Satellitenantenne

Die runde Schüssel ist die klassische Form der Parabolantenne. Das Empfangssystem (LNBF), ist zentrisch vor dem Spiegel angeordnet. Die vom angepeilten Satelliten ankommenden Signale werden durch die parabole Form im Brennpunkt gebündelt, wo sich das eigentliche Empfangsteil befindet. Der Nachteil der Parabolantenne besteht darin, daß sich das Empfangssystem genau im Strahlengang der einfallenden Satellitensignale befindet. Bei Empfangsanlagen mit großen Spiegeln (ab 1 m) sind diese zentrisch gespeiste Parabolantennen zu empfehlen, da die mechanische Stabilität größer ist. Solche Antennen sind dann meist mit einem Nachführsystem (Polarmount) für den Empfang von Satelliten auf unterschiedlichen Orbitpositionen ausgestattet.
Derzeit werden bei kleineren Antennendurchmessern hauptsächlich Offsetantennen eingesetzt. Die ankommenden Satellitensignale werden auch hier gebündelt, jedoch so, daß das Empfangssystem außerhalb des Strahlenganges angebracht werden kann. Die einfallenden Signale werden nicht zum geometrischen Mittelpunkt des Spiegels hin reflektiert und gebündelt, sie werden stattdessen um einen Offsetwinkel versetzt außerhalb des einfallenden Strahlenganges reflektiert und gebündelt. Dadurch gibt es keine Abschattung der vom Satelliten ankommenden Signale und der Offsetspiegel kann steiler ausgerichtet werden. Der Vorteil der Offsetantenne liegt in dem höheren Wirkungsgrad bei kleineren Antennendurchmessern. Zumdem läßt sich diese Bauform leicht montieren und ausrichten, außerdem kann Schnee und Regenwasser schneller ablaufen.
Natürlich gibt es bei den Satellitenantennen noch verschiedene Sonderformen, von denen nur die Flachantenne größere Bedeutung besitzt. Eine solche Flachantenne ermöglicht mit relativ kleinen Abmessungen den Empfang von leistungsstarken Satelliten. Eine Vielzahl von auf der Antennenfläche verteilten Kollektoren überträgt das Satellitensignal auf einen in die Antenne integrierten Empfangskonverter (LNB). Nachteil dieser Bauform ist der höhere Anschaffungspreis, und das in der Antenne integrierte LNB welches bei technischen Änderungen (z.B. einer Ausweitung des Frequenzbereichs) wenn überhaupt dann nur mit relativ hohen Kosten auszutauschen ist. Die zur Zeit angebotenen Flachantennen eignen sich nur für den Empfang des Unterbands von 9,75 bis 10,7 GHz.
Vor der Installation einer Satellitenantenne müssen Sie zunächst klären, wo diese montiert werden soll. Der Standort muß so gewählt werden, daß zwischen Spiegel und Satellit eine freie Sichtverbindung besteht. Bei der Montage eines Spiegels, sei es an der Hauswand, auf dem Dach, am Balkongeländer oder im Garten, sollten nicht nur die statischen Gegebenheiten überprüft werden; auch die örtlichen Baubestimmungen sind hierbei zu berücksichtigen. Ab einer bestimmten Antennengrösse ist eine Baugenehmigung einzuholen, wofür hier jedoch kein allgemein verbindlicher Wert angegeben werden kann, da dies von Land zu Land unterschiedlich ist. Die an den vorgesehenen Standort notwendige Antennengröße können Sie aus den Grafiken der Satellitenbetreiber entnehmen. Auf jeden Fall muß die Satellitenantenne solide befestigt werden, und das nicht alleine wegen der Bausicherheit, sondern vor allem damit sie sich nicht bei starkem Wind aus ihrer Position dreht und so der Empfang beeinträchtigt wird. Auch ist für eine geeignete Blitzschutzvorrichtung (unter Berücksichtigung der örtlichen Vorschriften) zu sorgen. Bei Mietwohnungen wird außerdem noch die Genehmigung des Vermieters benötigt.
Für die genaue Ausrichtung einer Satellitenantenne auf den gewünschten Satelliten müssen die Koordinaten des Empfangsortes und die Position des Satelliten bekannt sein. Damit ein Satellit für einen Beobachter auf der Erde feststehend erscheint, muß er sich in einer geostationären Umlaufbahn befinden, das heißt er muß sich synchron zu einem festen Punkt auf der Erdoberfläche drehen. Dies ist nur in einer Höhe von zirka 36.000 km senkrecht über dem Äquator möglich. So hat jeder Satellit seine feste Orbitposition, die in Grad angegeben wird, für ASTRA sind das 19,2° Ost und für Hot Bird 13° Ost. Wenn die genannten Angaben bekannt sind, müssen zwei Winkel berechnet werden, die an der Satellitenantenne selbst eingestellt werden. Der eine Winkel ist der Seitenwinkel (Azimut) der die Richtung angibt, aus der der Satellit zu empfangen ist. Der andere Winkel ist der Höhenwinkel (Elevation), der die Erhebung des Satelliten über dem Horizont angibt. Der Azimut wird von Norden aus nach rechts drehend gemessen, wobei Norden 0°, Osten 90°, Süden 180° und Westen 270° sind. Die benötigten Hilfsmittel sind Kompaß und Winkelmesser. Der Elevationswinkel wird eingestellt, indem die Antenne aus der horizontalen Ebene nach oben bis maximal 90° ausgerichtet wird. Die Hilfsmittel hierfür sind Wasserwaage und Winkelmesser. Bedingt durch die schmalen Antennendiagramme (kleiner Öffnungswinkel) kommt es auf die exakte Ausrichtung der Empfangsantenne nach Azimut und Elevation an. Weil Azimut und Elevation an jedem Empfangsort unterschiedlich sind, müssen diese Winkel je nach den geographischen Koordinaten und der Satellitenposition berechnet werden. Beim Elevationswinkel für Offsetantennen müssen aufgrund der besonderen Bauweise ungefähr 25° (siehe Montagebeschreibung der Antenne) von dem errechneten Wert abgezogen werden. Ein Offsetspiegel wird also in geringerem Maße nach oben geschwenkt als ein zentrisch gespeister.