Stadtinformation [THUMB=ochsen] Die alte Rheinfallstadt (34000 Einwohner) gehört mit ihren Erkerstrassen zu den städtebaulich interessantesten und gepflegtesten Städten aus dem Mittelalter. Die eigentliche Altstadt hat sich durch die Jahrhunderte erhalten und wird wieter sorgfältig betreut. Schaffhausen bekam im Jahre 1045 das Stadtrecht. 1415 freie Reichsstadt. Schaffhausen verbündete sich 1454 vorerst auf 25 Jahre, 1479 auf weitere 25 Jahre mit den acht alten Orten der Eidgenossenschaft und schloss 1501 den ewigen Bund mit den Eidgenossen. Schaffhausen dürfte zwar eher unter dem Namen Rheinfallstadt oder Munotstadt bekannt sein, aber nicht zu Unrecht wird es auch das "Schweizerische Nürnberg" genannt. Tatsächlich sind es in den Strassen und Gassen die originellen Erker, über 160 an der Zahl, die der Stadt mit den schönen Brunnen und den trutzigen Tortürmen ihr charakteristisches bauliches Cachet verleihen. Die alles überragende Festung Munot, das Wahrzeichen, wurde im 16 Jh. von den Bürgern erbaut. Vielgestaltig sind die Ausflugsmöglichkeiten. Der berühmte Rheinfall wird in keinem Programm fehlen. Dem Wanderer oder dem motorisierten Gast erschliesst sich nordwärts im Randen und in der rebenumkränzten Hügelwelt des Klettgaus ein weites Gebiet. Die Schiffahrt nach Stein am Rhein, einem wahren Bijou mittelalterlicher Baukunst, gilt als eine der schönsten Europas. Sehenswürdigkeiten in Schaffhausen (und Region) [THUMB=rheinfal] Rheinfall Grösster Wasserfall Europa's. Einer der meistbesuchten Ausflugsorte der Schweiz. Höhe: 24 Meter. Wassermenge: 100-1000 Kubikmeter/Sekunde Fronwagplatz Im Mittelalter "Am Markt" genannt. Hier standen die Markstände der Gemüsebauern, die Brotlauben und Bäcker und die Schlachtbänke der Metzger, während sich der Fischmarkt an der Vordergasse beim St. Johann und der Rindermarkt in der Vorstadt befand. Noch heute sieht man beim Bummel durch die verkehrsfreie Altstadt die Kostbarkeiten aus den verschiedenen Zeitepochen. Dazu gehören die Erker und bedeutenden Fassadenmalereien, darunter die berühmten Fresken von Tobias Stimmer am "Haus zum Ritter". Haus zum Ritter Vordergasse 65 Eines der schönsten Schaffhauser Bürgerhäuser. Umgebaut 1566 durch Ritter Hans von Waldkirch, der 1568/70 die Fassadenbemahlung durch den berühmten Schaffhauser Maler Tobias Stimmer ausführen liess. Es ist die bedeutendste Renaissancefreske nördlich der Alpen. Der Munot Der Munot ist die eindrucksvolle Stadtfestung hoch über Stadt und Rhein. Neben dem Rheinfall ist es das Wahrzeichen von Schaffhausen. Von 1564 bis 1589 wurde er von den Schaffhauserbürgern in Fronarbeit gebaut. Das Kräutergärtlein zu Allerheiligen Das Kräutergärtlein zu Allerheiligen ist eine Rekonstruktion eines mittelalterlichen Kräutergartens wie ihn damals die Mönche in den Klöstern pflegten. Kreuzgang zu Allerheiligen Der Kreuzgang zu Allerheiligen ist der grösste Kreuzgang der Schweiz. Teils romanisch 12. Jh., teils gotisch 13. Jh. umschliesst er den romantischen bezaubernden Kreuzgarten, den sogenannten "Junkerfriedhof", in dem von 1582 bis 1874 hohe Schaffhauser Magistaten wie Bürgermeister, Ratsherrn, Pfarrer und