
Kulinarische Vielfalt dominiert die Stadt. Sinnliche Genüsse. Der Gaumen entdeckt das Neue, die Zunge erforscht das Ungewohnte, das Auge ißt mit. Lassen Sie sich verlocken: Wien für Feinschmecker.
Die Oasen der Gemütlichkeit
"Wien ist um einige Kaffeehäuser herumgebaut", bemerkte einmal ein Reisender angesichts der zahlreichen Cafés hier. Einige dieser "Oasen der Gemütlichkeit" - wie manche Zeitgenossen vom Kaffeehaus schwärmen sind Legende geworden: das Griensteidl (Herrengasse 1), Literatencafé gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, das Café Museum (Friedrichstraße 6), wo einst Wiens Jugendstilkünstler über neue Kunst diskutierten, das Sperl (Gumpendorfer Straße 11), seit 1880 Treffpunkt von Künstlern und Theaterleuten, das Hawelka (Dorotheergasse 6), in den fünfziger Jahren Künstler-Café, heute ein "In"-Treff.

Den Nachmittag verträumen
Im Kaffeehaus können Sie, wie schon der Name sagt, Kaffee trinken - daß heißt, wenn Sie sich entschieden haben, in welcher Zubereitungsform Sie den Kaffee wünschen: als Melange, als kleinen oder großen Braunen... Dazu sollten Sie Wiener Mehlspeisen versuchen - etwa den Gugelhupf (ein feiner Kuchen), Kipferln (ein sichelförmiges Gebäck), die Sachertorte, den Apfelstrudel. In renommierten Cafés liegen internationale Zeitungen auf.

Vom Beisel an der Ecke...
Lassen Sie sich verwöhnen - in den Luxusrestaurants der Stadt, wo Ihnen internationale Küche ebenso serviert wird wie typisch wienerische Gerichte: etwa das Wiener Schnitzel (ein paniertes, gebackenes feines Stück Kalbfleisch), der Tafelspitz (ein zartes Stück Rindfleisch, gekocht, kommt mit Apfelkren, Schnittlauchsoße und gerösteten Erdäpfein auf den Tisch) oder der Kaiserschmarrn (eine zerteilte, gezuckerte Eieromelette, die mit "Zwetschkenröster" einer Art Kompott - serviert wird).
Traditionelle Wiener Küche ist eine Domäne des Beisels - so nennt man hier die kleinen Lokale, die Sie an beinah jeder Ecke finden. Viele dieser Beisel stellen im Sommer Sessel und Tische auf den Gehsteig, um ihre Gäste in diesem improvisierten Garten - Schanigarten genannt zu bewirten. Wenn Ihnen der Sinn nach Süßem steht, dann sollten Sie zur Jause eine der zahlreichen Wener Konditoreien mit ihrem mannigfaltigen Mehlspeisenangebot aufsuchen.
Eher deftig ist die Kost beim Würstelstand, jenen Buden, bei denen viele abends nach Oper oder Konzert einen Imbiß nehmen - etwa eine Burenwurst (der Wiener sagt Heiße - Dialekt: "Haaaße" - und meint damit, daß die Wurst gekocht ist).

...zum Heurigen im Grünen
Gemütlich geht's beim Heurigen zu - das sind jene Lokale in den Heurigenorten am Stadtrand, in denen Wein ausgeschenkt wird, der von der letzten Ernte stammt (in Wien sagt man heuriger Wein dazu). Außer Wein bietet der Heurige öfters auch Heurigenmusik und fast immer ein reichhaltiges Buffet mit einfacher Kost, bei dem Selbstbedienung Brauch ist.
Typische Wiener Heurigenorte sind z.B. Grinzing, Neustift am Walde, Nußdorf und Sievering.
Wiener Kaffeespezialitäten
Die Melange: Milchkaffee mit oder ohne Schlagobers
Der (kleine oder große) Braune (seiten auch "Schale Gold"): schwarzer Kaffee mit Obers
Der (kleine oder große) Mocca (auch "Schwarzer"): schwarzer Kaffee
Der Türkische: schwarzer, starker Kaffee, im Kupferkännchen (oft mit Zucker) aufgebrüht, heiß serviert
Der Einspänner: Mocca im Glas mit Schlagobers
Der Wiener Eiskaffee: starker, kalter Mocca mit Vanilleeis und Schlagobers
Der Masagran (auch Mazagran): kalter Kaffee mit Eiswürfeln und Maraschino
Der Kapuziner: kleiner Mocca, mit wenig Obers und etwas geriebener Schokolade bestreut
Der Fiaker: Mocca mit Rum
Aus dem Monatsprogramm erfahren Sie, wann welche Wiener Cafés Sie mit Walzermusik unterhalten, und in der Broschüre Wiener Küche lesen Sie, in welchen Restaurants Sie typisch wienerische Spezialitäten genießen können.