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CeBIT96 - Meine Mitarbeit auf den Amiga-Stand

(C) Rudi Brand

Ich hatte die Gelegenheit auf der CeBIT'96 am Stand vom Amiga Technology mitzuarbeiten und berichte hier nun über meine persönlichen Eindrücke von AT auf der CeBIT.

Nachdem AT über Videotext bei VIVA, einer Anzeige in der AMIGA Plus und einer Mail in den Newsgroups Mitarbeiter für die CeBit suchte, habe ich direkt auf die Mail reagiert und mich mit Lebenslauf und Paßbild bei AT in Bensheim beworben. Nach "langer" Wartezeit bekam ich in der Woche vor der CeBit Bescheid, daß ich mitarbeiten darf. Nachdem die "Kleiderordnung" geklärt war reiste ich einen Tag vor Messebeginn in Hannover an. Dort traf sich die "externe" Mitarbeiter-Crew dann das erste mal. Alles Leute so wie ich... Es war ein buntgemischter Haufen mit vielen interessanten Leuten. Uns wurden dann die wichtigsten Neuigkeiten von und über AT und den AMIGA in einem Einführungsgespräch mitgeteilt. Jeder bekam ein Messe-FAQ was uns bei Fragen weiterhelfen sollte. Das war schon eine Erleichterung. Die Vorbereitung von seitens AT war in dieser Richtung sehr gut. Dann wurden die Leute an die einzelnen Amigas verteilt. Da ich mich mit der Standard-Anwendungssoftware gut auskenne und das Gegenstück auf DOS-Seite auch gut kenne durfte ich das Magic-Paket an einem 1200er vorführen und Rede & Antwort dazu stehen.

Dann war es endlich soweit. Mit leicht wackligen Knieen (es war doch eine gewisse Unsicherheit vorhanden) ging es zum ersten Messetag. Alle taten sich schwer, die Amigas zwischen den DOSen zu zeigen. Daran konnte leider auch AT nichts ändern. Das war alles eine Sache von ESCOM. Da merkte man doch gleich, daß der Amiga nur ein Stiefkind von Escom ist. Die Führung von AT hat es da sehr schwer sich zu behaupten. Deshalb verstehe ich auch die Äußerungen gegen AT nicht, wenn der große "Vater" drübersteht und doch "mitlenkt"...

Viele der Besucher freuten sich, daß der AMIGA wieder auferstanden - O-Ton eines PClers - ist. Wir bekamen von den Insidern und Freaks viel Prügel, was die "kleinen" Maschinen sollen. Dazu kann ich nur eins sagen: AT kann nicht für ein paar Leutchen super Boards und Erweiterungen bzw. Supermaschinen mit riesiger Performance zu riesigen Preisen entwickeln. Es muß erst mal wieder eine Basis geschaffen werden und dann ist auch wieder Raum für die "Superuser" da! Das ist übrigens nicht nur meine Meinung, sondern die von allen die mal ins AT-Leben reinriechen durften! Ich könnte auch ein neuse Prozessorboard brauchen, aber mir ist dieser Weg jetzt auch lieber - zuerst mal die Zukunft sichern!!! Und die Aussicht auf das PPC-Board bzw. den PPC-Amiga für Anfang nächsten Jahres läßt mich hoffen und warten. Meine 60er Pläne sind somit hinfällig.

Nun wieder zur Messe: Der Samstag war die AMIGA-Tag. Was da von den Fans veranstaltet wurde bringt mir jetzt noch eine Gänsehaut. Da mußte selbst Escom einsehen: DER AMIGA LEBT!!!

Der Amiga-Walker: Ich verstehe nicht, daß sich jeder ueber das Äußere aufregt und die inneren Werte vergißt. Auch beim Gehäuse gab es 2 Lager! Für die einen war es ein Stabsauger oder ein Dackel, für die anderen ein gelungener Versuch die einheitlichen DOSen schon im Design zu schlagen.

Bei den Innereien such man den Weg zum Standard und will weg von den teueren Custom-Chips. Was ich in der heutigen Zeit auch für sehr wichtig halte, um konkurrenzfähig zu werden/bleiben. Das Board läßt noch viele kleine Erweiterungen zu. Ich habe mit dem Board-Entwickler zusammengewohnt und wir haben uns sehr oft über seine Arbeit unterhalten. Für mich kann die Amigazukunft nur über diesen Weg bestehen...

Ich habe bei dieser Messe gelernt, AT besser zu verstehen und werde mich bemühen, einen solchen Job nochmals zu bekommen. Diese Erfahrungen und Beziehungen waren fuer mich eine Traumerfüllung. Oder wer hat mit Finkel, Haynie und weiteren Größen schon mal ein Bier getrunken?

Zum guten Schluß möchte ich mit bei allen Mitarbeitern von AT für die gute Zusammenarbeit und für die schöne Woche bedanken und wünsche dem Amiga alles Gute fuer die Zukunft. Mögen die großen Schreihälse und Besserwisser der "Fangemeinde" etwas zurückschrauben und AT eine Chance für die Zukunft geben. In diese Situation sind sie von Commodore gekommen und müßen da wieder alleine raus!

Gruß Rudi Brand
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