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Der Südwesten Mazatlán ist eine Küstenstadt, in welcher alles bemerkenswerte irgendwie mit dem Meere zutun hat. Zunächst verfügt die 500.000-Einwohner-Metropole über den wichtigsten Pazifikhafen des Landes, sowohl was den Handel als auch was die Fischerei betrifft. Für den Besucher, den es nach einem Meeresmahl verlangt, heißt dieses, daß sein Hunger auf vielfältige Art – Krabben! – gestillt werden kann. Wenn er darüber hinaus das Verlangen hat, seine Mahlzeit selbst den Fluten zu entreißen, kann er zudem an einer Hochseeangeltour teilnehmen, man geht in erster Linie auf Segelfisch, der bis zu drei Meter lang werden kann. Eine andere Vergnügung zwischen Mensch und Meer sollte man jedoch den Einheimischen überlassen: Den “Todessprung“ vom etwas südlich des Monumento a la Continuidad de la Vida gelegenen Turm. Harmloser und freudvoller ist das Bad an den wunderschönen Stränden, die sich nördlich der Stadt befinden, hier kann man zudem alle nur denkbaren motorisierten Water-Fun-Geräte ausleihen. Auch die Bildungsreisenden können in Mazatlán dem Meer nicht entgehen – immerhin ist das Aquarium das größte und artenreichste ganz Mexikos. Puerto Vallarta ist der Hauptort einer riesigen Bucht, der Bahía de las Banderas. Wahrscheinlich markiert der rund 160 Kilometer lange Küstenschwung den Kraterrand eines vor langer Zeit erloschenen Vulkans, jedoch können sich auch Nicht-Geologen an den traumhaften Sandstränden der Bahía freuen. Neben Meeres- und Sonnenbad läßt sich in und um Puerto Vallarta noch ziemlich jeder von Menschen bisher ersonnene Wasser- und Unterwassersport betreiben. Puerto Vallarta ist ein Seebad, das sich sehen lassen kann; in Sachen Geschichte jedoch hat es recht wenig aufzuweisen: Im Jahre 1851 gegründet, fristete es lange Zeit ein kärglich-gemütliches Dasein als Fischer- und Bauerndorf. |
Rund 100 Jahre später erkannte die Tourismusindustrie den Wert der blauen Bucht mit
weißem Strand, erste Hotelbauten entstanden. Kurz darauf kam der Weltruhm – jedoch nicht
für Puerto Vallarta, sondern für das etwas südlich gelegene Mismaloya. John Huston
entschloß sich, ebenhier das Tennessee-Williams-Stück “Die Nacht des Leguan“ zu
verfilmen. Das wäre noch nicht unbedingt der “Kracher“ gewesen, würde nicht das damals
bekannteste und skandalöseste Paar der Welt die Hauptrollen spielen: Elizabeth Taylor und
Richard Burton. So zählte man in Mismaloya kurzfristig mehr Paparazzi als in ganz
Südfrankreich. Tipp: Sehen Sie sich vor der Reise den Film auf Video an, immerhin kann
man vor Ort nach wie vor durch die Originalkulissen wandeln! Am 25.6.1986 starrte ganz Deutschland gebannt nach Guadalajara und freute sich daran, daß Andy Brehmes Freistoß und Rudi Völlers Alleingang Frankreich aus dem Turnier und die damals glorreiche DFB-Elf ins WM-Endspiel beförderten – lang, lang ist’s her...! Jedoch ist Guadalajara nicht nur seiner fußballerischen Zeitgeschichte wegen ein erfreulicher Ort – Guadalajara ist eine aufregende Stadt; zwar steht es in Sachen Größe Mexico City etwas nach, jedoch sind sich viele Guadalajara-Freunde darin einig, daß fünf Millionen Einwohner durchaus reichen. Zudem hat die Hauptstadt des Staates Jalisco gegenüber der des Gesamtlandes zwei wichtige Trümpfe in der Hand: Sie ist weniger chaotisch und mithin sicherer, zudem ist ihr trockenes, angenehmes