Mit der Bahn
Je nach Reiseziel heisst es in Landquart oder in Chur von der SBB auf die Rhätische Bahn (RhB), die von Eisenbahnfreunden oft als «schönste Bahn der Welt» gepriesen wird, umzusteigen.
In weiser Voraussicht haben die Bündner vor mehr als 100 Jahren ein Netz von 375 Kilometern Schmalspur bauen lassen. Die RhB führt über 485 Brücken und durch 117 Tunnels in fast alle wichtigen Ferienorte (Davos, St. Moritz, Scuol, Arosa, Disentis). Die Albulalinie der Bahn, die von Chur über Thusis, Tiefencastel, Filisur ins Oberengadin nach Samedan und St.Moritz führt, sowie die Strecke über den 2253 Meter hohen Berninapass gehören zu den eindrücklichsten Bahnstrecken der Welt.
Der Bernina-Express ist die höchste Bahntransversale der Alpen. Er beginnt auf einer der attraktivsten Abschnitte des berühmten Glacier-Express und ist mit 70 Promille Steigung eine der weltweit steilsten Eisenbahnstrecken, die ohne Zahnradantrieb auskommen. Innerhalb von wenigen Stunden erleben die Fahrgäste optisch alle Vegetationszonen zwischen den Gletschern des Piz Bernina (4049 m) und den Palmen im italienischen Tirano (429 m). Der Expresszug verkehrt täglich, Chur ab 8.48 - Tirano an 12.40, Tirano ab 14.40 - Chur an 18.55.
Der Heidiland-Bernina-Express verkehrt täglich zwischen Landquart (7.40 ab) über Klosters/ Davos nach Tirallo (12.24 an). Der Zug befährt von Filisur bis Tirailo dieselbe Strecke wie der Bernina-Express, die klassische Albulalinie. Der Heidiland-Bernina-Express versteht sich als kombiniertes Zug-Bus-Angebot zwischen Davos und Lugano (Tessin). Die Strecke Tirano-Lugano wird in bequemen Autobussen zurückgelegt.
Der Glacier-Express zwischen St. Moritz und Zermatt garantiert stundenlange Höhepunkte: wilde Schluchten, schwindelerregende Brücken, faszinierende Kehrtunnels, Gletscher zum Greifen nahe. Während der siebeneinhalbstündigen Bahnfahrt passiert der Zug 291 Brücken und 91 Tunnels. Er führt hinauf zum 2033 Meter hohen Oberalppass. Der Expresszug verlässt St. Moritz täglich um 9.30 Uhr (Chur ab 10.55) und trifft um 17.03 Uhr in Zermatt ein.
Die Expresszüge der RhB verkehren vom 1.Juni bis 19. Oktober. Sie sind zuschlagspflichtig; Platzreservation ist unerlässlich. Die Fahrkarten sind bei allen Ausgabestellen der Deutschen Bahn, der Österreichischen Bundesbahnen, der Schweizerischen Bundesbahnen sowie an allen RhB-Stationen und bei Ihrem Reisebüro erhältlich.
Über sämtliche Zugverbindungen innerhalb von Graubünden gibt die Rhätische Bahn Auskunft. Tel. 081/9251460, Fax 081/9253509. Sie erhalten auch weitere Reisetips für Mehrtagesfahrten.
Mit dem Postauto
Kaum eine Region Europas verfügt über ein so dichtes Netz an Busverbindungen wie Graubünden. Die auffallenden gelben Postautos fahren täglich mehrmals in jedes Dorf, sei es auch noch so abgelegen. Aber auch über die Pässe Flüela, Julier, Splügen, Maloja und Ofen sowie auf den Berninapass und den Lukmanier existieren Verbindungen. Und ebenso über und durch den San Bernardino.
Die Chauffeure erweisen sich auf den Strassen oftmals als wahre Fahrvirtuosen. Über die Abfahrts- und Ankunftszeiten geben die Hotelreception, der örtliche Tourismusverein, die Bahnstationen und die Postbüros Auskunft.
Folgende Postautostellen organisieren für Gruppen Ausflugs- und Sonderfahrten: Chur (Tel. 081/ 2563184), Ilanz (Tel. 081/9251650), Davos (Tel. 081/4136640), Scuol (Tel. 081/8641683), St. Moritz (Tel. 081/8333072), Thusis (Tel. 081/6511185), Sargans (für die Region Bündner Herrschaft, Tel. 081/7200141).
Regional-Pass Graubünden
Der Regional-Pass Graubünden ist die ideale Fahrkarte für Ihre Ausflüge. Seine Gültigkeit beträgt fünfzehn oder sieben Tage, wobei er an sieben oder drei Tagen als Generalabonnement für die Rhätische Bahn gilt und an den übrigen Tagen zu Fahrten zum halben Preis berechtigt. Postautos und Bergbahnen bieten den Inhabern an allen Tagen 50 Prozent Ermässigung an. Auskünfte und Bezug an allen Stationen der Rhätischen Bahn, in den Postbüros sowie am SBB-Schalter in Bad Ragaz.
Mit der Postkutsche
Gibt es etwas Schöneres, als die Landschaft im gemütlichen Tempo eines Pferdegespanns zu erleben, den Duft von frischem Heu im Urlaubstakt von fünf Kilometern in der Stunde einzuatmen Pferdekutschen bringen unsere Gäste in manch verträumtes Tal (Val Fex, Val Roseg, die Seitentäler von Davos und der Surselva usw.) oder durchs Weinbaugebiet der Bündner Herrschaft. Auskünfte über Möglichkeiten erteilen die örtlichen Tourismusvereine.
Nach Graubünden mit dem Zug, dem Auto wie im Flug
Wussten Sie, dass sich die Bündner jahrelang dagegen wehrten, dass Autos auf den Strassen des Kantons verkehren ? Von 1900 bis 1925 versuchten sie, das Rad der Zeit zum Stillstand zu bringen, indem sie in mehreren Abstimmungen den freien Automobilverkehr ablehnten. Damals wurden die eigensinnigen Bergler von den einen als verschrobene, hinterwäldlerische Zeitgenossen verspottet, von den andern als vorbildliche Demokraten und aufrichtige Tellensöhne bewundert.
Heute werden keine Nägel mehr auf die Strasse geworfen, und Dorf'buben schmissen keine Steine mehr nach motorisierten Fahrzeugen. Unsere Gäste brauchen auch nicht mehr an der Kantonsgrenze ein Pferd vor ihr Auto zu spannen, um damit in Graubünden herumzureisen. Die Strassen sind bis hinauf in den «hinterletzten Krachen» - so pflegen die Bündner ihre kleinen, abgelegenen Dörfer zu nennen -vorzüglich ausgebaut.