andere verdiente Bürger und Bürgerinnen beigesetzt wurden. Stein am Rhein Stein am Rhein mit dem ehemaligen Kloster St. Georgen und der Stadtkirche. Auf der Anhöhe das Schloss Hohenklingen. Museum zu Alerheiligen [THUMB=museum1] Das städtische Museum, das in der Schweiz zu den grössten seiner Art zählt, ist in der heutigen Form 1938 eröffnet worden. Es gruppiert sich mit der Alten Abtei und einem U-förmiqen Gebäude um den Pfalzhof und entlang dem südlichen Kreuzgang. Von dem 1529 in der Reformation aufgehobenen Kloster sind im Museum das Refektorium, der Kreuzsaal, romanische Kapellen und Loggien zu sehen. Im Erdgeschoss befinden sich die Ur- und Frühgeschichte sowie die Industriegeschichte. Eine weitere Abteilung ist mit der archäolog. Sammlung Ebnöther geplant. Das Museums-Café ist in der neuen Eingangshalle (1995) eingerichtet; daneben liegt der Vortragssaal. Die Historische Abteilung mit den Bürgerstuben, Handschriften, Glasscheiben, Kostümen und dem Kunsthandwerk ist im 1. Stock untergebracht. Im 2. Stock befinden sich die Naturkundliche Abteilung sowie die Kunstabteilung mit dem Wechselsaal des Kunstvereins und der permanenten Sammlung. Zur Kunstabteilung gehören das Sturzenegger- und das Graphische Kabinett. Fördervereine des Museums sind der Museumsverein, der Kunstverein, die Schaffh. Kunstfreunde und die Naturforschende Gesellschaft. [MINI002] Ur- und Frühgeschchte Diese Abteilung im Parterre beherbergt archäologische Funde der kantonalen Ausgrabungen vom Paläolithikum bis in die Völkerwanderungszeit. Schwerpunkte bilden altsteinzeitliche Funde aus dem Kesslerloch (Diorama) und dem Schweizersbild (13./12 Jh.) sowie der Pfahlbausiedlung Weler/Thayngen (4. Jh.). Weitere wichtige Funde stammen aus hallstattzeitlichen Gräbern sowie aus Grabungen des alemannischen und römischen Schleitheim (luliomagus) und Beggingen. Glanzstück der Gräberfunde von Burg/ Stein am Rhein ist eine Glasschale mit Jagdszenen aus spätrömischer Zeit. Ausgestellt sind ferner einige Fundstücke aus den Klosterlatrinen, welche im Mittelalter auch als Abfallgruben dienten. [MINI003] Geschichte Zur Historischen Abteilung gehören eine Reihe mittelalterlicher Räume des zweiten Klosters, das 1103/04 dem ,Erlöser und allen Heiligen geweiht wurde. Die ausgestellten Handschriften datieren aus der Gründungszeit des 1. Klosters (1064). Aus romanischer Zeit stammen die Loggia mit Pfeilerreliefs, ferner zwei mit Fresken ausgemalte Kapellen, in denen die Gedächtnisplatte und die Grabplatte des Klosterstifters Eberhard v. Nellenburg (gest. 1078/80) ausgestellt sind. In gotische Zeit zurück gehen das Refektorium (Speisesaal) und der grossräumige, mit Wandmalereien geschmückte Kreuzsaal. In der Schatzkammer zu sehen ist der berühmte römische «Onyx von Schaffhausen» mit einer Goldfassung aus staufischer Zeit (13. Jh.). Bedeutend sind die Objekte der Zunft- und Staatsgeschichte, die Glasmalereien aus dem 16. und 17. Jh. sowie die Bestände an Keramik, Glas, Zinn, Waffen usw. Die aus Bürgerhäusern stammenden Räume geben Einblick in die Schaffhauser Wohnkultur des 16. bis 19. Jh. Ein Hauptstück der Sammlung ist das Originalmodell