#Titel Lifestyle / Musik / Interview mit Fish
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            Interview mit Fish
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 die Übersetzung des "FishNet"-Interviews mit dem schottischen Rockmusiker


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Der folgende Text entstand mit freundlicher Genehmigung von
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                           Mark & Julie Wynne

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die auch das Originalinterview führten und bei denen auch das Copyright
für das Interview liegt. Das Originalinterview kann in den "FishNet"-Seiten
im WorldWideWeb unter der Adresse

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                      http://www.livjm.ac.uk/fish/

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nachgelesen werden. Für die nette und schnelle Erteilung der Erlaubnis sei
hiermit Mark & Julie nochmals gedankt. Die Übersetzung sowie die kurze
Einleitung wurden von mir geschrieben.                                (an)
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        Kurze Hintergrundinformationen
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Im Jahre 1979 schlossen sich die Musiker Mick Pointer, Doug Irvine und Andy
Glass unter dem Namen "Electric Gipsy" zusammen. Nach einigen Umbesetzungen
und Umbennenungen entstand schließlich die Gruppe "Marillion", deren
Leadsänger von 1981 bis zum 12.September 1988 der 1958 geborene Derek
William Dick war und die unter anderem durch Hits wie "Kayleigh", "Market
Square Heroes" und "Garden Party" auch einem größeren Publikum bekannt
geworden war. Dick trat dabei und auch bei seiner nach der "Marillion"-Zeit
beginnenden Solokarriere stets unter seinem Spitznamen "Fish" auf. Zu diesem
kam er hauptsächlich durch eine Angewohnheit aus seiner Jugend, als er nur
einmal wöchentlich ein Bad nehmen konnte und das dann zu einer
abendfüllenden Angelegenheit mit Süßigkeiten, Zigaretten, Bier und einem
guten Buch machte. Kamen bei so einer Gelegenheit Bekannte vorbei, so mußten
sie teilweise stundenlang auf ihn warten - und einer von Dicks Freunden
verpaßte ihm deshalb nach einer zwei Stunden langen Warterei den Spitznamen
"Fish". Inzwischen hat Fish mit seiner Band bereits vier Soloalben ("Vigil
In The Wilderness Of Mirrors", "Internal Exile", "Songs From The Mirror"
und "Suits") plus einiger Live- und Akustik-Alben ("Sushi", "The Acoustic
Concert",..) veröffentlicht. Für Ende September sind die beiden CDs "Yin"
und "Yang" angekündigt, die als Best-Of-Alben hauptsächlich altes Material
enthalten werden, das jedoch teilweise neu arrangiert wurde - in Fishs
eigenem Studio "The Funny Farm" und unter seinem eigenen Label "The Dick
Brothers". Darüberhinaus gibt er zahlreiche Konzerte, die von dem
offiziellen Fish-Fanclub, der "Company", organisiert werden.
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            Das Fishnet-Interview
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      © by Mark & Julie Wynne, deutsche Übersetzung von Andreas Neumann
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Ort   : Die Küche der Funny Farm
Darum : Montag, 17.Juli 1995
Zeit  : sehr spät

Viel Bier, Wein und Nahrungsmittel sind sowohl im Pub als auch in der Funny
Farm konsumiert worden. Fish mußte am nächsten Morgen zu einer lächerlich
frühen Uhrzeit aufstehen, um das Video zu "Just Good Friends" abzudrehen.
Aber zunächst stand ein Interview für das FishNet an. Am nahesten waren
wir bisher einem Interview gewesen, als uns die Polizei wegen
Geschwindigkeitsüberschreitung anhielt !
Wir waren gelinde gesagt besorgt. Wird Fish die Fragen einfach mit "Ja" oder
"Nein" beantworten, wird das Interview länger als 2 Minuten dauern ?
#Seitenende
Nun, es dauerte in der Tat länger als 2 Minuten !! Es ist dann tatsächlich
so lang geworden, daß wir es der Lesbarkeit wegen in Einzeilteile
aufgespalten und sie mit losen Überschriften versehen haben. Hatten wir
wirklich Angst, daß Fish einfach nur "Ja" oder "Nein" antworten würde ?
Es wäre um einiges leichter und schneller einzugeben gewesen, wenn er
es getan hätte.

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Übersicht

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Teil 1 - Textbücher
Teil 2 - Ausrüstung
Teil 3 - Promotion CDs
Teil 4 - Masque
Teil 5 - Tourneen
Teil 6 - Schauspielerei
Teil 7 - The Funny Farm
Teil 8 - Das Internet
Teil 9 - Vermischtes
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            Teil 1 - Textbücher
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#C10

FishNet: Während des Zusammenstellens der Internet - World-Wide-Web - Seiten
         kamen einige Fragen auf. Was passierte mit dem Textbuch, das aus
         dem Auto gestohlen wurde - hast Du es zurück bekommen ?

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Fish:    Ja, das war ein ziemlich traumatisches Erlebnis, was man kaum
         glauben mag. Ich versuche gerade, mich zu erinnern, welcher
         Geburtstag es war. Es gab zwei Bücher, die ich gleichzeitig
         ausarbeitete. Ich war zu meinem Geburtstag aus Schottland
         zurück gekommen, was bedeutet, daß es April war und was auch
         bedeutet, daß es dann während der Zeit des "Fugazi"-Albums
         gewesen sein muß - das Leben ist schon etwas Verschwommenes. Ja,
         ich war oben in Schottland gewesen, dann kam ich mit all meinen
         Geschenken und dem ganzen Zeug, das ich von meiner Familie und
         meinen Freunden bekommen hatte, zurück. John Arnison hatte mich
         am Flughafen aufgelesen, wir waren zurück zum Club "The Marquee"
         gefahren und hatten den Wagen hinter dem Club geparkt, da wir
         uns in dem Club rumtrieben, so daß es während der "Fugazi"-Zeit
         gewesen sein muß. Wir kamen zurück, und plötzlich war das
         Heckfenster eingeschlagen und meine Taschen und Geschenke waren
         durch es herausgezogen worden.

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     "Die Textbücher wurden an einem Bahndamm in Brixton gefunden."
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         Das ärgerlichste daran war die Tatsache, daß diese Textbücher,
         die ich mehrere Jahre mit mir geführt hatte, und die eine Unmenge
         Notizen und Anmerkungen enthielten, gestohlen worden waren.
         Schließlich wurden sie gefunden, der Großteil der Kleidung und der
         anderen Dinge blieb weiterhin verschwunden. Aber die Textbücher
         wurden an einem Bahndamm in Brixton gefunden. Das war's und der
         Rest war nebensächlich, ich habe die Textbücher immer noch und sie
         enthalten alle Originaltexte. Für das "Masque"-Buch wollte ich sie
         photographieren oder sie scannen und im Buch veröffentlichen, etwas,
         das ich vielleicht für das Textbuch, das für "Yin" und "Yang"
         geplant ist, verwirklichen werde, da eines meiner Anliegen bei
         "Yin" und "Yang" ist, nicht einfach die Texte zu wiederholen, weil
         jeder die Texte bereits in einem anderen Albumtextheft hat. Bis auf
         so Sachen wie "The Institution Waltz" ist der ganze Rest ziemlich
         gut dokumentiert. So beschloß ich während einer feuchtfröhlichen
         Nacht, handgeschriebene Anekdoten zu jedem der Titel zu schreiben
         und ich verbrachte mindestens 3 bis 4 Stunden täglich während des
         größten Teils der Frankreich-Tournee damit, all die Kleinigkeiten,
         von denen die Songs handeln, niederzuschreiben. Aber Fin Costello
         hat solch großartige Fotos geschossen, daß einerseits die
         Fotos schlichtweg ruiniert worden wären, wenn man einen meiner
         Texte darübergelegt hätte und daß andererseits die Texte kaum
         zu erkennen gewesen wären, wenn sie über den Fotos gelegen hätten.
         Deshalb haben wir beschlossen, die beiden Alben, "Yin" und
         "Yang", zu veröffentlichen und ihnen ein Booklet für Mitglieder
         des Fanclubs folgen zu lassen, das dann mehr der Fotos von Fin
         Costello und auch viele der handgeschriebenen Texte zu den
         einzelnen Stücken und den anderen Themen enthalten wird. Die
         Idee geht dahin, daß wir es versuchen und auch einige der alten
         Fotos dazu geben wollen. Und das ganze kommt dann in einer
         eigenen Schachtel. Wenn die Mitglieder des Fanclubs es also wollen,
         können sie es bestellen. Ich weiß nicht, wie wir das im einzelnen
         machen werden, wir haben das noch nicht ganz durchdacht, aber es
         wird nur wenige Pfund kosten und man bekommt im Prinzip ein
         Booklet, das in die Schachtel paßt. Rob Ayling, mein Labelmanager,
         versucht momentan herauszufinden, wie wir sie individuell
         numerieren und benennen können, so daß jedes Mitglied der
         "Company", das es so will, eine Schachtel mit den Texten bekommen
         kann, in die die "Yin"- und "Yang"-Alben paßen und in der auch
         noch genug Raum für die "Radio Edits"- und die "Interview"-CD ist.
         Auf diese Weise hat man eine nette Sammelbox. Ich würde
         beispielsweise liebend gerne "The Instiution Waltz" fotokopieren
         und das Original von "Punch&Judy" hineinbringen und die
         Rotweinflecken zeigen und all das.

