Wien - Das kaiserliche Wien



Keine andere Stadt ist so sehr Kaiserstadt wie Wien. In Paris herrschte kurze Zeit Napoleon. In Berlin gab dreißig Jahre lang der stramme "Wilhelm zwo" den Ton an. Weit weg vom Zentrum Europas mehrte der Zar in St. Petersburg seine Macht, und wenig erfuhr man vom Tenno in Japan und vom Kaiser von China. Vom kaiserlichen Wien aber wird seit eh und je geschwärmt.

Zum Beispiel beim Wiener Kongreß 1814/15: Fürsten und Diplomaten aus ganz Europa amüsieren sich blendend. Denn Kaiser Franz "zahlt für alle", wie der Volksmund weiß. Der Deutsche Helmuth von Moltke nennt Wien 1865 "eine prächtige Stadt" - ein Urteil, dem Gäste aus aller Welt heute wie damals zustimmen... "Es war eine heile Welt", weiß William M. Johnston mehr als hundert Jahre später.

Muß man Geschichte lernen, um diese Stadt heute genießen zu können ? Nein. Und deshalb lesen Sie hier kein Geschichtsbuch, sondern ein paar Antworten auf die Frage: Was blieb vom Doppeladler ? Damit Sie die einstige Reichshaupt- und Residenzstadt Wien genießen, wie sie seit Jahrhunderten von Gästen erlebt wird.

Den Wienerinnen und Wienern fiel das Glück, sich jahrhundertelang im Glanz des kaiserlichen Hofes sonnen zu können, in den Schoß. (Sie bezahlten es mit Untertanengeist und Titelsucht, die kritische Geister bis heute hier orten.) Zum Glück der Einheimischen gehörte auch, daß die Herrscherfamilie Habsburg sich immer gern um reiche Erbinnen und Erben umsah.

"Bella gerant alii, tu felix Austria nube." (Dieser Spruch - Kriege mögen andere führen, du, glückliches Österreich, heirate - wird Kaiser Maximilian I. anno 1515 zugeschrieben.) Damit waren die Habsburger in den 640 (!) Jahren ihrer Herrschaft in Österreich (von 1278 bis 1918) oft erfolgreich. Man regierte zeitweise in Spanien, im heutigen Belgien, einen beträchtlichen Teil Italiens, "natürlich" Böhmen und Ungarn.

Doch es ging in Wien trotz prunkvoller Hochzeiten nicht immer nur friedlich zu. So mancher andere Herrscher hätte die Habsburger hier gerne abgelöst. Dicke Stadtmauern umgaben Alt-Wien jahrhundertelang. Vor 130 Jahren aber wurden die Mauern entfernt, und Wien wuchs zur Millionenstadt: mit der prachtvollen Ringstraße als "Schaufenster der Monarchie".

Spazieren Sie durch Wien, wie es die Kaiser liebten. Küß' die Hand, gnädige Frau. Habe die Ehre, der Herr. Servus, Freund des Doppeladlers.