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Was ist UNIX?

Unix ist mithin der langlebigste Vertreter eines verbreiteten Betriebssystems. In letzter Zeit durch einige frei erhältliche Varianten zu ungeahntem Höhenflug angetreteten, hat es sich gegen namhafte Konkurrenz behauptet. Genau wie AmigaDOS ist auch Unix oft verkannt oder wegen seiner Komplexität als Unzureichend deklariert worden. Unix ist kein Realtime-Betriebssystem, ist aber aufgrund seiner Struktur extrem stabil und unanfällig gegen Störungen.

Sie werden im Laufe des Kurses bemerken, daß es interessante Parallelen zwischen AmigaDOS und Unix gibt, hier hat jemand fleissig kopiert.

Entstanden ist Unix vor über 25 Jahren als eine Art Nebenprodukt, weil einer der Programmierer sich ärgerte, daß am damals höllisch teueren Computer immer nur ein Programm laufen konnte. Er entwickelte einen Scheduler der es ermöglichte zwei Programme quasi gleichzeitig ablaufen zu lassen. Diese Idee wurde dann später noch um Mehrbenutzer-System erweitert und ist somit das erste Unix überhaupt gewesen. Das Ganze geschah bei AT&T, deshalb gibt es bis heute noch Patente und Copyrights innerhalb Unix die bei AT&T liegen, und die es schwer machten, ein Unix billig auf den Markt zu bringen, weil immer Lizensgebühren nötig waren. Allein der Name 'Unix' ist bereits geschützt, wir sprechen daher immer von einem 'Unix-ähnlichem' Betriebssystem.

Derzeit gibt drei wichtige Unix-Devirate: das BSD-Unix (Berkeley Systems Distribution), das z.B. von DIGITAL und Novell (ehemals Interactive) verwendet wird. Dann das von Sun, Commodore und SCO benutzte SYS-VR4-Unix (System Five). Die wohl bekannteste und vielleicht auch modernste Variante ist das frei erhältliche Unix-ähnliche Linux für den PC. Diese Variante geht einen vollständig eigenen Weg und orientiert sich nur oberflächig an den bestehenden Varianten. Hauptsächlich unterscheiden sich alle Versionen in der Art und Weise, wie Hardware angesprochen und die Software aufgebaut ist. Es ist aber oftmals möglich Programme und Skripte auf allen diesen Systemen gleichsam ans Laufen zu bringen, obwohl sich die Systeme unterscheiden. Hier hat jeder Hersteller sein eigenes Süppchen gekocht um seine Marktanteile zu behaupten, dennoch aber halbwegs Kompatitbilität gewahrt. Soviel zur Historie, kommen wir nun zu den Derivaten von Unix auf dem Amiga.

Vorweg sei gesagt daß alle Varianten, mit Ausnahme von AmiNIX, den Amiga vollständig übernehmen und es nicht gestatten Amiga-DOS Resourcen und Programme zu verwenden. Alle Resourcen, also Hostadapter für Festplatten, Grafikkarten, und anderes, müssen neu programmiert werden um sie benutzen zu können.

AMIX - Das Commodore Unix
Minix - Das Minimal-Unix
Linux - Die Konkurrenz
Mach - Der Urpsrung
AmiNIX - Die Alternative
NetBSD - Das freie Unix


Markus Illenseer, 1995-03-10