#Titel Forum / CCC 95 / Ein Erlebnisbericht #Logo gadget18:pinsel/AG.Forum #Font topaz 8 #C31 ---------------------------------------------------------------------- 11. Chaos Commumication Congress, Berlin, 28.12.1994 (2. Tag) -- (m)ein Erlebnisbericht ---------------------------------------------------------------------- #C21 Von den Themen auf dem Congressfahrplan angespornt nahm ich mir extra einen Tag frei, um nach Berlin zu fahren. Neues Wissen tanken -- das war meine Vorstellung von diesem Tag. So stieg ich frueh morgens in den Zug von Hannover nach Berlin, um rechtzeitig zu Beginn der ersten Veranstaltung ("ISDN Spielereien fuer Fortgeschrittene") dort zu sein. Ich hatte mir den zweiten Tag des Congresses ausgesucht, da dort die (fuer mich) interessantesten Veranstaltungen angekuendigt worden waren. Wie geplant kam ich puenktlich in Berlin an. Sogar ein wenig zu puenktlich, so dass ich in Ruhe noch eine Tasse Kaffee im benachbarten Europacenter trinken konnte. Als der Congress um 10 Uhr oeffnete, konnte ich mich am Info-Computer davon ueberzeugen, dass der Workshop auch wie geplant stattfinden sollte. Fuenf Minuten vor 11 Uhr, dem geplanten Beginn der Veranstaltung. Der Seminarraum war bereits voller Menschen, die schon gespannt auf den Beginn warteten. Da kam ploetzlich ein Mitarbeiter des "Orga-Teams" und verkuendete und mit leidvoller Miene, dass keiner der beiden Referenten erschienen sei und auch keiner von ihnen zu erreichen sei. Der Workshop werde auf unbestimmte Zeit verschoben. Es lebe das Zeitalter der Kommunikation... Um 12 Uhr, unerwartet puenktlich (um genau zu sein schon eine Minute zu frueh!) begann der naechste Workshop, den ich mir aus dem Congressfahrplan herausgesucht hatte: "Entmonopolisierung des Telefonnetzes. Folgen, Visionen." Doch auch hier war leider keiner der angekuendigten Referenten erschienen, so dass sich -- geleitet von einem Orga-Team-Mitglied -- ein lockerer Dialog zwischen den Anwesenden ergab, die nun miteinander ueber dieses Thema diskutierten... Ein Mitarbeiter des Bremischen Datenschutzbeauftragten referierte um 13 Uhr ueber das Thema "Rechtlicher Status von Mailboxen". Viel Neues gab es leider nicht; die meisten Fakten wurden bereits lang und breit in den Netzen diskutiert. Aber immerhin war es eine gute Zusammenfassung der aktuellen Rechtslage und dessen Auslegungsmoeglichkeiten. Da die Zeit dieses Workshops (wie die aller anderen auch) viel zu knapp bemessen war, wurde die Veranstaltung gegen 14 Uhr dem Ende zugefuehrt. Sofort im Anschluss daran begann -- nach einigen organisatorischen Problemen -- der Workshop "Repressionen und (Fascho-) Mailboxen". Hier konnten die Zuhoerer einige genauere Informationen zu Themen bekommen, die bereits in den Mailboxnetzen kurz angeschnitten wurden: Hintergruende der Hausdurchsuchungen bei einigen Mailboxbetreibern im vergangenen Jahr und einige interessante Fakten und Thesen dazu. Um 16 Uhr -- puenktlich! -- begann vor grossem Publikum der Workshop "Mobiltelefonie -- Tips und Tricks", der sich jedoch als reines Grundlagenseminar "Was ist ein Mobiltelefon und welche Netze gibt es" entpuppte. Ausser ein paar kleinen Tricks zur Kostenreduktion bei Telefonaten im C-Netz gab es hier leider auch keine Neuigkeiten zu erfahren. Wie bei den anderen Veranstaltungen auch, kam ein Grossteil der Informationen von den Teilnehmern selbst. Dem Info-Computer war am spaeten Nachmittag zu entnehmen, dass der am Vormittag geplante Vortrag ueber ISDN auf den folgenden Tag verschoben worden war. Die folgenden Veranstaltungen sagten mir weniger zu. Eine weitere Veranstaltung, die vorher angekuendigt worden war, fiel ebenfalls aus. Fazit: Ausser dem Zusammentreffen mit einigen netten Leuten hat mir dieser Tag nicht mehr eingebracht als Knapp 100,- DM Fahrtkosten, 12,- DM Eintritt, Verpflegung fuer einen Tag und viel liegengebliebener Arbeit. Einen Tag vor Fahrtantritt (am 1. Congress-Tag!) habe ich weder in der eigens fuer den Congress installierten Mailbox noch von der Pressestelle selbst aktuelle Infos ueber den Congress bzw. den Fahrplan bekommen. Waeren mir die Ausfaelle bzw. Verschiebungen eher bekannt geworden, so haette ich mir die Fahrt nach Berlin sparen koennen... Hervorheben moechte ich aber die Arbeit des "Chaos-Dienstes": viele hilfsbereite Seelen haben mitgeholfen die anwesenden Congressteilnehmer gut zu verpflegen. Somit war zumindest fuer das leibliche Wohl gesorgt; dafuer hier noch einmal ein herzliches "Dankeschoen"! Ob ich im naechsten Jahr zum 12. Chaos Communication Congress fahren werde? Ich glaube kaum, aber das wird sich im naechsten Jahr entscheiden... #C10 Ole Hesprzich ------------------------------------------------------------------EOF-