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FishNet: Benutzt Du jetzt immer noch ein Textbuch ?
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Fish:    Zur Zeit habe ich etwa fünf Bücher; die beiden Originale, die ich
         etwa seit 1987 nicht mehr verwende. Es gibt ein kleines blaues
         Buch mit meinen Gedichten, das von "Misplaced" über "Clutching"
         bis "Vigil" das wichtigste Buch war. Und dann kam ein großes
         schwarzes Buch und nun auch ein großes braunes Buch, die die
         verschiedensten Dinge enthalten. Ich habe immer versucht, eins
         mit auf die Tourneen zu nehmen, um die Notizen in eine Form zu
         bringen, aber es funktioniert nicht. Ich habe nicht die Disziplin,
         um das wirklich hinzubekommen. Das Material für "Suits" entstand in
         dem großen braunen Buch, das meine Gedichte enthält. Aber das,
         was ich momentan mache, ist zum großen Teil eher im Kopf als
         irgend etwas anderes. Wenn wir die nächste Tournee angehen, werde
         ich wahrscheinlich ein Buch mitnehmen, das das Kreuzworträtsel
         sein wird. Ich traue Computern nicht, wirklich nicht. Irgendetwas
         stimmt nicht mit Textverarbeitungsprogrammen und dem ganzen.

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                "Ich traue Computern nicht, wirklich nicht."
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         Man kann stundenlang an etwas arbeiten und dann drückt man aus
         Versehen den falschen Knopf oder in der Mitte eines gewaltigen
         Sturms, der der Offenbarung entsprungen ist, wird plötzlich
         das Resultat Deiner Arbeit der letzten sieben Monate
         ausgelöscht. Deshalb verlasse ich mich immer noch sehr stark
         auf die alte Methode - ein bißchen Papyrus, wunderbar. Es gibt
         nichts, das es mit dem Gefühl von etwas Papier aufnehmen kann !
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#Font Losse 16
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           Teil 2 - Ausrüstung
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#C10

FishNet: Ich bemerkte, daß Du beim Konzert in Caen (zu dem es einen
         Konzertbericht in den FishNet-Seiten gibt) Probleme mit dem
         Mikrophon hattest und es gegen ein anderes austauschen
         mußtest. Benutzt Du immer noch schnurlose Mikrophone ?

#C21
Fish:    Das hatte nichts mit einem schnurlosen Mikrophon zu tun, das lag
         einfach daran, daß dort ein miserabler Soundingenieur und nicht
         unsere eigener Touringenieur war. Das liegt an der Ausrüstung, die
         wir verwenden. Auf Grund der Art und Weise, in der wir diese
         Konzerte organisieren, benutzen wir P.A.- und Monitorsysteme so
         wie wir sie vorfinden. Ich kann es mir nicht leisten, eine
         vollständige Tournee durch die Provinzen Frankreichs mit einem
         kompletten Monitor- und P.A.-System zu machen, wie wir das in
         einer perfekten Welt gerne täten.

         Die Akustik-Konzerte begannen bei den "HMV in store"-Shows.
         Ich erinnere mich an das Konzert in Glasgow mit Frank und Robin,
         bei dem sie fragten "Was sollen wir machen ?", und ich sagte :
         "Laßt uns 'Lucky' ausprobieren" und plötzlich gab es quasi einen
         Knall und es war großartig ! Daraufhin spielten wir natürlich
         das sich dazu schier aufdrängende "Dear Friend" und die anderen
         Stücke. Wir versuchten "Internal Exile" und es klappte toll.
         Daraufhin telefonierte ich mit meinem Agenten und sagte : "Laß uns
         Akustik-Konzerte machen." und er sagte : "Nun, ich denke nicht,
         daß das eine gute Idee ist, es könnte schiefgehen." Und dann
         gingen wir raus und gaben einigen Konzerte, die wirklich toll
         waren. Die absolute Minimal-, Minimal-, Minimal-Version des ganzen
         kam dann, als Frank und ich nach Südafrika flogen. Wir hatten dort
         einen Keyboarder und einen Gitarristen, die nie zuvor mit uns
         zusammen gespielt hatten. Es endete damit, das wir ein
         eine Stunde und zwanzig Minuten dauerndes Konzert mit sieben
         Liedern gaben. Es war wie eine Improvisation, Fish spielt Billy
         Connolly.

         Das ganze akustische Material war so angelegt, daß wir in
         Gebieten spielen konnten, in denen wir nie zuvor auftreten konnten.
         Man kann nicht mit einer kompletten Produktion und allem was
         dazugehört losziehen, wenn man bei bestimmten Orten weiß, daß man
         dort kein großes Publikum hat. In Reims waren 62 Leute, in Caen
         etwa 52, in Straßburg 600, in Lyon ungefähr 400 / 500, in Marseille
         600. Man muß sich auf die Umstände einstellen. Man muß dem ganzen
         gegenüber eine Art Guerilla-Kriegsführungsstrategie entwickeln.
         Man hat die Wahl, die Shows nicht zu machen und sich auf die Single
         und das Video zu verlassen, um den Markt zu testen und zu
         durchblicken, oder man beschränkt sich und geht mit einem
         Minimum an Helfern in den Tournee-Bus, mit der geringsten Menge
         an Ausrüstung, die für eine mehr als nur akzeptable Show notwendig
         ist. Das Akustik-Konzert entwickelte sich zu einer Show, die
         exzellent war und die ich persönlich sehr mochte. Als Sänger gab
         es mir die Möglichkeit herumzuspielen. Wie ich schon sagte, die
         Ausrüstung mußte man sich manchmal erbetteln, borgen oder stehlen.
         Man kann nicht ankommen und ein M4-System und ein Halleffektgerät,
         etc., etc. verlangen. Es gehört dazu, daß man mit ziemlich
         schäbiger Ausrüstung arbeiten muß.

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  "Man muß dem ganzen gegenüber eine Art Guerilla-Kriegsführungsstrategie
                                  entwickeln."
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         Man hat vor ein paar Jahren die Frequenz der schnurlosen
         Mikrophone geändert und es gibt eine Menge unterschiedlicher
         Systeme. Ich mochte gewöhnlich das System von Sony, mit einem
         Shure SM58 - Kopf. Es gibt da aber bestimmte Frequenzen, die
         einfach verschwinden, sie werden schlichtweg nicht übertragen.
         Die ganze Art und Weise, in der das schnurlose Mikrophon arbeitet,
         tendiert dazu, Frequenzen aufzufangen, die viel Feedback
         erlauben, und man verliert dabei viel vom Körper der Stimme. Das
         System, das ich heutzutage bevorzuge, ist ein Kabelsystem, und
         ich verwende das 87er, das eigentlich ein Studiomikrophon ist.
         Wir kauften das während unserer letzten Tournee. Ohne zu technisch
         werden zu wollen, handelt es sich dabei um ein Mikrophon, das
         über einen engen Tonabnehmungsbereich verfügt - man muß sehr nah
         dran sein - aber das eben Qualität hat. Ich habe einen für einen
         Sänger ungewöhnlichen Frequenzbereich, der beste Teil des Bereiches
         liegt zwischen 17 und 22 K. Das ist im mittleren Bereich, bzw. über
         der Mitte. Bei einem schnurlosen Mikrophon neigt diese
         Frequenz am meisten zur Rückkopplung.

