Analoge Programmausstrahlung
Auch wenn alle Welt vom digitalen Rundfunk und Fernsehen redet, so ist doch für die breite Masse
zur Zeit und wohl auch für die nähere Zukunft der analoge Programmempfang die Regel.
Genauso wie beim
terrestrischen Fernsehempfang und dem Kabelfernsehen ist auch bei der Ausstrahlung über Satellit
in den meisten Ländern Europas, die Norm PAL und deren modifizierter Ableger PALplus zur
Übertragung im Einsatz. Allerdings wird hierbei um gegenseitige Beeinträchtigungen zu vermeiden, bei der
Ausstrahlung ein anderer Frequenzbereich eingesetzt, für den ein spezieller Empfänger benötigt wird. Die modernen Satelliten-Receiver benutzen den Frequenzbereich von 950 bis 2150 MHz, der
auch als 1. Zwischenfrequenz bezeichnet wird, da die eigentliche Sendefrequenzen, auf denen
Fernsehsatelliten ihre Programme abstrahlen, weitaus höher liegen und vor dem Zuführen zum
Receiver vom LNB konvertiert werden.
Ein weiterer Unterschied zur terrestrischen Abstrahlung besteht auch bei der Art der
Audioübertragung über Satellit. Neben dem Videosignal können über einen Transponder noch eine
Reihe von Tonunterträgern genutzt werden. Tonunterträger ermöglichen neben der Ausstrahlung des
Fernsehtons auch die Verbreitung von mehreren Radioprogrammen oder das Senden des Fernsehtons in
verschiedenen Sprachversionen. In der Regel wird in einem Abstand von 6,50 MHz oder 6,60 MHz vom
Videosignal ein Haupttonunterträger in Mono ausgestrahlt. Zusätzlich ist meist auf 7,02 MHz und
7,20 MHz ein Tonunterträgerpaar für den Fernsehstereoton aufgeschaltet. Auf den
Haupttonunterträger verzichten in zunehmenden Maße viele Fernsehsender. Darüber hinaus stehen
bis zu sieben weitere Tonunterträger im Bereich 7,38 bis 8,46 MHz für analoge Radioprogramme
oder alternative Fernsehtöne bereit. Bis auf den Haupttonunterträger wird zur Audioübertragung das Panda-Wegner-Verfahren benutzt. Beim Panda-Wegner-Verfahren wird das Tonsignal senderseitig
komprimiert und auf der Empfängerseite dekomprimiert wobei sich der Frequenzhub verringert und
dadurch weniger Platz für den Tonunterträger benötigt wird. Die Tonqualität ist vergleichbar mit
der einer UKW-Ausstrahlung. Anstatt der analogen Tonunterträger lassen sich auch eine
Reihe digitaler Tonunterträger (Astra Digital Radio) schalten.
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