Der Reichtum und die Schönheit der altehrwürdigen fürsterzbischöflichen Residenz und Hauptstadt Salzburg wären ohne die geschichtliche Existenz des Dürrnberges kaum auf solcher Stufe denkbar gewesen.
Die Besiedlung des Dürrnberges hat - wohl auf Grund des Salzvorkommens - ihren Ursprung bereits in der jüngeren Steinzeit. Gräberfunde geben darüber beredten Aufschluß. Über zwei Jahrtausende brachte das Salz Arbeit und Wohlstand. Schon für Illyrer, Kelten und Römer bildete es hier die Lebensgrundlage.
Mit der Vertreibung der Römer um 477 nach Christus kam der Bergbau zum Erliegen, bis im 7. Jahrhundert der heilige Rupertus die Salzgewinnung wieder aktivierte. Im Lauf der Zeit siedelten sich Bewohner dann mehr und mehr im Tal an, denn nur von dort aus konnte das Salz auf der natürlichen Wasserstraße der Salzach in ferne Länder transportiert werden. Es lohnte sich auch, im Tal die Sudpfannen zu errichten, denn hier brachte die Salzach das erforderliche Brennholz aus dem Gebirge. Aus der Muttersiedlung des Dürrnberges entstand so die Tochtersiedlung Hallein, die bald den Bergknappenort an Größe und Stattlichkeit überflügelte.
Vor allem eine neue Blütezeit des Salzbergbaues, um die Wende des 12. Jahrhunderts verschaffte der rasch wachsenden Halleiner Siedlung bereits im Jahre 1230 das Stadtrecht. Bis zum 14. Jahrhundert hatte der Salzburger Landesfürst und Erzbischof das alleinige Monopol auf das Halleiner Salz.
Einen gewaltigen Rückschlag erlebte der Salzbergbau durch die Protestanten-Emigration von 780 Dürrnbergern im Jahre 1732. Mit den Dürrnbergern mußten insgesamt an die 20.000 Salzburger wegen ihres Glaubens das Land verlassen. Damit erlitt das Erzbistum Salzburg einen kaum mehr gutzumachenden wirtschaftlichen Niedergang. Nur wenige Bewohner blieben auf dem Dürrnberg zurück, so daß sich die Landesherren genötigt sahen, bayrische Ansiedler in die Knappensiedlung zu rufen.
Jahrhunderte hindurch blieben die Dürrnberger verkehrsabgeschieden; das ist auch der Grund, warum sich die überlieferten Lebensformen und Bräuche so lange unverfälscht erhalten konnten. Heute ist der Dürrnberg mehrfach verkehrsaufgeschlossen. Seit 1954 setzte reger Fremdenverkehr ein und die Bevölkerung ist den Gästen gegenüber aufgeschlossen und entgegenkommend. Vor allem, wenn jemand Interesse für die Dürrnberger Geschichte und das überlieferte Brauchtum bekundet, sind die Dürrnberger gern zu Auskunft und Erklärungen bereit. Selbstverständlich sind sie weltweit interessiert und nehmen Anteil an den aktuellen Ereignissen.