernder, feuchtigkeitshaltender Mischungsanteil in
Erden für humusverträgliche Kakteen als unterste Substratschicht (darüber grobe Erde oder Kies), ebenfalls für geeignete Arten sowie in Mischung mit Sand oder Holzkohle als Substrat zur Stecklingsbewurzelung. Torf enthält Verbindungen mit Wuchsstoffcharakter und fördert dadurch die Wurzelbildung.
TK2, ein Torfkultursubstrat, das für Epiphyten und andere reine Humuswurzler allein, sonst als Beimischung usw. ähnlich dem Torfmull eingesetzt wird.
Schaumpolystyrol (Styropor), ein stabiler, ziemlich druckbeständiger und hydrolysefester Schaumkunststoff in Form geschlossener Kugeln wird zur Gewichtsverminderung und Auflockerung Erdmischungen beigefügt. Es bindet weder Wasser noch Nährstoffe.
Koks verschiedener Sorten wird in kleiner Körnung als Substrat, als Beimischung oder Deckschicht eingesetzt. Zu beachten ist, daß Koks phytotoxische, also pflanzenschädliche Stoffe enthalten kann, die durch längeres Wässern und Lüften entfernt werden müssen. Dies trifft besonders für Steinkohlenkoks zu. Braunkohlenkoks dagegen zeigt mitunter stark alkalische Reaktion und ist in diesem Falle nur nach ausgiebigem Wässern, zuerst mit angesäuertem Wasser, verwendbar. Als alleiniges Substrat oder als dünne Substratdeckschicht wird Koksgrus wegen seiner pilzhemmenden Wirkung zur Aussaat verwendet. Koks wird als auflockernder, feuchtigkeitshaltender Anteil zu Mischsubstraten gegeben.

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