Die Stadt Graz hat als ein internationales Kulturzentrum eine jahrhundertealte Tradition.
Als Hauptstadt des Bundeslandes Steiermark und mit einer Viertelmillion Einwohner die zweitgrößte Stadt Österreichs ist Graz die international am stärksten geprägte Stadt des süddeutschen Sprachraumes.
1379 zur Hauptstadt von lnnerösterreich erhoben, gewann sie fast über den gesamten Alpen-Adria-Raum geistige Strahlkraft. Romanische und slawische Eigenart vermischten sich mit germanisch-alpiner zu einem für diese Stadt spezifischen Charakter. Gotik, Renaissance und Barock prägen das Bild der Grazer Altstadt, die als eine der größten geschlossenen des deutschen Sprachraumes gilt - über die Grenzen Europas hinaus bekannt. Straßenzüge und Stadtviertel mit bedeutenden Bauten des Klassizismus, des Historismus, des Jugendstils und der Moderne machen Graz zu einer permanenten lebenden Architekturausstellung.

Die Stadt Graz ist auch gegenwärtig ein Brennpunkt und eine Drehscheibe des internationalen Kulturgeschehens.
Seiner geographischen Lage entsprechend, erfüllte und erfüllt Graz in unmittelbarer Nähe der Grenzen zu Slowenien, Kroatien und anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawien und zu Ungarn seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine bedeutende Leuchtturmfunktion. Graz war die nächstgelegene westeuropäische Stadt, in der Künstler und Kulturschaffende aus Osteuropa Gelegenheit hatten, sich über kulturelle Tendenzen der Gegenwartskunst zu informieren.
1970 wurde der Stadt Graz die Ehrenflagge des Europarates - die Europafahne - verliehen; 1979 erhielt Graz den Europapreis.
Im Zuge der noch immer im Gange befindlichen Umwälzungen im Osten und Südosten Europas wurde Graz nunmehr zum Knotenpunkt innerhalb eines kulturellen Städtenetzes zwischen zwei Dutzend "alten Freunden" von München bis Temesvar und Pecs, von Lemberg bis Pula und Triest, von Brünn bis Sarajevo und Dubrovnik und von Krakau bis Laibach und Zagreb... Gemeinsame Kulturprojekte, kulturpolitischer Erfahrungsaustausch und Know-How-Transfer sind unter "alten Freunden" auch in schweren Zeiten, und gerade in diesen, ganz besonders wichtig.
Graz bietet, gemessen an seiner Einwohnerzahl, ein unverhältnismäßig reiches kulturelles Angebot.
styriarte ist ein junges, sommerliches Musikfestival, in dem die Musik des Barock, der Klassik und der Romantik in hochkarätiger Interpretation einem internationalen Publikum angeboten wird.
Die Akademie Graz besteht aus einer Serie von Tagungen, Workshops und "Disputationes", in der internationale Künstler und Wissenschaftler aus allen Teilen Europas anreisenden Interessenten Einblick in ihr Schaffen vermitteln sowie aktuelle Themen der Zeit diskutieren und ins öffentliche Bewußtsein tragen.
Der steirische herbst zählt zu den wichtigsten internationalen Festivals der Gegenwartskunst. Seit nahezu 25 Jahren gehen von diesem Festival immer wieder lmpulse aus, die das internationale Kunstgeschehen maßgeblich beeinflussen.
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Ein Opernhaus und ein Schauspielhaus mit ständigem Ensemble, Philharmonischem Orchester und Ballett bieten ein reiches und immer wieder aktuelles Theaterangebot. Die Grazer Oper gilt als Sprungbrett internationaler Sängerkarrieren, das Schauspielhaus als "Probebühne" für neue Stücke und neue Inszenierungen.
Im forum stadtpark agiert an der Spitze der zahlreichen sich selbst bestimmenden und erneuernden Grazer Künstlergruppen seit nunmehr Jahrzehnten jene, die immer wieder über die Grenzen wirkende Impulse für die Avantgarde der Literatur, der Architektur, der Bildenden Künste und der Fotografie gegeben hat und gibt.
Das erst kürzlich gegründete Haus der Architektur hat bereits weltweiten Ruf als Ort der Kreation, Präsentation und Diskussion neuester Architekturströmungen.
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Das Landesmuseum Joanneum mit seinen 16 Abteilungen erhielt 1984 den Preis des Europarates für das "Europäische Museum des Jahres". Zu seinen bedeutendsten Kollektionen gehört das Landeszeughaus, die größte historische Waffensammlung der Welt aus der Zeit der Türkenkriege.
Die Stadt Graz verfügt über eine große Anzahl von Räumen und Stätten, die zur Abhaltung kultureller Veranstaltungen hervorragend geeignet sind
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Das Opernhaus, um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert von Fellner und Hellmer erbaut, 1983/ 84 erweitert und renoviert, verfügt über eine hochmoderne Bühnentechnik und faßt ca. 1.400 Zuschauer.
Das Schauspielhaus, einer der schönsten klassizistischen Theaterbauten des deutschen Sprachraumes, faßt ca. 500 Zuschauer. Seine technische Ausrüstung entspricht ebenfalls den Anforderungen eines zeitgenössischen Theaterbetriebes.
Das höchst bemerkenswerte Schloß Eggenberg, nach dem Vorbild des Escorial erbaut, ist samt seinem Park ein zauberhafter Rahmen für Konzerte.
Der Grazer Congress, inmitten der Grazer Altstadt gelegen, verfügt über drei große Säle und zahlreiche Nebenräume. Der größte von diesen, der Stefaniensaal (Fassungsvermögen ca. 1.100 Personen), zählt zu den akustisch besten Konzertsälen Europas.

Im weiten Areal des Grazer Messegeländes finden sich reiche Möglichkeiten zur Abhaltung besonders publikumsintensiver Veranstaltungen.
Die Schloßbergbühne ist eine malerische Freilichtbühne im Areal der alten Stadtfestung und verfügt über eine bei Bedarf in wenigen Minuten ausfahrbare Überdachungsmöglichkeit.

Der Renaissancehof des Grazer Landhauses ist ein atmosphärisch dichter und stimmungsvoller Schauplatz für Oper und Theater, ebenso wie zahlreiche weitere historische Höfe in der Altstadt, die vor allem von freien Theatergruppen gut und gerne genutzt werden.
Mit dem Künstlerhaus, der Neuen Galerie, dem Kulturhaus und dem Haus der Architektur stehen weitere, geräumige Ausstellungsareale zur Verfügung, die durch das große TRIGON-Haus im Pfauengarten ausgeweitet werden sollen. Dieses neue Haus für Ausstellungen und mehrspartige Kunstereignisse ist auf der Grundlage eines Architektenwettbewerbes als weiteres Beispiel für neues Bauen in alter Umgebung inmitten der Stadtkrone geplant.
Die Stadt Graz war auch in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz wichtiger kultureller Ereignisse
Im Jahre 1596 veröffentlichte Johannes Kepler in Graz sein "Mysterium Cosmographicum".
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An der Grazer Universität wirkten im Laufe der Zeit sechs Nobelpreisträger: Fritz Pregl, Begründer der Mikrochemie, der Pharmakologe Otto Loewi, die Physiker Viktor Hess und Erwin Schrödinger, der Psychiater Julius Wagner-Jauregg und der Zoologe Karl von Frisch. Desgleichen lehrten hier Ludwig Boltzmann, Josef Schumpeter und Alexius Meinong, dessen Lehren unter anderem auch Bertrand Russell beeinflußten.
Der Grazer Komponist Joseph Marx, ein Schüler Meinongs, begründete in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts die österreichische Form des musikalischen Impressionismus.
In Graz fand die österreichische Erstaufführung der Oper "Salome" von Richard Strauss statt, da die Zensur eine Aufführung dieses Werkes an der Wiener Staatsoper nicht gestattete.
Das TRIGON-Haus im Pfauengarten ist als vielfältig zu nutzendes Kunstzentrum konzipiert..
Alexander Sacher-Masoch schrieb in Graz mehrere seiner Romane.
Richard Krafft-Ebing entwickelte in Graz seine "Psychopathologia Sexualis', ein psychologisches Skandalwerk, in welchem er den Begriff "Masochismus" prägte. Er nahm manches von den Lehren Sigmund Freuds vorweg.
Wieland Wagners revolutionäre Interpretation von Richard Wagners Ring in Bayreuth wäre ohne den in Graz wirkenden Dirigenten Maximilian Kojetinsky nicht denkbar gewesen und fand auch an der Grazer Oper eine ihrer frühesten Fortsetzungen.
Um die Jahrhundertwende wirkte und lehrte in Graz der Musiktheoretiker Siegmund von Hausegger, der für die gesamte hochromantische Programmusik, Richard Strauss eingeschlossen, das theoretische Fundament lieferte.
