#Titel Forum / In memoriam David Packard #Logo gadget24:Pinsel/AG.Forum #Font Losse 16 #C31 Nachruf auf David Packard #Font topaz 8 #C21 Die Computerindustrie ist den Kinderschuhen entwachsen und erwachsen geworden. Das zeigt sich daran, daß nun auch die einst von turnschuhtragenden Freaks beherrschte EDV-Branche die ersten Todesfälle in der Reihe ihrer Heroen zu beklagen hat. Ganz sicher ein Großer in der Welt der Bits und Bytes war David Packard, dessen Nachname wohl jedem in der Kombination mit dem seines langjährigen Freundes und Geschäftspartners William Hewlett im Firmennamen "Hewlett-Packard" (HP) bekannt sein dürfte. Die Gründung von HP nimmt sich wie der typische Werdegang eines amerikanischen Computerunternehmens aus: zwei junge Elektronikliebhaber gründen in einer Garage im kalifornischen Palo Alto ihre eigene Firma. Das, was HP von Apple und Konsorten unterscheidet, ist jedoch das frühe Jahr der Gründung: 1939. Zu diesem Zeitpunkt konnte natürlich von Computern noch keine Rede sein und so konzentrierte sich die Elektronikbegeisterung von Packard und Hewlett zunächst darauf, Produkte wie den "Hewlett-Oszillographen" zu bauen. Der Oszillograph war eine Konstruktion von Bill Hewlett, die zur Entwicklung von Tonsystemen diente. Zusammen mit dem aus Colorado stammenden David Packard, beide waren zu der Zeit noch Studenten an der Stanford- Universität, gelang es Hewlett, die Walt Disney-Studios als einen der ersten Kunden für das mit nicht einmal 600 Dollar Gründungskapital ausgestattete Unternehmen zu gewinnen. Der "Hewlett-Oszillograph" fand so u.a. bei der Erstellung des Soundtracks zum Disney-Film "Fanatsia" Verwendung, der erste Erfolg HPs war perfekt. Ihr Gespür für Qualität, überlegene Technik und wissenschaftlichen Scharfsinn setzen Packard und Hewlett auch in der Zukunft gepaart mit viel Verständnis für Managementtechniken und das Geschäftliche ein, so daß HP stetig wuchs und bald zu einer festen Größe der Elektronikindustrie und später auch der Computer-Branche wurde, die erheblichen Einfluß auf das Silicon Valley ausübte. Neben dem technischen Grundsatz "Alles richtig machen." beherrschte die Sorge um die Mitarbeiter stets das Denken der Firmengründen Hewlett und Packard. Neben einer lebenslangen Zugehörigkeit zum Unternehmen traten eine großzügige Gestaltung der Arbeitsräumlichkeiten und die damals schon fast revolutionäre Einführung flexibler Arbeitszeiten. Der "HP Way" führte zum Erfolg und das Unternehmen, dem David Packard von 1947 bis 1993 als Präsident, bzw. Vorstandsvorsitzender diente, und in dem Apple-Gründer Steve Jobs einst in seinen Ferien jobte, mauserte sich zur heutigen Größe mit 100.000 Angestellten und einem zweistelligen Milliardenumsatz. Packard selbst erhielt für seine Verdienste 1964 einen Ehrendoktortitel. Darüber hinaus engagierte er sich auch in der Politik, was sogar zu seinem kurzzeitigen Ausscheiden aus dem Unternehmen HP führte, als er von 1969 bis 1971 in der ersten Amtszeit Nixons als Staatssekretär im Pentagon arbeitete. Seinen durch HP erworbenen Wohlstand setzte er gemeinsam mit seiner 1987 verstorbenen Frau Lucile stets auch für gemeinnützige Zwecke ein. Die eigens dafür gegründete David und Lucile Packard-Stiftung hat bis dato fast eine halbe Milliarde Dollar für die Unterstützung lokaler Organisationen, des Gesundheitswesens, von Bildungsprojekten, der Kunst und der Forschung zur Verfügung gestellt. Packard, der am 16.März ins Krankenhaus eingeliefert wurde, starb in Anwesenheit seiner vier Kinder am 26.März im Alter von 83 Jahren. #Y-25 #Pinsel gadget24:Pinsel/an rechts