         Ich mag die Bewegungsfreiheit, die man bei einem schnurlosen
         Mikrophon hat, ich mag die Möglichkeit, hin und her zu rennen, ohne
         dabei zu straucheln und aufs Gesicht zu fallen. Und ich mag die
         Möglichkeit, damit in die Zuschauermenge zu gehen, aber die
         Qualität leidet darunter und ein Mikrophon mit Kabel wird da immer
         das beste sein. Und wie schon gesagt, ist das 87er, mit dem ich zur
         Zeit arbeite, das bei weitem beste Mikrophon, mit dem ich je auf
         der Bühne gearbeitet habe. Sowohl der Toningenieur als auch Yatta
         sagten, daß die Qualität der Stimme, die dabei rüberkommt,
         unglaublich war. Wenn die Quelle gut ist, wenn das, was man ins
         Mikrophon gibt, gut ist, dann haben sowohl Dein Touringenieur
         als auch Dein Monitor-Ingenieur bessere Chance, damit umzugehen.
         Wenn man mehr Substanz zum Verarbeiten hat, kann man damit mehr
         im Tonbereich und beim Bühnensound anfangen. Das ist eins der
         größten Probleme, die man auf der Bühne hat; viele der größten
         Probleme hängen immer mit schlechten Monitor-Ingenieuren zusammen,
         da man einen schlechten Monitor-Ingenieur oder ein schlechtes
         Monitorsystem auf der Bühne überkompensieren muß. Ich bin der Typ
         Sänger, der eher Wert auf die Vorstellung legt. Ich brauche das
         Licht und den Schatten, ich brauche die Fähigkeit, mit der
         Dynamik des Vortrags zu arbeiten. Ich mag sowohl die Möglichkeit,
         zu flüstern und dabei das Flüstern zu hören als auch gleichzeitig
         die Möglichkeit, zu schreien und einen Schrei zu bekommen. Zum
         Beispiel in "State of Mind" setzt man so leise an, daß man damit
         spielen kann. Wenn man ein schlechtes Monitor-System hat, kann man
         das nicht, man neigt dazu, überzukompensieren. Sobald man
         überkompensiert, überspannt man seinen Gesang. Wenn man ein Konzert
         gibt und das Monitor-System ist nicht in Ordnung, kann es
         vorkommen, daß man etwa zwei Stunden lang singt, es sich aber in
         derselben Zeit anfühlt, als hätte man sechs Stunden gesungen. Das
         heißt, daß die drei aufeinanderfolgenden Konzerte sich wie fünf
         anfühlen. Man quält sich viel ab und je mehr man sich abquält,
         desto mehr wird es einem heimgezahlt, selbst wenn man einen Tag
         frei hat. Wenn man sich fünf Tage abquält und einen Tag frei nimmt,
         geht man auf vier zurück, was bedeutet, das man die nächste Runde
         mit einer drei- zu vier-Tages-Plackerei beginnt. Die Vorstellung
         ist die, daß man nur vielleicht zwei oder drei Konzerte gibt und
         dann einen Tag frei nimmt, bis die Quälerei sich auf einen Tag
         verringert. So ist man immer damit beschäftigt, seine Stimme zu
         erholen, was der Grund dafür ist, daß wir die nächste Tour so
         geplant haben, wie wir es haben. Es gibt keine Vierer mehr während
         dieser Tournee. Ich gebe keine vier Konzerte mehr hintereinander.
         Drei hintereinander, zwei hintereinander. Ich sagte meinem Agenten,
         daß dahinter nicht kurzfristiger Profit, sondern ein langzeitiger
         Gewinn steht. So wollen wir das handhaben. Wir sprechen von einer
         drei oder vier Monate langen Tournee, weswegen wir das Spiel
         genauso wie ein Fußballspieler in einem Meisterschaftsspiel
         einteilen müssen. Man geht nicht mit einer Knieverletzung auf den
         Platz; hin und wieder muß man sich einen Tag frei nehmen, damit
         das Knie heilen kann, wenn man das Ende der Saison erleben will.


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#C10
         "Man geht nicht mit einer Knieverletzung auf den Platz."
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#C10

FishNet: Früher hast Du zumeist vier Konzerte am Stück gegeben und danach
         einen freien Tag eingelegt.

#C21
Fish:    Ja, es erschreckt mich, wenn ich zurück auf Teile der früheren
         "Fugazi"- und "Script"-Tourneen blicke. Es gab da teilweise fünf
         Konzerte am Stück. Ich sprach kürzlich mit Roger Chapman bei einem
         der SAS-Band-Konzerte in Zürich und er sagte, daß er seit drei
         Jahren keine vier Konzerte hintereinander gegeben hätte. Man macht
         das einfach nicht. Man nennt das vier zu eins, vier Tage auf der
         Bühne und einen frei. Nun mache ich drei zu eins, zwei zu eins. Man
         muß das eigene Tempo bestimmen, man muß die lange Strecke gehen.
#Seitenende
#Font Losse 16
#C31
          Teil 3 - Promotion CDs
#Font topaz 8
#C10

FishNet: In der Bestelliste für "The Dick Brothers" entdeckte ich Promotion-
         CDs für "No Dummy" und "Emperors Song"/"Fortunes of War". Gab es
         Pläne, die Stücke als Singles zu veröffentlichen ?
#C21

Fish:    Hinter der Katalognummer von "No Dummy" stand absolut nichts.
         Ich war mir wirklich ziemlich sicher, daß "No Dummy" eine tolle
         Single geworden wäre und ich glaube das immer noch. Vielleicht
         wird man eines Tages darauf zurückkommen, etwa wenn wir ein
         "Compilation"-Album machen. Es gab davon viele Dance-Mixe, die
         nie veröffentlicht wurden. Aber ich hatte nie das Gefühl, daß diese
         das Richtige wären. "No Dummy" ist vielleicht das Stück des
         "Suits"-Albums, das in kommenden Jahren als eines der
         fortschrittlichsten angesehen werden wird. Vermutlich war es
         seiner Zeit voraus. Bei den Dance-Mixes, die gemacht wurden, hatte
         ich das Gefühl, daß sie dem Titel Unrecht tun würden. James
         Cassidy wollte ihn zusammen mit Galtan Shurrer machen. Galtan
         hatte mit James bei einem anderen unserer Projekte
         zusammengearbeitet. Er hatte "Spartacus" gemacht und auch
         Dance-Mixe von einigen der "Songs From The Mirror"-Stücke. Ich
         glaube, er hatte an "I Know What I Like" gearbeitet, aber es hat
         nie so richtig funktioniert. Zu dieser Zeit ging es mit dem
         "Suits"-Album ein wenig dem Ende entgegen, und ich hatte nicht
         das Gefühl, als könnten wir uns in eine Situation begeben, in der
         wir uns mit Dance-Musik beschäftigen und viel Geld in Werbung
         stecken könnten. Deshalb hat die Katalognummer niemals richtige
         Verwendung gefunden, obwohl die Mixes existieren. Eine der
         Geschichten, die damit zusammenhängen, war die, daß im Studio
         das Masterband von "No Dummy" in einem fort auf der Zwei-Inch-Spule
         lief, und da jeder im Studio so beschäftigt war, haben die Leute
         vergessen, nach der Bandmaschine zu sehen. Und so passierte es,
         daß die Bandmaschine "Tschugga, tschugga, tschugga, tschugga,
         tschugga" machte und die letzten fünf Minuten des Songs abgerieben
         wurden. Deshalb ist es zweifelhaft, ob man das verwenden kann.
         Wir sprachen neulich erst mit einigen Leuten von MIDEM, die das
         wirklich als Dance-Musik machen wollen. Ich halte ihn für einen
         ziemlich gewalttätigen Song, ich mag ihn, ich mag seinen Text, ich
         mag die ganze Dramatik des Songs.

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#C10
 "Und so passierte es, daß die Bandmaschine "Tschugga, tschugga, tschugga,
                          tschugga, tschugga" machte."
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         Bei "Fortunes Of War" und "The Emperors Song" konnten wir uns nie
         entscheiden, welcher auf die Single kommen sollte, woraufhin die
         Deutschen die Idee hatten, beide Songs auf eine Promotion-CD
         zu bringen, und abzuwarten, welchen die Radiosender spielen würden.
         Letztlich haben sie eigentlich keinen gespielt. Ich denke, daß
         wir beim "Suits"-Album das Problem hatten, die Singles auf die
         falsche Art veröffentlicht zu haben, wir waren noch dabei, das
         Geschäft als unabhängige Plattenfirma zu lernen und ich denke, wir
         haben es vielleicht falsch gemacht. Ich denke, wenn wir "Emperors
         Song" als erste Single und dann "Lady Let It Lie" herausgebracht
         hätten, hätten wir wohl mehr Erfolg gehabt. Es ist dann so
         gelaufen, daß "Lady Let It Lie" erschien und eigentlich nicht das
         gebracht hat, was wir uns erhofft hatten, deshalb war es
         ziemlich schwer, noch gespielt zu werden. Im Nachhinein bin ich
         der Meinung, daß die Studioversion des "Emperors Song" live
         gespielt nicht mit der Power und Energie der Liveversion mithalten
         kann. Das sind also die Gründe, warum "Emperors Song" und "Fortunes
         Of War" als sehr, sehr, sehr limitierte Promotion-Versionen
         existieren.

         Das ist es, wovon wir im Pub gesprochen haben; ich denke, daß von
         "Lady Let It Lie" europaweit etwa 30.000 / 35.000 Exemplare
         verkauft wurden, und wir planen keine Neuauflage. Deshalb müßte
         "Just Good Friends" als Single herausgebracht uns in die
         Stratosphäre einer Hitsingle des Jahres '85 schießen. Dann würde
         vieles von dem Material wertvoll werden. Neulich rief mich jemand
         an und sagte mir, daß die "The Company"-CD, von welcher meines
         Wissens nur etwa 10.000 gepresst wurden, bereits für 50 / 60 Pfund
         gehandelt werden. Ich denke, daß es das für Fans interessant macht.
         Für die Leute, die damals treue Fans waren, die Leute, die all
         das Material kauften, als es erschien. Wenn sich großer Erfolg
         einstellt, wird die Plattensammlung tatsächlich sehr wertvoll.
         Ich glaube, daß es heute viele Leute gibt, die ihre Plattensammlung
         als Aktivposten betrachten. Sie kaufen sich zwei Exemplare und
         wissen so, daß sie eines verkaufen können und nach wie vor selbst
         eine "Company"-CD - oder welche auch immer - besitzen. Gleichzeitig
         haben sie immer noch eine zum Verkauf und wenn sie die für
         50 / 60 Pfund verkaufen können, bedeutet das, daß sie mehrere
         Exemplare der nächsten CD kaufen oder sich zurückwenden und
         die "Market Square Hero"-Picturedisc, die sie damals nicht
         ergatterten, erwerben können.

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#C10
 "Ich glaube, daß es heute viele Leute gibt, die ihre Plattensammlung als
                           Aktivposten betrachten."
#C21
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         Der Weltrekord für das wie ich denke wohl teuerste Objekt wird
         momentan von einem Holländer gehalten, der die 12 Inch-Picturedisc
         der ungeschnittenen Version von "Garden Party" für 600 Pfund
         verkaufte. Ich kann das kaum glauben. Ich wünschte, ich hätte noch
         ein paar von denen. Die Sache ist die, daß es tatsächlich nur
         55 davon in der ganzen Welt gibt, so daß sie sehr selten ist.
#Seitenende
#Font Losse 16
#C31
               Teil 4 - Masque
#Font topaz 8
#C10

FishNet: Du sprachst bereits vom "Masque"-Buch, wird das je realisiert
         werden ?

#C21
Fish:    Das berüchtigte "Masque"-Buch. Mark Wilkinson und ich haben
         unzählige Texte und Manuskripte. Die ursprünglichen "Masque"-Texte
         sind wirklich interessant. Aber meine Kariere befindet sich nicht
         in einem Stadium, das besonders verführerisch wäre; ich habe
         keinen Ruf, der Verlage dazu verlocken könnte, größere Geldsummen
         in ein Buch zu investieren, das Kunst oder was auch immer enthält,
         oder das Gekritzel eine Künstlers und eines Autors, oder eines
         Künstlers und eines Lyrikers, oder was auch immer. Ich denke, daß
         die Idee mit "Masque" sich selbst in eine eher lyrische,
         autobiograhische Arbeit einbringen wird. Ich habe kürzlich mit
         Bill McNie, der die "Company" Schottland leitet, eine 78 Minuten
         dauernde Interview-CD gemacht. Sie ist eine Einführung in "Yin" und
         "Yang", eine kleine Geschichte. Anstatt eine normale Biographie
         zu schreiben, die man den Zeitungen schickt, haben wir uns
         entschlossen, einen anderen Weg zu wählen und eine CD zu machen.

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#C10
 "Ich habe keinen Ruf, der Verlage dazu verlocken könnte, größere Geldsummen
                      in ein Buch zu investieren."
#C21
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         Wenn wir die CD verschicken, bekommen die Leute Zitate und alles,
         was so dazugehört, ohne daß sie erst unzählige Lokalzeitungen
         anrufen müssen, mit denen man ja gerne sprechen würde, wozu einem
         jedoch eigentlich die Zeit fehlt. Gleichzeitig eröffnet sie
         unabhängigen Radiosendern, mit denen man nicht selbst sprechen
         konnte, die Möglichkeit, eine Rock-Show oder etwas ähnliches
         zusammenzustellen und sie ihren Hörern in Verbindung mit den Titeln
         der "Yin"- und "Yang"-Alben vorzuspielen, so daß sie eine
         Sendung kreieren können, die mir ein wenig Profil und den Sendern
         ein interessantes Programm gibt. Deshalb setzten sich Bill und ich
         zusammen und machten diese CD, von der Bill selbst sagt, sie
         enthalte viele Informationen, die die Fans noch nicht kannten.
         Das hat dann die Idee aufgebracht, daß wir vielleicht eine
         gesonderte CD für jedes Album, das ich je gemacht habe,
         herausbringen sollten. Eine für "Script", eine für "Fugazi", eine
         für "Misplaced", "Clutching", "Vigil", "Internal Exile", "Songs
         From The Mirror" und "Suits". Man könnte dann Lied für Lied die
         Texte durchgehen und ich könnte mir vorstellen, daß das die
         Vorstellung von dem, was "Masque" werden sollte, übernehmen könnte.
         Ich könnte mir vorstellen, daß das mit einer CD viel interessanter
         sein könnte, als nur herumzusitzen und das schwarz auf weiß
         herunterlesen zu können. Wir könnten sie in einer eigenen Schachtel
         herausbringen, so daß die Leute sie eher wie ein Magazin kaufen
         könnten. Das würde zwischen 2.50 und 3.00 Pfund pro CD kosten und
         bedeuten, das die Leute eine andere Sicht der Dinge bekämen. Ich
         habe vor, an einem Punkt meines Lebens eine Autobiographie zu
         schreiben. Für mich wäre es ein guter Bezugspunkt, wenn ich
         einfach herumsitzen und mit jemandem reden könnte. Bill und ich
         mußten gerade erst einige Zeit im Studio totschlagen, etwa eine
         Sonntagnacht über einer Flasche guten Rotweins, und uns gegenseitig
         Müll erzählen. Es gibt viele wirklich interessante Geschichten.
         Es wäre einfach, für jedes Album 78 Minuten zusammenzubekommen.
         Ich denke, die Leute würde einen Einblick in die Dinge bekommen.
         Es ist nicht so, als wären meine Texte sehr kryptisch. Die Texte
         sind an bestimmte Personen gerichtet und drehen sich um bestimmte
         Geschichten und Bedeutungen. Es ist nicht so, als hätte ich sie
         einfach aus meinem Kopf nach einigen Nächten des Bierkonsums oder
         ähnlichem zusammengewürfelt. Sie mußten erst herausgearbeitet
         werden, deshalb wäre die CD eine Art Reiseführer zu den Texten.
         Man könnte immer noch das, was man will, darin erkennen, man kann
         immer noch sich und seine Beziehung zu ihnen selbst ausmachen, aber
         gleichzeitig gibt es viele Bezugspunkte, wie etwa "Belsize Park"
         oder "The Bridge of Sighs" in "Jigsaw" und anderes. Es gibt viele
         Punkte auf einer Landkarte. Es wäre wirklich eine feine Sache,
         die Karte darzustellen und dahinzugehen - "OK, wo möchtest Du
         hin ?".
#Seitenende

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#C10
        "Es ist nicht so, als wären meine Texte sehr kryptisch."
#C21
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#C10

FishNet: Als wir das FishNet-Kreuzworträtsel zusammengestellt haben, war
         es sehr interessant, Deine Texte durchzuarbeiten; es gibt dort
         viele Wörter, die man sich herauspicken und mit einem
         guten Hinweis versehen in ein Kreuzworträtsel einbauen kann.

#C21
Fish:    Ich bin nicht sehr gut im Lösen von Kreuzworträtseln. Foss
         Patterson beherrscht es hervorragend. Er und Davey Paton und
         Frank setzen sich hin und lösen das Kreuzworträtsel des
         "Independent". Ich, und das macht mich wütend, ich kann das
         nicht, wenn man derart wirklich schreckliche Hinweise bekommt -
         es ist so, als zerbräche man ein Wort und hänge es an ein anderes
         heran - ich bin wirklich miserabel darin.
#Seitenende
#C10
FishNet: Nun, wir haben Dir eine Kopie des Kreuzworträtsels ausgedruckt,
         laß uns sehen, wie Du damit zurecht kommst, da es ja schließlich
         auf Deinen Texten basiert.

#C21
Fish:    Vielleicht sollte ich einen Preis für das Kreuzworträtsel
         aussetzen, etwa eine zweiwöchige Ferienreise nach Spanien,
         und versuchen, ihn zu gewinnen.
#Seitenende
#Font Losse 16
#C31
             Teil 5 - Tourneen
#Font topaz 8
#C10

FishNet: Wie sieht zur Zeit Deine Tourneeplanung aus, besonders was die
         USA angeht, da viele Leute, die das FishNet lesen, Amerikaner
         sein dürften ?

#C21
Fish:    Die USA, oh Gott. Wenn es ein Gebiet in der Welt gibt, in dem es
         am schwersten ist, nicht nur Begeisterung sondern überhaupt
         irgendein Interesse an dem, was ich tue, zu wecken, dann sind es
         die USA. Es gibt dort Gruppen von Fish-Fans, die nicht verstehen
         können, warum ich dort nicht aktiv bin, die nicht verstehen können,
         warum ich dort nicht auf Tournee gehe und das Problem dabei ist,
         daß sie eine absolute Minderheit darstellen. Ich glaube genau wie
         sie, daß ich mit der richtigen Plattenfirma im Rücken, die bereit
         wäre, das Material zu verwerten, die Chance hätte, mir einen
         Namen in den Staaten zu machen. Es gab Angebote von unabhängigen
         Firmen, aber die haben halt nicht die benötigte Kraft, so daß
         alles, was sie tun könnten, genau das ist, was ich durch die
         Importfirmen in den Staaten ohnehin schon tue. Ich brauche die
         finanzielle Durchschlagskraft; wenn man sich vor Augen hält, daß
         Großbritannien etwa acht Mal in Texas Platz hätte, weiß man, wo
         das Problem liegt. Wenn man sich ansieht, wieviel ich in
         Großbritannien auf Tournee bin und das auf eine flächendeckende
         Tournee durch Amerika hochrechnet - dann wird das schwierig.
         Deshalb muß man sehr auf das Video und auf Radiosendungen
         vertrauen. Um Radiosendezeit und all das zu bekommen, braucht man
         jemanden mit Durchschlagskraft und die Leute, die darüber
         verfügen, sind an dem, was ich zur Zeit tue, nicht interessiert.

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#C10
                             "Die USA, oh Gott."
#C21
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         Jede Woche führen wir Telefongespräche in die Staaten um
         herauszufinden, wo die Leute stecken, die den goldenen Weg ins
         Nirvana weisen können. Aber bis jetzt ist noch keiner aufgetaucht.
         Es könnte der Zeitpunkt kommen - nicht in diesem Jahr, da ich
         einfach nicht die Zeit habe, aber vielleicht im nächsten Jahr - an
         dem ich rüber gehen und 10 Konzerte geben könnte, falls es für mich
         finanziell lohnend und interessant erscheint. Etwa so, wie wir
         jetzt in Singapur und Hongkong waren. Aber es ist ein unangenehmer
         Ort, um dort zu arbeiten. Ich habe keine Lust, den Rest meines
         Lebens damit zu verbringen, durch die Staaten zu touren und das
         zu tun, was Saxon und viele andere Bands vor mir gemacht haben.
         Gleichzeitig haben einige Bands viel Geld, viel Enthusiasmus,
         viel Herz und viel Energie investiert, nur um gar nichts zu
         erreichen. Ich würde mich eher auf Europa und Osteuropa
         konzentrieren, wo ich tatsächlich eine Reaktion erreiche. Man
         reagiert zur Zeit auf mich eher in Südostasien und Japan als in
         Amerika. Aber sollte es dazu kommen, bin ich absolut darauf
         vorbereitet, dorthin zu gehen, und ich bin mir der treuen
         Fangemeinde dort sehr bewußt. Ich würde gerne in der Lage sein,
         irgendwann nächstes Jahr rüber zu gehen und vielleicht ein Konzert
         in San Fran, San Diego, L.A. und ein Grand Rapids-Konzert und
         vielleicht ein Konzert in Chicago und so weiter zu geben.
         Möglicherweise könnten wir das auf eine dreiwöchige Tournee
         beschränken. Ich bin in Kanada bekannter und habe immer noch keinen
         Plattenvertrag in Kanada. Es ist furchtbar, ich bin 37 Jahre alt,
         wenn man 23 ist, fällt es einem leicht, 6 Monate seines Lebens
         einfach damit zu verschwenden, in den Staaten von Küste zu Küste zu
         touren, aber ich kann mir das jetzt nicht erlauben. Ich würde eher
         ein neues Album machen.

#C10
FishNet: Du hast gesagt, daß es in Europa gut liefe. Eine der Ideen, von
         denen ich hörte, war die eines europäischen "Company"-Treffens;
         glaubst Du, daß das klappen könnte ?
#C21

Fish:    Ich glaube, daß das zu unpersönlich wäre. Ich meine, ein
         europäisches Fish-Fan-Club-Treffen zu veranstalten, schmeckt ein
         wenig nach "Straßburg und Brüssel". Das ist mit so einem
         bürokratischen Gefühl behaftet. Ich mache gerne ein Konzert für
         die "Company" in Holland und eins für die "Company" in Deutschland.
         Ich weiß es zu würdigen, daß es für den Geschmack der "Company"
         Frankreich sehr schwer ist, etwas auf die Beine zu stellen. Aber
         wenn man von einem europäischen Treffen redet, warum
         organisiert man so etwas nicht im Rahmen der Tournee und ermöglicht
         es den Leuten, zu den Soundchecks zu kommen ? Das Haddingtoner
         Treffen funktioniert hervorragend wegen der Art und Weise, in
         der es abgehalten wird. Ich kann hinkommen und alle Tage dort
         verbringen. Aber eine Sache, die ich beim letzten Treffen in
         Haddington lernte, war, daß ich nicht in der Lage bin, mich
         hinzusetzen, um 12 Uhr nachmittags zu reden anzufangen und bis
         4 Uhr zu reden, gleichzeitig mit der Organisation beschäftigt zu
         sein und dann am Ende des Abends mich mit immer noch einwandfreier
         Stimme hinzustellen und zu singen. Deshalb habe ich die
         Befürchtung, daß ein europäisches Treffen zwar in den Sechzigern
         wegen der Ideale fein gewesen wäre, daß es jedoch zu unpersönlich
         werden und genau das zerstören könnte, wozu die "Companies"
         überhaupt da sind. Die "Companies" sind nicht für bürokratische,
         anonyme Leute, sondern für Individuen; wir kennen jeden, der für
         die einzelnen "Companies" arbeitet und es ist eine feine Sache,
         sie mit einem eigenen Treffen zu entschädigen.
#Seitenende

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#C10
   "Ein europäisches Fish-Fan-Club-Treffen zu veranstalten, schmeckt ein
                     wenig nach "Straßburg und Brüssel"."
#C21
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#C10

FishNet: Du sprachst davon, daß sich die "Companies" derzeit verändern
         würden, daß sie regionalisierter würden.

#C21
Fish:    Ja, das ist ziemlich lustig, ich finde es ziemlich interessant.
         Vielleicht spiegeln die "Companies" die politische Situation hier
         in Großbritannien wider. Die "Companies" Großbritannien und
         Schottland gehen ein - stattdessen gibt es die "Company"
         Scouselan und die "Company" der Midlands und die Jungs aus Newport
         und so weiter.

#C10
FishNet: Wird es dieses Jahr ein Treffen der "Company" Schottland geben ?

#C21
Fish:    Ich weiß nicht, das Problem war die Zeit. Wir haben uns an die
         Edinburgher Bezirksverwaltung gewandt, um ein kostenloses
         Open-Air-Festival in Princess Street Gardens, mitten im Herzen
         von Edinburgh, geben zu können. In den nächsten 24 Stunden werde
         ich wissen, ob das tatsächlich geklappt hat. Wenn das der Fall
         sein sollte, dann können wir das Treffen vielleicht damit
         verbinden. Wenn es nicht klappt, dann machen wir es vielleicht
         im Dezember und veranstalten ein Haddingtoner Konzert am Ende der
         Tournee, bevor wir nach Südafrika gehen.

         Wir haben vor, die Tournee im September zu starten, wenn es
         klappt, dann wäre das Konzert in Princess Street Gardens am
         2.September, am 4. - glaube ich - ein Open-Air-Festival in der
         Nähe von Frankfurt in Deutschland, am 7. Liverpool Royal Court,
         am 9. Willesden Empire. In Liverpool und Willesden wird der
         Preis für eine Eintrittskarte 5 Pfund für jeden, der ein
         UB40 hat, und 7 Pfund für jeden, der arbeitet, betragen. Alle
         Einnahmen gehen an "The Big Issue", das Magazin für die
         Obdachlosen, um ihnen beim Aufbau einer neuen "Big Issue" zu
         helfen, die sie im Nordosten Schottlands plazieren wollen. Somit
         hat die Sache ein Ziel und die Show in Edinburgh würde das ganze
         starten. Das ist praktisch, da ich vom Ansehen der "Big Issue"
         profitiere und sie von meinem Ruf profitieren. Ich denke, wir beide
         passen ganz gut zusammen, die Art Texte, die ich schreibe, meine
         Einstellung, paßt ziemlich gut zu den Ansichten, die "The Big
         Issue" vertritt. Wir sind beide unabhängig und wir machen beide
         die Dinge auf unsere eigene Art. Grundsätzlich kapitalistisch mit
         einem starken linkssozialistischen Einschlag. Dann gehen wir nach
         Belgien, wo zwei Open-Air-Festivals stattfinden. Daraufhin geben
         wir ein Konzert in Holland, in Groningen im Norden, da ich in der
         Zeitschrift der "Company" Holland gesagt hatte, daß ich keine
         weiteren Konzerte in Holland geben wolle, weil ich das Gefühl habe,
         bereits zu oft dort gespielt zu haben, aber im Norden Hollands
         haben wir in der Tat noch nicht gespielt. Ich habe mit Marillion
         niemals ein Konzert in Leeuwarden oder Groningen gegeben, am
         nördlichsten waren wir wohl in Amsterdam. Deshalb entschädige ich
         sie mit dem Konzert in Groningen dafür, daß ich zu Beginn der
         vierzehn Jahre nicht dort war. Und von da aus gehen wir nach
         Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen,
         Polen, Tschechien, Ungarn, Österreich, Deutschland, Schweiz,
         Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, zurück nach Spanien, zurück
         nach Frankreich, dann zurück nach Großbritannien. Danach haben
         wir etwa anderthalb Wochen nichts, dann über Weihnachten und
         Neujahr sechs Konzerte in Südafrika. Diese beinhalten zwei
         Workshops mit einheimischen Musikern, einen in Durban und einen in
         Prätoria. Von da aus geht es dann nach Japan, dann nach Südostasien
         und Australien und dann vielleicht nach Südamerika.

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#C10
      "Wir sind nun internationaler als es Marillion jemals war."
#C21
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#C10

FishNet: Das ist dann ja alles ziemlich großangelegt ?

#C21
Fish:    Nun, wir haben dieses Konzert in der Türkei gegeben, das im
         Konzertbericht dokumentiert ist, und wir waren mit 5000 Zuschauern
         ausverkauft. Man hat uns gebeten zurückzukommen und dort im
         nächsten Jahr 5 Konzerte zu geben. In Israel will man uns nun
         auch, Griechenland wird wohl auch bald dazustoßen. "Yin" und
         "Yang" sind somit die Ausweise, die es uns erlauben werden, in
         Gebieten auf Tournee zu gehen, in denen ich mit Marillion nie war.
         Wir sind nun internationaler als es Marillion jemals war.

#C10
FishNet: Wird der bessere Ruf im Ausland Dir auch hier in Großbritannien
         helfen ?
#C21

Fish:    Nein, in Großbritannien schert man sich einen Scheißdreck darum,
         was irgendjemand im Ausland denkt. Wir haben im letzten Jahr
         die größten Festivals in Deutschland mit 250.000 Zuschauern
         gespielt und wen interessiert's ? Ich komme nicht einmal auf die
         Liste für Glastonbury, dort interessiert man sich nicht für mich.
         Ich bin 37 Jahre alt und damit 20 Jahre hinter meinem
         Verkaufszeitraum, soweit es die britischen Medien betrifft. Wenn
         ich morgen das Äquivalent zur "Bohemian Rhapsody" oder zu "Stairway
         To Heaven" schreiben würde, würde es sie nicht interessieren, weil
         er 1.85 m groß, kahl und schottisch ist und nicht das richtige
         Hemd an hat.
#Seitenende
#Font Losse 16
#C31
          Teil 6 - Schauspielerei
#Font topaz 8
#C10

FishNet: Hast Du noch irgendwelche Filmrollen in Aussicht ?

#C21
Fish:    Nun, bei den Tourneeplänen, von denen ich Dir gerade erzählt
         habe, ist das nicht ganz einfach. Mein Bühnenagent ist jedesmal
         völlig verzweifelt, wenn ich ihm mal wieder sage "Tut mir leid,
         ich kann drei Monate lang nicht arbeiten". Obwohl ich das sage,
         habe ich gerade erst für den neuen Alan Parker-Film "Evita"
         vorgespielt. Ich versuche mich an der Rolle des Magaldi. Wenn ich
         das durchziehe, bedeutet das, daß ich ein paar Tage frei nehmen
         muß, um die Aufnahmen in Großbritannien im Oktober fertigstellen
         zu können. Es würde bedeuten, daß ich im nächsten Jahr nach
         Argentinien müßte, um beim Dreh dabei zu sein. Wenn ich nach
         Argentinien fliege, dann bedeutet das, daß ich einen Flug
         gespart habe, was bedeutet, daß wir dann eine Südamerika-Tournee
         machen.

#C10
FishNet: Ist Magaldi nicht der Typ, der in Clubs als Sänger auftritt ?

#C21
Fish:    Ja, der ist das. Das heißt, wenn ich die Rolle bekomme; ich habe
         für "Alien 3", "Braveheart", "Rob Roy McGregor" und alle möglichen
         Filme vorgespielt und es hat nicht geklappt. Deshalb gehe ich
         einfach so zu diesem "Auditioning". Ich habe es als Möglichkeit
         betrachtet, Alan Parker zu treffen und ihm ein Exemplar des Albums
         zu geben. Er ist ein netter Kerl. "The Wall" ist der perfekteste
         Rock'n'Roll-Film, den ich je gesehen habe. Das Vorspielen ist toll,
         es ist einfach eine Möglichkeit, Leute kennenzulernen. Ich bin
         selbst jedes Mal von den Stars beeindruckt.

#C10
FishNet: Dann weißt Du ja, wie es anderen Leuten geht.

#C21
Fish:    Natürlich, ganz ohne jeden Zweifel.
#Seitenende
#Font Losse 16
#C31
          Teil 7 - The Funny Farm
#Font topaz 8
#C10

FishNet: Ich war heute ziemlich beeindruckt davon, wie geschäftig es im
         Studio zugeht.

#C21
Fish:    Das ist nicht das Studio, wenn es im Studio geschäftig zuginge,
         wäre das toll. Das ist das Büro, wo wirklich etwas los ist. Ich bin
         dort gesessen und habe versucht, die Anfahrtwege zu den Konzerten
         in SKandinavien herauszuarbeiten, und das läuft dann in etwa so,
         daß diese Fähre so und so viel kostet, das Konzert uns aber nur so
         viel bringt und wir die Hälfte der Konzerteinnahmen einbüßen, nur
         weil wir dreimal eine Fähre benutzen müssen. Manchmal ist es
         zugegebenermaßen ziemlich schwer, gleichzeitig Künstler, Manager
         und Plattenfirma zu sein. In der Situation, in der wir uns zur
         Zeit befinden, belaste ich manchmal meine Stimme wirklich schwer.
         Ich habe das Rauchen mit den besten Absichten aufgegeben und dann
         ging die Tournee los, bei der 8 von 10 Jungs rauchten und schon
         war klar : vergiß es. Sobald das Telefon klingelt, geht das wie mit
         Pavlovs Hund und die Filterspitze ist im Mund. Der einzige
         Unterschied liegt darin, daß ich jetzt nicht Benson & Hedges
         rauche, sondern Gauloises Lights. Sie sind milder und ich trinke
         nun Unmengen Wasser. Aber zeitweise sitzt man da und spricht
         10 Stunden am Tag und ich denke, daß das das Problem ist. Früher
         hatte ich einen Manager, der das machte. Dann saß ich zuhause
         auf meinen vier Buchstaben und dachte "Ich wünschte, mich würde
         jemand anrufen" und nun ist es eher "Ich wünschte, die Leute würden
         aufhören, mich anzurufen".

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#C10
 "Manchmal ist es zugegebenermaßen ziemlich schwer, gleichzeitig Künstler,
                   Manager und Plattenfirma zu sein."
#C21
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         Im Moment organisieren wir das Video, buchen die Tournee, stellen
         die Farbabzüge für das Album zusammen. Wir machen das ganze Zeug,
         um das sich normalerweise 20 Leute kümmern würden. Aber
         gleichzeitig haben wir das ganze unter Kontrolle. Gleichzeitig
         ist das ganze unnatürlich intensiv. Mein Problem wird sein, daß
         wenn "Just Good Friends" die Erfolgssingle wird, von der eine Menge
         Leute, mich eingeschlossen, überzeugt sind, daß sie es wird, es
         zu chaotisch werden könnte und ich meine, wir werden jemanden
         engagieren müssen, der zwischen mir und der Außenwelt steht,
         damit ich ein bißchen Bewegungsfreiheit behalte. Ich habe jemanden,
         der sich um das Management in Deutschland kümmert, ich habe eine
         Beraterin, die sich um Deutschland, Österreich und die Schweiz
         kümmert - Linda Hull - ein schottisches Mädchen aus Glasgow, die
         vor Jahren bereits mit EMI zusammenarbeitete. Sie ist sowohl eine
         gute Freundin als auch eine brilliante Organisatorin. Sie ist eine
         der wenigen Menschen, die das auf die Reihe bekommen. Sie hat
         unglaublichen Mumm. Sie zögert nie, mich per Telefon anzubrüllen :
         "Sieh zu, daß Du das fertig bekommst !". Das finde ich toll. Aber
         zur Zeit können wir uns das in Großbritannien nicht leisten, wir
         sind kein Betrieb, der groß genug wäre, sich einen weiteren
         ständigen Mitarbeiter leisten zu können. Man muß das aus diesem
         Blickwinkel betrachten, jeder, der mit uns zu tun hat, wird an
         einer Art langfristiger Verbindung interessiert sein. Man kann
         sich nicht einfach umdrehen und jemanden für das Best-Of-Album
         nehmen und dann einfach sagen "Nun, vielen Dank für das, was Du
         getan hat, aber jetzt hast Du keinen Job mehr". Man muß sich an
         die Leute so binden, wie man von ihnen verlangt, daß sie sich an
         einen zu binden haben. Wenn wir uns Leute für unsere Firma
         aussuchen, geschieht das nach sehr sorgfältiger Überlegung. Ohne
         Zweifel ist Jeremy Lawson der beste Gewinn, den meine Firma je
         gemacht hat. Wir brauchten jemanden mit professioneller
         Einstellung, jemanden, der mit Zahlen umgehen kann, wir brauchten
         einen Rechenkünstler und jemanden, den das auch wirklich
         interessiert. Jemanden, der seine Motivation und seinen
         Adrenalinstoß nicht nur aus der Arbeit mit den Zahlen bezieht,
         sondern der sich auch genügend für die andere Seite interessiert,
         so daß er sich selbst auch mit der kreativen Seite beschäftigen
         kann. Jemanden, zu dem ich mich setzen und den ich fragen kann :
         "Kann ich das machen ? Ist das möglich ?". Gleichzeitig weiß er
         meinen Mut, mein Draufgängertum zu schätzen.
#Seitenende
#Font Losse 16
#C31
           Teil 8 - Das Internet
#Font topaz 8
#C10

FishNet: Welchen Effekt wird das Internet Deiner Meinung nach auf die
         Musikbranche haben ?

#C21
Fish:    Einen gewaltigen Effekt. Eines der Dinge, die mich am meisten
         ärgern, ist die Haltung des Einzelhandelssektors. Nicht so sehr
         die der unabhängigen Händler, sondern eher die der großen. Manche
         der Ermäßigungen, die diese verlangen, sind phänomenal. Wir haben
         manche Läden, die einen 50%igen Preisnachlaß für die Singles
         fordern. Ein 50%iger Preisnachlaß auf den Händlerpreis einer Single
         bedeutet, daß wir kein Geld gewinnen sondern Geld verlieren; wir
         verlieren etwa 30 oder 40 Pence pro Single nachdem wir die
         verschiedenen Leute, seien es Plattenfirmen oder Künstler,
         ausgezahlt haben. Sie halten das im Würgegriff. Es gibt einen
         bestimmten unabhängigen Händler, der über 30% des britischen
         Marktes kontrolliert und wenn eine Single Erfolg haben soll, muß
         sie in dessen Läden kommen, und er weiß das. Deshalb fordert er
         einen 50%igen Preisnachlaß. Man kann damit nicht mithalten. Das
         Internet bietet die Möglichkeit, Fans direkt zu kontaktieren, so
         daß wir vielleicht den Preis der Alben senken könnten. Hoffentlich
         können wir mit wachsendem Ruf im Internet damit beginnen, den
         Leuten Bestellmöglichkeiten anzubieten. Wenn man in der Lage ist,
         Kreditkartennummern mit dem Wissen, daß sie nicht durch ein
         Aufzeichnungssystem mißbraucht werden, sicher zu unterstützen, dann
         wird das besonders reizvoll. Wenn sich jemand für Deine Musik
         interessiert, kann er sich direkt an einen wenden, man kann
         die Musik anhören, man muß nicht zum Händler gehen. Ich denke,
         es nimmt den Händlern Macht und das ist sehr gut so.

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#C10
    "Eines der Dinge, die mich am meisten ärgern, ist die Haltung des
                          Einzelhandelssektors."
#C21
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         Ich könnte argumentieren, den Advokaten des Teufels spielen
         und sagen, daß man als Manager eines Einzelhandelsmarktes jede
         Woche von Vertretern von sechs führenden Plattenfirmen plus
         vier großen Independent-Labels angesprochen wird, die einen
         fragen "Möchtest Du das neue Pink Floyd-Album kaufen, etc., etc. ?"
         Man möchte dann Material kaufen, das sich auch verkaufen läßt.
         Also wird man das Pink-Floyd-Album "Pulse", nehmen, man wird
         das neue Oasis-Album nehmen, man wird das neue Blur-Album nehmen,
         weil man weiß, daß man die los wird. Man macht mit ihnen Gewinn,
         und wenn man mit ihnen Gewinn macht, kann man die Leute bezahlen,
         die für einen arbeiten, usw., usw.. Man will nicht ein Dream
         Disciples-Album nur deshalb nehmen, weil man es mag. Man weiß, daß
         es sehr schwer zu verkaufen sein wird. Ich falle in diese
         Kategorie - genau wie viele andere, in die die Leute nicht
         investieren wollen. Der Händlerpreis beträgt pro CD zur Zeit
         8-25. Man nimmt diese 8-25 auf sich und weiß nicht, ob man sie
         los wird. Man möchte diese 8-25 verschieben und in einen Gewinn von
         drei Pfund verwandeln. Das Problem ist, daß es diese großen Ketten
         wie HMV, Our Price, Virgin, W.H.Smith, John Menzies usw. gibt, die
         einen großen Preisnachlaß fordern. Eines der Dinge, die in der
         "Music Week", einem großen britischen Handelsmagazin, aufgezeigt
         wurden, war die Tatsache, daß man sich nun an einem Punkt befindet,
         an dem Woolworth so viel Nachlaß erhält, daß sie in der Lage
         sind, Alben billiger zu verkaufen als manche der unabhängigen
         Läden, denen es gelungen war, die großen Läden zu unterbieten. Und
         das ist ziemlich erschreckend. Und das ist der Punkt, an dem ich
         das Internet sehe, es nimmt den Händlern einfach die Macht.

#C10
FishNet: Und wie steht es mit Gallup ?

#C21
Fish:    Das System ist heutzutage viel besser als früher, aber es ist
         nach wie vor völlig offen für Korruption.

#C10
FishNet: Würde es immer noch für die Charts zählen ?

#C21
Fish:    Nein, aber wer liest andererseits heutzutage wirklich noch die
         Charts ? Dahin geht die Entwicklung. In Frankreich gibt es keine
         Charts mehr, weil so viel Mißbrauch damit betrieben wurde. Darum
         hat man sich gesagt "Ok - lassen wir das mit den Charts". Ist
         es wirklich wichtig, ob Dein Album an Nummer 16 oder wo auch immer
         einsteigt ? Worauf es ankommt, ist, ob es ein gutes Album ist.
         Wenn ein Album Aufsehen erregt, werden die Leute es kaufen. Ich
         glaube wirklich nicht, daß die Leute ein Album einfach deswegen
         kaufen, weil es drei Plätze höher plaziert ist als ein anderes.
         Man kauft es, weil einem der Künstler gefällt, oder man kauft es,
         weil man einen Titel des Albums gehört hat. Ich glaube, ich würde
         lieber die Möglichkeit haben, ein Album im Radio oder im
         Plattengeschäft zu hören, als ein Top 5-Album zu haben. Ich glaube
         ehrlich, daß die einzigen Leute, die Alben aus dem Grund kaufen,
         weil sie in den Top 10 sind, DJs sind. Und ich meine nicht
         Radio-DJs, ich meine Leute, die in Discos arbeiten. Ich denke
         nicht, daß das Spiel mit den Zahlen Bedeutung hat, weil ich
         wirklich nicht der Ansicht bin, daß die Leute in Großbritannien den
         Charts glauben. Die Leute mißachten die Charts, sie kaufen
         die Sachen, weil sie einen guten Song kaufen. Es würde mir sehr
         gefallen, wenn "Just Good Friends" in diesen Bereich gelangen
         würde, weil es ein guter Song, eine gute Darbietung ist. Wenn es
         angenommen wird - gut. Es wäre wunderbar, einen Nummer 1-Erfolg zu
         haben, nur um der Tatsache willen, von sich sagen zu können "Wir
         waren Nummer eins". Ich hätte lieber eine Single in den Top 40 und
         25 Air-Plays die Woche für die nächsten zwei Monate als eine Nummer
         1 und 3 Air-Plays pro Woche. Wenn es dazu kommt, liegt das an den
         Verkäufen. Es liegt nicht an der Chartplazierung. Ich glaube
         wirklich nicht, daß Chartplazierungen, besonders bei Alben, die
         Kaufentscheidung der Leute wirklich beeinflussen. Ich glaube, sie
         kaufen, was sie wollen, und sie kaufen Platten eines Künstlers,
         weil die die Tatsache anerkennen, daß dieser Künstler einen
         gewissen Stanard, eine gewisse Qualität aufweisen kann. Sie können
         sich darauf verlassen, daß dieser Künstler sein Geld wert ist, was
         genau das ist, was man will, wenn man 12 Pfund für eine CD ausgibt.

#C10
FishNet: Einer der Unterschiede zwischen CDs und den alten Vinylalben ist
         der, daß man auf eine CD so viel Material bringen muß.

#C21
Fish:    Wir haben bereits über B-Seiten von Singles gesprochen. Als ich
         damit begann, Platten zu machen, hatte man sich grundsätzlich
         an 45 Minuten orientiert. "Yin" und "Yang" haben jeweils 74 Minuten
         Laufzeit. "Script" hatte 46 Minuten, viele Künstler machten
         35 Minuten-Alben. Sowohl "Yin" als auch "Yang" entsprechen einem
         Doppel-Vinyl-Album. Das ist ein Problem, das viele Künstler haben.
         Ich glaube, es gibt sehr viele Künstler, die einiges gegen die
         Tatsache, daß sich viele Leute beschweren "Warum machst Du nicht
         jedes Jahr ein Album ?", einzuwenden haben. Man bedenke, sie
         verlangen von Dir, Songmaterial für 75 Minuten zu schreiben. Ich
         denke, daß das erklärt, warum es so viele schlechte CDs gibt - weil
         sich die Leute verpflichtet fühlen, 70 Minuten Musik und Texte zu
         schreiben, weshalb das, was die B-Seite der B-Seite war, plötzlich
         in das Album aufgenommen wird. Warum macht man nicht einfach eine
         wirklich gute CD mit 40 Minuten Laufzeit ? Warum macht man nicht
         gleichzeitig eine 75-Minuten lange CD teurer ? Es ist momentan
         nicht einfach, als Künstler zu argumentieren, da die Plattenfirmen
         die Ansicht vertreten "Wenn Du das machen willst, dann mußt Du
         mindestens 60 Minuten Musik ablieferen". Der Künstler sagt :
         "Momentchen mal, vor fünf Jahren habe ich 45 Minuten Musik
         geschrieben und Ihr wart damit vollständig zufrieden. Jetzt wollt
         Ihr, daß ich zusätzlich fünf Stücke schreibe und darüber hinaus
         B-Seiten für die Singles". Das wird ein bißchen viel.
#Seitenende
#Font Losse 16
#C31
            Teil 9 - Vermischtes
#Font topaz 8
#C10

FishNet: War die "Outpatients"-CD ein Erfolg und planst Du, das Projekt
         fortzusetzen ?

