#Titel Jokes & Stories / Chaos (Teil 1-5) #Logo gadget19:Pinsel/AG.J&S #Font Losse 16 #C31 Chaos #Font topaz 8 #C10 eine Fortsetzungskurzgeschichte von Thorsten "Joker" Kettner #C32 » KAPITEL 1 « #C21 Tränende Augen verfolgten wie gebannt die Meldungen , die sich wie eine Flut über den Bildschirm ergossen . Alec ließ gewannt seine Finger über die Tastatur gleiten , und versuchte sich in das Hauptprogramm des Rechners von " Macasuma Industries " einzuklinken . #C10 * LOG IN in progress * Please type your password and your personal identification number #C21 " Yeah , ich bin fast drin " , schrie Alec in Vorfreude auf die Spielwiese an Daten , die sich nun anschickte , sich für ihn zu öffnen . Routiniert ließ er das Programm zur automatischen Paßwortsuche den Eingang in den Hauptrechner suchen , öffnen und als weiterhin geschlossen tarnen . Für ihn war es das Größte , sich , wenn auch unerlaubt , Zugriff zu fremden , nicht für seine Augen bestimmte Daten zu verschaffen , diese zu durchstöbern und gelegentlich auch darin eine persönliche Visitenkarte zu hinterlassen . Es hatte wieder einmal ohne Probleme funktioniert und er ließ Unmengen von Dateien vor seinen Augen erscheinen , druckte sich besonders interessante Informationen der Firma für Computersoftware in Tokyo aus , hinterließ in der Informationsdatei sein obligatorisches " GOTCHA , I DID IT AGAIN ,CHAOS " und schaltete mit zufriedenem , vor Erregung glühenden Gesicht seinen Computer und das Modem ab . Wieder hatte er diesen angeblichen "Sicherheitsexperten " , die von sich glaubten , ihre Zugangsbeschränkungen für Industrierechner seien unüberwindbar , gezeigt , wer er war , und vor allem , wozu er im Stande war . #Seitenende #C32 » KAPITEL 2 « #C21 Als er durch das Treppenhaus ging , um sich in der Küche ein Glas kalte Milch zu holen , überlegte Alec schon wieder fieberhaft , in welches Daten - netz er als nächstes eindringen und die Informationen darin durchkämmen werde . Am Kühlschrank angekommen , sah er auf seine Uhr und bemerkte so eher rein zufällig , daß der Unterricht an seiner Highschool bereits vor einer halben Stunde angefangen hatte . Mr. Alley würde heute wahrscheinlich wieder einmal über sein notorisches Zuspätkommen der Geduldsfaden reißen . Alec sah sich schon für das Wochenende an einer " interresanten " Hausarbeit mit einem Umfang einer mittleren Doktorarbeit sitzen . Aber für sein Hobby , das " Hacken " , war nun einmal morgens die beste Zeit , da alle Datenbanken ein Update ihrer Software bekamen , und er so immer als einer der ersten an die neuesten Daten wie an frische Brötchen herankam . Am Eingang der Schule meinte er schon die alles durchdringende Stimme von seinem Lehrer vernehmen zu können , und um die ganze Angelegenheit nicht noch schlimmer zu machen , beeilte er sich, in sein Klassenzimmer zu kommen. Mr. Alley war der am meisten gehasste Biologielehrer der ganzen Schule , ja der Lehrer , dem man mit der größten Furcht gegenübertrat . Wer sich bei ihm etwas zuschulden kommen ließ , der konnte schon in der nächsten Minute mehr von den Beschaffenheiten in der Hölle erzählen als jedes Medium bei einer Seance . Und wie er es erwartet hatte , bekam er schon beim Eintreten in den Raum das gewaltige Organ seines Lehrers zu hören . Wie vom Blitz getroffen blieb Alec stehen . " Was fällt Dir eigentlich ein , erst jetzt in meinen Unterricht herein zu platzen . Wohl wieder die ganze Nacht vor