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(C) Power-Brei
Zur Erstellung des vorigen Artikels hatten wir jeweils an Petro Tyschtschenko(Amiga Int.), Markus Nerding(Haage&Partner) und Olaf Barthel eine Fülle von Fragen verschickt. Intention war insbesonders mehr zur Geschichte von AmigaOS 3.5 zu erfahren, mit der Möglichkeit diese Fragen aber eventuell auch als Interview zu veröffentlichen. Da die Antworten sehr ausführlich waren und sich gut ergänzen sind sie hier als Zusammenstellung veröffentlicht.
Petro Tyschtschenko: Die Pläne zum OS 3.5 stammen eigentlich schon aus der Zeit als ich noch Geschäftsführer bei AMIGA Technologies GmbH im Jahre 1995 war. Ich habe damals mit Stephan Ossowski von Schatztruhe darüber diskutiert und wollte ihn als Projektleiter einsetzen. Dann gab es erste Diskussionen zwischen H&P und mir im Sommer 1997. Nachdem AMIGA Inc. als offizielle Entwicklungsabteilung eingesetzt wurde, habe ich dann auf meine Kollegen in USA gebaut... und gewartet und gewartet.
Im Februar'99, als ich offiziell zum erstenmal mit Jim Collas darüber gesprochen habe, wurde mir offiziell von ihm das Projekt OS 3.5 übertragen und ich bin wirklich sehr sehr froh, daß ich dieses dann so schnell mit der Hilfe von Haage & Partner realisieren konnte. Die Verträge sind unterschrieben. Jürgen Haage sei Dank für Ihren tollen Einsatz und Ihre Kooperation.
PT: In meiner Rede im März 1998 auf der AMIGA Show in St. Louis habe ich das Thema OS 3.5 behandelt und auf Jeff Schindlers Aktivitäten gesetzt.
Olaf Barthel: Das ist auch sehr lange her. Ich erinnere mich, daß sich Petro recht zügig nach der Übernahme durch (damals noch) Gateway 2000 zu einem OS 3.5 Update geäußert hat. Sogar noch bevor Darreck sein Statement abgegeben hat. Ein Datum habe ich allerdings nicht parat.
PT: Haage und Partner hatte seit Sommer 1997 immer sehr engen Kontakt mit mir, da es mir wirklich sehr am Herzen liegt und lag dieses Projekt voranzutreiben. Ich konnte Jürgen Haage davon überzeugen im geheimen und auf sein Risiko am OS 3.5 weiterzuarbeiten, um keine Zeit zu verlieren und ich versprach Jürgen immer hinter ihm zu stehen. Jürgen hat das getan und dafür möchte ich mich bei ihm recht herzlich bedanken.
Es gab Zeiten, da habe ich von Jeff Schindler erfahren müssen, daß er das OS 3.5 nicht mehr vorantreiben will... dank Fleecy Moss, der mich in meinen Bestrebungen immer unterstützt hatte, hat Jeff dann doch noch umgeschwenkt.
PT: Darüber war ich leider nie informiert, aber ich glaube es muß so im August 1997 gewesen sein, das war nämlich der Zeitpunkt, wo wir uns alle in Sioux City zum erstenmal getroffen hatten. Siehe dazu auch unser Tagebuch auf der Webseite www.amiga.de.
OB: Das geschah Mitte Dezember 1997 bis März 1998.
PT: Es war zunächst ein Vorschlag zu dem Project für AMIGA Inc. - der Entwicklungsabteilung.
OB: Das geschah im Auftrag von Amiga, Inc.
PT: Diese Veröffentlichung war wirklich nicht in meinem Sinne. Man hat jedoch kurz nach der Veröffentlichung gemerkt wie falsch das alles war... und eine Kurskorrektur durchgeführt, was ja eigentlich als positiv zu werten ist. Aber, das ist doch Vergangenheit... die Zukunft ist wichtig... die Zukunft ist entscheidend...
OB: Massive Lobbyarbeit durch Team Amiga und Fleecy Moss.
OB: Alle Planungen, die danach kamen, berufen sich auf diese Grundlage.
PT: Das ist korrekt. Man konnte sich nicht einigen...
OB: Davon weiß ich nichts.
PT: Wie schon gesagt, Jürgen Haage startete nach unserem Gespräch im Sommer 1997.
PT: Dazu kann ich nichts sagen, ich weiß nicht was damals gelaufen ist.
