Blütenbildung bei Kakteen: Sie erfolgt in einem artspezifischen Entwicklungsstadium.
Manche kleine Arten können im zweiten Lebensjahr zur Blühreife kommen, große
cereoide Arten oft erst nach jahrzehnten. Nach Erreichen der Blühfähigkeit wird die B.
durch Umweltfaktoren beträchtlich beeinflußt. Temperatur, Belichtungsintensität
und -dauer, Bodenfeuchtigkeit und -beschaffenheit, sowie Nährstoffangebot können,
z.T. in Koppelung, die Anlage und weitere Ausbildung der Blütenknospen
beeinflussen. Die Erkenntnisse auf diesem Gebiet sind bis jetzt noch sehr unvollständig.
Bekannt ist, daß viele, jedoch nicht alle Arten auf stärkeres Antreiben des
Körperwachstums durch Wassergaben und Düngung mit nur spärlicher oder ausbleibender
Blütenbildung reagieren, z.T. mit Umbildung von Blütenknospen in vegetative
Sprosse. Steigerung von Phosphor gegenüber Stickstoff im Nährstoffverhältnis trägt zur
Förderung der Blütenbildung bei. Winterstand mit zeitweiligen Frosttemperaturen
zum Anregen der B. verschiedener Gebirgsarten wurde von einigen Autoren als
notwendig erachtet, von anderen dagegen nicht. Belichtungsverhältnisse waren hier vermutlich mit
| entscheidend. Die Lichteinwirkung ist für die Ausbildung der
Blütenknospen wahrscheinlich bei allen Kakteen von (überragender) Bedeutung. Ein
Gesamtüberblick dazu steht noch aus. Allgemeine Tatsachen gelten auch hier. So
fördert z.B. Licht mit stärkerem Rotanteil das Erblühen bereits angelegter Knospen.
Im Winter können also steckenbleibende Knospen durch Beleuchten mit Glühlampen zum
Aufblühen gebracht werden. Über den Einfluß der Tageslänge auf die B.
(Photoperiodismus) bei Kakteen liegen Ergebnisse von Einzeluntersuchungen vor; z.B wirkt sich
für die B. bei Mammillaria zeilmannianaeine Kurztagsperiode von ca. 70 Tagen bei
niedrigen Temperaturen (+8º bis +13ºC) günstig aus, der zur optimalen
Blütenentwicklung Langtage mit Temperaturen um +20ºC folgen (Kurztage mit 8-10 und Langtage
mit 14-16 Lichtstunden, die Regulierung wird durch Abdunkeln oder
Zusatzbeleuchtung erzielt). Ähnlich dürften auch andere Arten reagieren. Hinweise werden sich
aus der Beobachtung des Wuchs- und Blühverhaltens der Pflanzen unter
Berücksichtigung der Umweltbedingungen ergeben.
Blütenstaub: siehe unter Pollen |