Deinem Computer , diesem Teufels - werk der Technik , gesessen ! Melde Dich am Ende des Unterrichts beim Direktor . Und außerdem möchte ich von Dir bis morgen 9.30 Uhr eine Haus - arbeit über das Paarungsverhalten von Sumpfschildkröten in der Nähe des Amazonas . " In Alec bäumte sich eine ungeheure Wut auf , er könnte diesen Dreckskerl sofort umbringen oder etwas noch schlimmeres . Die Tatsache mit der Haus - arbeit bereitete ihm wenig Sorgen . Dafür wußte er schon einen Weg , um sich geschickt aus der Schlinge um seinen Hals zu ziehen . Aber es ärgerte ihn maßlos , wie Mr. Alley ihn vor der gesamten Klasse als Idioten hingestellt hatte . Sie alle konnten diesen Lehrer zwar ebenfalls nicht leiden , aber es war immer wieder ein Leckerbissen für die ganze Schule , besonders für die Schüler , die sich in der Gerüchteküche wie die Chefköche persönlich vorkamen , wenn einer der Mitschüler zum wiederholten Male zum Direktor mußte und sie diesem Spießrutenlauf beiwohnen und ihn ausschlachten konnten . Die Worte des Direktors waren Alec schon nicht mehr im Gedächtnis , als er aus der Tür des Büros seines Schuldirektors heraustrat . Im Moment marterte sich sein Gehirn mit ganz anderen Problemen ab . Wie sollte er gleichzeitig heute diese Hausarbeit , von der sein Lehrer erwartete , sie sei mindestens 20 Seiten lang ( Fußnoten nicht mitgerechnet ) , fertigstellen , und auf der anderen Seite mit Linda Sue den Abend verbringen . Er hatte vor , sie nämlich zuerst ins Kino zu entführen , danach mit ihr irgendwo etwas zu trinken und sie dann über den Umweg durch den Park nach Hause zu begleiten . Man könnte sagen , der typische Ablauf einer Teenagerverabredung eben . Zuhause angekommen schleuderte er seinen Rucksack , in dem sich außer wenigen Schulsachen auch einige Disketten und ein paar Computermagazine be - fanden , in eine Ecke , legte sich eine dieser Tiefkühl-Fertig-Pizzen , die man in jedem Fernsehwerbespot als die besten angepriesen bekommt , in die Mikrowelle und begab sich in sein Zimmer . Wenn man dieses Zimmer nicht kannte und noch nie betreten hatte , konnte man fast meinen , hier sei ein verrückter Wissenschaftler am Werk , sich und die ganze Welt durch eine selbstgebaute Bombe in die Luft sprengen zu wollen. So viele Kabel , RAM - Bausteine , Dioden und weiterer elektronischer " Bastelbedarf " lagen auf den Tischen , auf dem Bett und in allen Ecken des Zimmers verstreut herum . Sein Ziel , das er durch sein Zimmer hin ansteuerte , oder sich den Weg dahin zu erkämpfen versuchte , war sein Computer . Alec schaltete die Systemeinheit , den Monitor , seinen Drucker und das Herz- stück der Anlage , sein Modem , ein . Nachdem das Passwort korrekt eingegeben war , holte sich Alec sein Hacking - Programm auf den Bildschirm , tippte die Nummer des Hauptcomputers der Städtischen Bibliothek ein , und ließ sich durch sein Programm einen autorisierten Zugang zu allen Dateien und Listen verschaffen . Das Hauptmenü erschien und er checkte sich in die Abteilung für Biologie ein . Nach einigem Suchen konnte er endlich einen wissenschaftlichen Aufsatz zu diesem Thema finden , der von einem unbekannten Verfasser Ende der 60er geschrieben worden war . Diese Version durfte selbst Mr. Alley noch nicht sein eigen nennen oder zumindest kennen. Gerade als der Drucker mit der Ausgabe des Aufsatzes fertig war , hörte Alec das Klingeln der Mikrowelle , wie er fand ein freundliches Klingeln , da