Gateway! - The Plains Of Passage


Die Installation

Für Eilige - Schnelleinstieg.
Auf dieser CD-ROM finden Sie eine extra für Sie zusammengestellte Distribution von NetBSD-Amiga. Es ist keine vollständige Zusammenstellung, aber sie enthält wirklich alles Nötige für den ersten Start, sowie sogar eine X11R6 Distribution mir der Sie voll in den Genuß von X Window kommen! Darüber hinaus sind noch die aktuellen (so aktuell es eben geht) FAQ-Texte beigelegt.

Für aktuelle, in diesem Text nicht erwähnte, Probleme oder Hinweise lesen Sie bitte die Datei 'Liesmich.jetzt' auf der CD durch!

Test!

Um schnell mal zu Testen ob NetBSD-Amiga auch auf Ihrem Rechner funktioniert, starten Sie auf der CD das Script 'TestBSD' im Ordner :NetBSD. Achtung! Da der Amiga von NetBSD übernommen wird, müssen Sie wichtige Daten in ihrem Speicher erst abspeichern! Es wird ein generischer Kernel gestartet. Der Bildschirm sollte auf ECS umschalten, schwarzer Rand, grau-weißer Schirm mit schwarzer Schrift, blauer Cursor (bei Verwendung einer Retina sieht es etwas anders aus, der Schriftzug 'Retina' sollte in der oberen Ecke zu lesen sein). Es erfolgt allerlei Ausgabe die uns vorerst nicht interessiert. Ganz am Ende fragt das Kernel nach einer Angabe für das Boot-Device. An dieser Stelle angelangt ist weiterer Erfolg so gut wie sicher, und ihr Amiga wohl zu 90% tauglich für NetBSD! Die letzten 10% Gewissheit haben wir erst wenn die Festplatten auf funktionieren.

Bleibt der Schirm scharz oder das System bleibt an einer Stelle einfach stehen, dann kann es an einem fehlenden Flickerfixer liegen, der notwendig ist um das ECS Signal darstellen zu können, oder es ist ein Interrupt unter AmigaDOS initialisiert worden, den NetBSD nicht auswerten kann. Letzteres passiert wenn Sie Ihr System z.B. mit Netzwerkkarten ausgestattet haben, ein EGS System oder eine Retina-Grafikkarte benutzt wird. Einfache Abhilfe: Ohne Netzwerk und ohne EGS starten, die Retina nicht ansprechen und dann nochmal probieren. Nutzen Sie im Bootmenü Ihres Amiga 'boot without startup-sequence' und mounten das CD-ROM Laufwerk per Hand.

Resetten Sie nach dem Test Ihren Amiga in gewohnter Weise, um wieder in AmigaDOS zu gelangen für die weitere Installation.

Kommen wir nach der Besprechung der Hardware noch schnell zu einer Übersicht vom zu veranschlagenden Plattenplatz:

 Partition      Vorschlag,  benötigt

 root (/)       15MB        10MB
 user (/usr)    65MB        45MB
 swap (-)       --- 2MB fuer jedes MB RAM ---
 local(/local)  Was immer Sie wollen, je mehr desto
                besser

 Partition      Vorschlag  mit X,  benötigt mit X

 root (/)           15MB            10MB
 user (/usr)        70MB            70MB
 local(/local)     100MB            40MB

Eine Minimalstkonfiguration benötigt also 15MB. 60MB für eine abgespeckte 'Lite'-Version und 200MB eine komfortable Installation inklusive Compiler und X Windows. Nocheinmal 20MB wenn Sie an einer eigenen Kompilation des Kernels interessiert sind und ca. 100MB für sämtliche NetBSD 1.0 Sourcen, die hier aber nicht beigelegt sind. Die Vorschläge sind durchaus Ernst zu nehmen, denn der benötigte Platz reicht gerade zum Installieren aus, aber die Partition ist danach voll und bietet keinerlei Platz für weitere Daten an.

Für einige Dinge ist in der vorgeschlagenen Größe für /usr allerdings kein Platz, etwa Emacs oder TeX, dazu muß dann die /local Partition benutzt werden, die dann logisch nach /local gemountet werden solte.

