Klagenfurt - Landesmuseum für Kärnten



Landesmuseum für Kärnten
Museumgasse 2
A-9021 Klagenfurt

Tel 0463/536-30552
Fax 0463/536-30540

ganzjährig geöffnet
Di-Sa: 9-16 Uhr
So, feiertags: 10-13 Uhr


Archäologie


Die Abteilung für Archäologie, Ur- und Frühgeschichte vermittelt dem Besucher einen Überblick über die prähistorische, römerzeitliche und frühmittelalterliche Besiedlung Kärntens. Einen Schwerpunkt dieser Sammlungen bilden die Funde aus dem hallstattzeitlichen Gräberfeld von Frög, der außergewöhnliche, keltische Waffenfund aus Förk, die für das Gebiet diesseits der Alpen einzigartigen römerzeitlichen Fresken vom Magdalensberg sowie die reichen Skulpturenfunde und das Mosaik aus dem römischen Virunum. Die Schausammlung gibt einen Überblick über Eisen- und Bronzefunde, über die einheimische und importierte Keramik sowie über Glas, Schmuck und Beinschnitzereien. Hingewiesen sei auch auf die im Museumspark ausgestellten römerzeitlichen Inschrift- und Reliefsteine sowie auf die dort befindlichen mittelalterlichen Steindenkmäler.



Kunstgeschichte


Kärnten zählt zu den kunsthistorisch interessantesten Bundesländern Österreichs. Unsere Kirchen und Klöster beherbergen innerhalb der Republik den zahlenmäßig größten Bestand an mittelalterlicher Kunst. Die kunstgeschichtliche Abteilung des Landesmuseum bezeugt das reiche Kunstschaffen im Lande durch die Präsentation ausgewählter Objekte aus allen Epochen und Gattungen. Das romanische und gotische Kunsthandwerk wird durch Bronzeleuchter, Vortragekreuze, einen Minnekästchendeckel und ein Zeremonienschwert sowie durch ein Truhenschloß illustriert.

Schwerpunktmäßig werden in den chronologisch gereihten Schauräumen die besten Beispiele aus der heimischen Malerei und Plastik der Gotik, des Manierismus im 16. Jahrhundert (Scheiben des Mercurius Miller), der Reformation und Gegenreformation, aber auch der Kärntner Malerei des 18. Jahrhunderts (J. F. Fromiller) und des 19. Jahrhunderts (H. Gasser, M. Pernhart) berührt. Den Hauptwerken der heimischen Produktion, der Beweinungstafel des Thomas von Villach und den Schnitzaltaren der St. Velter Schule, stehen Kunstwerke von europäischem Rang zur Seite: die Reliefs der Brauttruhen der Paola Gonzaga und die Büste Johann Khevenhüllers von Jacopo da Trezzo.



Landesgeschichte und Numismatik


Die enge Verbindung zwischen Kunst und Geschichte ist im Zusammenwirken von politischem Geschehen und dem jeweiligen zeitgemäßen Kunstwollen immanent. Der Millstätter-Raum stellt in anschaulicher Weise mit Beispielen der Kunst der Kärntner Spätgotik eine enge Beziehung zu dem vom habsburgischen Kaiser Friedrich III. 1469 begründeten St. Georgs-Ritterorden in Millstatt her. Harnische leiten zur Präsentation spatmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Waffen über.

Die neuzeitliche Geschichte des Landes wird dokumentiert durch wertvolle Zimelien wie die ständische Wahlurne mit Tasse, durch die landständische Münz- und Medaillenräume mit einzigartigen numismatischen (Großer Ehrpfennig) Belegen. Der Bogen des adeligen Mäzenatentums spannt sich über die Büste des kaiserlichen Botschafters Johann Khevenhüller bis hin zur Kunst der frühen Protestantenzeit.

Zwei besondere Kapitel der Kärntner Landesgeschichte beschließen die historische Schausammlung: zum einen die für die Einheit des Landes so bedrohliche Zeit der Franzosenkriege, zum anderen die Revolution von 1848, als deren wichtigstes Ergebnis für das Land die Selbständigkeit des Herzogtumes Kärnten wiederhergestellt wurde.



Volkskunde


Die volkskundliche Abteilung ging größtenteils aus den Beständen des 1925 eröffneten Kärntner Heimatmuseums hervor, das als Abstimmungsdenkmal von der Kärntner Landsmannschaft begründet wurde. Seit der Neugestaltung nach dem Zweiten Weltkrieg stehen sechs Ausstellungsräume zur Verfügung:

Der Trachtenraum mit den verschiedenen Formen bzw. Materialien von der Urtracht bis zum rezenten Bestand tradierter Kleidersitten; der Handwerksraum mit einer Schneiderwerkstätte und Nagelschmiede sowie Exponaten der Schmiede-, Schlosser-, Töpfer- und Glasbläserkunst und einer komplett eingerichteten Schusterwerkstätte; der Brauchtumsraum mit Schaustücken aus dem Jahres- und Lebenslauf; der Möbelraum mit Zeugnissen von der Gotik bis zum Spätbiedermeler; der Musikalienraum mit verschiedenen Instrumenten.

