Schaffhausen - Museum zu Alerheiligen



Das städtische Museum, das in der Schweiz zu den grössten seiner Art zählt, ist in der heutigen Form 1938 eröffnet worden. Es gruppiert sich mit der Alten Abtei und einem U-förmiqen Gebäude um den Pfalzhof und entlang dem südlichen Kreuzgang.

Von dem 1529 in der Reformation aufgehobenen Kloster sind im Museum das Refektorium, der Kreuzsaal, romanische Kapellen und Loggien zu sehen.

Im Erdgeschoss befinden sich die Ur- und Frühgeschichte sowie die Industriegeschichte. Eine weitere Abteilung ist mit der archäolog. Sammlung Ebnöther geplant. Das Museums-Café ist in der neuen Eingangshalle (1995) eingerichtet; daneben liegt der Vortragssaal. Die Historische Abteilung mit den Bürgerstuben, Handschriften, Glasscheiben, Kostümen und dem Kunsthandwerk ist im 1. Stock untergebracht. Im 2. Stock befinden sich die Naturkundliche Abteilung sowie die Kunstabteilung mit dem Wechselsaal des Kunstvereins und der permanenten Sammlung. Zur Kunstabteilung gehören das Sturzenegger- und das Graphische Kabinett.

Fördervereine des Museums sind der Museumsverein, der Kunstverein, die Schaffh. Kunstfreunde und die Naturforschende Gesellschaft.




Ur- und Frühgeschchte

Diese Abteilung im Parterre beherbergt archäologische Funde der kantonalen Ausgrabungen vom Paläolithikum bis in die Völkerwanderungszeit. Schwerpunkte bilden altsteinzeitliche Funde aus dem Kesslerloch (Diorama) und dem Schweizersbild (13./12 Jh.) sowie der Pfahlbausiedlung Weler/Thayngen (4. Jh.). Weitere wichtige Funde stammen aus hallstattzeitlichen Gräbern sowie aus Grabungen des alemannischen und römischen Schleitheim (luliomagus) und Beggingen.

Glanzstück der Gräberfunde von Burg/ Stein am Rhein ist eine Glasschale mit Jagdszenen aus spätrömischer Zeit. Ausgestellt sind ferner einige Fundstücke aus den Klosterlatrinen, welche im Mittelalter auch als Abfallgruben dienten.




Geschichte

Zur Historischen Abteilung gehören eine Reihe mittelalterlicher Räume des zweiten Klosters, das 1103/04 dem ,Erlöser und allen Heiligen geweiht wurde. Die ausgestellten Handschriften datieren aus der Gründungszeit des 1. Klosters (1064).

Aus romanischer Zeit stammen die Loggia mit Pfeilerreliefs, ferner zwei mit Fresken ausgemalte Kapellen, in denen die Gedächtnisplatte und die Grabplatte des Klosterstifters Eberhard v. Nellenburg (gest. 1078/80) ausgestellt sind.

In gotische Zeit zurück gehen das Refektorium (Speisesaal) und der grossräumige, mit Wandmalereien geschmückte Kreuzsaal.

In der Schatzkammer zu sehen ist der berühmte römische «Onyx von Schaffhausen» mit einer Goldfassung aus staufischer Zeit (13. Jh.).

Bedeutend sind die Objekte der Zunft- und Staatsgeschichte, die Glasmalereien aus dem 16. und 17. Jh. sowie die Bestände an Keramik, Glas, Zinn, Waffen usw. Die aus Bürgerhäusern stammenden Räume geben Einblick in die Schaffhauser Wohnkultur des 16. bis 19. Jh. Ein Hauptstück der Sammlung ist das Originalmodell der längsten befahrbaren Holzbrücke, die 1756/59 von Joh. Ulrich Grubenmann gebaut wurde. Die Anfänge der industriellen Entwicklung werden anhand von Modellen, graphischen Dokumenten und Maschinen deutlich gemacht.




Kunst

Die Sammlung der Kunstabteilung umfasst Werke vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Schwerpunkte bilden im 16. Jh. Werkgruppen von Tobias Stimmer, Lukas Cranach, im 18. Jh. Alexander Trippel, im 19. Jh. Albert Welti und Vertreter der Schweizerischen Landschaftsmalerei. Das 20. Jh. ist repräsentiert durch Werke der Schweizer Kunst, darunter Ferdinand Hodler, Felix Vallotton, René Auberjonois, Hans Brühlmann, Adolf Dietrich, Max Gubler, Varlin, Wilfrid Moser.

Besondere Akzente setzen Einzelwerke und kleine Werkgruppen von J. H. Füssli, Hans Thoma, Otto Dix. Die regionale Kunst ist über alle Epochen hinweg mit markanten Künstlerpersönlichkeiten vertreten. Durch die kontinuierlichen Erwerbungen der Sturzenegger-Sitftung hat die Sammlung seit 1987 an internationaler Bedeutung gewonnen.

Im Graphischen Kabinett und im Sturzenegger-Kabinett finden regelmässig thematische Ausstellungen aus den museumseigenen Beständen statt. Im grossen Wechselsaal organisiert der Kunstverein jährlich sechs Ausstellungen zur Kunst der Gegenwart (siehe Jahresprogramm Kunstverein).


Naturkunde

Die Naturkundliche Abteilung umfasst bedeutende Sammlungen von Fossilien (Sammlung Schalch), Pflanzen und Insekten. Sie ist - als Ersatz für das 1944 zerstörte Naturhistorische Museum am Herrenacker - im Dachgeschoss eingerichtet.

Sie präsentiert die Themen Geologie und Biologie. Im Vordergrund steht die äusserst interessante geologische Formation der Region. Dazu gehört die Entstehungsgeschichte des Rheinfalls. Zum Thema Biologie werden die bedrohten Lebensräume der Region in ihren biologischen Wechselbeziehungen aufgezeigt. Hervorgehoben sind die Stadt, die Agrarlandschaft Klettgau, der Randen und der Rhein.


Anschrift:

Museum zu Allerheiligen
Klosterplatz 1
CH-8200 Schaffhausen