der längsten befahrbaren Holzbrücke, die 1756/59 von Joh. Ulrich Grubenmann gebaut wurde. Die Anfänge der industriellen Entwicklung werden anhand von Modellen, graphischen Dokumenten und Maschinen deutlich gemacht. [MINI004] Kunst Die Sammlung der Kunstabteilung umfasst Werke vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Schwerpunkte bilden im 16. Jh. Werkgruppen von Tobias Stimmer, Lukas Cranach, im 18. Jh. Alexander Trippel, im 19. Jh. Albert Welti und Vertreter der Schweizerischen Landschaftsmalerei. Das 20. Jh. ist repräsentiert durch Werke der Schweizer Kunst, darunter Ferdinand Hodler, Felix Vallotton, René Auberjonois, Hans Brühlmann, Adolf Dietrich, Max Gubler, Varlin, Wilfrid Moser. Besondere Akzente setzen Einzelwerke und kleine Werkgruppen von J. H. Füssli, Hans Thoma, Otto Dix. Die regionale Kunst ist über alle Epochen hinweg mit markanten Künstlerpersönlichkeiten vertreten. Durch die kontinuierlichen Erwerbungen der Sturzenegger-Sitftung hat die Sammlung seit 1987 an internationaler Bedeutung gewonnen. Im Graphischen Kabinett und im Sturzenegger-Kabinett finden regelmässig thematische Ausstellungen aus den museumseigenen Beständen statt. Im grossen Wechselsaal organisiert der Kunstverein jährlich sechs Ausstellungen zur Kunst der Gegenwart (siehe Jahresprogramm Kunstverein). Naturkunde Die Naturkundliche Abteilung umfasst bedeutende Sammlungen von Fossilien (Sammlung Schalch), Pflanzen und Insekten. Sie ist - als Ersatz für das 1944 zerstörte Naturhistorische Museum am Herrenacker - im Dachgeschoss eingerichtet. Sie präsentiert die Themen Geologie und Biologie. Im Vordergrund steht die äusserst interessante geologische Formation der Region. Dazu gehört die Entstehungsgeschichte des Rheinfalls. Zum Thema Biologie werden die bedrohten Lebensräume der Region in ihren biologischen Wechselbeziehungen aufgezeigt. Hervorgehoben sind die Stadt, die Agrarlandschaft Klettgau, der Randen und der Rhein. Anschrift: Museum zu Allerheiligen Klosterplatz 1 CH-8200 Schaffhausen [BLANK] Restaurants [MINI001] Gutbürgerliche Küche Schaffhauser Stube, Hotel Bahnhof Bahnhofstr. 46 Tel. 624 19 24 Zum Adler, Vorstadt 69, Tel. 625 55 15 Zum Alten Emmersberg, Bürgerstr. 49, Tel. 625 20 62 Falken, Vorstadt 5, Tel. 625 32 21 Gerberstube, Bachstr. 8, Tel. 625 21 55 Hopfenstube, Herrenacker 19, 624 11 65 Kronenhof, Kirchhofplatz 7, Tel. 625 66 31 Dow Jones, Fronwagplatz 15, Tel. 625 22 55 Thiergarten, Münsterplatz 38, Tel. 625 32 88 Sandlöchli, Hochstrasse 329, Tel. 643 22 43 Italienische Küche Commercio, Fischerhäuserstr. 13, Tel. 625 53 92 Galeere, Unterstadt 11, Tel. 624 28 98 Il Castello Pizzeria, Platz 11, Tel. 625 89 15 Mamma Rosa Pizzeria, Bachstr. 19, Tel. 625 24 69 Pizzeria-Rôsticceria Romana, Unterstadt 18/20, Tel. 624 44 89 Ticino , Moserstr. 18, Tel. 625 19 07 Bahnhofbuffet 1. Klasse, Bahnhofplatz 2, Tel. 672 56 61 Spanische Küche Don Quijote,Fischerhäuserstr. 57, Tel. 625 43 39 Mühlental, Durachweg 24, Tel. 625 20 12 Fischspezialitäten Fischerzunft, Rheinquai 8, Tel. 625 32 81 Restaurant Rheinhalde Nohl, Tel. 657 29 33 Chinesische Küche China-Town, Neustadt 73, Tel. 625 32 90 Spezialitäten-Küche (exklusive Küche) Don Quijote, Fischerhäuserstr. 