
Daten zur Klosterser Geschichte
Churwaldner Mönche, dem Prämonstratenserorden zugehörig, erbauen in den Jahren 1208 bis 1222 das Kloster oder Spital des heiligen Jacobus und Christophorus im Wald im Tale Pretenkove. Anlässlich der Reformation, 300 Jahre später, wird das Kloster aufgehoben. Der Klosterbesitz besteht zu der Zeit aus 14 Höfen, 2 Alpen und mehreren Weinbergen in Malans. Die Meier (die Pächter) der erwähnten Höfe sind romanischsprechende Bauern. Davon zeugen heute noch die vielen romanischen Flur- und Ortsnamen. Schutzherren des Klosters sind die Freiherren von Vaz.
Jedoch schon zu Anfang des 14. Jahrhunderts siedeln sich in Schlappin deutschsprechende Walser an, die das abgelegene Tal während rund 300 Jahren bewohnen und hier ihr karges Leben fristen.
Nach dem Ableben des letzten Vazers kommt das ganze Tal im Jahre 1338 an die Freiherren von Toggenburg und rund 100 Jahre später, 1436, an die Grafen von Montfort, die den Beitritt ihrer Prättigauer Untertanen zu dem im gleichen Jahr auf Davos gegründeten Zehngerichtebund sanktionieren.
1477 verkaufen die Herren von Montfort ihren Besitz in Klosters an Herzog Sigmund von Österreich.
Durch die anno 1471 erfolgte Vereinigung der drei rhätischen Bünde zu Vazerol entstand die paradoxe Situation, dass das Hochgericht Klosters zum rhätischen Bund gehörte und gleichzeitig auch österreichisches Untertanengebiet war.
1525/26 Reformation in Klosters. Die treibende Kraft ist der ehemalige Messpriester Jakob Spreiter aus dem Vorarlberg. In der Folge Aufhebung des Klösterleins und Aufteilung der Klostergüter unter die ansässigen Bauern.
Da sich die österreichischen Schutzherren des Klosters mit diesem Gewaltstreich nicht einverstanden erklären können, kommt es zu langwierigen Verhandlungen, die erst 1548 zu einem für beide Parteien akzeptablen Kompromiss führen, indem sich die Nutzniesser zu bestimmten Zinsleistungen verpflichten. 1612 gelingt es unseren Vorfahren, sich durch die Zahlung einer beträchtlichen Geldsumme von dieser Zinsverpflichtung loszukaufen.
1621 im Herbst überfallen und unterwerfen österreichische Truppen unter Oberst Baldiron das Prättigau. Alle Waffen müssen abgegeben werden, den österreichischen Herren muss gehuldigt werden; die erworbenen Rechte und Freiheiten gehen verloren.
1622 am Palmsonntag, Aufstand der Prättigauer, der Feind wird aus dem Tal hinausgeworfen. Hauptmann Johannes Jeuch ist der umsichtige und erfahrene Anführer der Klosterser.
1622 im Sommer erneuter Einfall der Österreicher unter Oberst Sulz. Auf dem Matteli und bei Aquasana werden die entscheidenden Gefechte geschlagen. Die feindliche Übermacht ist zu gross, der Gegener nicht aufzuhalten. Es folgt eine erneute Unterjochung.
1624 vertreiben französische Truppen unter Herzog Rohan die Österreicher aus Bünden; das Prätigau ist jedoch schon 1629 wieder in östereichischem Besitz. Vermutlich durch die fremden Soldaten eingeschleppt, bricht im gleichen Jahr im ganzen Land die Pest aus. Allein in Klosters sterben an dieser schrecklichen Krankheit innert eines halben Jahres 540 Personen bei einer Bevölkerung von rund 900 Einwohnern.
1649 gelingt es den Talleuten, sich von der österreichischen Herrschaft endgültig loszukaufen.
In den Jahren 1652-1702 werden allein im Hochgericht Klosters rund 50 Personen, zumeist Frauen, als Hexen durch den Henker hingerichtet.
1770 am 2. August Bergsturz zu Monbiel, 17 Menschen verlieren ihr Leben, 13 Häuser und 34 Ställe und Speicher werden zerstört.
1799 am 25. Februar zur Zeit der napoleonschen Kriege rückt eine französische Truppenabteilung in der Stärke von 1500 Mann in Klosters ein. Die Soldaten hausen hier wie die Vandalen. In 2 Gefechten Ende April und am 14. Mai greift eine österreichische Kampfgruppe, die das Schlappinerjoch überstiegen hat, die Franzosen in und um Klosters an und schlägt sie in die Flucht.
1803 wird Graubünden ein Kanton der Schweiz.
1852 Bau der Talstrasse. In Klosters entstehen die ersten Hotels, so z.B.
Hotel Mezzaselva. 1869
Hotel Silvretta, 1870/75
Hotel Florin, 1874
Hotel Brosi 1877
Hotel Schweizerhaus 1878
Hotel Kurhaus 1879
Hotel Belvedere 1889
Hotel Weiss Kreuz 1894
1889 am 9. Oktober Eröffnung der Teilstrecke Landquart-Klosters der nachmaligen Rhätischen Bahn.
In den neunziger Jahren reisst ein Bär in der Alp Novai ein Rind. Seither ist er aus unserer Gegend verschwunden. Auch der letzte Lämmergeier (Bartgeier) verschwindet um diese Zeit aus unserer Gegend.
1904/05 das Hotel Vereina wird erstmals für die Wintersaison offengehalten. Die Skisportler machen ihre ersten zaghaften Gehversuche. Wenige Jahre später entsteht in Selfranga die grosse Sprungschanze und vom Laret herunter in die Brügga finden in den zwanziger Jahren grosse Bob- und Schlittelrennen statt.
1909 Bau eines kleinen Kraftwerkes in Klosters-Dorf durch K. Kasper und Gubler.
1922 entsteht zwischen Dorf und Platz eine dem heiligen Josef geweihte katholische Kirche.
1928-1928 Bau der Bündner Kraftwerke Davos-Klosters, Klosters-Küblis und Schlappin.
In diesen Jahren finden auch die ersten Klosterser Trachtenfeste statt.
1925 im Sommer fahren die ersten Autos durch unsere Dörfer.
1928 Augusto Giacometti erstellt die drei farbenprächtigen Chorfenster in der reformierten Kirche.
1949 Bau der Luftseilbahn Klosters-Gotschnagrat. Betriebsaufnahme anfangs 1950.
1951 Nach viertägigen, fast ununterbrochenem Schneefall im Januar stürzen am 20. Des Monats grosse Lawinen zu Tal und richten gewaltige Schäden an, Bahnen und Strassen sind blockiert. Im ganzen Kanton erleiden 53 Personen den Weissen Tod.
1954 im Dezember fegt ein gewaltiger Föhnsturm über unsere Gegend und richtet in den Waldungen der Gemeinde grosse Schäden an.
1960 im Vereinatal in der Nähe der Hafenfluh werden erstmals wieder Steintiere festgestellt.
1963 am 29. November erscheint die erste Nummer der Klosterser Zeitung.
1965 im Sommer Bau der Gondelbahn auf die Madrisa. Eröffnung am 1. Januar 1966.
1968 wieder ein Lawinenwinter. Da und dort werden Gebäulichkeiten zerstört. Das Stationsgebäude des Parsenn-Furkaliftes wird von einer Staublawine weggefegt.
1978 das seit altersher bekannte Schwefelheilbad Serneus feiert nach vollendetem Totalumbau im Dezember einen Neubeginn.