Allgemeines - Wandererlebnis Schweiz



Das Bild des wortkargen Wanderers - ausgerüstet mit Stock, Knickerbockern und roten Wollsocken, in bedächtigem Schritt mit seinen Kräften haushaltend - ist in den letzten Jahren um unzählige Facetten reicher und farbiger geworden. Kaum eine Aktivität bietet so viele Möglichkeiten zur individuellen und flexiblen Ferien- und Freizeitgestaltung. Die Schweiz mit ihrer legendären Vielfalt an landschaftlichen Schönheiten, klimatischen Gegensätzen und kulturellen Eigenarten ist gewissermaßen schon "von Natur aus" prädestiniert, zu Fuß erkundet und mit allen Sinnen erlebt zu werden.

Bei einem Netz von 50.000 Kilometer gut markierten Wanderwegen drängt sich bei aller Wanderlust eine gezielte Auswahl auf, die angesichts der übersichtlichen Angebotsbroschüren der verschiedenen Regionen, Ferienorte und Bergschulen nicht ganz so qualvoll ist, wie dies auf den ersten Blick scheinen mag. Viele der Wanderungen orientieren sich an bestimmten Sachthemen, die den unterschiedlichsten Interessen entsprechen und dem Wanderer ein Stück Schweiz näherbringen oder gar, am Beispiel der Planetenwege, neue Horizonte eröffnen sollen. So werden etwa Heilkräuter-, Pflanzen-, Mineralien-, Tierbeobachtungs- und Kulturwanderungen von den verschiedenen Ferienorten regelmäßig in der näheren Umgebung durchgeführt.

Oberhalb von Montreux am Genfersee beispielsweise führt der "Narzissenweg" von Les Avants über Sonloup zum Aussichtspunkt Cubly und zurück durch blühende Narzissenfelder. Auf dem rund 90 Minuten dauernden Rundgang erleben Liebhaber der Natur eine Ausstellung über die Flora und Fauna, Geologie und Gewässer der Region und erfahren die Geschichte dieser wildwachsenden Blume, die nach der Schneeschmelze die Wiesen über Montreux zu weißen Nazissenfeldern und damit zum Symbol des Frühlings am Genfersee werden läßt. Millionen von Narzissen werden im Mai alljährlich von hier aus in alle Welt verschickt. (Verkehrsbüro Montreux)

Andere Wanderungen richten sich nach Aktivitätsschwerpunkten: Trekkingtouren hoch zu Roß, mit Maultier oder Esel versprechen Abenteuerromantik am offenen Lagerfeuer; Gletschertouren oder -traversierungen garantieren gewaltige Naturspektakel und gemütliche Abende in Alphütten. Führungen durch tiefe Schluchten und das Klettern an den rund 100 Gipfeln mit wenigstens 4.000 Höhenmetern lassen manchen ehrfürchtig erschauern. Bergsteigerschulen betreuen diese Touren fachkundig und verfügen über detailliertes Informationsmaterial.

Mit Volldampf auf zum Wandern: Auf Rigi Kulm, dem autofreien Wander- und Erholungsparadies über dem Vierwaldstättersee, haben schon Mark Twain und Queen Victoria den Sonnenaufgang bewundert. Die klassische Höhenwanderung führt von Rigi Kulm zuerst nach Rigi First. Immer wieder ein Erlebnis ist der Felsenweg, der in die nahezu senkrechte Nagelfluhwand eingehauen ist und ein fantastisches Panorama offenbart. Verschiedene Wandermöglichkeiten führen am Ende des Felsenwegs nach Rigi Scheidegg; der reizvollste Weg ist zweifelsohne der Seeweg. Zum 125 Jahre - Jubiläum der Viznau-Rigi Bahn verkehrt vom 21. Mai bis 20. Oktober 1996 die legendäre Lok 7 - die weltweit einzige Zahnrad-Dampflok mit stehendem Kessel - mehrmals täglich zwischen Rigi Staffel und Rigi Kulm. Ein Grund mehr, die gut ausgebauten Wanderwege im Jubiläumsjahr unter die Füße zu nehmen. (Zentralschweiz Tourismus)