Klima dem Menschen zuträglicher. Gegründet wurde Mexikos Nr. 2 im Jahre 1542, den Namen entlehnten die spanischen Eroberer einem Ort ihrer fernen Heimat. Für den Reisenden ist es höchst erfreulich, daß sich die wesentlichen Sehenswürdigkeiten auf engstem Raume ballen. Das Zentrum Guadalajaras wird durch ein Kleeblatt von vier Plätzen gebildet, das in seiner Mitte das Wahrzeichen der Stadt, die Kathedrale hat. Die Stilmischung aus Pseudo-Gotik, Renaissance und Barock ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, im Inneren erfreuen jedoch die Bilder |
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kolonialer Barockmaler. Etwas bescheidener, aber wesentlich harmonischer ist die zu Anfang des 18. Jahrhunderts erbaute Barockkirche Santa Mónica, deren filigrane Ornamentik Sie nordwestlich der Kathedrale an der gleichnamigen Straße bewundern können. Etwas südöstlich der Kathedrale, zwischen der Plaza de Armas und der Plaza de la Liberación, liegt der Palacio de Gobierno. Schon seine barocke, mit leichten neoklassizistischen Ahnungen versehene Fassade ist beeindruckend, beim Gang ins Innere (nur zu den Bürozeiten möglich!) kann man zudem die in den 30er Jahren entstandenen Wandgemälde des Muralisten José Clemente Orozco betrachten. Wem diese gefallen, der sollte noch einen Abstecher zum östlich des Zentrums gelegenen Hospicio Cabañas unternehmen; der Innenschmuck der Kapelle dieses Waisenhauses gilt als Orozcos Meisterwerk. Etwas südlich des Hospicio liegt der imposante Mercado Libertad, eine wahre Fundgrube in Sachen Mitbringsel. Von dort aus geht es, immer dem volltönenden “Ayayayay“ nach, zu der etwas südwestlich gelegenen Plazuela de los Mariachis. Die Geschichte Zihuatanejos und Ixtapas ist schnell erzählt: Bis in die 70er Jahre hinein waren es winzige Fischerorte, dann gerieten die beiden wunderschönen Buchten mit ihren Traumstränden ins Visier der mexikanischen Tourismusexperten – mit dem Ergebnis, daß der heutige an Spiel, Sport und Unterhaltung interessierte Besucher auf nichts verzichten muß. Das südlichere, an der gleichnamigen Bahía gelegene Zihuatanejo hat sich noch einiges seines mexikanischen Flairs erhalten, das nördliche, an der Bahía de Palma gelegene Ixtapa hingegen ist zur Topadresse für den mondänen Urlauber geworden. Von beiden Orten bieten sich Ausflugsmöglichkeiten in ursprüngliche Dörfer des Hinterlandes. Morelia, Hauptstadt des Bundesstaates Michoacán, hat vielen ihrer Schwestern etwas voraus: die Harmonie. Das historische |
Zentrum der 700.000 Einwohner-Metropole ist ein
einträchtiges Ensemble im steingewordenen Geiste des kolonialen Barock. Selbst das
Baumaterial der alten Sakral- und Profanbauten ist dasselbe: ein rosa-braun schimmernder
Trachyt. Der Besucher tut gut daran, sich entspannt durch die Baupracht treiben zu lassen; etwas länger gilt es aber vor und in der Kathedrale zu verweilen. Obwohl ihr 1744 vollendeter Bau fast 100 Jahre gewährt hatte, wirkt das Äußere harmonisch. Zwar deuten sich verschiedene Stileinflüsse an, jedoch gerät nichts zum Mischmasch. Das Innere trägt ein neoklassizistisches Gepräge, das auf eine umfassende Renovierung im 19. Jahrhundert zurückgeht. Die Ausstattung ist reich, hervorzuheben ist das massivsilberne Taufbecken sowie die indianische Christusfigur, deren goldene Krone ein Geschenk des spanischen Königs Philipp II. ist. Die hundert Jahre alte Orgel übrigens ist “made in Germany“. Wer sich für die Volkskunst Michoacáns interessiert, sollte unbedingt die etwas östlich der Kathedrale an der Plaza Valladolid gelegene Kirche San Francisco (Mitte des 16. Jahrhunderts) aufsuchen. Im zugehörigen Kloster ist eine vorzügliche Volkskundesammlung zu besichtigen. Allerseelen, das Fest des Sensenmannes Dem Tod ein Fest zu geben? Freund Hein an den Tisch zu bitten, den Schnitter zum Tänzchen zu laden? Für den modernen Mitteleuropäer ist dies eine Vorstellung, bei der sich ihm die Nackenhaare aufstellen, der Mexikaner aber liebt diesen Gedanken: Allerseelen ist im Land der Azteken das Fest aller Feste. Hier versucht man, den Tod nicht totzuschweigen, sondern zu leben. Alljährlich am 2.November wird alles eins: Leben und Tod, Diesseits und Jenseits, die schlagenden Herzen und die, die verstummt sind. Schon in den Tagen vor dem großen Ereignis ist der Sensenmann allgegenwärtig: Allerorten werden Miniatursärge feilgehalten, gemalte Knochenmänner und solche aus Ton, das Skelett als Hampelmann oder als Backwerk – die mexikanischen Kinder essen Totenköpfe wie die |
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deutschen Ostereier. Es gibt sie aus Teig, Marzipan, Schokolade und –
farblich am echtesten – Zuckerguß. Todos los Santos bzw. Dia de los Muertos wird in Mexiko – je nach
Region – leicht unterschiedlich begangen. In jedem Falle aber beginnt das Fest bereits am Vortag,
dem 1. November. Die Familie bereitet ihren Toten den Tisch, Gegenstände aus dem Besitz des Verblichenen
werden ebenso aufgestellt wie Geschenke und Speisen. Gegen Abend verlassen die ledigen Männer
das Haus, um in der Nachbarschaft Blumen zu sammeln, hierbei steuern sie auch und vor
allem das Haus ihrer Verehrten an. Bei Einbruch der Dunkelheit beginnen die Glocken zu
läuten, deren Klang dann die ganze Nacht hindurch zu hören ist. Die Blumen – bevorzugt
sind übrigens Ringelblumen, die schon in vorspanischer Zeit kultische Bedeutung hatten –
werden zu Kränzen gewunden, kurz nach Mitternacht trägt man diese zum Friedhof, wo sie
zu altarähnlichen Gebilden zusammengestellt werden. Nun versammelt sich die Familie an
den Gräbern ihrer Lieben, Kerzen werden angezündet, Speisen ausgebreitet. Auch der
Trank kommt zu seinem Recht – allerdings nicht zu dem Zwecke, den Kummer zu betäuben,
sondern als gemeinschaftsstiftendes, dionysisches Rauschmittel. Er verbindet Lebende und Tote, und dies in einer Stimmung, die das Grauen nicht kennt, fast heiter ist die Zeremonie: Der Mexikaner ist davon überzeugt, daß die Toten nun inmitten der Lebenden sind, die Lebenden bald unter den Toten. Schon die Kinder wachsen im Bewußtsein ihrer Sterblichkeit auf – gerade in ärmeren Regionen hat schon so manches in frühen Jahren Bruder oder Schwester verloren, doch auch für sie ist es so, daß sich im Tod das Leben bestätigt. So lacht man – pietätlos? Nein. Das mexikanischen Verhältnis zum Tod scheint aufrichtiger als das mancher anderen Kulturen; seine Wurzeln liegen sicherlich in der vorspanischen Zeit, wiewohl das Alte mittlerweile vom |
Christentum assimiliert ist. Am berühmtesten ist das Allerseelen-Fest, das am Pátzcuaro-See westlich von Mexico City begangen wird. Hier ist die Insel Janítzio Zentrum der Feierlichkeiten, welche bereits am 31. Oktober mit einer kultischen Wildenten-Jagd beginnen. Der etwa 45 Kilometer westlich von Morelia gelegene Pátzcuaro-See ist eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges. Schon die Natur ist reich an Schönheiten: In dem etwa 20 x 5 Kilometer messenden See finden sich viele reizvolle Inselchen, umgeben ist das Hochlandgewässer von bewaldeten Bergen und erloschenen Vulkanen. Die vielen den See säumenden Dörfer sind in doppelter Hinsicht anmutig: Einerseits finden sich viele pittoreske Gebäude aus der Frühzeit der Kolonialisierung, andererseits leben am See viele Indios nach ihrer Väter Art – wobei dieses dahingehend zu präzisieren ist, daß die Indios so weit nach ihrer Väter Art leben, wie es ihnen angesichts der Besucherscharen, die Indios, die nach ihrer Väter Art leben, sehen wollen, noch möglich ist. Gerade die Insel Janítzio ist, ihrer Anmut wegen, zuzeiten überlaufen. Die Pátzcuaro-Exkursion startet man am besten in dem am Südostende des Sees gelegenen Städtchen gleichen Namens, dessen Hauptplatz von außerordentlicher Schönheit ist. Für US-Amerikaner ist mit dem Namen dieser Stadt schon alles gesagt: Acapulco ist “Acapulco“. Acapulco is holidays, Acapulco is sun, marvellous beaches, easy going, fun, sports and nightlife, kurz: Der Ort, den man aufsucht, um ein paar schöne Tage zu verbringen, vielleicht das “Mallorca“ der Neuen Welt. Im Gegensatz zum karibischen Rivalen Cancun ist Acapulco nicht “aus dem Hut gezaubert“, sondern hat Geschichte: Einst war es eine Art Pazifikhafen von Mexico City, hier nahmen die Händler der Hauptstadt Waren in Empfang, um sie sodann über den Landweg zum Atlantikhafen Veracruz zu transportieren. Mit der Eröffnung neuer Schiffswege verfiel Acapulco – um zur Mitte des 20. Jahrhunderts wie ein Phönix aufzuerstehen. Das Zauberwort hieß “Tourismus“, die |
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Klientel kam aus den
reichen USA – und zwar in solchen Mengen, daß Acapulco dafür sorgte, daß der
mexikanische Staatshaushalt nicht auch noch in die dunkelschwarzroten Zahlen abglitt.
Zunächst war Acapulco das exklusive Seebad der Schönen & Reichen, mittlerweile jedoch
finden hier alle Arten von Touristen Unterkunft, Speis und Trank, letzteres im übrigen des
öfteren nicht zu knapp. Acapulco bietet dem Reisenden vorzügliche Möglichkeiten, all das zu
tun, was sich im, unter und am Wasser tun läßt. Man sollte nicht ungerecht sein, indem man
darüber hinaus noch viel mehr erwartet. Der Kunstfreund mag hier etwas zu kurz kommen –
außer er rubriziert die Darbietungen der weltberühmten Clavadistas de la Quebrada unter
“Kunst“. So heißen die verwegenen Mutspringer, die sich, nachdem sie ein Gebet an einem
Madonnenschrein verrichtet haben, von dem 40 Meter hohen Felsen gleichen Namens herab
ins Meer stürzen. Der Sturzflug dauert etwa sechs Sekunden, was zu wissen für die Zuseher
interessant, für die Springer jedoch lebensnotwendig ist: Es gilt, die Landung so
vorauszuberechnen, daß sie mit der Ankunft einer Welle zusammentrifft. Ansonsten... nun ja. Die Badeorte östlich von Acapulco ähneln einander insofern, als sie verhältnismäßig neu und noch nicht so überlaufen sind wie die Mutter der mexikanischen Seebäder. Puerto Escondido etwa war wegen seiner traumhaften Strände und seiner imposanten Brandung lange Zeit ein Geheimtip unter Surfern, mittlerweile etablieren sich hier jedoch auch touristische Strukturen. Etwas weiter östlich liegt das noch lauschige Puerto Ángel, wenige Kilometer weiter jedoch wird geklotzt: In den zauberhaften Buchten von Huatulco soll ein touristisches Zentrum der etwas größeren Art entstehen. Alles in allem läßt sich sagen, daß zwischen Puerto Escondido und Santa Cruz Huatulco der Urlauber in Sachen Meer und Strand voll auf seine Kosten kommt; wenn es ihn zudem nach Kultur und mexikanischer Atmosphäre gelüstet, sollte er sich etwas landeinwärts Richtung |