Sie sehen also, daß es ausreicht eine Testinstallation auf eine alten 50MB Platte oder 40MB Syquest-Medium auszuprobieren. Eine billige 120MB Festplatte reicht aus, um auf längere Zeit zu experimentieren. Fortgeschrittene Benutzer werden wohl gleich mit 500MB anfangen. Es macht durchaus Sinn NetBSD eine eigene Platte zu geben, aber es funktioniert natürlich auch Ihre vorhanden Platte. Unterteilen Sie dazu eine grosse Partition in die benötigten 3 bzw. 4 Partitionen. Wichtiger Hinweis für eifrige Tester: Inklusive der AmigaDOS Partitionen werden unter NetBSD nur die ersten 8 Partitionen erkannt, in HdToolBox sind dies die man von links nach rechts zählt.

Das X Window System können Sie zu jeder beliebigen Zeit nach der Installation des Betriebssystem installieren, es wird vorher nicht benötigt. X Window sollte auf die /local Partition installiert werden, die dann über Softlinks im Standardpfad /usr/local/X11R6 eingebunden wird.

Festplatten präprieren - Vorbereitung der Festplatten für eine NetBSD Installation:

Der erste Schritt ist getan!

Nun gehen wir an das Eingemachte. Wir gehen im Folgenden davon aus, das Ihr CD-ROM Laufwerk an einem der unterstützen SCSI-Adapter angeschloßen ist und somit zumindest theoretisch unter NetBSD-Amiga funktioniert. Ist dies nicht der Fall, dann müßen Sie die Daten von der CD-ROM unter AmigaDOS auf eine AmigaDOS Partition kopieren. Die weitere Vorgehensweise entnehmen Sie bitte dem Text INSTALL.Amiga.deutsch auf der CD-ROM, sie ähnelt aber stark dem hier beschriebenen, nur daß das AmigaDOS-Filesystem statt des CD-ROM-Filesystemes verwendet wird, und die Datenpfade anders lauten.

Erstellung der Bootfloppy - Diese Diskette wird benötigt für die weitere Installation.

Starten Sie nun NetBSD mit Hilfe des Ladeprogrammes 'loadbsd':

loadbsd -b GENERIC

loadbsd finden Sie im Verzeichnis 'utils', das generische Kernel GENERIC im Verzeichnis kernel. Dort finden Sie auch andere Kernel, falls Ihnen das generische Kernel zu groß ist.

Sollten Sie einen Amiga mit AGA Ihr eigen nennen, dann geben Sie zusätzlich noch die Option -A (grosses A) an, um diesen Chipsatz auszunutzen.

Bootvorgang - Der Bootvorgang im Detail.

An dieser Stelle schieben wir die vorhin erstellte Installations-Diskette ein und tippen 'fd0' ein. Die Abkürzung fd0 steht für floppy-device-0, so wie die erste gefundene Festplatte sd0 - scsi-device-0 - heißt, unabhängig von der SCSI-ID.

Das System sollte nun mit dem Bootvorgang weiterfahren. Sie können die Warnungsmeldungen über die Uhr, den Swap-Bereich und über die fehlende '/etc/spwd.db' (die passte einfach nicht mehr auf die Diskette) Datei getrost ignorieren. Irgendwann werden Sie nach dem Pfad der Shell gefragt, drücken Sie hier einfach 'Return'. Nach kurzer Zeit sehen Sie dann eine Meldung und ein Prompt in dem Sie gefragt werden, ob Sie die Installation fortführen wollen.

Wenn Sie weitermachen wollen, drücken Sie 'y' und dann Return. (Achtung: Das Layout der Tastatur ist noch QWERTY)

Ab sofort können Sie jeden Befehl und das Script durch drücken von Control-C abbrechen. Neu starten können Sie das Script mit Eingabe von 'Install'.

Es ist desweiteren ab sofort nicht mehr erlaubt den Rechner 'einfach so' zu resetten oder auszuschalten, Sie können dadurch Daten auf Ihren NetBSD-Partitionen verlieren. Der korrekte Weg ein Unix System runterzufahren ist es den Befehl 'shutdown -r now' zu verwenden. Da dieser nicht auf die Diskette gepaßt hat, benutzen Sie bitte den Befehl 'halt' und resetten dann den Rechner wenn die Meldung 'System haltet' erscheint.

Haben Sie die Festplatte(n) *richtig* vorbereitet, dann sollte Ihnen das Installationsscript Ihre gewünschte Root-Partition anzeigen. Ist dies nicht der Fall, dann brechen Sie hier ab (Control-C), fahren das System runter mit 'halt' und booten neu und prüfen Ihre Festplatteneinstellungen.

Sie sind nun an einem Punkt-ohne-Rückkehr!

