|
Fortsetzung: Pflanzenschutz Quecksilber-Naßbeizen können in Sonderfällen zur Desinfektion eingesetzt werden (in der vorgeschriebenen Dosierung verträglich für Kakteen und Samen), gehören jedoch zur Giftklasse 1! Bakteriosen treten an Kakteen selten, am ehesten noch in der Nachfolge von Pilzinfektionen auf. Für Aussaaten können sie etwas mehr Bedeutung haben. Behandlung mit Hydroxychinolin-Präparaten beugt vor. Captan und Thiuram sind gegen viele Bakterien wirksam. Viruserkrankungen äußern sich z.B. durch Wachstumsabnormitäten, Deformationen, Streifen oder Flecken oder auch auffällige Blütenverfärbungen. So kommen beispielsweise die dekorativ geflammten Blüten der Rembrandtulpen zustande. Diese Virosen sind nicht heilbar. Das Entfernen offenbar veränderter Pflanzenteile hilft nicht. Auch bei Kakteen konnten Viren nachgewiesen werden. Sie können leicht durch den Pflanzensaft übertragen werden, z.B. bei direktem Kontakt der Unterlage mit dem Pfröpfling. Viren treten meistens bei Rhipsalis, Epiphyllum und Schlumbergera auf, wo sie die sogenannte "Mosaikkrankheit" hervorrufen. Es ist ratsam, die befallenen Pflanzen zu vernichten; weiterhin sollen gesunde Pflanzen der erwähnten Gattungen mit Rasierklingenstücken, die nach einmaligem Gebrauch nicht wieder verwendet werden | dürfen, geschnitten werden. Andere Viren erzeugen bei Opuntioideen hexenbesenartige Veränderungen, zusammen mit Mykoplasmen eine Triebsucht, die sich durch extreme Bildung von Seitensprossen äußert. Ein bekanntes Beispiel ist die Opuntia tuna"monstrosa". Werden Triebe dieser Art auf andere Opuntien veredelt, so zeigt die vorher normale Unterlage nach einiger Zeit ebenfalls abnorme Triebsucht. Übertragung der Viren ist bisher nur bei Pfropfungen festgestellt worden, infizierte Pflanzen bilden deshalb keine Gefahr für andere Pflanzen. Die Panaschierung (Buntfärbung) der Sproßglieder von Opuntia vulgaris"variegata" wird nach WEINGART und CHASSIN ebenfalls durch Virusbefall hervorgerufen. Auch das Auftreten gestreifter und geflammter Blüten bei Kakteen (Mediolobivia, Lobivia) als Folge von Virusinfektionen wird diskutiert. Möglicherweise werden auch andere Kakteengattungen von Viren befallen, die jedoch keine besonderen Schädigungen erleiden. Viren sind Krankheitserreger von submikroskopischer Kleinheit und können sich nur in lebenden Zellen vermehren. Mykoseplasmen kommen ebenfalls als Erreger ähnlicher Krankheitsbilder in Betracht. Sie werden genauso durch Direktkontakt übertragen. Mittel zur Bekämpfung sind bisher nicht bekannt. Befallene Pflanzen sollten vernichtet werden. |
|
Weiter |
|
Zurück |