Gateway! - The Plains Of Passage


Erste Schritte auf Ihrem frisch installiertem System.

Loggen Sie sich ein mit 'root' - ein Password ist nicht nötig, das ist zur Zeit nicht gesetzt. Es wird eine Shell geladen und ein Prompt dargestellt.

Sehen Sie sich auf Ihrem System um!

Machen wir uns mal vertraut mit den Verzeichnissen und den wichtigen Dateien. Gehen wir mal mit 'cd /' in das root-Verzeichnis und listen es: 'ls -l'

drwxr-xr-x 2  root wheel 512  Nov 26 09:30 bin
drwxr-xr-x 3  root wheel 7168 Feb 10 17:18 dev
drwxr-xr-x 9  root wheel 1536 Feb  8 22:54 etc
drwxr-xr-x 14 root wheel 512  Feb  7 19:55 home
drwxr-xr-x 3  root wheel 512  Dec 31 00:40 local
drwxr-xr-x 7  root wheel 512  Dec 10 18:35 mnt
-rwxr-xr-x 1  root wheel 872924 Feb 3 15:10 netbsd
drwxr-xr-x 4  root wheel 512  Jan 14 05:55 root
drwxr-xr-x 2  root wheel 1024 Feb  6 15:53 sbin
drwxrwxrwx 3  root wheel 512  Feb 10 18:10 tmp
drwxr-xr-x 21 root wheel 512  Feb  6 15:56 usr
drwxr-xr-x 18 root wheel 512  Oct 21 04:25 var
Was bedeuten die einzelnen Angaben? Links stehen die Angaben über die Protection-bits der Dateien, und ob es überhaupt Dateien sind.

'drwxr-xr-x' teilt man auf in 4 Gruppen:
Dateibezeichnung, 3 Bits für Owner-Status , 3 Bits für Gruppen-Status und 3 Bits für Other-Status. Die Dateibezeichnung 'd' steht für ein Directory, also Verzeichnis. Ein rwx bedeutet das diese Datei lesbar ('read'), schreibbar ('write') und somit auch löschbar ist, und ein x ('eXecutable') kennzeichnet Dateien die ausführbar sind. Im Falle von Verzeichnissen kennzeichnet ein x auch das man in dieses Verzeichnis hineingehen kann. Lesen Sie mehr über diese Bezeichnungen in der Online-Hilfsseite von 'ls': 'man ls'.
             Benutzer 'root'
                |      __ Gruppe 'wheel'
                |      |                         _ Name der Datei
                |      |        _Dateigröße      |
                |      |        |                |
                |      |        |     Datum      |
               /  \  /   \     / \ /          \ / \
 drwxr-xr-x  2 root  wheel     512 Nov 26 09:30 bin
 |\ /\ /\ /
 | |  |  |___ Other, also Alle
 | |  |__ Benutzer einer Gruppe
 | |__ Nur der Benutzer
 |_ 'd' für Verzeichnis, oder 'l' wie Softlink
Nach den Bits kommen die Angaben über die Zugehörigkeit der Dateien, in diesem Fall gehören alle Dateien und Verzeichnisse dem Benutzer 'root' und der Benutzergruppe 'wheel'. Da alle Verzeichniss in den Protection-Bits kein 'w' im Gruppen- und Other-Breich haben, können die Verzeichnisse nur vom Benutzer 'root' beschrieben und gar gelöscht werden. In den Verzeichnissen selber können aber Unterverzeichnisse durchaus für jederman schreibbar gemacht werden.

Die Struktur in / sollten Sie nicht ändern, sie ist lebensnotwendig. Die Datei /netbsd darf nicht gelöscht werden - es ist das Kernel welches nicht nur aktuell im Speicher ist, sondern zusätzlich auch als Datei vorliegen muß.

In den Verzeichnissen nun finden sich folgende wichtige Daten und Programme:

/bin
Wichtige Programme die man auch im Singleuser-Modus benötigt.
/sbin
Statisch gelinkte Programme die ohne shared Libraries auskommen, diese Programme sind extrem wichtig. Nur diese funktionieren auch ohne Shared Libraries.
/ dev
Hier finden Sie die Gerätetreiber. Werden hier die (Pseudo-)Dateien angesprochen, so wird ein bestimmter Teil des Betriebssytem aktiviert, der dann die eigentlichen Zugriffe ausführt. Eine Festplatte ist demnach - mal unelegant betrachtet - nichts anderes als eine große Datei die man liest und schreibt. Die Datei MAKEDEV ist ein Script welches die korrekten Einträge für die Gerätetreiber setzt. Alle Dateien mit einem 'r' am Anfang kennzeichnen Treiber für Zugriffe auf Geräte im Raw-Modus, also ohne Dateisysteme, so wie Sie unter AmigaDOS beispielsweise mit einem Flat-Handler auf Festplatten zugreifen.

