Die Satelliten
Im Prinzip stellen die modernen Kommunikationssatelliten nichts anderes als Funktürme am Himmel
dar, die im Gegensatz zu denen auf der Erde, eine bedeutend grössere Fläche versorgen können.
Damit man diese Satelliten mit einfachen, festinstallierten Antennen empfangen kann, müssen sie
von der Erde aus gesehen, stets an der gleichen Stelle am Himmel stehen. Das wird erreicht,
indem die Satelliten in 36.000 Kilometer Höhe, direkt über dem Äquator positioniert, sich
synchron mit der Umdrehungsgeschwindigkeit der Erde auf ihrer Umlaufbahn bewegen. Ist dies der
Fall dann stehen die künstlichen Erdtrabanten für einen Betrachter auf der Erde immer an der
gleichen Stelle, man spricht von geostationären Satelliten. Die genaue Position läßt sich durch
einen Höhenwinkel (Elevation) und Längenwinkel (Azimut) beschreiben. Dies gilt für alle
Fernsehsatelliten und die meisten Telekommunikationssatelliten, die im geostationären Orbit
positioniert sind.
Bevor die Satelliten überhaupt TV- und Radioprogramme ausstrahlen können, müssen sie von den
Bodenstationen (Erdfunkstellen) mit Diesen versorgt werden. Die Bodenstation, peilt mit einer
grossen Parabolantenne einen Satelliten an und sendet durch das im Brennpunkt der Schüssel
angebrachte Speisesystem die Programme exakt gebündelt ins Weltall (Uplink). Der Satellit
schickt die Signale, nach Verstärkung und Konvertierung in den vorgesehenen Frequenzbereich
wieder zur Erde zurück (Downlink), allerdings geschieht dies mit einer relativ geringeren
Sendeleistung, die sich zudem auf ein sehr großes Gebiet, die Ausleuchtzone (Footprint) verteilt.
Daher ist hochwertige Empfangstechnik auf der Erde gefragt, damit die sehr schwachen
Satellitensignale ohne Störungen zu empfangen sind. In den Footprints sind die Satelliten mit
einer bestimmten Antennenmindestgröße zu empfangen. Sie beträgt in Mitteleuropa zum Empfang
von ASTRA zirka 60 Zentimeter, für den Empfang der Hot Bird Satelliten von EUTELSAT sollte man
70 Zentimeter vorsehen. Zu den Rändern der Ausleuchtzonen werden die Signale schwächer, und es
müssen dann grössere Antennen montiert werden. Die Betreiber der Satelliten geben Prospekte
heraus in denen die Ausleuchtzonen für die jeweiligen Satelliten grafisch dargestellt sind.
So wie die terrestrisch ausgestrahlte Radio- und Fernsehprogramme, werden auch die über Satellit
gesendeten Programme mit Hilfe elektromagnetischer Wellen transportiert, nur geschieht dies in
einem anderen, weitaus höheren Frequenzbereich. Terrestrische Programme nutzen Frequenzen von
47 bis 862 MHz, Satellitenprogramme solche von 10.700 bis 12.750 MHz, entsprechend 10,7 bis
12,75 GHz (1 GHz = 1.000 MHz).
In Mitteleuropa können Sie derzeit Satelliten von etwa dreizig Positionen, zwischen 80° Ost und 40° West,
empfangen . Interressant für den deutschsprachigen Raum, sind von diesen ganzen Satelliten,
nur noch die zwei Satellitensysteme, mit denen sich auch dieses Dokument beschäftigt - ASTRA auf 19,2° Ost und EUTELSAT Hot Bird auf 13° Ost. Beide Satelliten lassen sich, dank ihrer nahe beieinanderliegenden Positionen, bequem
mit einer Multifeedanlage empfangen. Durch die ASTRA-Satelliten werden die meisten
deutschsprachigen Fernsehprogramme, frei und unverschlüsselt ausgestrahlt. Leider ist das beim
überwiegenden Teil der fremdsprachigen Programme nicht so, diese sind bis auf wenige Ausnahmen
über ASTRA nur verschlüsselt zu empfangen. Anders ist dies bei den Satelliten des Hot
Bird-Systems auf denen uns auch sehr viele freiempfangbare fremdsprachige Programme erreichen,
welche einen recht guten Einblick in die Kultur anderer Länder gestatten. Sollten Sie nur an den
deutschsprachigen Programmen Interesse besitzen, so sind Sie bei Hot Bird ebenfalls gut bedient,
da hier einige Programme zu finden sind die nicht über ASTRA ausgestrahlt werden.
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