Oaxaca aufmachen. Oaxaca, Zentrum des gleichnamigen Staates, ist eine bemerkenswerte und äußerst reizvolle 400.000er-Stadt. Schon ihre Lage bezaubert: Sie ist malerisch in ein Tal der Sierra Madre del Sur geschmiegt. Seltsamerweise scheint die industrielle Revolution Oaxaca noch nicht erreicht zu haben – was wiederum die Frage offen läßt, wovon sich seine Einwohner ernähren. Oaxaca hat ein selbst für mexikanische Verhältnisse einzigartiges Flair, einerseits ist das Indianische sehr präsent, andererseits weist die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Altstadt eine Unzahl an schönen Bauten der kolonialen Frühzeit auf. Der Besucher, der Oaxaca erleben will, beginnt seinen Gang am besten dort, wo Oaxaca am intensivsten lebt: Auf dem berühmten Zócalo. Dieser von gemütlichen Straßencafés gesäumte Platz läßt erste Einblicke in das bunte Treiben zu. Unmittelbar nördlich erhebt sich die Kathedrale – allerdings ist “erhebt“ nicht ganz das richtige Wort: Vom ästhetischen her wirkt das Äußere des im 16. Jahrhundert begonnenen Gotteshauses etwas gedrungen, was wiederum statische Gründe hat. Oaxaca wird häufig von Erdbeben heimgesucht, weshalb man sich 1714 entschloß, die einst erhabeneren Türme zu verkürzen. Wer ein Souvenir sucht oder mexikanisches Markttreiben genießen will, sollte die zwei Blocks südlich vom Zócalo liegenden Mercados Juárez und 20 de Noviembre aufsuchen, anschließend empfiehlt es sich, die den Zócalo östlich tangierende Valdivieso / Macedonio Alcala in nördlicher Richtung hinaufzuflanieren. Erstens lassen sich so die wunderschönen Kolonialhäuser bewundern, zweitens in den vielen Kunstgewerbeläden stilvolle Souvenirs erstehen, drittens gelangt man so zum prächtigsten Kirchenbau Oaxacas, einem der prächtigsten Mexikos überhaupt. Von außen erscheint Santo Domingo wie eine Mischung aus Barockkirche und Wehrfestung; letzteres ist jedoch dadurch bedingt, daß man auch hier bauliche Vorkehrungen gegen Erderschütterungen getroffen hat. Im Inneren hingegen erwartet den Besucher eine Mischung aus Kirche und Kaiserpalast. Mit dem Wort |
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“prunkvoll“ sind die meist aus dem 18. Jahrhundert stammenden
Austattungsdetails nur unzureichend beschrieben, allein der ganz in Gold gehaltene
Hochaltar läßt den Atem stocken. Golden geht es auch im benachbarten Kloster weiter, dessen
Räume heute die Sammlung des Regionalmuseums bergen. Von größter Schönheit
und Bedeutung ist der 1932 gefundene Mixteken-Schatz. Alle Damen, die sich hier etwa in
den prächtigen goldenen Ohrschmuck verlieben, können, sofern es die Reisekasse hergibt,
