das Kakteen - Lexikon von A - Z

Fortsetzung: Heimat der Kakteen
Schöne Kakteen gibt es auch in der Gegend des Colorado-Plateaus, dem über 2000m mittlerer Höhe erreichenden Tafel- und Stufenland mit dem Grand Canyon des Colorado-River. Im Süden Texas finden wir vielfach die gleichen Arten, die auch jenseits des Rio Grande del Norte in Mexico vorkommen. Hier nun beginnt das Hauptverbreitungsgebiet der Cactaceae. Der riesige mexicanische Gebirgsstock ist eine Hochfläche, die sich auf einer Länge von 1000 km sanft von 2200m mittlerer Höhe im Süden auf 1100m im Norden zum Rio Grande senkt. Sie ist im Westen von der 3200m hohen Sierra Nayarit und im Süden von zahlreichen hohen Vulkanen begrenzt. Der Pic de Orizaba erreicht 5580m Höhe. Südlicher breitet sich ein wild zerklüftetes Plateau mit verschiedenen Gipfeln bis 3400m Höhe aus. Im Osten fällt das mexicanische Hochplateau steil zur Küstenebene ab, die stellenweise weniger als 100 km breit ist. In Mexico wachsen Pereskioideae, Opuntioideae und Cereoideae des Tribus Hylocereae und Cereeae mit ihren zahlreichen Sippen einschließlich Astrophytum , Echinocactus , Ferocactus , Hamatocactus , Echinofossulocactus , Echinomastus , Thelocactus , Strombocactus , Turbinicarpus , Leuchtenbergia , Homalocephala , Ancistrocactus , Epithelantha , Gymnocactus , Lophophora und Aztekium . Hinzu kommen die etwa 400 Mammillaria -Arten einschließlich der Coryphanthae, Neolloydia , Escobaria , Neobesseya , Dolichothele , Ariocarpus und viele mehr. Eine besondere Stellung im Pflanzenreich nimmt, im Westen Mexicos gelegen, das Gebiet beiderseits des Golf von Kalifornien ein, von Pflanzengeographen kurz das sonorische Reich genannt. Das Kakteenvorkommen weicht hier von den angrenzenden Gebieten ab. Für unsere Sammlung sind insbesondere die aus diesem Gebiet stammenden etwas säulenförmigen und ziemlich groß blühenden Mammillarien von Bedeutung. Außerdem weist gerade die langgestreckte Halbinsel Niederkalifornien noch eine Vielzahl besonders interessanter Vertreter anderer Kakteengattungen auf.
Ganz im Süden des Golf von Mexico, beim Isthmus von Tehuantepec, ist das Festland nur bis 300m hoch und die Entfernung von Küste zu Küste beträgt kaum 230 km. Auch auf der Halbinsel
Yucatan, einer flachen Kalktafel mit 2 Kettengebirgen, beträgt die höchste Erhebung gerade einmal 450 Meter. Begreiflich, daß hier im tropisch feuchtheißen Klima des Flachlandes die Kakteenvegetation eine wesentlich andere ist als auf der Hochebene. Es gibt hier noch Mammillarien einer ganz bestimmten, kurzblütigen Sippe. Weiter südöstlich in den verschiedenen mittelamerikanischen Staaten (Guatemala, Honduras, San Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Panama) nimmt die Zahl der bodenbewohnenden Kakteen zugunsten der epiphytisch wachsenden ab. Wesentlich wachstumsbestimmend sind hier die größere Niederschlagsmenge, Luftfeuchtigkeit und die hohen Wärmegrade, ähnlich wie auf den westindischen Inseln. Überwiegend verbreitet sind Opuntiodeae, Pereskioideae und Cereoideae, darunter Melocactus, Mammillaria, Epiphyllum, Disocactus, Hylocereus, Rhipsalis und Nopalea. An dieser Stelle möcht ich den Exkurs über die Heimat der Kakteen beenden. Es gibt natürlich noch sehr vieles über die weiteren Gebiete Amerikas zu erzählen. Das jedoch möchte ich einem Lexikon über die Kakteen Mittel- und Südamerikas vorbehalten.

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