Mammillaria Untergattung Mammillaria 13.Reihe Leucocephalae Geminispina - Gruppe

222. Mammillaria pseudoperbella QUEHL
Monatsschr.Kakteenkunde19:188.1909

Mammillaria pseudoperbella
Mammillaria pseudoperbella

Verbreitungskarte Mammillaria pseudoperbella
zeigt das Verbreitungsgebiet


QUEHL schreibt: "In Nr.6 (Seite 94) erwähnte ich eine Pflanze, die mir als Mammillaria perbella zuging, diesen Namen jedoch zu Unrecht führt. Dasselbe ist mit einer später erhaltenen Pflanze der Fall. Letztere steht zwar der HILDMANNschen - Art näher, da sie milcht und der Körper stets geteilt ist. Im übrigen aber ist sie von Mammillaria perbella HILDMANN grundverschieden und ist auch sonst nicht unterzubringen. Ich halte sie für neu, bisher unbeschrieben und gebe ihr den Namen Mammillari pseudoperbella".

Beschreibung:
Dichotome divisa; capita globosa; serius breviter cylindrica; vertice depresso; mamillis cylindricis; aculeis radialibus 20-30 setaceis; centralibus 2; axillis minima lanatis.

Körper durch Spaltung sehr früh geteilt, die einzelnen Köpfe scheinen sich jedoch nicht weiter dichotomisch zu teilen; sie sind zunächst kugelförmig, später mehr zylindrisch, oben gerundet, am Scheitel eingesenkt; dieser durch den schneeweißen Wollfilz der jüngsten Areolen geschlossen und durch oberen Mittelstacheln geschützt. Körper 10 bis 15 cm, die einzelnen Köpfe 5 cm und mehr im Durchmesser bei 7-8 cm Höhe. Die Art soll jedoch wesentlich größere Dimensionen erreichen. Warzen zylindrisch, 6-7 mm lang, 2-3 mm dick, stark schief gestutzt, lauchgrün, im Alter fallen die Stacheln ab und die Warzen verkorken. Areolen rund, in der Jugend mit weißem Wollfilz bekleidet, später verkahlend. Randstacheln 20-30, 2-3 mm lang, borstenförmig, dünn, reinweiß, horizontal strahlend, die meisten seitwärts. Mittelstacheln 2, derb; der oberste etwa 5 mm lang, schlank, dem Scheitel zu gebogen, braun mit schwarzer Spitze; der unterste kürzer, heller, gegen das Licht gehalten mit durchsichtiger, rubinroter Spitze; beide in der Mitte wie bereift. Axillen sehr schwach wollig. Blüten nach der Stellung der kleinen, hochroten Früchte vereinzelt. Heimat Mexico.

In der Monatsschrift 26:94.1916 wird die Blüte von QUEHL beschrieben: "Blüten im losen Kranze unweit des Scheitels, ganze Länge 1,5 cm. Fruchtknoten grünlichweiß. Blütenhülle trichterförmig. Die äußersten Hüllblätter 2 mm lang, grünlichweiß; die nächsten 7 mm lang, satt karminrot mit dunklerem Rückenstreifen, lanzettlich zugespitzt, die inneren 10 mm lang, karminrot mit dunklerem Mittelstreifen, breitlanzettlich, an den Spitzen gezähnelt, in voller Sonne weit zurückgebogen. Staubgefäße aufrecht, bis zur Mitte der Blütenhülle reichend. Fäden weiß, nach oben rot auslaufend; Beutel hellchromgelb. Griffel von gleicher Farbe wie die Fäden, sie mit 5teiliger, roter Narbe überragend.
Britton & Rose berichten über die Herkunft der Art aus Oaxaca, CRAIG auch aus Queretaro, wo sie wahrscheinlich zu finden sein wird. Reppenhagen fand sie dort jedoch nicht. MOTTRAM und PILBEAM berichten, dass in England Pflanzen verbreitet sind, die mit der Originalbeschreibung vollkommen übereinstimmen und von Mammillaria perbella ganz erheblich abweichen. PILBEAM bringt eine Abbildung. HUNT berichtet in Bradleya4:56.1986 ausführlich über die Geschichte der Art, erkennt sie aber vorerst nicht an. Reppenhagen berichtet vonSCHMOLL - Pflanzen von Mammillaria pseudoperbella, die vermutlich aus einer Aufsammlung in Queretaro stammen. Sie stimmen mit den Pflanzen überein, die er in alten europäischen Sammlungen sah. Sie sprossen niemals. Nur ganz selten und ausnahmsweise einmal kommt es zu einer einmaligen dichotomischen Teilung. Ihr Wuchs ist im Alter säulig.

Typus: wurde nicht hinterlegt
Typstandort: wurde nicht angegeben

Wurzeln strangartig.
Körper bald länglich, später zylindrisch, stets einzeln, Blühpflanzen 5-20 cm hoch, 5-7 cm breit.
Scheitel gerundet bis abgeflacht, stark eingesenkt, mit kurzer Wolle geschlossen, aus der winzige dunkle Dornen herausragen.
Warzen sehr dicht gestellt, von fester Textur, zylindrisch, 0,6-0,7 cm lang, 0,2 cm dick, milchend, graugrün.
Axillen nackt oder mit ganz wenig Wolle.
Areolen ziemlich horizontal gestellt, etwas eingesenkt, 0,2 cm lang, 0,15 cm breit, nur anfangs mit etwas weißer Wolle.
Randdornen 20-26, 0,1-0,3 cm lang, feinborstig, die seitlichen am zahlreichsten und am längsten, etwa horizontal strahlend, durcheinanderragend und zumeist den Körper deckend, weiß.
Mitteldornen 0-2, meist einer und dieser nach oben gerichtet, 0,1-0,3 cm lang, pfriemlich, gerade, glatt, mit verdicktem. braunem Fuß, braun bis schwarz.

Blüten erscheinen im April oder im Mai im Kranze nahe dem Scheitel, wenige öffnen sich gleichzeitig, leicht bauchig-trichterig, 1-1,2 cm lang und breit, karminrosa.
Fruchtknoten gerundet, etwa 0,3 cm dick, kaum erkennbar abgesetzt, grünlich-weiß.
Röhre kurz, verhältnismäßig dick, bräunlich-rosa.
Äußere Blütenblätter spatelig, klein gezähnt, braunrot mit weißem Saum.
Innere Blütenblätter breitlanzettlich, etwa 0,5 cm lang und 0,2 cm breit, ganzrandig mit stumpfer Spitze, weiß mit karminrotem Mittelstreifen.
Griffel etwa 0,7 cm lang, die Staubblätter deutlich überragend, rosa.
Narbenlappen 4-5, 0,1 cm lang, weißlich-rosa.
Staubfäden kurz, über der Nektarkammer etwa 0,2 cm ansteigend, aus der Röhrenwand entspringend, wenig zusammengebogen, rosa.
Staubbeutel hellgelb.

Früchte reifen etwa 7 Monate nach der Blüte, keulenförmig mit kleinem, haftendem Blütenrest, 1-1,5 cm lang, 0,2-0,3 cm dick, blaßrosa bis rot, sie enthalten wenige Samenkörner.

Samen braun, etwa tropfen- bis nierenförmig, 0,1 cm lang, 0,08 cm breit.
Testa flach-grubig gerunzelt.
Hilum dunkel umrandet, schmal, lang, weiß, subbasal.
Die Art ist selbststeril.

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Standortklima ist mir leider nicht bekannt.