es ihm anzeigte , daß nun endlich seine Pizza fertig sei . Bevor er sich allerdings in die Küche aufmachte , startete er "ELISA" , sein Programm neu und ließ es selbständig Datenbanken anwählen , um für ihn etwas interresantes zu suchen . #Seitenende #C32 » KAPITEL 3 « #C21 Nachdem die Pizza ihren natürlichen Weg gegangen war , griff Alec zum Telefon , um Linda Sue anzurufen . " Hi Linda Sue , ich wollte noch einmal wegen unserer Verabredung heute abend mit Dir reden " . " Oh Alec , schön daß Du dich bei mir meldest . Ich dachte beinahe schon , Du hättest mich vergessen . " " Nein , Linda Sue , auf gar keinen Fall , wie kannst Du nur so etwas von mir denken " , entgegnete ihr Alec . Sie erzählte ihm noch , wie toll sie seine Reaktion gegenüber Mr. Alley fand , wechselte mit ihm ein paar belanglose Worte und verabredete sich mit ihm für 20.00 Uhr vor dem Sea-side-Kino . Nach dem Telefonat gehörte seine ganze Aufmerksamkeit wieder dem Computer und den endlosen Zahlenkolonnen , Dateiwürmern und Wörtern , die wie aus dem Nichts plötzlich einen Weg an das Tageslicht gefunden hatten . " ELISA " hatte etwas Neues gefunden , ja sogar etwas noch nie dagewesenes . Alec wußte nicht , was er von den Worten auf seinem Bildschirm halten sollte . Dort standen Worte , die ihm einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen ließen. #C10 * Log in your identification * * This is State Police departement N.Y. * * Type in rank and personal password * #C21 Unter der Meldung blinkte hektisch der Cursor , der auf eine Eingabe des Users wartete . Der eiskalte Schauer auf seinem Rücken verwandelte sich all- mählich in ein warmes Kribbeln , er vermochte beinahe so etwas wie Euphorie oder ein riesiges Glücksgefühl , wie er es nur von anderen Gelegenheiten her kannte , zu verspüren . Endlich hatte er es geschafft , eigentlich ja " ELISA " , mußte er sich selbst eingestehen . Es war schon immer sein größter Traum gewesen , einmal in den Großrechner der Polizei hinein zu gelangen , und dort die kleine Jugendstrafe, die er wegen versuchtem Autodiebstahl kassiert hatte , aus seiner sonst reinen Akte zu entfernen . Nun bot sich ihm anscheinend die Gelegenheit , auf die er schon beinahe eine Ewigkeit gewartet hatte . Als er diesen kleinen " Ausrutscher " aus seiner Jugend , wie er es immer nannte , beseitigt hatte , wollte Alec noch ein wenig in den unzähligen Dateien herumstöbern , ob sich nicht doch vielleicht etwas Brauchbares oder zumindest Interresantes in den Datengewölben des Großrechners finden ließe . Wahl - und ziellos wand sich Alec durch den Dschungel aus Daten , der sich dort teils bereitwillig , teils verborgen auftat . Aber auch die gesicherten Dateien stellten für ihn kein Problem dar , da er aufgrund seiner Fähigkeiten dazu imstande war , die seiner Meinung nach prähistorischen Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen . Nach einiger Zeit stieß Alec auf eine interresante Meldung . Sofort ließ er die gesamte Akte über den "Datenhighway " auf seine Festplatte herunterladen , um sie in aller Ruhe in dieser Nacht noch auseinander zu nehmen . Doch jetzt mußte er sich beeilen , um nicht seine Verabredung mit Linda Sue platzen zu lassen . Diesem Mädchen , in das er sich so unwahrscheinlich verliebt hatte , wollte er so etwas nicht antun . Als er aus dem Haus stürmte , fuhr der Bus der Linie 85 gerade die Halte - stelle an , so der Alec sich sehr beeilen mußte , um ihn