Selbstbestäubung: Bestäubung der Blüte mit ihrem eigenen Pollen, bzw. mit Pollen einer anderen Blüte
derselben Pflanze.
Bei den meisten Kakteen bleibt dabei die erwünschte Ausbildung von Früchten mit
keimfähigen Samen aus, d.h. die Pflanzen sind selbststeril.
Echinocactus grusonii.
Bei Arten der Gattung Fraileaöffnen sich die Knospen häufig garnicht,
Bestäubung und Befruchtung finden
in der geschlossenen Blüte statt. Man bezeichnet diesen Vorgang als Kleistogamie.
Besonderes Interesse verdient die Beobachtung tschechischer Kakteenfreunde, wonach bei
Astrophytum Selbstfertilität durch Bestäubung mit Pollen von Angehörigen anderer Gattungen
"katalysiert" werden kann. So konnte bei Astrophytum capricorne durch Pollen von Obregonia denegrii bzw. Frailea gracillima, sowie bei Astrophytum myriostigma durch Pollen von
Hamatocactus setispinus Selbstfertilität ausgelöst werden. Bei der Kreuzung zwischen
Astrophytum myriostigma mit (wie auch umgekehrt) kommt es ebenfalls zur
Selbstfertilität, d.h. die Nachkommen sind keine Hybriden, sondern gehören in jedem Fall der Art
an, die mit den Pollen des anderen Partners bestäubt wurde. Nach Beseitigung der eigenen
Staubgefäße ist mit dem fremden Pollen keine Bestäubung zu erzielen. Bekannt ist ebenfalls, daß
Blüten des als Unterlage begehrten Eriocereus jusbertii nicht mit Pollen von Pflanzen derselben
Art, dafür aber mit denen von Echinopsis oder Pseudolobivia keimfähige Samen ansetzen,
aus denen sich wieder normale E. jusbertii-Sämlinge entwickeln. Eine weitere, eingehende
Untersuchung dieser besonderen Verhältnisse scheint wünschenswert.