57, Tel. 625 43 39 Fischerzunft, Rheinquai 8, Tel. 625 32 81 Frieden, Herrenacker 11, Tel. 625 47 15 Alternative Küche Fass-Beiz, Webergase 13, Tel. 625 46 10 Ufenau Rolfie's, Stadthausgasse 6, Tel. 625 16 17 Fast Food / Takeaway McDonald's, Vorstadt 19 Star-Quick, Bahnhofstr. 24 Anmerkungen: Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr. Die Telefonvorwahl für Schaffhausen 052 (aus dem Ausland +41-52). Kultur in Schaffhausen Schaffhausen bietet ein breites Kulturelles Angebot für jedermann: Hallen für neue Kunst Baumgartnerstrasse 23, Tel. 053 / 252515 Aus einer ehemaligen Textilfabrik im Zentrum von Schaffhausen wurde ein bedeutendes Museum für Gegenwartskunst. Auf 5500 m2 Ausstellungsfläche sind eindrucksvolle Werkgruppen internationaler Künstler zu sehen. Öffnungszeiten der Hallen für neue Kunst: Im Sommerhalbjahr (2. Mai bis 31. Oktober): Dienstag bis Samstag 15-17 Uhr, Sonntag 11-15 Uhr Im Winterhalbjahr: Nur nach Vereinbarung. Kammgarn Kammgarnstrasse In der ehemaligen Garnfabrik finden Konzerte und andere kulturelle Veranstanstaltungen statt. Kulturzentrum Kammgarn (Forum, Vebikus) Tel. 053/24 45 79 Do-Sa 15-17 Uhr, So 10-12 Uhr Stadttheater Herrenacker 23 Tel. 053/25 05 55, 053/25 05 56 Theater im Fass Webergasse 13 Tel. 053/24 52 33 Freihandbibliothek Agnesenschütte Schwesterngasse 1 Tel. 053 / 257871 Stadtbibilothek Münsterplatz 1 Tel. 053 / 248262 Unterhaltung in Schaffhausen Kino Aktuelles Programm: Tel. 052/123 Central, Tel. 052 / 672 45 05 Cinevox, Tel. 052 / 672 29 11 City, Tel. 052/625 18 18 City-Club, Tel. 052/625 18 18 Stadttheater Herrenacker 23 Tel. 052 / 6250555, 052 / 6250556 Theater im Fass Webergasse 13 Tel. 052 / 6245233 Bars Bronx-Musik-Bar, Fischerhäuserstr. 4, Tel. 625 85 70, Falkenburg-Bar, Ebnatstr. 29, Tel. 625 47 38 Metropol-Musik-Bar, Moserstr. 8, Tel. 624 71 21 Moulin Rouge, Goldsteinstr. 21, Tel. 625 35 57 Neue Welt, Nordstr. 92, Tel. 625 39 15 Oldtimer-Pub, Herblingerstr. 50, Tel. 643 22 84 Rio-Bar, Goldsteinstr. 21, Tel. 625 35 57 Sittich, Vordergasse 43, Tel. 625 13 72 Sunset-Bar, Bahnhofstr. 24, Tel. 625 41 25 Dancings & Night-Clubs Flamingo, Mühlentalstr. 255, Tel. 625 44 65 Geiti's Disco Pub, Spitalstr. 11, Tel. 624 77 66 Golden Star Cabaret, Hauentalstr. 240, Tel. 625 12 20 Helene's Tanz-Bar, Finsterwaldstr. 109, Tel. 625 48 77 Discotheken Tanzzentrum Schaffhausen, Mühlenstr. 40, Tel. 624 60 55 Tonwerk, Rheinweg 6, Tel. 625 59 50 [BLANK] Tourismusinformation Tourist-Service Schaffhausen Fronwagturm / Postfach CH-8201 Schaffhausen / Schweiz Tel +41 52 / 6255141 Fax +41 52 / 6255143 [BLANK] Sehenswürdigkeiten von Neunkirch [THUMB=neunki] Der Obertorturm entstand vermutlich um 1419 als Wehrturm in seiner heutigen Gestalt. Östlich vorgelagert, bestand bis 1832 ein Vorwerk. Die kleine Glocke wurde bei den gefürchteten Brandausbrüchen als Sturmglocke geläutet. 