überhaupt noch zu erwischen . Nach dem Bezahlen des Fahrgeldes setzte er sich auf den Platz neben einer alten Frau und begann in dem Comicheftchen , das er von zuhause mitgenommen hatte , zu lesen . er haßte es nämlich , sich die Umgebung aus einem Bus heraus anzusehen , und um diese Jahreszeit , es war gerade Sommer , sah man auch um diese Uhrzeit abends noch alles , oder sich mit fremden Leuten völlig gezwungen über so alltägliche Dinge wie das Wetter an der Ostküste oder Westküste zu unterhalten . Am Kino angekommen , sah er Linda Sue schon von weitem . Sie hatte ihre enge Bluejeans und ihr weißes Sweatshirt mit dem Aufdruck ihrer gemein - samen Highschool an . Ein Engel hätte sich noch zusätzlich ihres langen , weichen Haares die Augen ausgeheult , wie es so in seiner schwarzen Fülle im kühlen Abendwind aufwehte . Für Alec erschien sie wie die Hauptfigur in einem Werbespot für Shampoo oder Bademoden . Als sie Alec sah , winkte sie ihm zu und kam ihm ein paar Schritte ent - gegen . Wie in Zeitlupe kam es ihm dann vor , als ihre warmen Lippen sich sanft auf die seinen pressten , die leicht vor Erregung und ein wenig Überrachung zitterten . Wieder spielte sich die gleiche brutale Zeremonie wie jeden Abend , manchmal aber auch mehrmals täglich , ab . " Und wenn jemand etwas davon erfährt , bringe ich Dich um " , stöhnte es ihn ihr Ohr , bevor sie sich ob einer Woge von Ekel und Abscheu übergeben mußte . Sie versuchte diesen Reiz zu unterdrücken , da es dafür von ihm wieder Schläge mit seinem Gürtel gab , aber es gelang ihr wie schon so oft nicht . Sie drohte an dem Erbrochenen und ihren Tränen zu ersticken . " Oh Alec " , vernahm er die Stimme von Linda Sue wie durch einen Vorhang von herbstlichem Nebel , " das wird bestimmt der schönste Abend in meinem Leben . nie hätte ich gedacht , einmal von dem begehrtesten Jungen an unserer Schule zu einem Kinobesuch nur zu zweit eingeladen zu werden ." Alec merkte , wie er leicht im Gesicht errötete , die Leute , denen er im Weg stand und die so gegen ihn und Linda Sue stießen , um in das Kino zu gelangen , bemerkte er nicht . Erst als Linda Sue ihn aufmerksam machte , wie ungeschickt sie doch den Eingang des Kinos versperrten , wurde er sich dessen gewahr , und machte sich ebenfalls mit ihr auf den Weg in das Innere des kleinen Kinos . An der Kasse ließ er sich zwei Karten für die letze Reihe geben , kaufte noch etwas Coke und Popcorn und schlenderte mit Linda Sue , man könnte beinahe etwas kitschig sagen , überaus verliebt und wie auf einer rosa Wolke , auf ihre Plätze . Von dem Film bekamen die beiden dann allerdings nicht so viel mit . An die ersten paar Minuten des Films würden sich beide noch erinnern können und sie vielleicht am nächsten Tag ihren Freunden und Freundinnen erzälen können , danach " riß bei beiden jedoch hemmungslos der Film " . Als Alec zart ihre Hand in die seine nahm und begann , an ihrem Sweatshirt herum - zunesteln , zögerte sie noch ein wenig . Sanft schob sie seine Hand wieder in sichere Entfernung von ihrem Körper weg . Als Alec aber nach mehrfach gescheiterten Attacken ein wenig schmollend tief in seinem Sitz verschwand , faßte auch Linda Sue sich ein Herz . Beinahe schwebend ließ sie ihre Hand über die Innenseite seiner muskulös geformten Oberschenkel wandern . Für diese " Tat " hätte sie von ihrem Vater , wenn er davon wüßte , ein Leben lang Hausarrest bekommen . Er meinte , ein Mädchen mit 15 