Abraham HaranÄer Information. (Personae list) (SurNames index)


@database Abraham
@master Stammbaum:Sprößling/Bibel/PN37.Biblisch
@$VER: Abraham-PN37.guide 1.0 (20.10.1998)
@author "Ronald Schmiers 1998"
@(c) "Ronald Schmiers 1998"
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@remark Created with Heddley v1.20ß © Edd Dumbill 1994-5

@node "Main" "PN37- Abraham"
@next "Main"

   @{u}Abram = @{b}Abraham@{ub}@{uu}

Abraham ist der erste und bedeutsamste der Patriarchen. Die Geschichtlichkeit
seiner Person wird heute kaum noch bestritten, doch wissen wir derart wenig
historisch zuverlässiges über ihn, daß sich kein zusammenhängendes Bild
zeichnen läßt. Da man nach Gen 14 Abraham in Kontakt mit kanaanitischen
Kleinkönigen sieht und im älteren Textmaterial Parallelen zu dem von König -->
@{"Hammurabi" link "DieBibel:Lexikon.guide/Hamurabi" 0} (1728-1686 v.Chr.) gesammelten Gesetzkodex vermutet, meint man, er
habe um jene Zeit gelebt. Andere gehen weiter und sehen ihn anläßlich einer
Nomadenwelle aus der Wüste zwischen 2000 und 1700 v.Chr. in Kanaan ankommen.


Was berichtet nun die Bibel über seine Person? Er stammt entweder aus Haran
(@{"Gen 12.4" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.12.1." 10}) oder aus Ur, dem südlichen Ausläufer der mesopotamischen Tiefebene
(@{"Gen 11.31" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.11.10." 25}). Er stammt aus einem polytheistischen Clan (@{"Jos 24.2.14" link "DieBibel:AT/JOSUA.guide/Jos_24" 0}). Nach
@{"Gen 12.4ff" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.12.1." 0} zieht er mit einer an Zahl nicht allzu großen "Großfamilie" aus. Er
kommt nach Kanaan und muß sich teils kämpferisch durchsetzen (@{"Gen 14.14-20" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.14." 23}),
teils wird er auf friedliche weise seßhaft. (vgl. den Grundkauf bei Machpela,
Gen 23.1-15, besonders @{b}V13@{ub}" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.23." 0}, besonders V13). Die genealogisch konstruierten Verhältnisse
lassen ihn auch völkisch zu einer Zentralfigur werden. In @{"Gen 14.13" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.14." 20} wird er
@{b}Häbräer @{ub} genannt, womit er zur Gruppe der --> Habiru zu rechnen ist. Durch
seinen Bruder Nachor (Nahor 2 = @{"IRN83" link "Genealogien:BiblischAG/BiblischP83.guide/main" 0}) ist er Onkel der Ahnherren der Aramäer
(@{"Gen 22.2ff" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.22." 0}); durch Ismael, dem Sohn seiner ägyptischen Magd Hagar, ist er
Ahnherr der Ismaeliter (@{"Gen 21.15ff" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.21.8." 15};@{" 25.12.18" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.25.12." 0}),
 ein äußerst kämpferischer Nomadenstamm. Durch seine Frau -->Ketura ist er mit
einer Reihe ost- und südsemitischer Volksgruppen verbunden (@{"Gen25.1-4" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.25." 0}). In
Kanaan sind besonders Sichem, Bet-El, Beerscheba und vor allem Hebron seine
Aufenthaltsorte. Nach @{"Gen 25.1-11" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.25." 0} ist Abraham im Alter von 175 Jahren
gestorben.