1934 stand das Turmdach selbst in Brand. Es konnte rekonstruiert werden, doch die Turmwächterfamilie kehrte nicht mehr in die winzige Turmwohnung zurück. In die Fahnenkugel waren schon bei früheren Renovationen Zeitdokumente eingelötet worden. Diese wurden 1934 ergänzt, Auch die «Geschichte der Stadt Neunkirch» fand darin Platz. Über dem südlichen Seitentor finden wir den Spruch: «Dur's gross Tor goht din letzte Gang, drum gang durs Chli und leb no lang.» Dass die Preise auch früher schon wichtig waren, bezeugen zwei an den Torbogen der Turmaussenseite, eingemeisselte Angaben über Korn- und Weinpreise in den Jahren 1572 und 1574: «Galt ein Fuder Win hundert und 5 Guldin» und «Galt ein Mut Korn 6 Guidy 5 Batze». Der Boden über dem Haupttor ist mit einer Öffnung versehen, durch welche heisses Pech auf Eindringlinge herab geleert werden konnte. Leider wurde das Gegenstück dieses Stadtzuganges, der Untertorturm am Westeingang des Städtchens, nach einem Grossbrand im Jahre 1825 abgebrochen. Das Gemeindehaus oder «Gmaandhuus», ein stattlicher Bau mit gotischen Fenstern und zwei wuchtigen Treppengiebeln, betont die Mitte des Städtchens. Es wurde 1568 erbaut und seither wenig verändert. Da das Tavernenrecht früher nicht bei Privaten, sondern bei der Gemeinde lag, ist wie in den umliegenden Dörfern das «Gemeindehaus» die grösste Wirtschaft. Mit Hilfe des Bundes wurde es in den siebziger Jahren stilvoll renoviert. Am Gewölbedurchgang, dort wo sich vorher eines der Schlachtlokale befand, wurde ein Kreuzgewölbe freigelegt. Südlich davon, im zweiten Schlachtraum, befindet sich heute das Archiv. Eine Sonnenuhr mit dem Wahlspruch «Deus spes nostra est» ziert die Südfassade. Die Flachbogen der tiefen Fensternischen in Gaststube und Saal werden durch schön gearbeitete Steinsäulen gestützt. Zwei lustige Holzfiguren seien, so die Sage, Maurer und Zimmermann, die sich gegenseitig die Verzögerung des Baus vorwarfen und nun zur Strafe für ewige Zeiten den Deckenbalken tragen müssten. Unter diesen Balken sagte man sich auch manchmal die Meinung: Es war bis vor kurzem der Ort der Gemeindeversammlung ! Gut, dass die Teilnehmer anschliessend noch gemütlich bei einem Glas Wein zusammensitzen konnten. Das Rietmannsche Doppelhaus: J. Rietmann, geboren zu Neunkirch, in sardischen Diensten bis zum General aufgerückt, veranlasste den Bau 1762. Zwei aussen und innen völlig gleiche Wohnteile frankieren ein Ökonomiegebäude, das seinerseits in der Mitte die Scheune seitlich je einen Stall aufweist, Die südliche Hauptfront zeigt diese Anordnung auch heute noch. Das Innere ist mit seinen Stuckdecken und Kachelöfen aus dem 19.Jahrhundert ebenfalls recht gut erhalten. Über dem Scheunentor prangt eine wunderschöne Sonnenuhr mit Merkur und Saturn sowie dem Doppelwappen Pfeiffer/Rietmann. Die beiden ältesten Brunnen sind schon auf dem Stich von Merian (1654) eingezeichnet. Sie wurden in den Jahren 1767 (oberer Brunnen) und 1769 (unterer Brunnen) umgestaltet. Beide weisen achteckige Tröge auf; auf der Brunnensäule steht eine Nachbildung der Bergkirche. Diese findet sich auch im Wappen Neunkirchs. Diese Brunnen dienten, zusammen mit denjenigen aus dem 19.Jahrhundert, dem Vieh aus den zahlreichen Ställen im Städtchen als Tränke. In der Unteren Kirche, oder Stadtkirche, wird im Winter Gottesdienst gehalten. Sie ist schon 1303 belegt, wurde