Jahren dürfe ihre einzigen Erfahrungen mit dem männlichen Geschlecht dadurch machen , daß es zu Weihnachten von seinen Eltern zu seiner Barbie-Puppe das männliche Gegenstück Ken bekommt . Kurz vor dem Ziel ihrer Reise hielt die Hand jedoch inne und schlug die Route über den Bauch zum Hals und von dort zum Gesicht ihres " Opfers " . Dieses zog sie dann an das Gesicht von Linda Sue heran , wo es schon von einem weichen Paar Lippen erwartet wurde . " Scheiß Luder , komm endlich her und spiele mit Papi wieder unser altes Spiel . Du weißt doch genau , daß alles nur zu Deinem Besten ist , un Du so das kleine liebe Mädchen vom Papi wirst " . Wie sie diesen Kotzbrocken , der ihr diese unbeschreiblichen Schmerzen an Körper und Seele zufügte doch haßte . Nie hätte sie gedacht , einmal ihren eigenen Vater derart haßen zu können . Als sie aus dem Kino wieder an die frische Luft kamen , umtänzelte sie ein frischer , aber dennoch äußerst angenehmer Wind . Wieder fiel Alec das bei - nahe schwebende Haar von Linda Sue auf . Schon dafür allein beinahe wünschte er sich , sie für immer an seiner Seite zu haben . Vor ihrer Haustüre blieben sie noch endlose Minuten stehen , um sich in die Augen zu sehen und das Bedürfnis des anderen nach einem Kuß zu stillen . Die wunden Stellen an ihrem Körper versuchte sie mit Creme zu beruhigen und anschließend mit Make-up von ihrer Mutter ein wenig zu überdecken . Für die neugierigen Fragen ihrer Lehrer und Mitschüler fielen ihr auch schon bald keine einigermaßen plausiblen Ausreden mehr ein . Nach der letzten Kuß ging Alec die Treppe , die zum Haus hinaufführte , hinunter . Unten angekommen , drehte er sich noch einmal um und sah gerade noch ihren Haarschopf in der Eingangstüre verschwinden . Dann machte auch er sich , überglücklich , auf den Weg zu seinem Zuhause , um sich noch ein wenig an seinen Computer zu setzen und die interessante Datei , die er vorhin eingefangen hatte , näher zu betrachten . #Seitenende #C32 » KAPITEL 4 « #C21 Behende ließ er seine Finger , wie schleichende Eidechsen an einem kühlen Sommermorgen, über die Tastatur seines Rechners gleiten . Als sich die Datei vor ihm auftat , die er am Abend zuvor im Speicher des Polizeicomputers gefunden hatte . Alec mochte beinahe seinen Augen nicht trauen . In der Nähe des Stadtteiles , in dem seine Eltern dieses Haus gekauft hatten , war ein schrecklicher Mord erst vor ein paar Tagen geschehen . Trotz einigem Nachdenken konnte er sich nicht daran erinnern , etwas darüber in einer der Tageszeitungen gelesen zu haben . Langsam ließ er den Polizeibericht über den Bildschirm scrollen . #C10 Reg. 12119923 N.Y. Police Dept. * Top Secret * Highest Majority Wie uns eine Außendienststelle in der Nacht vom vergangenen Sonntag auf Montag mitteilte , erreignete sich ein Gewalt - verbrechen mit tödlichem Ausgang . Dabei kam ein 11-jähriges Mädchen durch einen Kopfschuss , der sich laut der Gerichtsmediziner aus nächster Nähe gelöst haben muß , ums Leben . Von einem Suizid kann aufgrund der Beweislage nicht ausgegangen werden . Der Tod muß unmittelbar nach dem Eintreten des Geschoßes durch die linke Schläfe in das Gehirn des Opfers eingetreten sein . Trotz umfangreicher Be - fragung der Angehörigen und Suche nach dem Täter oder etwaigen Motiven zu dieser Tat konnte die Polizei bisher keine Erfolge verbuchen . Aufgrund der Dringlichkeit dieses Falles wird von einem Gang an die Öffentlichkeit abgesehen . Ein möglicher Querverweis zu dieser Tat könnte sich bei dem Fall " Maria Swan Reg. 1134056 " der Polizei von San Fransisco ergeben . #Seitenende #Pinsel Gadget19:pinsel/mariaswan #C21 Alec saß wie erstarrt vor seinem Bildschirm . Er hörte nicht einmal , wie ihn seine Mutter aus der Küche rief . Erst als sie an seine Zimmertüre klopfte , wurde er aus dem Bann , der ihn gefangen hielt , herausgerissen. Bevor er aufstand , um seiner Mutter die Türe zu öffnen , schaltete er den Monitor an seinem Computer ab , da Alec fand , diese Daten seien nun wirk - lich nicht für sie Augen seiner Mutter bestimmt . " Hallo , Alec . Schön , daß Du zu Hause bist . Soll ich Dir etwas zu essen machen , oder hast Du schon etwas unterwegs gegessen ? " " Danke Mum , aber ich habe mit einem Mädchen einen Film im Kino angesehen , und danach haben wir noch eine Kleinigkeit gegessen . Sei mir bitte nicht böse , aber ich habe noch einige Seiten für eine Hausarbeit zu schreiben . " " Nein , nein , da bin ich gar nicht böse . Lerne nur , Dein Vater wäre be - stimmt stolz auf Dich . " Nach einem flötenden " Gute Nacht " schloß sich die Türe und er hörte seine Mutter die Treppe in das Erdgeschoß des Hauses hinuntergehen . Sein Vater wäre stolz auf ihn gewesen . Wenn dieser stinkende Sack in seinem Suff überhaupt in seinem konstanten Suff auf etwas stolz gewesen wäre , dann auf seinen neuen " Bier - trinken - und - rülpsen - Rekord " , bevor er sich wahrscheinlich die ganze Hose vollgekotzt hätte . Sein Vater war schon vor 8 Jahren mit einer anderen abgehauen . Volltrunken hatte er oft stundenlang auf Alec und seine Mutter eingeschlagen . Sie waren eigentlich beide froh , daß er eines morgens nicht mehr da war , und sie nach einiger Zeit erfuhren , daß er mit diesem Barflittchen aus dem " Golds Inn " über die Grenze weiter nach Mexiko gezogen war . Aber all dies gehörte nun der Vergangenheit an , und Alec fand , es sei nutzlos und eine Verschwendung , noch weitere Gedanken an seinen Vater auf - zuwenden . Kaum hörte er die Schritte seiner Mutter ein Stockwerk unter seinem Zimmer über den Küchenboden gehen , war sein linker Zeigefinger schon wieder damit beschäftigt , den Computermonitor einzuschalten . Diese Datei , mit der er sich vorhin beschäftigt hatte , hatte ihn wieder in ihre unglaubliche Anziehungskraft gefangengenommen . Noch einmal ließ er den Text vor seinen Augen vorüberziehen , dann schaltete seinen Hand wie von selbst den Drucker ein , und er gab der Maschine über die Tastatur den Be - fehl , ihm davon einen Ausdruck anzufertigen . Diesen , so dachte er , werde er morgen mit ihn die Schule nehmen , ihn Linda Sue zeigen , und mit ihr da - rüber reden . Mit irgendjemandem mußte er über so etwas reden , noch dazu , wo diese Sache ja praktisch vor seiner Haustüre geschehen war . Als er nun im Bett lag und der Musik von Led Zeppelins " Stairway to heaven " lauschte , mußte er immer wieder an den Bericht denken . Sein genauer Wort - laut hatte sich wie ein Siegel in sein Gehirn eingebrannt . Nach einer , wie ihm schien , Ewigkeit konnte Alec , wenn auch unruhig , einschlafen . #Seitenende #C32 » Kapitel 5 « #C21 Wie jeden Morgen verdammte er seinen Wecker , der ihn um 6.45 Uhr aus den meist süßesten Träumen riß . Mit noch verklebten Augen bahnte er sich einen Weg durch die Unordnung seines Zimmers , die wirklich jeden Tag konstant zuzunehmen schien , in das Bade - zimmer . Nachdem er geduscht