Sankt Anton - Die Steilhänge



Mögen sich die Experten auch streiten, in welchem Arlberg-Gebiet es die besten Firnhänge gibt - bei den Buckel- und Steilpisten sind sich alle Profis einig: an der Schindler Spitze, am Kapall und am Galzig.


Die ideale Jahreszeit für diese Extrem-Abfahrten sind die bereits legendären Wedelwochen vor Weihnachten. Und gerade in dieser Vorsaison, wenn viele überhaupt noch nicht an Ski-Urlaub denken, findet man am Arlberg hervorragende Bedingungen: stabiles Wetter, gemäßigte Temperaturen und schon reichlich Schnee. Das ist auch die Zeit, in der Ski-Profis wie Hans-Peter Scherl privat auf die Piste gehen und sich schon mal beim ersten Schnee-Kriterium richtig austoben.


Absolute Spitze ist die Schindler Spitze. Man fährt mit der Schindlergratbahn hinauf und hält sich oben gleich rechts. Von hier aus führen jede Menge Einstiege durch die Felsen hinein in den Schindlerkar-Steilhang. Und das sind schon 500 Höhenmeter, die mit Tausenden mannshoher Buckel übersät, scheinbar senkrecht nach unten fallen. Eine echte Spielwiese für Könner.


Die zweite Extrem-Variante von der Schindler Spitze zweigt oben links ab, zunächst in den Steilhang Richtung Ulmer Hütte. Dann aber muß man sich links eng am Hang halten, überquert einen Grat und gelangt schließlich zur berüchtigten Schweinströge. Enger als der Steilhang, aber nicht weniger fordernd. Wer gleich danach weitertoben will, fährt mit dem Tanzboden-Schlepper wieder hoch und nimmt sich die direkte Abfahrt unter der Christophbahn vor.

Doch auch am sonst so begradigten Galzig gibt es einige Feinheiten für Könner. Zum Beispiel den Jungbrunntobel, den man über die St.-Christoph-Abfahrt und den Maienwasen erreicht (diese Varianten sollten nur mit erfahrenen Bergführern gefahren werden). Eine enge Waldabfahrt parallel zur Galzig-Gondel. Oder die Zwischenabfahrt, die sich links vom Feldherrnhügellift durch die Bäume schlängelt. Wer dann noch die Herausforderung am Kapall sucht, dem sei das Törli empfohlen: ein enges Tal, das man von der Kapall-Bergstation aus erreicht und das durch den Schöngraben bis hinunter nach St.Anton führt.