


Die Gerätetreiber von NetBSD-Amiga
Die unterstützten Geräte unter NetBSD sind vielfältig, manche sind offen erreichbar, wieder andere total versteckt. Fangen wir an mit den Treibern die wir in /dev offen finden. Nicht jedes der dort eingetragenen Geräte ist auch wirklich physikalisch vorhanden, wenn Sie etwa nur eine Festplatte besitzen, werden Sie unter sd1c wohl kaum eine weitere Platte ansprechen können, auch wenn die Datei vorhanden ist. Alle Geräte in /dev werden mit dem Skript MAKEDEV generiert.
Wie schon kurz erwähnt werden Geräte am SCSI-Bus unter NetBSD etwas anders eingebunden als etwa unter AmigaDOS. Nehmen wir folgenes Szenario an: Am SCSI-Bus hängt, angefangen mit ID 0: Festplatte, Festplatte, CD-ROM, Festplatte, Tape. Unter NetBSD werden diese dann wie folgt erkannt und angesprochen: sd0, sd1, cd0, sd2, st0. Die Festplatten werden nun so eingeteilt: sd0a ist in der Regel die Root-Partition, sd0b die Swap-Partition, sd0c die gesamte Platte, sd0d bis sd0i die restlichen Partitionen. Bitte schreiben Sie nie auf sd0b und erst recht nicht auf sd0c. Der Unterschied zwischen sd0a und rsd0a ist daß das letzte Gerät unter Umgehung des Filesystems angesprochen wird, also im raw-Modus.
Wollten Sie nicht schon immer wissen wie schnell Ihre Platten unter NetBSD arbeiten? Probieren Sie:
Das liest Ihre Root-Partition ein und schreibt die Daten auf /dev/null aus, am Ende wird eine Geschwindigkeit ausgegeben.
Das CD-ROM Laufwerk wird als 'removable media', d.h. als Gerät mit wechselbaren Medium erkannt und als cd0a erkannt. Liegt eine Multisession CD vor, sollten die Sessions an einem Stück vorliegen.
Ein Streamer wird als st0 konfiguriert. Hier gibt es zusätzlich zum raw-Modus noch die Gerät nst0, bzw. nrst0. Dies steht für 'no rewind', d.h. das Tape wird nach Beendigung eines Lese- oder Schreibvorganges nicht automatisch zurückgespult. Das muß dann per Hand mit dem Befehl 'mt' geschehen.
Die grf-Treiber sind für die Grafik zuständig. grf0 für ECS, grf1 für Retina 2 und schließlich grf2 für Retina 3. Angesprochen werden diese Gerätetreiber über IOCTL-Funktionen (Ein- und Ausgabe Kontrollfunktionen des Kernel) und sind daher meist nur von X Servern unterstützt.
Die ite-Geräte stehen für Text-Konsolen, diese sind ite0 für ECS, ite1 und ite2 für Retina 2 und 3.
mouse0 und mouse1 sind, Sie erraten es sicher, für die Maus an Port 1 und 2. Diese Geräte sind Sun-kompatibel programmiert. Probieren Sie: 'cat Die Tastatur ist mittels kbd zu erreichen, eher sinnlos hier etwas auszuprobieren.
Wichtig noch die serielle Schnittstelle tty00, bzw. die Modem-Schnittstelle (ungefiltert) tty0a. Konfiguriert werden diese ebenfalls durch IOCTLs, daher benötigt man ein Frontendprogramm wie 'kermit', 'tip' oder 'cu' - siehe man-pages. Unkonfiguriert kann die Serielle aber auch angesprochen werden, etwa mit 'echo >/dev/tty00 "ATZ"', oder 'sz /dev/tty00' (Z-Modem).
Andere Gerätetreiber arbeiten eher unsichtbar, also etwa die Schnittstellen für Netzwerkkarten: lo0 für das Loopback-Gerät, sl0 für SLIP, ppp0 für PPP (siehe pppd). Die Ethernetkarte A2065 unter le0 und die Hydra-Karte unter ed0.