Durch Zürich zu flanieren, muss nicht unbedingt teuer werden. Aber es ist schon lustiger, wenn man solide 100 Franken dabei hat, und noch besser, wenn's mehr ist.
Vom Hauptbahnhof, Ausgang Bahnhofquai, über die Limmat und schon stehen wir am Central. Durch das Niederdorf, die putzige Altstadt, hoch bis zur Spiegelgasse.
Zum Frühstück im Jugendstil-Café Schober gibt es keine wirkliche Alternative: Die legendäre heiße Schokolade und ein Ei im Glas sind zwar nicht ganz billig (kommt etwa auf 25 Franken). Aber lecker. Nach dem Frühstück ins Kunsthaus, in die Kino-Ausstellung von Harald Szeemann. Ein Muss für alle, die schon mal im Kino waren, also alle.
Die Rämistrasse runter geht's zum Bellevue-Platz. Nicht vergessen, rechts einen Blick in die pataphysische Buchhandlung zu werfen. Auch der Optiker weiter unten hat sensationelle Schaufenster. Im Odeon bei einem Kaffee verblichenen Literatenruhm schnuppern. Aber sobald James Joyce fragt, ob am Tisch noch ein Platz frei ist, damit er den "Ulysses" erläutern kann, ist es Zeit, den Limmat zu überqueren.
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Und zwar an der Münster-Brücke: Im Rücken den Turm des Grossmünsters mit Karl dem Großen, voraus das schöne Zunfthaus zur Meisen. Dort geht's nach rechts in die Storchengasse, seit Jahren das schickste Einkaufspflaster der Schweiz. Kann für Mode-Maniacs ruinös werden. Bei Teuscher kauft man die berühmten Champagner-Truffes (10 Franken für 100 g) und ein paar Meter weiter günstige Havanna-Zigarren.
Rechts weg durch die enge Thermen-Gasse: Unter den Gittern, auf denen man geht, sind die Überreste eines römischen Bades zu sehen. Runter geht's nicht, also: Treppe hoch auf die St Peterhofstatt. Was für Kurzsichtige: Am Kirchturm hängt das größte Zifferblatt Europas (8,7 Meter Durchmesser).
Nach rechts und vorbei an Kaisers Reblaube (sehr angesagt fürs Abendessen) hoch zum Lindenhof, wo früher ein römisches Kastell stand. Schöner Blick auf die Altstadt und die Uni.
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Links hinunter geht's auf den Rennweg und auf die Bahnhofstraße. Die an der Max Bills Pavillon-Skulptur überqueren und dann immer geradeaus zum Kaufleuten, dem Schickeria-Zentrum mit Bar, Club und Restaurant am Pelikanplatz. Wer nicht auf Kebab steht, sollte hier mittagessen oder sich zumindest an der Bar mit einem "Baby Booster" (Bananenmilch mit Guarana) dopen.
An der Talstraße die Strassenbahn Nummer 2 oder 9 nehmen und bis Stauffacher im Stadtteil Aussersihl fahren. Hier rechts weg, die Stauffacherstrasse hinunter bis zum Volkshaus. Links ist die Kanzleiturnhalle zu sehen, einst von den Autonomen heissumkämpftes Quartierzentrum, heute szenige bis alternative Disco.
Die Ankerstraße links runter und einen Kebab reinziehen. Den besten gibt's in der Müllerstraße beim Sultan (8 Franken). Wer Lust hat, macht einen Schlenker zur Langstraße und deckt sich in einem der Head-Shops mit billigen T-Shirts ein. Wer keine Lust hat (kann man auch verstehen) geht über die Sihlbrücke, dann scharf links die Kasernenstraße hoch und landet wieder beim Hauptbahnhof.