weiter mit Veredlung
Mediocactus: M.hassleri für dünntriebige Pfröpflinge (kleine cereoide Arten, Wilcoxia, gute,
ausdauernde Unterlage;
Opuntia: u.a. O.ficus-indica, O.robusta, O.tomentosa als Dauerunterlage für Opuntien, sonst
auch für Echinocereen; für andere Arten besonders O.tomentosa, jedoch nicht als
Dauerunterlage;
O.bergeriana als sehr robuste Dauerunterlagefür schlanktriebige, cereoide Arten und
Ranker, wird später fast rund, harter Wurzelstuhl;
Pereskia: für Zygocactus; empfindlich, deshalb besser...
Pereskiopsis: P.spathulata, P.velutina für Sämlinge und kleine Sprosse, Pfröpflinge wachsen sehr
schnell, behalten trotzdem ihren guten Habitus, blühwillig, benötigt feuchten Stand
und mindestens 15ºC Wintertemperatur;
Roseocereus: R.tephracanthus, robust, für mittlere Pfröpflinge, verträgt kurzen Schnitt, mäßiges
Dickenwachstum;
Selenisereus: Hybridsämlinge als Unterlage für Sämlinge und kleine Sprosse, nicht zu kurz
schneiden, kein Dickenwachstum, kann ausgesogen werden, deshalb keine Dauerunterlage; auch
als Wurzelstuhl ungeeignet, Pfröpflinge wachsen rasch, guter Habitus, auch blühwillig; einige S.-Arten als Dauerunterlage für Epiphyten;
Trichocereus: generell geeignet, als Dauerunterlage für mittlere und stärkere Pfröpflinge, z.B.
T.pachanoi, weichfleischig, gut bindend, beständig;
T.spachianus, gut bindend, günstig für verwandte Gattungen, sonst weniger haltbar;
T.chilensis, T.courantii, hart, wüchsig, ausdauernd, z.T. weniger gut annehmend;
T.macrogonus, wird mit bestem Erfolg besonders | für Cristaten verwendet;
T.schickendantzii, sehr weichfleischig und leicht annehmend, in Trieb gehalten für Notpfropfungen auch im Winter sowie als
Zwischenstück (ca. 2cm) zur Vermittlung auf schlecht bindende Unterlagen; T. vertragen
tiefen Schnitt und zeigen z.T. befriedigendes Dickenwachstum.
Grundsätzlich sollen nur einwandfreie, gesunde Pflanzen als Unterlage Verwendung finden. Sprosse
nicht intakter Stammpflanzen sind häufig latent infiziert, daher zu meiden. Günstigste Pfropfzeit
ist das erste Drittel der Wachstumsperiode der Unterlage; ruhende Pflanzen nehmen schlecht an.
Längere Unterlagen können in Teilstücken zum Pfropfen verwendet und diese danach bewurzelt werden
("Stöppelpfropfung"). Die Auswahl der Unterlagen erfolgt dem Bedürfnis des Pfröpflings, dem
gewünschten Effekt und den gegebenen Pflegemöglichkeiten entsprechend. So wird zur Sämlingspfropfung
auf Wachstumsförderung und leichtes Binden Wert gelegt, ohne Rücksicht auf das Aussehen, während
für Pfropfungen größerer Pflanzen ästhetische Belange eine Rolle spielen. Kugelformen werden z.B.
besser tief gepropft, möglichst auf Trichocereus; Unterlagen, die auch in die Breite wachsen usw.
Zu beachten ist ferner, daß die Wachstumszeiten, eventuell auch die Temperaturbedürfnisse von
Unterlage und Pfröpfling nicht zu stark differieren. Die Pflege der Pfropfungen richtet sich
bezüglich Substrat, Wasserbedarf und Temperatur nach den Bedürfnissen der Unterlage. Der Lichtanspruch
wird vom Pfröpfling bestimmt. Die Unterlagen können zwar die Blühwilligkeit und mitunter auch die
Dichte der Bedornung im Sinne einer Modifikation beeinflussen, es ist jedoch nicht möglich,
durch Veredeln neue Merkmale auf das Edelreis zu übertragen, die dann genetisch manifest würden.
An der Bezeichnung der Kakteen ändert sich durch das Pfropfen nichts. Das gebräuchliche
Kurzzeichen für "gepfropft" ist T. |