hatte , rasierte er sich , nun schon etwas wacher , und bürstete seine Haare . Unten in der Küche hörte er schon , wie seine Mutter das Frühstück uns sein Essen für die Schule herrichtete . " Guten Morgen , Mum ! " . " Morgen , Alec " . " Mmmmh , das Frühstück riecht ja wieder super . Bedienung , ich hätte zu - erst gerne ein paar Rühreier mit Speck , einen Kaffee und ein Glas Orangen - saft , und , bitte noch 2 Scheiben gut gerösteten Toast . Wäre das möglich ". Grinsend brachte ihm seine Mutter das Essen und belohnte ihn sogar noch mit einem freundschaftlichen Knuff in die Seite . Sie war anscheinend heute morgen die bestgelaunteste Frau auf der Welt , so schien es zumindest Alec . " Danke " , brachte er mit seinen prallgefüllten Backen gerade noch heraus . Nach dem Essen richtete Alec die Schulsachen für diesen Tag , beschäftigte sich kurz , wie jeden Morgen mit seinem Computer , um die neueste " E - mail " pünktlich zu erhalten , und trollte sich schließlich wirklich noch , kurz bevor es für die Schule nach seiner Ansicht schon wieder zu spät war , aus dem Haus . So schön strahlte die Sonne , daß es fast schon ein Verbrechen war , in die Schule , die eher einem grauen Karton glich , zu sitzen . Jetzt aber war er ja erst einmal dabei , Linda Sue von zu Hause abzuholen . An den gepflegten Vorgärten vorbeischlendernd zündete sich Alec erst einmal allmorgendliche erste " Guten - Morgen - Zigarette " an und inhalierte den Rauch genüßlich , beinahe theatralisch . Von weitem konnte er schon das strahlende Gelb der Veranda vom Haus der Eltern Linda Sues erkennen . Und da sah er auch sie und ihre Mutter , die man aufgrund ihres Aussehens leicht für Linda Sues Schwester hätte halten können . Für ihre jetzt beinahe 40 Jahre hatte sie eine bemerkenswert schlanke Figur , eine straffen , wohl - geformten Busen und eun wirklich niedliches Gesicht , das durch ihre freche Kurzhaarfrisur noch deutlich betont wurde . Schnell warf er die Zigarette weg , da diese beiden Frauen nicht so gut auf sein Laster zu sprechen waren . " Guten Morgen , die Damen " , flötete Alec in süßlichen Tönen durch die an - genehme Morgenluft . Während Linda Sue ein wenig errötete , erwiderte ihre Mutter den Gruß auf das allerfreundlichste . " Hallo , Casanova , seid ihr im Begriff , wieder einmal mein einzig Kind mir zu entreißen ? " . So ging das immer vor sich , wenn Alec zu Besuch war . Und Linda Sue war froh darüber , daß ihre Eltern sich so gut mit Alec verstanden , denn insgeheim wollte sie ja auch , daß ihre Eltern mit ihrem vielleicht zukünftigen Schwiegersohn gut zurechtkamen . Nach der Verabschiedung schlenderten sie Hand in Hand in Richtung des Oklahoma - Squares , der sie direkt in Richtung Schule lotsen würde . Plötzlich hörten sie hinter sich Polizeisirenen , die die Stille dieses friedlichen Morgens zu durchschneiden wußten , wie ein Jagdmesser die Sehnen eines soeben erlegten Hirsches fein und gerade durchtrennt . Sekunden später rasten 2 Polizeiwagen und ein Rettungswagen der städtischen Ambulanz mit Blaulicht und Sirenen an ihnen vorbei . Es mußte also etwas Größeres passiert sein . Hätte Alec nicht sowieso schon schlechte Karten in der Schule , wäre er den Autos gefolgt und hätte sich die aus der Nähe angesehen. So aber war es wahrscheinlich doch sinnvoller , die Schule heute morgen zu besuchen , und über dieses Ereignis heute nachmittag etwas im polizeilichen Großrechner herauszufinden .