@{fg shadow}Abraham ist mehr als nur eine geschichtlich nachweisbare Person.@{fg text} Er ist
zugleich eine typische Vorbildung des von Gott geführten Volkes. In ihm sah
sich Israel so verwirklicht, wie Gott es wollte. Er verehrte seinen Gott, den
auch seine Sippe übernahm. Die heute in der Bibel über Abraham berichteten
Ereignisse sind ein Sammelbecken verschiedener Traditionsstränge, lokal
gebundener Kultsagen, wie auch religiös-theologischer Belehrung. So ist es
unmöglich, in aller Kürze ein umfassendes Bild zu geben. Doch seien folgende
Gedanken hervorgehoben: nach der Sammlung der Tradition im 10. Jh. v. chr. ist
Abraham ein (Halb-)Nomade, der sich auf Gottes Ruf hin aufmacht, diesem seinen
Gott zu folgen. Ihm, der das verwandte Volk verlassen muß, seine Weideflächen
und seine Familie, wird zugesagt, daß er alles neuerlich erhalte. Und Israel
hat, wie die Davidsche Geschichte zeigt, in ihm Erfolg. Jahrhunderte später
(um 750 v.Chr.) ist Abraham der Typ des duldsamen Jahweverehrers, der Gottes
Plan nicht in Frage stellt. In der Zeit, da das Nordreich daran war unter zu
gehen, ist er der Typ des Gläubigen, der ohne zu fragen, den Befehl Gottes
ausführt.  Gott hat durch ein Wunder für ein Kind (Isaak) gesorgt, jetzt
fordert er es in der opferung Isaaks zurück. Abraham begehrt weder aufgrund
verletzter Vaterliebe dagegen auf, noch hält er Gott vor, er blamiere sich ja
selbst, wenn er seinen Verheißungsträger töten läßt (@{"Gen 22.1-14.19" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.22." 0}). Wiederum
lange Zeit später (im Exil zw. 586 und 538 v. Chr.) ist Abraham der Typ des
Menschen, der nicht daran glauben kann, daß Gott in der aussichtslosen Lage
eine Wende herbeiführen könne. Er verehrt zwar Gott mit äußerlichen
Gebetsgestus; aber im Exil ist es einfach lächerlich, davon zu sprechen, daß
"Könige der Völker" der unfruchtbaren Sara entstammen würden. (@{"Gen 17.16ff" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.17." 16})
Typisch menschlich will er den Gottesplan korrigieren, muß sich aber
zurechtweisen lassen, daß Gott - wenn es Abraham auch noch nicht einsieht -
durch ihn sein Volk begründen möchte (@{"Gen 17.19" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.17." 30}). Gott bietet Abraham einen
Bund an, dessen Zeichen die Beschneidung sein soll (@{"Gen 17.1-13" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.17." 0}). Aber auch
nach dem Exil ist Abraham ein Symbol für den zweifelnden Israeliten, zugleich
Anlaß für eine theologische Vertiefung des Gottesbildes: "Du (Gott) bist doch
unser Vater; denn Abraham weiß nichts von uns, Israel will uns nicht kennen,
Du Herr, bist unser Vater, Unser Erlöser von jeher wirst Du genannt"
(J@{"es 63.16)" link "DieBibel:AT/Jesaja.guide/Jes_63.16." 0}.


Abraham stellt eine zentrale Figur des biblischen Glaubens dar, und viele
wertvolle Züge werden mit ihm verbunden: er sit ein Freund Gottes (J@{"es 41.8;" link "DieBibel:AT/Jesaja.guide/Jes_41.8." 0}
D@{"an 3.35;" link "DieBibel:AT/Daniel.guide/Dan_4" 0} J@{"ak 2.23)" link "DieBibel:NT/Jakobus.guide/Jak_2.23." 0}, sein Diener und zugleich wichtigster Gewährsmann
 (E@{"x 32.13;" link "DieBibel:AT/Mose2.guide/Mo_2.32.13." 0} P@{"s 105.6.42)" link "DieBibel:AT/Psalmen.guide/Ps_105.6.42." 0} ; er ist ein unerschütterliches Symbol für den
Glauben: "Abraham glaubte dem Herrn, und der Herr rechnete es ihm als
Gerechtigkeit an" (G@{"en 15.6;" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.15." 10} vgl. M@{"akk 2.52)" link "DieBibel:AT/Makkabäer2.guide/Mak_2.52." 0}. Besonders Paulus pocht auf
diesen "Glauben". Da von Glauben Abrahams zu einer Zeit die Rede ist, da die
Gesetzestexte noch nicht aufgeschrieben sind, leitet Paulus ab, daß der Glaube
wichtiger sei als Werke des Gesetzes. (G@{"al 3.6-9;" link "DieBibel:NT/Galater.guide/Gal_3." 10} @{"Röm 4.3-6)" link "DieBibel:NT/Römer.guide/Röm_4." 0}. Abraham ist auch
Fürsprecher bei Jahwe, setzt er sich doch sogar für eine heidnische stadt ein
(G@{"en 18.22-33)" link "DieBibel:AT/Mose1.guide/Mo_1.18.16." 10}
@endnode