OB: Den muß es gegeben haben, ich kenne ihn aber nicht.
PT: Ich habe das so organisiert, daß H&P unsere einziger Vertragspartner ist und mit anderen Subunternehmern selbst seine Verträge abschließen und verhandeln muß.
OB: Das würde ich auch gerne wissen.
PT: Es wurde immer daran gearbeitet, sonst könnten wir es doch nicht so schnell vorstellen.
OB: Wenn Du so willst, ist kontinuierlich an OS 3.5 gearbeitet worden. Jeder der Beteiligten hat (manchmal auch im stillen Kämmerlein) an seinen Beiträgen weitergearbeitet.
PT: Wir haben alles mögliche getan und es wird, das werde ich vorantreiben, sicher noch weiter Upgrades basierend auf dem OS 3.5 geben, so daß wir ständig Verbesserungen bringen werden... Der Anfang ist entscheidend, jetzt ist der Anfang gemacht... wir können weiter darauf aufbauen.
PT: H&P führt Gespräche... Es wird alles weiter verfeinert...
Markus Nerding: Für zwei neue Bestandteile des Updates gibt es zur Zeit noch mehrere Alternativen. Genaue Details erfahren Sie in Kürze über die Amiga.de Homepage.
MN: Es wird eine, dann für die OS3.5 Spezifikationen angepasste Version eines bestehenden Browsers verwendet. In diesem Fall muß auf das Know How bestehender Entwicklungen zurückgegriffen werden, sonst würde das Projekt unnötig verzögert werden.
MN:Es wird ein einfacher HTML-Browser sein, der primär für den Einsatz zur Anzeige der Dokumentation genutzt werden soll.
MN:Ganz so umfangreich, wie die dazu nötigen Veränderungen werden nicht vorgenommen, es sind allerdings einige Dinge, die die Workbench beschleunigen und das Handling einfacher machen.
MN: Nein.
OB: Ich habe ihn noch einmal angeschrieben und gebeten, seine Entscheidung zu überdenken. Glücklicherweise hat er sich umentschieden :)
MN: Am BOOPSI System selbst kann nichts verändert werden. OS 3.5 enthält ein komplettes Set von BOOPSI Gadgets inklusive eines Layouters.
Die BOOPSI Klassen basieren alle auf ClassAct wurden aber allesamt weiterentwickelt.
MN: Das Ressourcen-System von StormWIZARD war sicher ein Vorbild für das neue System. Das ist allerdings alles, was von StormWIZARD übrig geblieben ist. Der Editor selbst ist auf das sehr flexible BOOPSI-Konzept angepaßt und komplett neu entwickelt und ebenso flexibel erweiterbar.
MN: Dazu ist noch keine Entscheidung getroffen worden.
OB: Ehrensache.
OB: Ich hoffe es zumindest, es würde sowohl sinnvoll als auch machbar sein.
OB: Ha!
MN: Sie haben es erfaßt.
OB: Da warte ich auch noch auf weitere Informationen.
MN: Dazu ist noch nicht die letzte Entscheidung getroffen, wird aber in Kürze auf der Amiga.de Homepage detailliert veröffentlicht.
OB: Teilweise sind das wohl Überreste der ursprünglichen Systemanforderung, aber teilweise sind die Ansprüche, die dieses Update stellen wird, nicht mit einem nackten Rechner zu erfüllen. Außerdem soll das Update ja der technischen Entwicklung seit 1992 Rechnung tragen. Und das bedeutet zum Beispiel, daß der animation.datatype nicht mehr den Rechner zum Absturz bringen darf, wenn er auf einer RTG-Workbench eine Animation abspielen soll.
OB: Dazu müßte erst einmal feststehen, wie der weitere Pfad für die zukünftige Weiterentwicklung des 68k-Betriebssystems aussehen soll. Soweit ich weiß, gibt es Grund zur Hoffnung, aber leider noch keine commitments.
OB: Es wäre durchaus sinnvoll und es würde die Arbeit erleichtern.
OB: Das ist wohl eher eine Frage für den Eigner der Technologie.
MN: Wir halten es nicht für sinnvoll so vorzugehen. Die Entwicklung in verschiedene Bahnen zu lenken bedeutet immer, daß sich die Entwickler mit unterschiedlichen Konzepten konfrontiert sehen werden.
PB: Herzlichen Dank an Ihnen Petro Tyschtschenko, Markus Nerding und Olaf Barthel für die Beantwortung dieser Fragen.
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