mehrmals umgestaltet und 1962 renoviert. Heute ist das Innere von einer schlichten Schönheit und Harmonie. Im Nordwesten der Kirche, an der ehemaligen Pfarrhelferei (jetzt Polizeiposten, Wand an Wand mit dem Pfarrhaus), finden wir eine Erinnerungstafel an den Geschichtsschreiber Johannes von Müller, der hier seine ersten Jahre verbrachte. Gegenüber im Osten die ehemalige Zehntscheune mit dem Wappen des Bischofs Hugo von Landenberg. Als Kunstdenkmal wertvoller ist die Bergkirche, oder Obere Kirche, auf dem Hügel südlich des Städtchens, die zu den ältesten der Region gehört. Bei Grabungen wurden karolingische und romanische Bauteile entdeckt. 1292 erfolgte der Bau einer spätromanischen Kirche. 1484 kam auf der Nordseite der heutige Turm dazu. Im Jahre 1598 wurde auf der Südseite ein Seitenschiff angefügt. Eine der beiden kleinen Glocken trägt die Jahrzahl 1299 und ist damit eine der ältesten der Schweiz. Die grosse Glocke goss Peter Füssli von Zürich. Ein prachtvoller, fachgerecht gepflegter Rosengarten schmückt den Zugang zum Friedhof und zur Bergkirche und erfreut Rosenkenner und Besucher. Der Oberhof, das ehemalige «Schloss», war während sieben Jahrhunderten - sowohl zur Zeit der bischöflichen wie der städtischen Herrschaft - Sitz der, Landvögte. Zur Landvogtei Neunkirch, der grössten Vogtei der Stadt Schaffhausen, gehörten auch die beiden Hallau, Gächlingen, Siblingen, Wilchingen, Trasadingen, Osterfingen und Haslach. Bis 1895 war der Oberhof auf der Nordseite mit Zinnen versehen. Neben dem Toreingang begrüsst uns ein Findling als Gedenkstein für W. Wildberger, den Verfasser der «Geschichte der Stadt Neunkirch». Der Hof wird gerne als romantische Kulisse für musikalische Aufführungen verwendet. Seit 1952 ist im Mittelteil ein mit Liebe und Sorgfalt eingerichtetes Heimatmuseum untergebracht. Die sehenswerte Sammlung in den historischen Räumen versetzt uns für eine Weile um Generationen zurück. Sie umfasst Dokumente zur Ortsgeschichte, Möbel und Hausrat, landwirtschaftliche Geräte, Produkte des einheimischen Gewerbes wie Töpferwaren und Ofenkacheln und vieles mehr. Öffnungszeiten siehe Einlageblatt. Stadtgeschichte von Neunkirch Kristallklare Stadt - lebhafte Vergangenheit «Niuchilchun» wird erstmals um 850 in einer Urkunde erwähnt. Der Name entwickelte sich zu Neunkirch (Mundart: Nüüchilch). Das ursprünglich ummauerte Dorf wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts neu in der heute sichtbaren Anlage aufgebaut. Einmalig ist dieser rechteckige Grundriss von 270 x 150 m vor allem, weil hier Bauernhäuser in einer strengen, städtischen Form angeordnet wurden. Neunkirch diente damals seinem Herrn, dem Bischof von Konstanz, als militärischer Stützpunkt seiner klettgauischen Besitzungen. 1525 erwarb die Stadt Schaffhausen Städtchen und Umgebung. 1628 Pestepidemie, 300 Menschen starben. 1790 - 1798 Auflehnung gegen die Stadtherrschaft, Proklamation der Freiheit und Gleichheit im Neunkircher Gemeindehaus. In dieser Zeit wurden auch die ersten Häuser ausserhalb der Stadtmauern errichtet, die Zwinghöfe den Anstössern überlassen und bald darauf Wall und Graben eingeebnet. 