DVB - Digital Video Broadcasting
Unter Digital Video Broadcasting (DVB), meist auch als Digitales Fernsehen bezeichnet, versteht man die digitale Übertragung von Fernseh- und Radioprogrammen und anderen Daten. Das eigentliche Fernsehbild ist jedoch immer noch analogen Ursprungs und muß daher zunächst digitalisiert werden. Dabei fallen, bedingt durch rasche Abfolge von Einzelbildern, sehr grosse Datenmengen (bei PAL über 200 Mbit/s) an, wodurch die benötigte Bandbreite (Platzbedarf) auf einem Satellitentransponder ansteigt. Im Empfänger wird das ankommende digitale Signal wieder in ein analoges umgewandelt, damit unsere Fernseher es auch darstellen können. Die Digitalisierung alleine würde also eher Nach- als Vorteile bringen. Sinnvoll ist diese erst, wenn zusätzlich zur Digitalisierung eine Komprimierung erfolgt, um den Platzbedarf auf einem Satellitentransponder zu senken. Als weltweiten Standard für die Komprimierung hat man sich auf die Norm MPEG-2 verständigt. Bei MPEG-2 werden nur die Bildinhalte übertragen die sich gegenüber dem vorhergehenden Einzelbild verändert haben, der Rest des Bildes kommt aus dem Speicher des Receivers. In bestimmten Abständen wird zur Sicherheit die volle Bildinformation übertragen. Auf diese Weise können bis zu zwölf Fernsehprogramme über einen Transponder ausgestrahlt werden, wobei die genaue Anzahl von der Art der Programme abhängt. So benötigen Sportsendungen, wegen der schnell wechselnden Bildinhalte, mehr Platz als eine Talkshow. Durch DVB werden verschiedene neuartige Dienste angeboten, welche hauptsächlich aus Kostengründen bislang nicht möglich waren. Den größten Nutzen der Digitaltechnik haben daher zunächst erstmal die Programmanbieter, denn die Übertragungskosten eines digitalen Programms betragen nur noch einen Bruchteil eines analogen. Mit dem MPEG-2-Verfahren können nicht nur Fernsehprogramme übertagen werden, sondern auch Hörfunkprogramme und Datenkanäle.
Digitale Fernsehausstrahlungen finden über Astra 1 auf den Satelliten Astra 1E, 1F und 1G im Frequenzbereich von 10700 bis 12750 MHz (High-Band) statt, während analoge Abstrahlungen im Low-Band zwischen 10700 bis 11,700 MHz geschehen. Anders ist dies bei Eutelsats Hot Bird wo auch im Low-Band digitale Sender zu finden sind. Das liegt hauptsächlich daran das bei Eutelsat, aufgrund der höheren Bandbreite der Transponder im Low-Band, die Möglichkeit besteht, auf einem Transponder neben einem analogen Fernsehproramm auch ein bis zwei digitale auszustrahlen. Zum Empfang von High- und Low-Band eignen sich nur neuere LNB's, sogenannte Universal-LNBs.
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