Die Hofburg war ursprünglich tatsächlich eine mittelalterliche Burg, von der heute nur noch die Burgkapelle sichtbar ist. Mit der Zunahme der Macht der Habsburger und der Vergrößerung ihres Herrschaftsgebietes wurde sie zur prachtvollen Residenz ausgebaut. Im 16. Jh. entstanden die Stallburg und der Amalientrakt, im 17. Jh. der Leopoldinische Trakt und im 18. Jh. der Reichskanzleitrakt, die Hofbibliothek und die Winterreitschule, im 19. Jh. der Michaelertrakt. Den letzten Bauabschnitt bildete die Neue Burg um 1900. In der Hofburg befinden sich heute der Amtssitz des Bundespräsidenten, ein bedeutendes Kongreßzentrum, die Auftrittsorte der Wiener Sängerknaben und der Lipizzaner der Spanischen Reitschule und öffentlich zugängliche Sammlungen und Schauräume:
Kaiserappartements
Ehemalige Hofsilber- und Tafelkammer
1, Innerer Burghof (In der Burg), Kaisertor
Tel. 533 75 70
Täglich 9 - 16.30
U1, U3: Stephansplatz, U3: Herrengasse
Mit der Wien-Karte jeweils um 63 statt um 70 Schilling; Führungen um 81 statt um 90 Schilling.
Für Rollstuhlfahrer ohne Hilfe zugänglich, WC-Türen mindestens 70 cm breit (Behinderten-WCs nur teilweise vorhanden), Türbreiten mindestens 80 cm, vereinzelt Stufen, Personal hilft.
Die Kaiserappartements
Zu sehen sind die Räume für die Offiziere des kaiserlichen Stabes, der große Audienzsaal (Gemälde des Biedermeiermalers Peter Krafft), das Konferenzzimmer, in dem der Ministerrat und der Kronrat tagten, sowie die Privatgemächer von Kaiser Franz Joseph I. (reg. 1848-1916); sämtliche im Reichskanzleitrakt. Weiters, in der Amalienburg, die Privatgemächer der Gattin Franz Josephs, Kaiserin Elisabeth, die Alexander-Appartements (während des Wiener Kongresses von Zar Alexander I. bewohnt) und der Speisesaal der kaiserlichen Familie. Die Räume sind im im Rokokostil gehalten, mit reichen Stukkaturen, wertvollen Wandteppichen aus Brüssel (17./18. Jh.), Lustern aus böhmischem Kristall und Kachelöfen aus Porzellan. Das Mobiliar aus dem 19. Jh. ist im Stil Ludwigs XV. und des Empire gehalten.
Hofsilber- und Tafelkammer
Die ausgestellten Tafelgeräte, Geschirr und Gläser entsprechen in ihrem Prunk dem Repräsentationsbedürfnis des Kaiserhofes. Zu sehen sind unter anderem der fast 30 m lange Mailänder Tafelaufsatz, Porzellan aus Ostasien, Sèvres und Wien, Panoramateller, Fayencen, Goldschmiedearbeiten und das umfangreichste Prunkservice, das Vermeilservice für 140 Personen.
Weltliche und Geistliche Schatzkammer
Burgkapelle
Unter Kaiser Friedrich III. 1447 bis 1449 in gotischem Stil erbaut, später barock verändert. Hier finden an Sonntagen und kirchlichen Feiertagen (ausgenommen Sommerferien und einige andere Tage) Messen statt, zu denen die Hofmusikkapelle - bestehend aus einem Chor der Wiener Sängerknaben sowie Mitgliedern des Staatsopernchores und -orchesters - Werke alter und neuer Meister aufführt.
Österreichische Nationalbibliothek, Prunksaal der ehemaligen Hofbibliothek
In der Neuen Burg, dem jüngsten und monumentalsten Bauteil der Hofburg (1881 bis 1913), befinden sich das Museum für Völkerkunde und Dependancen des Kunsthistorischen Museums: Ephesosmuseum mit Kunstwerken aus dem antiken Kleinasien, die Hofjagd- und Rüstkammer (zweitgrößte der Welt) und die Sammlung alter Musikinstrumente.