1863 Eröffnung der Grossherzoglich Badischen Eisenbahn Waldshut - Konstanz. 1907 Beseitigung der Miststöcke an der Vordergasse. Seither hat sich die Landwirtschaft fast ganz ausserhalb des Städtchens angesiedelt. Neunkirch ist eine Reise wert [THUMB=neunki] Es liegt nicht so abseits, wie ein Blick auf die Landkarte vermuten lässt. In weniger als anderthalb Stunden führen die öffentlichen Verkehrsmittel (Bahn und Bahnbus) den Reisenden von Zürich (umsteigen in Schaffhausen) und von Basel (umsteigen in Erzingen) in das hübsche Klettgauer Städtchen. Neunkirch liegt an der Strecke Basel-Waldshut-Schaffhausen-Konstanz der deutschen Bundesbahn, die einige Kurse durch Bahnbusse ausführt. Mit dem eigenen Auto benötigt man von Zürich aus weniger als eine Stunde, von Basel aus nicht viel mehr. (Achtung, der kürzeste Weg führt über deutsches Gebiet ! Grenzausweis nicht vergessen !). Ein Bummel durch die Gassen und Gässchen des Städtchens bietet dem interessierten Besucher allerlei Sehenswürdigkeiten. Die gut geführten Gaststätten laden zu längerem Verweilen ein, Fremdenzimmer stehen zur Verfügung. Mit den Nachbargemeinden Oberhallau, Hallau, Wilchingen und Osterfingen stellt der Bahnbus die Verbindung her. Nach einem Spaziergang von 20 Min. erreicht man die Bushaltestelle Gächlingen der ASS (Verbindung mit Schaffhausen und Schleitheim). Neunkirch - seine Gassen und Gässchen Es kann seine Vergangenheit als Bäuernstädtchen nicht verleugnen. Auf Schritt und Tritt wird offensichtlich, dass bis vor wenigen Jahrzehnten die Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig war. Fast jedes Haus verrät, dass da während Jährhunderten Menschen und Vieh unter dem gleichen Dach lebten. Die grossen Scheunentore boten den mit Heu beladenen, von Ochsen gezogenen Wagen ins Tenn. Die Ställe mit ihren Güllengruben dienen heute meist als Abstellraum oder als Unterkunft für Kleintiere. Neunkirch - seine gemütlichen Häuser Wer Verwandte oder Freunde hat in Neunkirch, kennt manches Haus von innen. Dem fremden Besucher aber sei einiges verraten: Die meisten Häuser sind von der Vorderseite zur Rückseite gemessen rund 20 m tief, oft aber sehr schmal, 3,5 - 6 m. Die Wohnungen liegen deshalb über den Ställen. Nur etwa ein Drittel der Tiefe diente Mensch und Tier als Unterkunft, der übrige Raum der Vorratshaltung. Stehst du vor dem Haus und guckst in die Höhe, kannst du an den vor dem Stubenfenster gespannten Drähten die frische Wäsche lustig flattern sehen. Willst du ins Haus eintreten, so brauchst du deine Schuhe nicht mehr an dem in die Hausmauer eingelassenen Scharreisen zu reinigen. Wovon auch ? In den von den Miststöcken befreiten, asphaltierten Gassen hat es keinen Strassenkot mehr. Steig also munter in den ersten oder zweiten Stock hinauf. Hier, in den Wohnungen von Vater und Sohn, trittst du in eine gemütliche Stube, erheizt von einem alten Kachelofen. Hübsche gewölbte Holzdecken sind keine Seltenheit. Die Küche, die ihr Licht durch ein Fensterlein von der Stube her erhält, liegt «gefangen» im Innern des Hauses. Die Schlafzimmer sind meist klein, und es ist kaum zu glauben, dass in den Häusern des Städtchens, die heute nicht