Wenn Sie nun hier weitermachen, dann wird Ihre Festplatte verändert, u.U. wird der Inhalt der Festplatte vollständig vernichtet, war die Vorbereitung der Partitionen falsch. Keine Bange, wenn Sie oben alles richtig gemacht haben, dann werden keine Daten mutwillig gelöscht. Der Vorgang ist nichts weiter als eine normale Formatierung Ihrer Partitionen, nur das bei falscher Angabe zufälligerweise auch eine AmigaDOS-Partition dabei sein kann.

Wenn Sie sich sicher sind, dann geben Sie 'yes' ein.

Das Installationsprogramm wird dann ein Filesystem auf der Root-Partition schreiben. Bei diesem Vorgang sollte nur genau ein Fehler auftreten:

     newfs: ioctl (WDINFO): Invalid argument
     newfs: /dev/rsd0a: can't rewrite disk label
(NetBSD-Amiga kann keine Disklabels schreiben, und braucht auch keine, weil es den RDB nutzt)

Gibt es weitere Fehler, dann ist etwas schiefgelaufen, und Sie sollten mit der Installation von neuem beginnen. Den obigen Fehler sollten Sie bei jeder Benutzung von 'newfs' erwarten.

Als nächstes wird Sie das Installationsscript nach der Partition fragen, auf der Sie die /usr - Partition installieren möchten. Dazu wird eine Liste aller verfügbaren Partitionen ausgegeben, zusammen mit Typ, Grösse und Filesystem. Suchen Sie den Buchstaben Ihrer Partition aus, auf der Sie /usr installieren wollen. Die Installation wird dann diese Partition ebensfalls formartieren. Sind Sie sich unsicher, brechen Sie das Script ab und schauen sich die Informationen der Festplatte mit 'disklabel sd0' an. Da NetBSD die - durchaus sinnvolle - Eigenart hat SCSI-Geräte beim Start zu sammeln und eine laufende Nummerierung zu übernehmen, passiert es beispielsweise daß Ihre Festplatte an der SCSI-Unit 5 auf einen Treiber sd2 gemappt wird, oder Ihr CD-ROM auf SCSI-Unit 3 auf cd0. Mehr hierzu auf der Seite über Gerätetreiber .

Das Script erwartet das Sie eine /usr-Partition einrichten, möchten Sie dies nicht, unterbrechen Sie das Script an dieser Stelle. Die folgenden, normalerweise automatisch erfolgenden, Schritte müssen Sie dann per Hand ausführen.

Die Installation wird dann automatisch Ihre (zukünftige) Root-Partition als /mnt mounten, und ihre (zukünftige) /usr Partition als /mnt/usr. Es wird eine fstab (Partitionstabelle) erstellt und initialisiert, um diese beiden Filesysteme in Zukunft automatisch zu mounten. Die Tabelle wird nach /mnt/etc (also das zukünftige /etc Verzeichnis) kopiert.

Nach Beendigung des Scripts geht die weitere Installation wegen der vielen möglichen Installationswege von Hand weiter.

Ab hier verläuft die Installation abhängig vom benutzten Medium auf dem Sie die NetBSD-Dateien fuer die Installation bereithalten. Wir gehen hier auf die Installation von CD-ROM ein.

CD-ROM Installation - Weitere Installation von CD aus.

Konfigurieren des Systems:

Nachdem nun alle gewünschten Pakete instaliert sind, und Sie das normale "#" Prompt wiederbekommen, können Sie mit der Konfigurierung Ihres Systemes beginnen.

Konfiguration - Das Configure - Script.

Ein allerletztes Mal nun starten Sie NetBSD unter AmigaDOS erneut, diesmal mit dem Parameter -a (kleines a) um automatisch in den Multi-User Modus zu booten, den Sie bitte immer nutzen sollten! Der Single-User Modus ist nur zur Systemwartung gedacht. Den Single-User Modus können Sie auch mit Control-D, bzw. 'exit' verlassen und starten dann das Multi-User System.

loadbsd -a netbsd
loadbsd -a -A netbsd
für AGA-Rechner.

Startet es direkt von Ihren Festplatten bis in den Multi-User Modus, dann haben Sie ein vollständiges NetBSD-System! Glückwunsch! Nein, ehrlich, Glückwunsch! Den Multi-User Modus erkennen Sie daran, daß Sie augefordert werden ein Benutzernamen und dessen Password einzugeben.


Markus Illenseer, 1995-03-10