DiskSpareDevice/HighDensityDevice Wer kennt es nicht, das Problem wohin mit seinen Daten. Denn irgendwann ist auch die größte Festplatte voll und dann bleibt nur noch der Griff zur Diskette. Man kopiert eifrig und stellt dann fest, das man wegen einem Bild oder Sample oder sonstwas noch eine Disk benötigt... Wer Kickstart 2.0/2.1/3.0 hat, kann sich freuen weil er mit FFS noch einmal 50K mehr aus einer Disk herausholen kann. Wer Kickstart 2.0/2.1/3.0 hat, kann sich jetzt noch mehr freuen, denn nun gibt es das diskspare.device, mit dem man weitere 104K pro Disk nutzen kann. Wer einen Amiga 4000 hat, kann statt dem diskspare.device das highdensity.device benutzen, mit dem man auf HD-Disks zusätzliche 208K zur Verfügung hat. Das heißt, wo Sie vorher 9 Disketten benötigten, kommen Sie mit dem diskspare.device mit 8 Disketten aus. Anders ausgedrückt wird der Platz auf der Diskette, den Sie schon immer mitbezahlt haben mit diskspare.device auch wirklich benutzt. Zusätzlich dazu ist das Device auch noch schneller als die normale Floppy. Die Bedienung: Ist das entsprechende Laufwerk gemounted (siehe unten) verhält es sich genauso wie ein normales Floppy-Laufwerk. Sie können Disketten formatieren, kopieren, Verzeichnisse anlegen, Daten lesen, schreiben und löschen. Wenn Sie ein flexibles Backup-Programm haben, können Sie auch Ihr Festplattenbackup auf diese Disks machen. Was Sie nicht können, ist eine solche Diskette mit X-Copy, Super-Duper oder anderen ohne weiteres kopieren. Diskspare.device liest/schreibt ein eigenes Format (sollte eigentlich ein Kopierschutz werden). Falls Ihr Kopierprogramm einen Nibble-Modus hat, können Sie es mit diesem versuchen, was allerdings sowohl von der Zeit alsauch von der Datensicherheit her nicht zu empfehlen ist. Verwenden Sie also lieber den Diskcopy-Befehl der Workbench, der auch gleich ein Verify durchführt. Apropos Workbench, wenn Sie diskspare.device nicht in der 'User-Startup' sondern später (nach 'LoadWB') mounten, erhalten Sie für unformatierte Disketten kein Icon auf der Workbench. Diese Merkwürdigkeit liegt nicht am Device, sondern an der Workbench (probieren Sie's mit PC0:). Die Kompatibilität: Das Device wurde seit einem Jahr auf verschiedenen Amigas erfolgreich getestet und bisher gab es keine Probleme. Allerdings gibt es derartig viele verschiedene (exotische) Laufwerke, das keine Garantie dafür übernommen werden kann, das es mit allen funktioniert. Die Installation ist denkbar einfach. 1. Sie kopieren das File 'diskspare.device' bzw 'highdensity.device' in ihren DEVS: Ordner. 2. Sie ergänzen Ihre Mountlist entsprechend dem Beispiel bzw hängen die mitgelieferten Einträge (z.B. mit Ed) an ihre Mountlist an. Wenn Sie mit 984K/1968K arbeiten wollen, müßen Sie die Einträge 'Flags = 3' UND 'HighCyl = 81' einstellen. Der Unterschied diskspare/highdensity in der Mountlist besteht nur im Devicenamen und in BlockPerTrack (12/24). Kopieren Sie nicht einfach die mitgelieferte Mountlist nach Devs:, da Sie damit ihre persönliche Mountlist überschreiben! 3. Ergänzen Sie Ihre User-Startup (in S:) um die folgenden Zeilen: a) mount DS0: oder den von Ihnen gewählten Namen b) addbuffers DS0: >NIL: um das Device 'sichtbar' zu machen Damit ist die Installation abgeschlossen. Beim nächsten Reset wird das Device automatisch eingebunden. Geschwindigkeit: Das Diskspare- bzw Highdensitydevice ist zwischen 5% und 15% schneller als das trackdisk.device (68000 5%, 68020 10%, 68030 15%). Mit A2000 68030/25MHz/FastROM 50 Buffers Filetest Read (kB/s) 64K 128K 256K 512K DF0: OFS 10 12 14 14 DF0: FFS 17 18 20 20 DS0: FFS 18 20 22 21 Write (kB/s) 64K 128K 256K 512K DF0: OFS 16 12 10 10 DF0: FFS 11 11 10 10 DS0: FFS 12 12 12 12 Formatieren: DF0: 880K 