Wasser:
Für Kakteen in Erd- und Hydrokultur soll das W. von möglichst geringer Härte sein, d.h. wenig
Kalzium- und Magnesiumverbindungen enthalten. Vor allem die durch gelöste Hydrogenkarbonate bedingte
Karbonathärte sollte beseitigt werden, da vorwiegend sie die Kalkabscheidung im Substrat bewirkt, die
schließlich zur Verkalkung des Substrates oder dessen Oberfläche und zum pH-Wert-Anstieg in den
basischen Breich führt. Sauberes Regenwasser ist praktisch kalkfrei, dagegen kann in Industriegebieten
aus Dachrinnen gesammeltes Wasser erhebliche Mengen Kalziumsalze (z.B. Sulfate und Sulfite) enthalten.
Leider ist die Umwelt heute schon so stark gefährdet - um nicht zu sagen verseucht (was es wohl
treffender ausdrücken würde) - daß ein unbedenkliches Sammeln von Regenwasser der Vergangenheit angehören muß.
Methoden zur Aufbereitung harten Wassers:
1. W. von mäßiger Gesamthärte mit großem Karbonatätheranteil kann mit Schwefel- oder Phosphorsäure
angesäuert werden. Der Kalk wird dadurch nicht entfernt, sondern in die entsprechenden Salze
überführt, die sich später auch in Krusten absetzen können. Auf 10l W. ca. 1ml Säure pro 10 Härtegrade
anwenden.
2. W. mit größerem Karbonatätheranteil kann ausgekocht werden (mindestens 20 Minuten auf
Siedetemperatur). Nach Absetzen des Kalkniederschlages (Kesselstein) wird abgegossen bzw. abgezogen.
3. Die Entkalkung mittels Kationen-Austauscher ist eine bequeme Methode zur Gesamtenthärtung. Das W.
wird durch handelsübliche, mit Austauscherharz gefüllte Geräte geleitet. Das behandelte W. ist
kalkfrei und reagiert schwach sauer. Der Austauscher wird nach Erschöpfung mit Säure regeneriert.
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4. Weißtorf kann zur Wasserenthärtung verwendet werden, ist jedoch nur einmal nutzbar. Der Kalk wird
vom Torf chemisch gebunden; behandeltes W. ist schwach sauer. 1l Torfmull in 10l W. senkt die
Härte um 20-30 Grad.
5. Entkalkung mit Oxalsäure: auf 10l Wasser sind für je 10 Härtegrade ca. 2g Oxalsäure erforderlich,
die völlig aufzulösen ist. Nach 1-2 Tagen hat sich ein milchiger Kalziumoxalatniederschlag auf den
Boden des Gefäßes in die unterste Wasserschicht gesetzt. Das darüberstehende W. wird vorsichtig
abgesaugt und kann zum Gießen Verwendung finden. Es reagiert schwach sauer. Der milchige Bodensatz
wird nicht mehr gebraucht und sollte entsorgt werden.
6. Metaphosphate (als Wasserenthärter im Handel) binden den Kalk in Form löslicher Komplexsalze; die
Kalkabscheidung wird dadurch unterdrückt. Für mäßige Wasserhärten, Dosierung nach beigegebener
Vorschrift; Überdosierung unbedingt vermeiden!
Die Kontrolle des pH-Wertes erfolgt am einfachsten mit Indikatorpapier. Günstigster Bereich pH 5-6.
Auskunft über die durchschnittliche Wasserhärte und den Karbonhärteanteil gibt Ihnen das zuständige
Wasserversorgungsunternehmen.
Wassergehalt:
85-95% des Körpergewichtes der Kakteen sind Wasser.
Weihnachtskaktus: Zygocactus;
richtig Schlumbergera; nicht in Mexico beheimatet.
Winterruhe:
Notwendige Wachstumsunterbrechung bei mehrjährigen Pflanzen.
Bei den Kakteen muß die W. ähnlich der Ruhezeit in der Heimat durch kühleren, lufttrockeneren
Stand, bei minimaler Befeuchtung künstlich herbeigeführt werden. Nur in der W. ist auch ein
dunkler Stand ohne Schaden tragbar. |