Eine Gangpassage mit geschnitzten und bemalten Arbeitsgeräten und Behältnissen, Instrumenten und Schwarzhafnerkeramik rundet das Bild einer vielschichtigen inneralpinen Volkskultur ab.



Botanik


Mit dem Kärntner Landesherbar besitzt das Landesmuseum eine umfangreiche und traditionsreiche Sammlung präparierter Pflanzenbelege aus ganz Europa (etwa 100.000 Stück), eine beachtenswerte Grundlage der botanischen Forschung im Lande. Als Dokumentation der botanischen Arbeit in Kärnten vom späten 18. Jahrhundert an, sind bis auf wenige Ausnahmen alle Kärntner oder in Kärnten tätig gewiesenen Botaniker mit Sammlungen vertreten, wie etwa Vest, Traunfellner, Hoppe, josch, Kokeil, Pacher und Jabornegg, um nur einige zu nennen.

Aber auch das im Zuge der Forschungsarbeiten an einer im Entstehen begriffenen neuen Flora von Kärnten zustande gebrachte Pflanzenmaterial wird laufend dieser Sammlung einverleibt. Durch einen ausgedehnten Entlehnverkehr mit botanischen Instituten des In- und Kuslandes hat sich nun auch die Möglichkeit ergeben, die Bestände des Kärritner Landesherbars, welches bereits überregionale Bedeutung erlangt hat, in den jeweils neuesten wissenschaftlichen Bearbeitungen zu berücksichtigen.



Zoologie


Die Lage Kärntens am Südrand der Ostalpen, besondere klimatische Bedingungen, unterschiedliche Landschaftsformen sowie der Reichtum stehender und fließender Gewässer schafft eine außerordentliche Mannigfaltigkeit an natürlichen Lebensbedingungen für die Tierwelt. Ein repräsentativer Querschnitt durch die Vielfalt der heimischen Tierarten wird in den Schauräumen gezeigt, wobei vor allem die reichhaltige Insektenwelt und viele Vogelarten ausgestellt sind. Die Wildtiere Luchs und Bär waren bereits ausgestorben und werden jetzt wieder eingesetzt. Die seinerzeit letzten Exemplare dieser Arten sind ebenso in den Sammlungen zu betrachten wie der wieder eingebürgerte Steinbock.



Geologie - Mineralogie


Kärntens geologischer Bau ist durch eine große Vielfalt der Gesteine, Schichtfolgen und tektonischer Einheiten auf engstem Raum gekennzeichnet.

Im Süden Kärntens zieht die insgesamt 600 km lange geologische Nord-Süd-Alpen-Grenze, die Periadriatische Naht, durch. Diese Mannigfaltigkeit im geologischen und petrographischen Aufbau ist die Grundlage für einen außergewöhnlichen Reichtum an Mineralien (bisher wurden über 200 verschiedene Arten nachgewiesen) und Lagerstätten, von welchen einige auch heute noch praktische Bedeutung haben (Blei und Zink in Bleiberg-Kreuth, Magnesit bei Radenthein, Eisenglimmer in Waldenstein).

Die Schausammlungen bieten neben einem logischen Überblick und Fossilien vor allem eine reiche Auswahl an Mineralien aus Kärntens Bergen und Lagerstätten.



Bibliothek

Dem interessierten Besucher stehen über 100.000 Bücher, Zeitungen und Zeitschriften verschiedenster Themenstellungen, betreffend die Geschichte, Landesgeschichte, Naturkunde, Volkskunde etc. des Landes Kärnten zur Benützung bereit.



Lapidarium

Sammlung römerzeitlicher Steindenkmäler im Park der Mießtaler Straße gegenüber dem Museumsgebäude.



Museumspädagogik

Für die Organisation von Führungen (Gruppen, Schulklassen etc.) oder museumspädagogischer Aktionen im Museum und seinen Außenstellen und Beratung steht Ihnen diese Einrichtung gerne zur Verfügung und wird versuchen, Ihnen bei Erfüllung Ihrer Wünsche behilflich zu sein.



Das Landesmuseum empfiehlt auch seine Außenstellen:

Archäologischer Park Magdalensberg
9064 Pischeldorf
Telefon 04224/2255
geöffnet von Mitte April bis Ende Oktober täglich von 9 bis 19 Uhr

Kärntner volkskundliches Freilichtmuseum Maria Saal
9063 Maria Saal
Telefon 04223/2812 und 3166
geöffnet von Mai bis Ende Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr

Archäologisches und frühchristliches Museum Teurnia
9811 Lendorf
Tel. 04762/33807
geöffnet von 1. Mai bis 31. Oktober
täglich von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr