#Titel Politik / Die Alpeninitiative #Logo gadget14:pinsel/AG.Politik #Font Frankfurter 16 #C31 Die Alpeninitiative - Iniziativa da las alps #Font topaz 8 #C21 Am 20. Februar 1994 wurde in der Schweiz die Alpeninitiative mit 954433 (52%) Ja-Stimmen angenommen, dies war für den Bundesrat und seine Parteien eine schwere Niederlage. Doch wie kam es zu diesem Sieg der Umwelt gegen die mächtige Verkehrslobby und was passiert jetzt ? Vor sechs Jahren wurde die Alpeninitiative lanciert, das heißt 100000 Bürger unterstützten dieses Unterfangen mit ihrer Unterschrift und damit eine menschen- und umweltverträglichere Verkehrspolitik in der Schweiz und in Europa ! Die Initiative soll genau das erreichen, was der Bundesrat seit Jahren verspricht : die Verlagerung des alpenquerenden Transitverkehrs auf die Schiene. Dieses Ziel kann sogar ohne Zwangsmaßnahmen erreicht werden, indem die Kostenwahrheit eingeführt wird. Wenn den beiden Verkehrsträgern Schiene und Straße die verursachenden Kosten angerechnet werden, schneidet die Bahn klar besser ab und die Transporteure steigen freiwillig auf die Bahn um. Und vor Gegenmaßnahmen der EU muß man keine Angst haben, da sie im Transitvertrag mit der Schweiz grundsätzlich der Verlagerung zugestimmt hat. Überall in Europa sind Bestrebungen im Gange (Tirol, Sachsen-Anhalt, Saarbrücken), den Ferngüterverkehr auf die Schiene zu bringen. Der Straßenbau im Alpengebiet wird nicht untersagt, nur die vier Transitrouten San Bernadino, Gotthard, Simplon, Großer St.Bernhard dürfen nicht weiter für den Transitverkehr ausgebaut werden. Die Behauptung, die Alpen-Initiative schade dem Tourismus, muß wohl gar nicht widerlegt werden, denn welcher Tourist will schon Lärm und Gestank von Lastwagen ? #Seitenende Die Stimmbürger haben in der Abstimmung gezeigt, daß sie für Anliegen zum Schutze der Umwelt ein offenes Ohr haben, auch wenn mächtige Parteien und Lobbys mit allen Mitteln dagegen ankämpfen. Nach Annahme der Initiative hat der Bundesrat als erste Überreaktion einen sofortigen Planungs- und Baustop über alle Nationalstraßenprojekte verhängt, obwohl im Initiativtext nur von den vier Transitgüterstrecken die Rede ist. Inzwischen wurde der Stop gelockert. Die Politiker haben jetzt 10 Jahre Zeit für die praktische Umsetzung der Alpeninitiative und bis dann sollte die Neue Europäische Alpen Transversale (NEAT) gebaut sein und somit die Lastwagen schlucken. Die EU hat zwar jetzt die Schweiz für Verhandlungen zurückgestuft und es tönt sehr ärgerlich aus Brüssel, aber es gibt auch positive Stimmen, z.B. der Präsident der Französischen Staatsbahnen, der die Abstimmung eine wichtige Entscheidung für die Zukunft des europäischen Transportsystems nennt. Der rheinlandpfälzische Verkehrsminister fordert in Deutschland eine konsequente Umlenkung des Transitverkehrs auf die Schiene. Es ist absehbar, daß die kalte Brise, die uns aus Brüssel entgegenweht, bald zu einem lauen Lüftchen abflauen wird. Denn : auch die Europäische Union weiß, daß es langfristig keine andere Lösung gibt, als den Güterfernverkehr auf die umweltfreundlichere Bahn zu verlagern. Die Schweizerinnen und Schweizer haben am 20. Februar ein Zeichen der Hoffnung gesetzt für all jene Menschen in Deutschland, Österreich, Italien oder Frankreich, die unter den Auswirkungen des Lastwagenverkehrs leiden. Die Schweiz hat die Chance, einen wesentlichen Beitrag zu leisten, um die katastrophale europäische Verkehrspolitik in menschen- und umweltverträglichere Bahnen zu lenken. #Seitenende Hier noch eine kleine Auswahl von Pressestimmen : Süddeutsche Zeitung #C10 "Wie gut, daß es auch Demokratien gibt, in denen die Bevölkerung per Referendum zu Wort kommen kann. Nicht die Regierung, sondern das Volk der Schweiz hat soeben einen großen Stein in das Wasser der Verkehrspolitik geworfen, daß die Wellen jedes gegenwärtige und vor allem potentielle Mitgliedsland der EU erreichen wird." #C21 Frankfurter Rundschau #C10 "Wie lange sich die Einigelung gegen die europäische Entwicklung wird durchhalten lassen, müssen sich auch schweizerische Dickköpfe fragen. [...] Vernünftiger Umweltschutz muß auf europäischer Ebene durchgesetzt werden und da fehlen uns die Schweizer." #Seitenende #C21 Luzerner Neuste Nachrichten #C10 "Auch die EU verfolgt längerfristig die Absicht, den Transitgüterverkehr auf die Schiene zu bringen. Mit dem Ja vom 20. Februar kann die Schweiz eine Vorreiterrolle in der europäischen Verkehrspolitik von morgen übernehmen." #C21 Ich hoffe, ich konnte mit diesem Artikel allen Interessierten einen Einblick in die Ideen der Alpeninitiative gewähren. Ich würde auch gerne ein paar Reaktionen in einem späteren Gadget hören. Emi.