einmal mehr 400 Einwohner beherbergen, einst über 1500 Menschen gehaust haben. Neunkirch - Ziel und Ausgangspunkt vieler Wanderungen Wandern ist gewiss nicht nur eine Mode. Auch im Zeitalter der Motorisierung haben «Schusters Rappen» nicht ausgedient. Die beste Erholung findet der Mensch in der Zwiesprache mit der Natur. Schlag also die Tür deines rollenden Untersatzes von aussen zu und geh deiner Nase nach. Dass du aber nicht ziellos umherirrst, wollen wir dir ein paar Vorschläge unterbreiten. Nimm Neunkirch als Ziel oder als Ausgangspunkt, und du bist gut beraten ! Eine gute Viertelstunde nur brauchst du, um zu Fuss ein ausgedehntes Waldwandergebiet mit Rastplatz und Feuerstellen zu erreichen. Lohnende Ausflugsziele liegen vor der Tür und laden zu kürzeren oder längeren Wanderungen ein: Wasenhütte Rossberg, Ruine Radegg, Naturschutzgebiet «Rolosso» in den Widen, Segelflugplatz auf dem Schmerlat Hallauerberg, Randen. Neunkirch - Mir sind mit em Velo da Tatsächlich, Neunkirch lässt sich mit dem Velo leicht erreichen. Das kantonale Radwegnetz wächst fast jedes Jahr um ein gutes Stück, und bald führt nahtlos ein asphaltiertes Band durch den Klettgau. Wo noch Lücken bestehen, lässt sich leicht auf markierte Nebensträsschen ausweichen; da ist nur ausnahmsweise ein Auto anzutreffen. Ungefährdet vom motorisierten Durchgangsverkehr, gelangt der Velofahrer in unser Städtchen mitten im Klettgau. Die wenigen Steigungen sind unbedeutend und lassen sich leicht bewältigen. Mit etwas Phantasie kann man anhand der Landkarte hübsche Familienspazierfahrten zusammenstellen, ein abenteuerliches, ungefährliches Querfeldein. Velowanderer, mach mal Pause, wenn du nach Neunkirch kommst ! Bummle zu Fuss durch die Gassen und Gässlein, und stärke dich in einer der allzeit gastfreundlichen Wirtschaften. Neunkirch - Das Städtchen auf dem Lande ist eine Wohngemeinde, in der man sich wohlfühlt Nicht einmal der Stadtpark fehlt, denn eine breite Allee von Linden und Rosskastanienbäumen begrenzt die nördliche und die südliche Häuserzeile. Und nach wenigen Schritten steht man inmitten herrlicher Kornfelder, Obstgärten und Wiesen. Industrie und Gewerbe bieten Arbeitsplätze am Ort oder in der Region. Bahn und Bus weisen gute Verbindungen auf und ermöglichen es dem Nichtmotorisierten, im nahen Schaffhausen oder Neuhausen beruflich tätig zu sein und doch auf dem Lande zu leben. Für eine gute Erziehung und Schulbildung sorgen Kindergarten, Primarschule und Orientierungsschule mit Real-, Sekundar- und Berufswahlschule. Die Musikschule und die Blasmusikschule Klettgau stehen den Musikbegeisterten offen. Sportanlagen, Schwimmbad, Vita-Parcours, Bibliothek und aktive Vereine aller Art bereichern die Freizeit. Die neue «Städtlihalle» (Mehrzweckgebäude mit Unterkünften für Militär, Kurse, Lager) bietet der Schule und den Sportlern moderne, grosszügige Turn- und Trainingsmöglichkeiten und den Vereinen einen zweckmässigen und heimeligen Ort zur Durchführung geselliger Anlässe. Geborgenheit und Pflege finden ältere Leute im gemeindeeigenen Altersheim im Winkel. Vielfältige Einkaufsmöglichkeiten bieten die einheimischen Geschäfte.