Karl Böhm war gebürtiger Grazer, ebenso wie Robert Stolz; Alfred Brendel und Gundula Janowitz erhielten hier in Graz ihre frühe musikalische Ausbildung. Der Urenkel des Habsburgers Erzherzog Johann, Nikolaus Harnoncourt, verbrachte Kindheit und Jugend in Graz.
Graz verfügt über drei Hochschulen von ausgezeichnetem internationalem Ruf
Die Fachgruppen Philosophie, Soziologie, Weltraum- und Asteroidenforschung, Laserchirurgie und Theologie haben an der Universität Lehrer und Forscher von internationalem Rang.
Architektur, Motorenbau und Weltraum-Nachrichtentechnik sowie Schadstofftrennung, Biomedizin und Elektronik sind die Domänen der Technischen Universität Graz.
Die Grazer Hochschule für Musik und darstellende Kunst zieht vor allem durch ihr Jazz-Institut Lehrer und Studierende aus allen Teilen der Welt an und ist dabei, als internationales Zentrum für musikalisches Theater eine Brücke besonders zu Studenten aus osteuropäischen Staaten zu werden.
Die Studierenden und Lehrenden der Grazer Karl-Franzens-Universität und der Erzherzog-Johann-Universität (TU) haben Graz zum Spitzenreiter in Österreich bei der Inanspruchnahme sowohl des ERASMUS- als auch des COMETT-Programmes gemacht.
Graz sucht und findet seine kulturelle, wirtschaftliche und politische Identität im lebenden Erbe seiner multinationalen Vergangenheit
Die im Abstand von zwei Jahren innerhalb des steirischen herbstes veranstaltete TRIGON-Ausstellungen versuchen seit dem Jahr 1963, die durch politische Entwicklungen ungebrochene geistig-kulturelle Gemeinsamkeit des einstigen Innerösterreichs durch die Gegenüberstellung zeitgenössischen Kunstschaffens aus Slowenien, Kroatien und anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawien, Italien, Österreich und nunmehr auch Ungarn erfolgreich zu belegen.
Die Grazer Süd-Ost-Messe ist einer der wichtigsten wirtschaftlichen Impulse dieser über drei Staatsgrenzen hinaus europaweit fortwirkenden Gemeinsamkeit. Durch das starke Engagement des Landes Steiermark und der Stadt Graz innerhalb der völkerverbindenden Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria, des kulturellen Städtenetzes/CCN mit Graz als Knotenpunkt und des Internationalen Städteforums mit Graz als Drehscheibe entwickelt sich vor allem innerhalb des geistigen und kulturellen Lebens in Graz eine neue Form von Identität, die sich als Ausdruck der Zugehörigkeit zu diesem historisch gewachsenen Vielvölkerraum versteht.

Graz ist eine Stadt der Moderne
Im Grazerforum stadtpark traten Autoren, wie Peter Handke, Wolfgang Bauer, Gert Jonke, Barbara Frischmuth und Gerhard Roth, erstmals an die Öffentlichkeit.
Die von Alfred Kolleritsch herausgegebene Literaturzeitschrift "manuskripte" ist seit über zwei Jahrzehnten ein allseits anerkannter Maßstab für literarische Qualität und hat der Stadt Graz schon mehrfach den Ehrentitel "heimliche Hauptstadt der deutschsprachigen Literatur" eingetragen.
Seit der Gründung des steirischen herbstes ist Graz in den Monaten September und Oktober Schauplatz eines international vielbeachteten Festivals, in dessen Verlauf Gegenwartskunst aller Sparten präsentiert wird. Zahlreiche Werke der Gegenwartsdramatik und der Musik, die heute zum internationalen Bestand zählen, wurden in Graz ("Musik-Protokoll") uraufgeführt, ebenso wie international wesentliche Kunsttendenzen schon des öfteren in den Programmen des steirischen herbstes erstmals akzentuiert wurden.
Die Steirische Akademie bringt zugleich wissenschaftliche Vorträge und Diskussionen zu wichtigen Fragen der Zeit. Eine starke Generation von Architekten - man spricht von einer "Grazer Schule der Architektur" sorgt im Haus der Architektur für international beachtete, permanente Diskussionen und Präsentationen moderner Baukunst.
Graz verfügt das ganze Jahr hindurch über eine bunte, äußerst dichte und junge Kunstszene, deren Vertreter immer wieder überregional mit Nachdruck auf sich aufmerksam machen und damit die international bekannten Titel wie "Grazer Schule der Architektur", "Jazzhochburg Graz", "Grazer Fotokünstler-Szene", "eines der Zentren bildender Kunst" und "heimliche Hauptstadt der deutschsprachigen Literatur" immer wieder neu erringen.