Mammillaria Untergattung Mammillaria 14.Reihe Macrothelae Standleyi - Gruppe

270. Mammillaria canelensis CRAIG
Mam.Handb.:307.1945

Mammillaria canelensis
Mammillaria canelensis

Verbreitungskarte Mammillaria canelensis
zeigt das Verbreitungsgebiet

Craigs Lateindiagnose:

Corpus simplex, globosus, mamillis ad 13 et 21 seriebus ordinatis, globosis, suco lacteo, areolis rotundis ad ovatis, axillis lanatis densis et setis; spinis centralibus 2-4, 30 mm, acicularibus robustis, rectis ad curvatis, luteis; spinis radialibus 22-25, 5-15 mm acicularibus tenuibus, rectis, albis; flores, fructus et semina ignota.

Typus: Herbarium DS
Typstandort:
Mexico, Sonora, Sierra Canelo

CRAIGs Beschreibung ist sehr mangelhaft und offenbar nur nach einer Pflanze gemacht. Hingegen ist die Standortangabe zutreffend.
Reppenhagen fand sie in den Vorbergen der Sierra Canelo auf der angegebenen Höhe im felsigen Gelände im Eichen-/ Föhrenwald an mehreren Plätzen, die MINNICH schon mehrmals besucht hatte. An den Standorten sind sie sehr variabel in Bezug auf Dornenzahl und Blütenfarbe, sodaß anzunehmen ist, daß hier eine Vielzahl der Rio- Mayo- Pflanzen enthalten ist. In der Summe jedoch sind all diese Pflanzen wieder ein einheitlicher Komplex, den Eindruck erweckend, daß es sich um eine deutlich von Mammillaria standleyi abgegrenzte Art handelt. Diese wächst ja auch an diesem Standort. Es gibt aber keine Übergänge.
Ihre Bestform erreicht Mammillaria canelensis in Südlagen, wo sie größtenteils sprosst und riesige Polster bildet, die Köpfe bis 20 cm dick. Sie blüht hier teils gelb, teils rosa. In offenen Gipfelbereichen bleibt sie viel kleiner und blüht einheitlich gelb. Doch ist hier die Dornenzahl besonders variabel.
Alles in allem ergibt sich folgendes Bild:

Wurzeln strangartig.
Körper gedrücktkugelig bis kugelig, einzeln oder sprossend und oft große Polster bildend, blühfähige Pflanzen 4-10 cm hoch, 6-20 cm breit.
Scheitel abgeflacht, eingesenkt, mit Wolle und Dornen geschlossen.
Warzen weitläufig gestellt, von fester Textur, bauchig-konisch, 1,2-1,5 cm lang, 1-1,5 cm dick, die Spitze schief abgestutzt, milchend, gelblich-grün.
Axillen oft mit viel weißer Wolle, manchmal mit Haarborsten.
Areolen meist unter den Warzenenden, vertieft eingesenkt, 0,3-0,4 cm lang, 0,2 cm breit, anfangs mit kurzer gelblicher Wolle.
Randdornen 11-20, 0,2-1,5 cm lang, borstenartig bis feinnadelig, die oberen am kürzesten und zahlreichsten, alle gerade, glatt, ohne verdicktem Fuß, etwa horizontal strahlend, glasig-gelb bis glasig-weiß.
Mitteldornen 4-10, 1-3,5 cm lang, nadelig bis dicknadelig, der untere am längsten, gerade oder verbogen, glatt, mit verdicktem Fuß, vorspreizend, glasig-gelb bis braun.

Blüten erscheinen im April im Kranze um den Scheitel, mehrere öffnen sich gleichzeitig, breittrichterig, 2-2,4 cm lang und breit, hellgelb bis karminrot.
Fruchtknoten gerundet, 0,5-0,6 cm dick, kaum erkennbar abgesetzt, grünlich-weiß.
Röhre kurz, dick, konisch, hellgrün bis bräunlich.
Äußere Blütenblätter lanzettlich, bewimpert, mit kurzer Spitze, gelbgrün bis rotbraun.
Innere Blütenblätter zahlreich, die roten in mehreren Serien, die gelben in einer, 1-1,2 cm lang, etwa 0,2 cm breit, ganzrandig oder schwach gezähnt, gelb oder glänzend-karmin.
Griffel 1-1,2 cm lang, die Staubblätter meist überragend, weiß.
Narbenlappen 6-9, 0,3 cm lang, gelb bis gelblich-grün.
Staubfäden über der Nektarkammer 0,3-0,5 cm ansteigend, aus der Röhrenwand entspringend, zusammengebogen, weiß oder rosa.
Staubbeutel hellgelb.

Früchte reifen 5-6 Monate nach der Blüte, keulenförmig mit breitem, haftendem Blütenrest, 1,5-2 cm lang, 0,6-0,8 cm dick, dunkelkarmin, unten heller.

Samen braun, etwa tropfen- bis nierenförmig, 0,09 cm lang, 0,07 cm breit.
Testa klein gerunzelt.
Hilum dunkel umrandet, eher klein, länglich, weißbraun, subbasal.
Die Art ist selbststeril.

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Standortklima:      Temperatur im Jahres-ø      = 22ºC
Niederschlagsjahresmittel etwa 700 mm. Es ist ein recht warmes, semiarides Klima.
Feldnummern:      Repp.      2113, 2114

GENTRYs Rio-Mayo-Pflanzen erscheinen REPPENHAGEN zur Zeit dubios. Wenn es sie gibt, so gehören sie zweifelsohne in die Standleyi - Gruppe der Reihe Macrothelae. Möglicherweise sind sie alle als Synonyme zu Mammillaria canelensis zu stellen, die ja als gesichert gilt, und haben mit Mammillaria standleyi nichts zu tun. Es handelt sich hier um:

Mammillaria mayensis CRAIG Mam.Handb.:116.1945
Mammillaria montensis CRAIG Mam.Handb.:211.1945
Mammillaria auricantha CRAIG Mam.Handb.:301.1945
Mammillaria auritricha CRAIG Mam.Handb.:302.1945
Mammillaria bellacantha CRAIG Mam.Handb.:303.1945
Mammillaria bellisiana CRAIG Mam.Handb.:304.1945
Mammillaria laneosuma CRAIG Mam.Handb.:310.1945

Sie alle konnten seither weder von den amerikanischen noch von den europäischen Forschern mit Sicherheit identifiziert, und auch nicht wiedergefunden werden. REPPENHAGEN konnte sie ebenfalls nicht finden, jedoch ist ihm, wie er angibt, das Gebiet zwischen dem Oberlauf des Rio Yaqui und dem Rio Mayo auch nur oberflächlich bekannt.