die Pflege der mexicanischen Kakteen
weiter mit Veredlung

  • Mediocactus: M.hassleri für dünntriebige Pfröpflinge (kleine cereoide Arten, Wilcoxia, gute, ausdauernde Unterlage;

  • Opuntia: u.a. O.ficus-indica, O.robusta, O.tomentosa als Dauerunterlage für Opuntien, sonst auch für Echinocereen; für andere Arten besonders O.tomentosa, jedoch nicht als Dauerunterlage;

  • O.bergeriana als sehr robuste Dauerunterlagefür schlanktriebige, cereoide Arten und Ranker, wird später fast rund, harter Wurzelstuhl;

  • Pereskia: für Zygocactus; empfindlich, deshalb besser...

  • Pereskiopsis: P.spathulata, P.velutina für Sämlinge und kleine Sprosse, Pfröpflinge wachsen sehr schnell, behalten trotzdem ihren guten Habitus, blühwillig, benötigt feuchten Stand und mindestens 15ºC Wintertemperatur;

  • Roseocereus: R.tephracanthus, robust, für mittlere Pfröpflinge, verträgt kurzen Schnitt, mäßiges Dickenwachstum;

  • Selenisereus: Hybridsämlinge als Unterlage für Sämlinge und kleine Sprosse, nicht zu kurz schneiden, kein Dickenwachstum, kann ausgesogen werden, deshalb keine Dauerunterlage; auch als Wurzelstuhl ungeeignet, Pfröpflinge wachsen rasch, guter Habitus, auch blühwillig; einige S.-Arten als Dauerunterlage für Epiphyten;

  • Trichocereus: generell geeignet, als Dauerunterlage für mittlere und stärkere Pfröpflinge, z.B. T.pachanoi, weichfleischig, gut bindend, beständig;

  • T.spachianus, gut bindend, günstig für verwandte Gattungen, sonst weniger haltbar;

  • T.chilensis, T.courantii, hart, wüchsig, ausdauernd, z.T. weniger gut annehmend;

  • T.macrogonus, wird mit bestem Erfolg besonders
  • für Cristaten verwendet;
  • T.schickendantzii, sehr weichfleischig und leicht annehmend, in Trieb gehalten für Notpfropfungen auch im Winter sowie als Zwischenstück (ca. 2cm) zur Vermittlung auf schlecht bindende Unterlagen; T. vertragen tiefen Schnitt und zeigen z.T. befriedigendes Dickenwachstum.

  • Grundsätzlich sollen nur einwandfreie, gesunde Pflanzen als Unterlage Verwendung finden. Sprosse nicht intakter Stammpflanzen sind häufig latent infiziert, daher zu meiden. Günstigste Pfropfzeit ist das erste Drittel der Wachstumsperiode der Unterlage; ruhende Pflanzen nehmen schlecht an. Längere Unterlagen können in Teilstücken zum Pfropfen verwendet und diese danach bewurzelt werden ("Stöppelpfropfung"). Die Auswahl der Unterlagen erfolgt dem Bedürfnis des Pfröpflings, dem gewünschten Effekt und den gegebenen Pflegemöglichkeiten entsprechend. So wird zur Sämlingspfropfung auf Wachstumsförderung und leichtes Binden Wert gelegt, ohne Rücksicht auf das Aussehen, während für Pfropfungen größerer Pflanzen ästhetische Belange eine Rolle spielen. Kugelformen werden z.B. besser tief gepropft, möglichst auf Trichocereus; Unterlagen, die auch in die Breite wachsen usw. Zu beachten ist ferner, daß die Wachstumszeiten, eventuell auch die Temperaturbedürfnisse von Unterlage und Pfröpfling nicht zu stark differieren. Die Pflege der Pfropfungen richtet sich bezüglich Substrat, Wasserbedarf und Temperatur nach den Bedürfnissen der Unterlage. Der Lichtanspruch wird vom Pfröpfling bestimmt. Die Unterlagen können zwar die Blühwilligkeit und mitunter auch die Dichte der Bedornung im Sinne einer
    Modifikation beeinflussen, es ist jedoch nicht möglich, durch Veredeln neue Merkmale auf das Edelreis zu übertragen, die dann genetisch manifest würden. An der Bezeichnung der Kakteen ändert sich durch das Pfropfen nichts. Das gebräuchliche Kurzzeichen für "gepfropft" ist T.