#Titel Politik / Tierversuche #Logo gadget24:Pinsel/AG.Politik #Font topaz 8 #C10 UZe für AMIGA GADGET 10.02.1996 #C31 #Font Losse 16 TIERVERSUCHE FÜR KOSMETIK ========================= #Font topaz 8 #C21 Noch immer müssen jährlich circa 200 000 Tiere ihr Leben für die Schönheit der Menschen lassen. Denn weil immer neue Kosmetikartikel auf den Markt ge- bracht werden, werden ja auch zwangsläufig immer mehr Prüfungen, sogenannte "Risikoabschätzungen für den Verbraucher", benötigt, damit das Mittel seine Marktfreigabe bekommt. Es wurde 1976 in einer Richtlinie einer Europäischen Kommision festgelegt, daß Rohstoffe, die vor dem Beschlußdatum erhältlich waren, ohne Tierversuche weiterverwendet werden können. Aber Rohstoffe, die nach diesem Tag auf den Markt kamen, sollen am Tier getestet werden. Zwar verbietet das Tierschutzgesetz von 1986 die Tierversuche zur Herstellung von dekorativen Kosmetika. Doch sobald dem Artikel dann pflegende Substanzen, wie Öle, beigesetzt werden (wie bei Lidschatten oder Lippenstift) werden die Artikel als pflegende Kosmetika bezeichnet und dürfen am Tier getestet werden. Also leiden die Tiere für die pflegenden Produkte wie: Seifen, Haarpflege- produkte, Badezusätze, Cremes, Masken, Deosprays und noch vieles mehr. Aber auch für andere Produkte, die neu auf den Markt drängen und mit denen der Ver- braucher in Berührung kommen kann, wie Spül- und Reinigungsmittel, Wasch- mittel aller Art und Desinfektionsmittel, werden am Tier getestet. Die Indus- trie hält an Tierversuchen fest, damit sie bei Schadensersatz- und Schmerzens- geldklagen abgesichert ist. Denn das Chemikaliengesetz schreibt Tierversuche für neue Substanzen vor, solange alternative Testverfahren nicht anerkannt werden. Und bis dieses geschehen ist, werden noch viele Tiere die Qualen für die Schönheit der Menschen erdulden. Ab 1998 ist zwar vom EU-Ministerrat ein Verbot von Tierversuchen zur Herstel- lung von Kosmetika erlassen worden. Doch vorher müssen alternative Test- methoden von einem internationalen Gremium anerkannt werden. Doch dieser Erlaß scheint auch wieder eine EU-Totgeburt zu sein, da in diesem Gremium auch die USA und Japan vertreten sind, die bisher wenig Einsicht bei der Einschränkung von Tierversuchen hatten. #C31 SO WERDEN DIE TIERE HEUTE GEQUÄLT ================================= #Font topaz 8 #C21 Die am meisten verwendete Methode ist der "DRAIZE"-Test. Dabei wird die zu testende Substanz dem Tier in die Augen gerieben um die Schleimhautverträg- lichkeit zu testen. Am häufigsten werden dazu Kaninchen gequält, da ihre Tränendrüsen kaum Flüssigkeit absondern und somit die Substanz nicht verdünnt oder ausgewaschen werden kann. Nachdem die Substanz sich stunden- bis tagelang auf dem Auge befunden hat, ist die reizende, oft auch ätzende Wirkung zu sehen. Jeder, der sich einmal aus Versehen Deo an das Auge gebracht hat, weiß, wie schmerzhaft dieses ist. Genauso brennen die Augen der Kaninchen und es ergeben sich vielfach dauerhafte Schäden bis hin zur Erblindung. AUCH WENN KANINCHEN NICHT WEINEN KÖNNEN, HEIßT ES NICHT, DAß SIE KEINEN SCHMERZ EMPFINDEN KÖNNEN !!!!!!!!!!!!! Auch der sogenannte "HAUTIRRITATIONSTEST" ist nicht weniger qualvoll für die Tiere. Dabei wird den Tieren, meistens Meerschweinchen oder Kaninchen, der Rücken bis auf die Haut kahlgeschoren. Dann wird die zu testende Substanz auf die Haut aufgebracht und mehrere Stunden einwirken gelassen. Dann wird die Substanz wieder abgewaschen und 72 Stunden lang wird die Haut auf Spätfolgen beobachtet. Dabei sind Hautrötungen, Schwellungen, Schorfbildungen und Ver- ätzungen der Haut die Folgen, manchmal wird die Haut auch völlig zerstört. Und falls die Auswirkungen der Substanz in tieferen Schichten der Haut getestet werden, dann wird die Haut des Tieres eingeritzt, damit die Test- substanz auch tief eindringen kann. Auch bei dieser Prozedur kann man sich lebhaft vorstellen, welche Leiden und Schmerzen die Tiere durchmachen. #C31 ALTERNATIVEN ============ #Font topaz 8 #C21 Der "DRAIZE"-Test kann durch den sogenannten "CAM-TEST" ersetzt werden. Dabei werden 9 Tage alte, befruchtete Hühnereier vorsichtig geöffnet und die Test- substanz auf die darunterliegende Membram aufgetragen. Schon nach wenigen Minuten kann aufgrund von Eintrübungen und Gefäßbluten in der Membran eine reizende bzw. ätzende Wirkung nachgewiesen werden. Oder auch der "POLLENTEST" kann verwendet werden, um eine Substanz auf schäd- liche Wirkung zu testen. Dabei werden Blütenpollen von Tabakpflanzen in einer Nährlösung gehalten und reagieren bei giftigen Substanzen mit dem Einstellen des Wachstums. Auch können Substanzen an ZELLKULTUREN aus Hautzellen von Menschen getestet werden. Diese Kulturen reagieren auch sehr heftig auf reizende und giftige Stoffe und können als Indikator eingesetzt werden. In Skandinavien wurden schon viele Tierversuche durch diese Methode, bei der kein lebendes Tier ge- foltert wird, ersetzt. Auch sollen diese Tests den Tierversuchen in einigen Punkten sogar überlegen sein, denn aufgund der immer größer werdenden Fälle von allergenen Reaktionen auf diverse Mittel, kann doch festgestellt werden, daß die Tierversuche nicht in allen Fällen auf den Menschen zu übertragen sind.