Wichtige Treiber sind:

sd0a
Ihre Root-Partition, falls die Partition auf der ersten gefundenen Festplatte liegt.
tty00
Serielles Interface ttyp0 - virtuelle Konsole 'console' - Ihre Konsole an der Sie arbeiten
null
Ein Null-Device, ähnlich NIL: unter AmigaDOS
st0
Tape-Device, in der Regel werden Sie aber rst0 benutzen, bzw. nrst0. Wie man ein Tape liest oder beschreibt erklären wir später.
cd0
Das erste gefundene CD-ROM Laufwerk
fd
Diskettenlaufwerk
grf
Grafikdapter, grf0 ist immer ECS-Chipsatz des Amiga, grf1 eine Retina
kbd
Keyboard, wird in der Regel nur von X Window benötigt
mouse0
Die Maus in Port 0, wird in der Regel nur von X Window benötigt.

Eine ausführlichere Beschreibung finden sie mit Hilfe von 'man MAKEDEV'

/etc
Hier finden Sie wichtige Resource-Dateien. Sie sollten keine Datei unüberlegt löschen, zu diesen Dateien existiert in der Regel immer eine Online-Hilfe. Also etwa 'man rc' beschreibt was in diesem Script passiert. /etc/rc ist so etwas wie die S:Startup-Sequence eines Amiga. Hier werden Programme gestartet wenn der Multiuser-Level erreicht werden soll. Hier sollten Sie nichts ändern, wo Sie ändern dürfen ist im Pendant zur 'S:User-Startup': /etc/rc.local

Die Datei fstab ist so etwas wie eine Mountliste die automatisch abgearbeitet wird, startet man in den Multiuser-Modus.

Die wohl wichtigste Datei in /etc wird wohl 'passwd' sein. Hier stehen die Benutzer eingetragen. Vorgegeben sind einige Benutzer die ein jedes Unix- System haben muß um leben zu können. Keine Angst, alle Benutzer haben ein Password, bzw. die Benutzer sind zu schwach um Unheil anrichten zu können. Sollten hier Passwörter im Klartext stehen, so haben Sie vergessen das Paket 'secr10' zu installieren. Normal stehen hier an der Stelle der Passwörter nur '*'. NetBSD benutzt sogenannte Shadow-Passwortdateien. Auf keinen Fall dürfen Sie die Datei 'passwd' edieren ohne ein Spezialprogramm zu verwenden.

In der Datei 'group' stehen die Benutzergruppen, die auf Ihrem System existieren dürfen. Löschen Sie auch hier nicht die Vorgaben.

/ root
Ist das Heimatverzeichnis des Benutzers 'root', also dem Systemverwalter.
/ home
dann sind die Heimatverzeichnisse der Benutzer. Es sollte derzeit noch leer sein.
/ usr
Nun ist, wenn Sie sich an die Vorgaben gehalten haben, physikalisch auf einer anderen Partition. Logisch ist es nun in dem Verzeichnisbaum in /usr zu finden. Dort finden Sie eine Menge weiterer Verzeichnise die Sie dringend benötigen. In /usr/lib finden Sie die Shared-libraries von NetBSD. Es sind die Dateien die auf .so enden. Die Dateien die auf .a enden sind die sogenannten Link-Libraries die man beim Compilieren von eigenen Programmen benötigt.
/ usr/gnu
Hier finden Sie sämtliche Benutzerprogramme der GNU Foundation, darunter den Compiler gcc (Gnu C Compiler).
/ usr/local/
ist bisher nur wenig oder gar nichts zu finden, hier können und sollten Sie eigene Programme installieren - der Übersicht halber. Auch X Window wird in der Regel hier installiert, sollte der Platz nicht ausreichen, können Sie mit Hilfe von Softlinks auf Ihre /local Partition ausweichen.
/ usr/man
Hier finden Sie alle Online-Hilfsseiten für alle Benutzer und Systemprogramme. Machen Sie sich mit diesen vertraut! Sie finden eigentich Hilfe zu allem - wenn man weiß wie man suchen muß. 'man -k shell' z.B. zeigt was man unter dem Stichwort 'shell' für Programme findet. Doch Sie finden nicht nur Hilfsseiten zu Programmen, sondern auch zu Systemfunktionen die in C Programmen verwendet werden können. Um diese Seiten zu unterscheiden sind sie in Funktionsgruppen unterteilt. So ist die Gruppe 1 für Systemprogramme reserviert, die Gruppe 3 für C-Funktionen.

Um beim Stöbern durch die Dateien nicht den Überblick zu verlieren, gibt es mehrere Programme: ls, find, du, df und more.

Um Dateien zu suchen, eignet sich 'find' hervorragend, es ist ein Allrounder: "find / -name 'du' -print" wird das Programm 'du' in /usr/bin/ und /usr/gnu/bin finden.


Markus Illenseer, 1995-03-10