
Sitten und Bräuche wurden auch bei den Saasern von Generation zu Generation überliefert. Man lebt in der Gegenwart, ist zugleich mit der Ahnenwelt verbunden und fühlt sich der Zukunft verpflichtet. Das Trachtenkleid der Saaser Frauen, welches aus zwei Hauptstücken besteht: dem Oberteil, einer Art Weste, im Dialekt "Schlutti" genannt, welches vorne mit schönen Stickereien verziert ist, und dem Halbrock, der durch seine Weite und seine Faltenbildungen auffällt, wird noch heute an festlichen Anlässen getragen. Dazu dient ein Trachtenhut (Kreshut) oder ein Trachtenkopftuch als Kopfbedeckung, die beide, je nach Anlass, die Farbe ändern.
Fronleichnamsprozession
Die Fronleichnamsprozession in Saas-Fee zählt man zu den schönsten dieser Art in den Walliser Tälern (Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag). Anschliessend an das Hochamt nimmt die Prozession vor der Kirche ihren Anfang, zieht dann rund um das Dorf zum Weiler Lomatte, zurück zum Kirchplatz und endet mit einem Friedhofsbesuch. Gross und klein, selbst die Allerkleinsten, die kaum die ersten Schritte hinter sich haben, sind an dieser Prozession, die zu Ehren des Heiligsten Altarssakramentes gehalten wird, vertreten. Neben der Blasmusik nimmt die alte Dorfmusik an diesem Tag eine besondere Stellung ein. Sie geht auf das Jahr 1854 zurück, und man bekam sie früher nur an diesem grossen Feiertag zu hören.
Saaser Museum
Südwärts, in der Nähe der Kirche, befindet sich auf der rechten Strassenseite das Saaser Museum. Einst war dieses Gebäude das Pfarrhaus, das 1732 erbaut wurde. 1855 kam ein weiteres Stockwerk hinzu. Es handelt sich um ein typisch originelles, altes Saaser Wohnhaus, dessen vordere Seite über dem Kellergeschoss aus Lärchenholz und die Rückseite in Mauerwerk erstellt wurde.
Am 3. Dezember 1983 wurde das Saaser Museum offiziell eröffnet. Im Saaser Museum, das dank seiner Vielfalt zu den meistbesuchten des Wallis zählt, sind in vier Stockwerken u.a. folgende Themen ausgestellt: Saaser Wohnung der Jahrhundertwende, volkskundliche Gegenstände, Trachten des Saastales, Frühzeit des Sommer- und Wintertourismus, unsere Mineralien, unsere Gletscher, sakrale Kunst, das Original-Arbeitszimmer von Carl Zuckmayer, das alte Saas in Aufnahmen, Heuwirtschaft/Transport, Hausmetzg, Wässern. Ein Besuch des Saaser Museums lohnt sich in jedem Fall, denn nicht umsonst wird es in der Literatur als "eines der schönsten seiner Art im ganzen Wallis" beschrieben.
Carl Zuckmayer
Er stammte aus Nackenheim und war Rheinfranke, typischer Sohn einer der farbigsten deutschen Landschaften. Da war Saas-Fee doch eine ganz andere Welt. Aber sie zog ihn an, schlug ihn bereits bei der ersten Begegnung im Jahre 1938 in ihren Bann und liess ihn nie mehr los. In dieser Ruhe schrieb er seine letzten grossen Werke, darunter sein schillerndes Lebenswerk "Als wär's ein Stück von mir".
Am 18. Januar 1977 ist er gestorben. Die Erde von Saas-Fee hat ihn aufgenommen. Inmitten der Toten des Dorfes findet sich das Grab von Carl Zuckmayer sowie seiner Gattin Alice, schlicht, mit höflichem Bezug auf die anderen. Im Jubiläumsjahr bietet Saas-Fee eine Kulturpauschale zu Carl Zuckmayer.