Locarno - Locarno, im Einklang mit den Jahreszeiten



Der Frühling ist da. Und wieder zieht die Natur ihr buntes Kleid an, Ein leichter Wind hat den Himmel herausgeputzt und ein paar verspielte Wölklein tanzen am tiefblauen Horizont über der prächtigen Voralpenkulisse. Die Pflanzen recken und strecken sich, warme Sonnenstrahlen vertreiben die düsteren Winterschatten. Zeit für einen Spaziergang am Lungolago, für einen Ausflug nach Madonna del Sasso...


Der Sommer ist da, die Wärme und eine Sonne, die den Tag beherrscht. Der See ladet zur Erfrischung, ein Bergbach lockt mit seinen natürlichen Badewonnen; ein Glücksgefühl und ein Sprung ins frische Wasser, ein milder heller Abend, ein Gelato und die Düfte des Südens. Auf der Piazza, dem grossen Freiluftsalon von Locarno, eine sommerliche Begegnung. Und plötzlich legt sich Ruhe über den Platz.


Achtung - die Vorstellung beginnt. Die Täler, die sich im Hinterland der Stadt öffnen, treten aus ihrer Reserve heraus, zeigen ihre Schönheit und ihre arbeitsame Vergangenheit. Stolze Berge erwarten die Besucher, die mutig in die Höhe steigen und die Grösse und Ruhe der Schöpfung erleben wollen.


Der Herbst beginnt und kürzt langsam und vorsichtig die Tage. Noch begleitet eine kräftige Sonne die Ausflügler und das Schiff, das munter die Wellen durchpflügt, von Landesteg zu Landesteg. Aber an den Berghängen zieht die Sonne bereits Bilanz und stattet das Pflanzenkleid der Wälder mit kräftigen Farben aus.


Die Altstadtgassen trotzen den ersten kühlen Winden und laden zum Flanieren und zur Begegnung mit der Vergangenheit. Die Dörfer leuchten nochmals auf, bevor sie sich im Winterschatten verkriechen. Ein letztes Aufbäumen der Natur, bevor sich alles zum wohlverdienten Winterschlaf zurückzieht.


Jetzt ist er da, der Winter, mit Kälte und Eis. Der See erbleicht, auch wenn er seiner Schönheit treu bleibt. Und hoch über seinem bleiernen Spiegel - auf Cardada schnallen sich die Skifahrer die Bretter an und sausen in die Tiefe. Die Meteorologen auf Locarno Monti melden: «Alpensüdseite vorwiegend sonnig!».


Die Stadt schrumpft, rückt zusammen, wie um sich aufzuwärmen. Schläft sie ? Keineswegs, sie hat sich nur beruhigt und ladet zu mehr einheimischen Genüssen: Wildspezialitäten mit Polenta, eine Metzgete, eine Grigliata am Kaminfeuer - Lustbarkeiten mit Tradition, Gelegenheiten auch, die Beziehungen unter den Bewohnern wieder enger zu knüpfen.