#C21
Fish:    Sie hat sich ganz gut entwickelt. Ich denke, daß von "Outpatients"
         etwa 25.000 Exemplare verkauft wurden. Das bedeutet, daß ich
         nicht so falsch lag, als ich beschloß, "Time And A Word" auf das
         "Yin"-Album zu übernehmen, da es sehr viele Leute gibt, die das
         "Outpatients"-Album nicht haben. Es wurde in den Staaten von sehr
         vielen verschiedenen Sendern sehr oft im Radio gespielt, aber
         wir hatten keine Plattenfirma, die in der Lage gewesen wäre,
         das Geld hineinzustecken, das nötig gewesen wäre, um es zu einem
         Erfolg zu machen, oder die bereit war, wirklich für eine ständig
         gespielte, erfolgreiche Single zu sorgen. Es war für jede
         Plattenfirma nicht einfach, einen hohen finanziellen Einsatz zu
         garantieren, da das Lied eines von dreien auf einem Sammelalbum
         war, das Titel vieler unbekannter schottischer Künstler enthielt.
         Das war der Grund, warum es auf dem "Yin"-Album erscheint. Es
         ist genau dasselbe wie mit B-Seiten, wovon wir bereits sprachen.
         Wenn "Just Good Friends" erscheint, werden die B-Seiten
         grundsätzlich auch auf dem Album erscheinen. Ich versuche "Just
         Good Friends" einen Titel mitzugeben, den Radio-DJs spielen
         werden wollen - "State Of Mind" ist zusammen mit der Radio-Version
         von "Somebody Special" auf der CD. Nichts ist deprimierender, als
         in eine Situation wie mit "Black Canal" zu kommen, in der wir einen
         tollen, einen starken Song hatten. Er wurde gewissermaßen
         weggeworfen. Es hatte viel Herz, viel Einsatz und viel
         Kreativität gefordert, um diesen Song zu dem zu machen, was er ist.
         Und all das verschwand. Keiner kommt leicht zu einem Song. Ich
         will keine minderwertigen B-Seiten fabrizieren, ich schreibe nie
         ein Lied und sage "Nun, das ist eine B-Seite, also mache ich mir
         dafür keinen großen Kopf." Auch so etwas wie "Jack And Jill" halte
         ich für ein gutes Stück. Gleichzeitig zielt die Single darauf ab,
         einen neuen Markt zu erschließen, so daß es sinnvoller war, "State
         Of Mind" als einen vollwertigen Album-Titel, den Radio-DJs
         eventuell spielen, auf der B-Seite zu veröffentlichen.

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#C10
           "Ich will keine minderwertigen B-Seiten fabrizieren."
#C21
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         "State Of Mind" werden vielleicht viele der Leute, die noch keins
         der Alben gekauft haben, für einen guten Song halten. Ich
         veröffentliche lieber Live- und Demoversionen der Songs als daß
         ich neue schreibe. Wenn ich mich daran mache, neue Songs zu
         schreiben, schreibe ich sie lieber für das nächste Album als daß
         ich sie auf B-Seiten wegwerfe. Ich weiß, daß es Fans geben wird,
         die sich sagen "Warum sollen wir uns die Single kaufen, wenn wir
         darauf nur die Stücke des Albums bekommen", aber wie ich bereits
         sagte : wenn die Single kein Erfolg wird, wird sie zum
         Sammlerstück, wenn sie einer wird, vergrößert das ohnehin die
         Fangemeinde. Deshalb bewegt man sich in einem Gebiet, in dem die
         Leute die anderen Titel sowieso nicht kennen.


#C10
FishNet: Du drehst morgen das Video zu "Just Good Friends" - wie sieht
         das Drehbuch aus ?

#C21
Fish:    Es ist eine Mischung aus "Frühstück bei Tiffany's" und "Diva". Die
         Idee ist die, daß Sam und ich beschlossen haben, zusammen
         Wohnungen in einem Leuchtturm nehmen, um unsere Beziehung auf eine
         sehr heimliche Art und Weise zu festigen zu versuchen. Ich habe
         die untere Wohnung, sie die obere. Wir veranstalten eine
         Einzugsfeier und ein Haufen Sonderlinge und Bohemiens erscheint.
         Es dreht sich um unseren Versuch, zusammenzukommen und die
         Unfähigkeit, miteinander zu kommunizieren. Hamish Barbour, der das
         Video zu "Fortunes Of War" drehte, führt Regie. Ich bin mir
         ziemlich sicher, daß es ein außergewöhnliches Video wird.

#C10
FishNet: Was kommt auf die B-Seite von "Just Good Friends" ?

#C21
Fish:    "State Of Mind" in der Version des "Yang"-Albums. Die Radio-Version
         von "Somebody Special" kommt auf CD1. CD2 wird "Raw Meat" werden,
         live von den Akustik-Konzerten, die wird in Lyon und Grenoble
         gaben. "Roadhouse Blues" wird der zweite Titel werden, so daß
         beide Liveversionen sein werden. "Roadhouse" ist gut, da es die
         Band in Hochform zeigt. Es gibt auch eine Kassette, die "Just Good
         Friends" und "Somebody Special" enthält.

#C10
FishNet: Uns ist aufgefallen, daß die Stücke auf "Yin" und "Yang" viel
         kraftvoller und mit einem viel stärkeren Live-Gefühl daherkommen
         als die Originale - bist Du zufrieden damit, daß Du das auf CD
         rüberbringen konntest ?

#C21
Fish:    Ich denke, ich mache immer mehr das, was ich schon von jeher
         machen wollte. Jeder sagte immer von Marillion, daß wir live stets
         besser als auf den Alben waren. Ich denke, ich bin nun
         ausgeglichener. Ok, das sind Best-Of-Alben und wir kennen die
         Stücke in- und auswendig. Aber sogar "Suits" ging meiner Meinung
         nach in diese Richtung. Ich glaube, das ist ein Element, das ich
         bei "Sunsets On Empire" forsetzen möchte, ich mag die Energie,
         die es mit sich bringt.


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#C10
                "Ich denke, ich bin nun ausgeglichener."
#C21
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#C10

FishNet: Ich hatte erwartet, daß "Mr. Buttons" entweder auf "Yin" oder
         auf "Yang" zu finden sein würde.

#C21
Fish:    "Mr. Buttons" wird wieder auftauchen. Ich denke, auf "Sunsets On
         Empire". Auch nach allem, was ich gesagt habe, könnte es passieren,
         daß es als B-Seite veröffentlicht wird, das hängt davon ab, was
         die Zukunft bringt. "Mr. Buttons" ist ziemlich "wuuuiii". Es ist
         fast wie Quadrophonie. Es war sehr eng an die Atmosphäre von
         "Suits" angelehnt. Robin und ich hatten die besten Absichten,
         in diesem Sommer ein paar B-Seiten zu schreiben und sogar mit
         "Sunsets On Empire" zu beginnen, aber es hat einfach nicht
         geklappt.
#Seitenende
#C10
FishNet: Wie sieht der Zeitplan für "Sunsets On Empire" aus ?

#C21
Fish:    Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, daß das Album vor
         Januar '97 erscheint.

#C10
FishNet: Liegt das an der starken Tournee-Belastung ?

#C21
Fish:    Ja, weil, um ehrlich zu sein, die Welt da draußen ist und
         ich einfach hinaus und das angehen muß. Ich muß hinaus und das
         türkische Zeug machen. Wenn ich mit "Yin" und "Yang" für eine
         Grundlage sorgen kann, wird es um einiges leichter sein, "Sunsets
         On Empire" zu einem Erfolg zu machen. Gleichzeitig will ich Spaß
         haben, den Planten sehen. Das mag jetzt ziemlich eigenartig
         klingen, aber es gibt viele Plätze, an denen ich bis jetzt nicht
         gewesen bin. Ich war bis zu diesem Jahr noch nie in Hongkong oder
         Singapur gewesen, aber das "Suits"-Album gab mir die Gelegenheit,
         dorthin zu gehen. Das gleiche gilt für "Yin" und "Yang"; auf ihnen
         ist eine Menge alter Sachen, was bedeutet, oder wovon ich hoffe,
         daß es bedeutet, daß die Fans sie kaufen werden, um die
         Neueinspielungen zu hören. Gleichzeitig werden die Leute, die
         "Internal Exile" kaufte und uns durch das Album kennenlernten, sie
         kaufen, um die alten Sachen zu hören und sich anzuhören, was wir
         daraus machten. Sie bewegen sich zwischen vielen verschiedenen
         Kategorien. Sie sind Alben, die als Ausweis dienen; ich will nach
         Südamerika gehen können, ich will Argentinien sehen können, ich
         will nach Australien gehen können. Ich habe nie mit Marillion
         eine Tournee durch Australien gemacht, ich glaube, daß Marillion
         immer noch nicht durch Australien getourt sind.

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#C10
 "Ich will nach Südamerika gehen können, ich will Argentinien sehen können,
                   ich will nach Australien gehen können."
#C21
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#C10

FishNet: Die letzte Frage - wirst Du jemals wieder Percussion spielen ?

#C21
Fish:    Nein, ich bin wirklich gut mit meinen Händen, habe ein gutes
         Rhythmusgefühl, ich habe ein gutes Timing. Aber wenn man mir einen
         Stock in die Hand drückt geht irgend etwas zwischen der Faust und
         dem Stockende verloren. Ich mag Percussion.

#C10
FishNet: In der Zeit von "Market Square Heroes" war es für gewöhnlich
         eine wirklich lustige Sache.
#C21

Fish:    Ja, ich erinnere mich immer daran, wie die Mannschaft mit Sachen
         wie "Laßt uns ihm sagen, daß wir nicht genug Platz im Laster haben,
         um sein Zeug reinzutun" oder "Auf der Bühne ist nicht genug Platz"
         ankam. Und die Band haßte es für gewöhnlich, da ich die Dinger
         zumeist wirklich kräftig geschlagen habe. Ich habe immer noch die
         Original-Tambourine im Studio. Ich habe sie so kräftig geschlagen,
         daß ich das Schlagzeug übertönt hätte.
#C10


© 1995 by Mark & Julie Wynne ; dt. Übersetung by Andreas Neumann

