Ascona - Impressionen



Wenn man einem Reiselustigen, der nie in Ascona weilte, erklärend die Gegend näherbringen und sichtbar machen wollte, läge es nahe, ihm zu sagen: Hier liegt ein Stück Mittelmeer in herbes Gebirge gebettet, ein sonnenblühendes Kap der Cote d'Azur, eine Meile Rivierastrand mit Nelken und Azaleen und der nötigen Dosis Himmelsbläue !...

Jakob Flach, Der erste Schritt ins Wunderland



Eine glühende Kugel steht am Himmel. Alle Farben der Welt machen um sie einen Kranz. Ihre Strahlen durchbrechen das Wasser, das zu einem Guß aus Smaragden, Rubinen und Saphiren wird... Und aus Italien kommt unter einem mächtigen Segel, das hoch zum Himmel ragt, eine große weiße Barke, mehr weiss als Schnee. ...Da träumt man von alten Zeiten. Der Pracht und der Herrlichkeiten, von Festlichkeiten, Farbenorgien, pompösen Huldigungen. Ascona ist die Königin, der die Huld gilt.

Marianne von Werefkin, Ascona-Impressionen



Aber Ascona hat dennoch eine Verzauberung der Steine erfahren. Die Pranke der Corona dei Pinci, die am weitesten ins zugeschüttete Seebecken vorgreift, die Collina von Ascona, wurde in einem Vierteljahrhundert zum Schicksalsberg des Nestes.

Von dem, was auf diesem Hügel geschehen, erhielt der Name Asconas seinen neuen Inhalt, wird er fernerhin eine Entfaltung herleiten, die sehr von seinem jahrhundertelangen Leben absticht und sich unterscheidet von allem, was den benachbarten Dörfern geschieht.

Alfred Fankhauser, Ascona: Werdegang eines Dorfes



Es gibt Gegenden, in denen eine eigenartige Luft weht - Positano, Worpswede, Montmartre, was weiss ich - Orte mit einer Atmosphäre, gesättigt von unmessbaren Kräften, die all das heterogen Volk anziehen...

Jakob Flach, Der erste Schritt ins Wunderland



In Ascona vergisst man die Welt. Wenn man am Strand liegt, mit der frischen Erinnerung an einen Garten des Maggiadeltas, in dem in einem winzigen Weiher Hunderte von Goldfischen an der Sonne träumen und in dessen Rasen Krokus und Veilchen blühen, die schöne Mädchen pflücken, wird es einem vollkommen schnuppe, wie sich die Menschen draussen einrichten, die heute Krieg führen, morgen vielleicht Frieden schliessen, es aber in tausend Jahren nicht gelernt haben werden, wie man es anstellt, aus der Erde einen Planeten zu machen, der sich singend unter den Sternen bewegt.

Rudolf Jakob Humm, Das epikuräische Ascona