83s -> 10.6 kB/s DS0: 984K 81s -> 12.1 kB/s Beispielmountlist: DS0: oder beliebig anderen Name (max. 30 Zeichen) Device = diskspare.device bzw highdensity.device Unit = 0 0-3 entspricht dem DF0-3 Flags = 3 siehe unten Surfaces = 2 BlockSize = 512 (sollte 512 bleiben) BlocksPerTrack = 12 bzw 24 bei highdensity.device Reserved = 2 MUß IMMER 2 sein!!! Interleave = 0 LowCyl = 0 Niedrigster Zylinder \ der für Daten HighCyl = 81 höchster Zylinder / verwendet wird Buffers = 50 nur bei Speichermangel verkleinern BufMemType = 0 StackSize = 600 Priority = 10 GlobVec = -1 DosType = 0x444F5301 für FFS # Ende Kennzeichen Einige Bemerkungen zur Mountlist: Die obigen Werte in der Mountlist sind erprobt, Sie können aber ggf. Anpassungen vornehmen. Was Sie verändern können: - Den Namen (DS0:) hier können Sie JEDEN Namen einsetzen, nur sollten sie beachten, das es immer noch Programme gibt, die bei mehr als 3 Buchstaben das Device dann nicht mehr finden (vor allem ältere 'DirUtils'). - Das Device auf highdensity.device zu ändern macht (logischerweise) nur dann Sinn wenn Sie auch ein HD-Laufwerk haben. Mit normalen Laufwerken ist außer Read/Write Errors nichts zu erwarten. - Bei Unit geben Sie an, welches Laufwerk Sie mit dem Device verwenden wollen. z.B. Für Ihr Laufwerk DF0: steht hier die '0', für DF1 die '1' usw. Es dürfen nur tatsächlich vorhandene Laufwerke eingetragen werden (klar). - Mit den Flags werden einige Parameter eingestellt: Flags = 0 -> Der Diskchange für das entsprechende trackdisk-Laufwerk ist abgeschaltet. Sollte nur verwendet werden, wenn Sie nur mit DS bzw HD arbeiten wollen. Flags = 1 -> Der Normalfall. D.h. der Diskchange funktioniert ganz normal. Flags = 2/3 -> (Bit 1 gesetzt) Hiermit wird angezeigt, das bis Zylinder 81 gelesen/geschrieben wird. Wenn Sie dieses Bit setzen, muß auch der Eintrag HighCyl auf 81 gesetzt werden. ALLE anderen Werte sind für künftige Erweiterungen reserviert. - Surfaces/BlockSize/BlocksPerTrack/LowCyl/HighCyl: Hier können Sie fast beliebige Werte einstellen, solange Sie auf 12288/24576 Bytes pro Zylinder kommen. Zum Blocksize ist zu sagen, das anders als bei Festplatten hier eine Vergrößerung KEINEN Geschwindigkeitsgewinn bringt, da der Disk-DMA die meiste Zeit beansprucht und nicht die Kodierung. Das FileSystem läßt übrigens nur Größen von 2048,4096,8192,16384 und 32768 Bytes zu. Sie sollten allerdings beachten, das jedes Files, auch wenn es nur ein einziges Byte lang ist, mindestens 2 Blöcke belegt (Fileheader- und Datablock). Es wäre also eigentlich günstiger mit 256 oder 128 Bytes/Block zu arbeiten, was allerdings vom FastFileSystem nicht unterstützt wird (vom Device auch nicht). LowCyl und HighCyl können frei eingestellt werden. - Bei Speichermangel können Sie auch die Buffers verkleinern. Allerdings muß bei Buffers < 25 ein erheblicher Geschwindigkeitsverlust in Kauf genommen werden. - Der DosType könnte auf 0x444f5300 (OFS) gesetzt werden, was allerdings einen drastischen Kapazitäts- und Geschwindigkeitsverlust mit sich bringt (siehe Tabelle). Was Sie nicht ändern dürfen: - Der Eintrag Resevered = 2 MUß auf jeden Fall (keine Ausnahme) so bleiben. Wenn man hier '0' einträgt, wird zwar 1K mehr Kapazität angezeigt, das FastFileSystem kann aber die ersten beiden Blöcke einer Disk/Partition gar nicht verwalten -> es kommt total durcheinander! - StackSize, Priority und GlobVec dürfen nicht verändert werden. Wenn Sie WB2.1/3.0 verwenden: Wenn Sie selber Mountlists erstellen, achten Sie darauf, das im Icon der Files auch die Unitnummer angegeben ist. Sie kann mit Workbench-Menü/Icons/Information geändert werden. Bei falschen Unitnummern wird gemeinerweise kein Fehler aus- gegeben, sondern es funktioniert nur einfach nicht.