bei den Juwelieren Oaxacas gutgemachte Kopien erstehen. Von allen indianischen Stätten Mexikos ist Monte Albán vielleicht die magischste. Zwar fehlen hier die imposanten Riesengebäude, dafür übt die übergroße, sich über rund 40 Quadratkilometer erstreckende Anlage einen Zauber sondergleichen aus. Die Ursprünge Monte Albáns reichen zurück in die erste Hälfte des 1. vorchristlichen Jahrtausends, bereits zu dieser Epoche scheint die Bergkuppensiedlung in erster Linie kultischen Zwecken gedient zu haben. In der Folgezeit steigerte sich die Bedeutung noch; um 500 n. Chr. zählte Monte Albán rund 30.000 Einwohner. Etwa 300 Jahre später setzte der Verfall ein, nach wie vor jedoch diente das Areal als kultisches Zentrum, was sich auch darin ausweist, daß der “weiße Berg“ von den umliegenden Völkern bevorzugt als Begräbnisstätte genutzt wurde. So stammt etwa der im Regional-Museum Oaxacas präsentierte Schmuck-Hort der Mixteken, der im 14. Jahrhundert niedergelegt wurde, aus Monte Albán. Selbst den allerausdauerndsten Besuchern wird es nicht gelingen, Monte Albán zur Gänze zu besichtigen, man tut gut daran, sich auf die 200 x 300 Meter messende Gran Plaza zu beschränken. Der “Große Platz“ ist nichts anderes als eine Bergkuppe, die zu Beginn der Blütezeit Monte Albáns zu einer ebenen Fläche umgearbeitet wurde. Daß dieses allein mittels Holz- und Steinwerkzeugen geschah, grenzt fast ans Unglaubliche. Erdmassen wurden abgetragen, um sie anderswo aufzuschütten; zudem mußten mächtige Steine fortbewegt werden. |
Felsen, die derart riesig waren, daß man sie unmöglich entfernen konnte, wurden
kurzerhand mit großem baulichen Geschick in die Tempelbauten integriert. Diese bilden ein
Geviert, am Nord- und Südende steht je eine Plattform; östlich und westlich wird das Areal
von Palästen begrenzt, die Mitte von einer dreiteiligen, wahrscheinlich einen riesenhaften
Altar darstellenden Gebäudegruppe gefüllt. Die interessantesten Funde befinden sich am
Palacio de los Danzantes: Eine Reihe von archaischen Flachreliefs, deren Interpretation
umstritten ist. Daß es sich tatsächlich, wie der moderne Name behauptet, um “Tänzer“
handelt, ist unwahrscheinlich, stattdessen nimmt man heute an, daß entweder ekstatische
Priester oder Menschenopfer dargestellt sind. Vier weitere Indianerstätten erreicht man, wenn man von Oaxaca aus die Straße MEX 190 in Richtung Juchitán befährt. Knapp hinter El Tule liegt Dainzú, dessen Pyramide gleichfalls interessante Reliefs aufweist. Das einige Kilometer weiter gelegene Lambityeco ist klein, ansehnlich und meist einsam, bemerkenswert hier die Maske des Regengottes Cocijo. Die nächste Perle auf der Schnur heißt Yagúl, auch hier bietet sich die Möglichkeit, inmitten alter Tempelruinen zur Kontemplation zu gelangen, die meisten Besucher zieht es nämlich schnell weiter fort nach Mitla. Mitla, am Rande des gleichnamigen 15.000-Einwohner-Dorfes gelegen, hatte seine Blütezeit unmittelbar vor Ankunft der spanischen Eroberer. Die Grupo de las Iglesias legt von diesem Zusammentreffen eine beredtes bauliches Zeugnis ab: Zuunterst ist sie indianischer Tempel, zuoberst christliche Kirche. Vom ästhetischen her interessanter jedoch ist die südlich gelegene Grupo de las Columnas, deren aufwendige Mosaiken – für indianische Verhältnisse durchaus ungewöhnlich – zur Gänze ungegenständlich-ornamental sind, wobei hier die Vielzahl der realisierten Dekorationsmöglichkeiten beeindruckt. Drei weiter Gebäudegruppen Mitlas (Grupo de los Adobes, Grupo del Arroyo und Grupo del Sur) sind bisher von den Archäologen noch nicht in präsentablen Zustand gebracht worden. |
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