Ob per Bahn, Bus, Luftseilbahn oder Schiff: Das gesamte schweizerische Wandernetz ist bestens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden, was nicht nur umweltgerecht, sondern auch abwechslungsreich und erholsam ist - vorausgesetzt, daß nicht zuviel Gepäck zu tragen ist. Um dem Gast die Gepäckschlepperei zu ersparen, haben die Bündner Verkehrsvereine Davos, Arosa und Lenzerheide/Valbella in Zusammenarbeit mit der Rhätischen Bahn und Postauto Graubünden ein Pauschalangegot kreiert, das für 4 oder 7 Tage und in der jeweils gewünschten Hotelkategorie gebucht werden kann: Vorbei an kristallklaren Bergseen und majestätischen Berggipfeln wandert der Gast von einem Ort zum anderen in einer Landschaft, deren kontrastreiche Vielfalt und urgewaltige Schönheit tief beeindruckt. Das Feriengepäck indessen wird automatisch nachgeführt und trifft rechtzeitig im Zielhotel des neuen Ortes ein: Wandern ohne Gepäcksorgen. (Verkehrsverein Graubünden)


Beliebt und in Etappen verschiedener Schwierigkeitsgrade unterteilbar sind die historischen Wege quer durch die Schweiz, wie zum Beispiel Römer- und Walser Wege oder die "obere Straße", auf der Jakobspilger seit dem 10. Jahrhundert zu Hunderttausenden Richtung Spanien zogen.

Im Wallis - insbesondere im Rhonetal - gibt es eine aus der vormittelalterlichen Zeit stammende Besonderheit von malerischem Charme: die "Suonen". Eine Suone ist ein künstlicher Kanal, der das Wasser zur Bewässerung der Felder bis zu mehreren Kilometern über die Bergflanken hinweg transportiert. Von den 190 Suonen im Wallis mit einer Gesamtlänge von 760 km führen 160 noch immer Wasser, und ihr leises Plätschern begleitet den Wanderer durch Wiesen, Wälder und Lichtungen auf wunderschönen Pfaden über weite und recht ebene Strecken hinweg. Der Walliser Verkehrsverband hat die schönsten Suonenwanderungen mit detaillierten Angaben in einer Wanderbroschüre zusammengestellt; Wanderungen, die zum Sinnieren und Lustwandeln in einer idyllischen Landschaft verlocken. (Walliser Verkehrsverband)

Verlockungen einer anderen Art verspricht allein schon der Name: Auf der Suche nach versteckten Schätzen im Tessin entdeckt man den

"Sentiero del Sole" (Weg der Sonne). Ausgangspunkt ist Airolo am südlichen Fuß des Gotthards. Einige Highlights sind die "Strada Alta" in der Leventina, auf sonnigen Terrassen hoch über dem Tal südwärts bis Biasca; das romantische Val Bavona im Maggiatal; das malerische Dorf Rasa im wilden Centovalli und schließlich das toskanische Malcantone beim Luganersee, wo der " Sentiero delle meraviglie" (Weg der Wunder)erforscht wird. Eurotrek Zürich organisiert die Wanderungen - geführt (jeden Samstag) oder auch auf eigene Faust (jeden Montag) von Mai bis Oktober. (Ente ticinese per il turismo)

Städteliebhaber, die, wie der Schweizer sagt, "dä Zähner und d's Weggli" ("den Zehner und das Brötchen") wollen beziehungsweise Erholung und Naturerlebnis in der Nähe der Stadt suchen, kommen in der Schweiz durch die kontrastreiche Vielfalt auf kleinem Raum auf ihre Kosten. Zürich Tourismus beispielsweise bietet einen Ausflug von ca.

3 Stunden an, bei dem der Besucher nach 20minütiger Fahrt mit der steilsten Adhäsionsbahn Europas den höchsten Punkt Zürichs auf dem Uetliberg - Zürichs Hausberg - erreicht. Bei guten Wanderverhältnissen sieht man vom Aussichtsturm aus bis weit in die Berner Alpen und den Jura. Auf einer 1 1/2stündigen Gratwanderung zur Felsenegg laden lauschige Picknick-Plätze oder urchige Landgasthöfe zum Verweilen ein. Zurück nach Zürich geht's mit der Luftseilbahn und der S4. Übrigens: Das Programm heißt sinnigerweise "Gmüetli uf de Uetli" - oder zu deutsch: gemütlich auf den Uetliberg. (Zürich Tourismus)